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Um bis zu 30 Prozent dürfen Händler ihr Renditeziel in Google Ads für Shopping-Kampagnen und Performance Max mit Produktfeed per Regler absenken. Im Gegenzug soll Smart Bidding seltene Suchanfragen erreichen, die bisher am strengen Ziel scheiterten. Die deutsche Google-Ads-Hilfe führt den Traffic-Finder für Smart Bidding noch als Beta für Suchkampagnen.

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Ein Shop, der für jeden Werbe-Euro 4 Euro Umsatz verlangt, gibt sich bei 20 Prozent Toleranz rechnerisch mit 3,20 Euro zufrieden. Google nennt die Funktion Smart Bidding Exploration, auf Deutsch Traffic-Finder für Smart Bidding. Eine neue englische Hilfeseite beschreibt, wie der Traffic-Finder in Shopping-Kampagnen und in Performance Max mit Merchant-Center-Feed arbeitet.[1] Search Engine Land meldete die Neuerung am 23. Oktober.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Traffic-Finder steht für Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen mit der Gebotsstrategie Ziel-ROAS bereit.
  • Werbetreibende wählen eine Toleranz zwischen 5 und 30 Prozent, um die Google das Renditeziel senkt.
  • Bei Shopping und Performance Max schaltet eine Portfolio-Gebotsstrategie die Funktion ab, Search Ads 360 unterstützt sie dort nicht.

Welche Kampagnen bekommen den Traffic-Finder?

Ein weißer Schieberegler mit orangem Knopf und einem Preisschild mit der Aufschrift „bis 30 %“
Traffic-Finder funktioniert bei Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen mit oder ohne Google-Merchant-Center-Feed bei Ziel-ROAS-Gebotsstrategie

Laut der neuen Hilfeseite kommen Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen infrage, mit oder ohne Produktfeed aus dem Google Merchant Center. Ohne Feed wirkt der Traffic-Finder in Performance Max nur auf Suchanfragen. Mit Feed gilt eine einzige Einstellung für Such- und Shopping-Anzeigen zugleich. Die Kampagne muss die Gebotsstrategie Ziel-ROAS nutzen und darf nicht durch das Budget begrenzt sein.[1]

Die Ausnahmen stehen in den häufigen Fragen. Wandert eine Shopping- oder Performance-Max-Kampagne in eine Portfolio-Gebotsstrategie, schaltet Google Ads den Traffic-Finder automatisch ab. Search Ads 360 unterstützt die Funktion bei Shopping und Performance Max mit Feed nicht, Agenturen stellen sie dort direkt in Google Ads ein.[2]

Für Suchkampagnen beschreibt die Hilfe den Traffic-Finder seit Juni 2025, die Ausweitung kündigte Google im Mai 2026 an.[3] Die Anleitung zur Einrichtung nannte Shopping am 6. Oktober laut einer Kopie im Internet Archive noch nicht.[4]

Wie viel Rendite kostet die Toleranz?

Der Traffic-Finder senkt das effektive Renditeziel um die gewählte Toleranz. Im Beispiel von Google werden aus 200 Prozent Ziel-ROAS bei 10 Prozent Toleranz 180 Prozent. Über ein bis zwei Conversion-Zyklen soll die tatsächliche Rendite um rund 15 Prozent nach oben oder unten von diesem neuen Ziel abweichen.[1] Bei 400 Prozent Ziel und 20 Prozent Toleranz ergibt das rechnerisch 2,72 bis 3,68 Euro Umsatz je Werbe-Euro.

Ein von Hand gesenktes Ziel hebt die Gebote laut Google gleichmäßig für alle Suchanfragen an. Der Traffic-Finder setzt dagegen gezielt höhere Gebote für Gruppen seltener Suchanfragen, bei denen die Anzeigen der Kampagne schon erscheinen können. Neue Keywords bringt die Funktion nicht.[1] Für Suchkampagnen nennt Google aus eigenen Daten vom 1. Januar bis 20. Februar 2026 27 Prozent mehr Nutzer, die eine Conversion ausgelöst haben.[3] Zahlen für Shopping fehlen.

Google verlagert damit eine weitere Stellschraube in das Gebotssystem. In dieser Woche dokumentierte Google, dass geänderte Zielwerte keine Lernphase mehr auslösen. Aufschläge für Neukunden wachsen inzwischen prozentual mit dem Warenkorb, in Konten gemeinnütziger Organisationen tauchte AI Max ungefragt auf. Beim Traffic-Finder legt der Werbetreibende die Toleranz selbst fest.

Der Traffic-Finder für Smart Bidding in Zahlen
Bedingungen laut Google-Ads-Hilfe, abgerufen am 24. Oktober 2026
5 bis 30 %
Toleranz, um die Google das Renditeziel der Kampagne senkt
1 Einstellung
gilt in Performance Max mit Produktfeed für Such- und Shopping-Anzeigen
6 Wochen
Laufzeit empfiehlt Google mindestens, bevor Werbetreibende urteilen
50 Conversions
sollte eine Kampagne vor der ersten Bewertung gesammelt haben

Beispielrechnung: 400 % Ziel-ROAS, 20 % Toleranz

Ziel vorher
4,00 €
Umsatz je Werbe-Euro verlangt ein Ziel-ROAS von 400 Prozent
Effektives Ziel
3,20 €
bleiben nach Abzug der Toleranz von 20 Prozent
Erwartete Spanne
2,72 bis 3,68 €
bis zu rund 15 Prozent Abweichung vom effektiven Ziel, über ein bis zwei Conversion-Zyklen

Bei 25 Prozent Marge verliert ein Händler Geld, sobald ein Werbe-Euro weniger als 4 Euro Umsatz bringt. Die Toleranz sollte sich deshalb aus der eigenen Marge ergeben.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was sollten Händler vor dem Einschalten prüfen?

  • Marge: Die Rendite, ab der sich Werbung rechnet, folgt aus der Bruttomarge: bei 25 Prozent Marge 400 Prozent ROAS, bei 40 Prozent Marge 250 Prozent. Das effektive Ziel samt Schwankung sollte darüber bleiben.
  • Budget: Der Traffic-Finder setzt ein Budget ohne Engpass voraus. Stößt die Kampagne an ihr Limit, pausiert Google die Funktion vorübergehend.[1]
  • Testlauf: Google empfiehlt mindestens sechs Wochen Laufzeit und 50 Conversions vor einer Bewertung.[2] Vergleichswerte liefert ein Kampagnentest mit Kontroll- und Testgruppe, den zusätzlichen Umsatz misst Googles Werkzeug Conversion Lift.
  • Ziel nicht vorab anheben: Google rät davon ab, den Ziel-ROAS um die Toleranz zu erhöhen, weil Smart Bidding dann weniger neue Suchanfragen findet.[2]
  • Englische Hilfe lesen: Die deutsche Fassung beschreibt am 24. Oktober nur Suchkampagnen.[5]

Grundlagen erklären die Ratgeber zu Google Shopping und Google Ads Performance Max, Dienstleister listet der Google-Shopping-Agentur-Vergleich.

FAQ: Google Ads senkt das Renditeziel für Shopping-Kampagnen auf Wunsch um bis zu 30 Prozent

Was ist der Traffic-Finder für Smart Bidding?

Der Traffic-Finder, englisch Smart Bidding Exploration, senkt in Google Ads das Renditeziel einer Kampagne um eine wählbare Toleranz von 5 bis 30 Prozent. Smart Bidding setzt dann höhere Gebote für seltene Suchanfragen, bei denen die Anzeigen der Kampagne bereits erscheinen können.

Welche Kampagnen unterstützen den Traffic-Finder?

Laut Google-Ads-Hilfe Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen mit der Gebotsstrategie Ziel-ROAS und ohne Budgetbegrenzung. Performance Max ohne Produktfeed nutzt die Funktion nur für Suchanfragen, mit Feed für Such- und Shopping-Anzeigen.

Wie stark sinkt die Rendite mit dem Traffic-Finder?

Das effektive Ziel sinkt um die gewählte Toleranz: Aus 200 Prozent Ziel-ROAS werden bei 10 Prozent Toleranz 180 Prozent. Die tatsächliche Rendite soll laut Google über ein bis zwei Conversion-Zyklen um rund 15 Prozent nach oben oder unten von diesem Ziel abweichen.

Funktioniert der Traffic-Finder mit Search Ads 360?

Bei Suchkampagnen ja, auch über Portfolio-Gebotsstrategien. Für Standard-Shopping und Performance Max mit Merchant-Center-Feed unterstützt Search Ads 360 die Funktion nicht. Werbetreibende schalten den Traffic-Finder dann direkt in Google Ads ein.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Google-Ads-HilfeHow Smart Bidding Exploration for Search, Performance Max, and Shopping campaigns works (abgerufen am 24.10.2026)
  2. Google-Ads-HilfeFrequently asked questions about Smart Bidding Exploration (abgerufen am 24.10.2026)
  3. Accelerate with GoogleSmart Bidding Exploration on Shopping (veröffentlicht am 13.05.2026, aktualisiert am 16.09.2026)
  4. Internet ArchiveKopie der Hilfeseite „Set up Smart Bidding Exploration“ (06.10.2026); Erstkopie der häufigen Fragen vom 14.06.2025
  5. Google-Ads-HilfeHäufig gestellte Fragen zum Traffic-Finder für Smart Bidding (deutsche Fassung, abgerufen am 24.10.2026)

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