Google schenkt gemeinnützigen Organisationen Suchanzeigen im Wert von rund 8.700 Euro im Monat. In einigen dieser Ad-Grants-Konten läuft laut Branchendiensten inzwischen AI Max, ohne dass die Organisationen die KI-Funktion selbst eingeschaltet hätten. Für Vereine und Stiftungen steht mehr als Streuverlust auf dem Spiel: Liegt die Klickrate zwei Monate lang unter 5 Prozent, deaktiviert Google das Konto vorübergehend.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDan Kabakov machte die Beobachtung auf LinkedIn öffentlich, der Branchendienst PPC News Feed meldete den Fund am 18. Oktober, Search Engine Land zog einen Tag später nach. Google bestätigte bis zum 20. Oktober nicht, dass die Umstellung sämtliche Ad-Grants-Konten erfasst.
Das Wichtigste in Kürze
- Branchendienste melden AI Max in einigen Ad-Grants-Konten, deren Organisationen die Funktion nicht aktiviert hatten.
- Seit September 2026 stellt Google Suchkampagnen mit Textanpassung oder mit der kampagnenweiten Option „Weitgehend passend“ automatisch auf AI Max um.
- Ad-Grants-Konten müssen jeden Monat eine Klickrate von 5 Prozent erreichen, sonst droht nach zwei Monaten die Deaktivierung.
- Betroffene Organisationen sollten Einstellungen und Suchbegriffe ihrer Kampagnen jetzt prüfen.
Was schaltet AI Max in einem Ad-Grants-Konto ein?

AI Max greift an zwei Stellen in eine Suchkampagne ein: bei der Auswahl der Suchanfragen und bei der Anzeige selbst.[1] Der Suchanfragen-Abgleich ergänzt die gebuchten Keywords um die Option „Weitgehend passend“ und um ein Verfahren aus Performance Max, das Anzeigen auch ohne gebuchtes Keyword anhand der Website-Inhalte ausspielt. Für die Anzeigenbausteine, bei Google Assets genannt, fasst der Konzern unter „Asset-Optimierung“ die Textanpassung, die Anzeigentitel aus Inhalten der Website schreibt, und die „Erweiterung der finalen URL“ zusammen, bei der Google die Zielseite selbst wählt.
In einem gewöhnlichen Werbekonto erschließt AI Max zusätzliche Suchanfragen, die der Werbetreibende aus dem eigenen Etat bezahlt. In Ad-Grants-Konten stammt das Budget von Google: Gemeinnützige Organisationen schalten damit Textanzeigen in der Google-Suche im Wert von 10.000 US-Dollar im Monat, umgerechnet rund 8.700 Euro.[2]
Woher kommt die Umstellung?
Seit Mai 2025 führt Google die frühere Einstellung „automatisch erstellte Assets“ als Textanpassung in AI Max.[3] Im April kündigte der Konzern an, ab September 2026 alle Kampagnen mit dieser Einstellung und mit der Option „Weitgehend passend“ auf Kampagnenebene automatisch umzustellen.[4] Laut Google erhalten Werbetreibende vor der Umstellung eine Benachrichtigung im Konto.
Eine Ausnahme für Ad Grants erwähnt Google in der Ankündigung nicht. Ob die beobachteten Fälle auf diese Regel zurückgehen, ließ der Konzern offen. Über die Vorschau der KI-Anzeigentexte in AI Max berichtete Dr. Web am 9. Oktober. Ähnlich übernimmt Google Ads seit dem 12. Oktober Rabatte von der Website automatisch in Anzeigen.
Der Weg von AI Max in die Konten
Mit AI Max wählt Google Suchanfragen und Anzeigentexte aus, die Klickrate von 5 Prozent muss weiterhin die Organisation halten.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Wo kollidiert AI Max mit den Regeln von Ad Grants?
Jedes Ad-Grants-Konto muss im Monat eine Klickrate von 5 Prozent erreichen, gemessen über das ganze Konto.[5] Verfehlt eine Organisation den Wert zwei Monate in Folge, deaktiviert Google das Konto vorübergehend. Zusätzliche Suchanfragen aus dem Abgleich können die Klickrate senken, sobald die Anzeige bei Suchen erscheint, die nur entfernt zum Zweck der Organisation passen. Messwerte aus betroffenen Konten veröffentlichte bisher niemand.
Hinzu kommen Regeln für Suchanfragen. Die Richtlinie für nicht kommerzielle Kampagnen verbietet Ein-Wort-Keywords und zu allgemeine Begriffe, und zwar ausdrücklich bei Keywords und bei Suchanfragen.[6] Über den Abgleich bestimmt Google mit, zu welchen Suchanfragen die Anzeige läuft, für die Regeln bleibt aber die Organisation verantwortlich.
Auf mehr Automatik drängt Google im Programm schon länger: Seit dem 22. April 2019 verlangt der Konzern von neu angelegten Ad-Grants-Konten automatische Gebote auf Basis von Conversions (Smart Bidding), etwa mit der Gebotsstrategie „Conversions maximieren“.[5] Google bietet Ad Grants auch in Deutschland über das Programm Google for Nonprofits an.
Was sollten gemeinnützige Organisationen jetzt prüfen?
- Status ansehen: Öffnen Sie in jeder Suchkampagne die Einstellungen und prüfen Sie den Bereich AI Max.
- Suchbegriffe lesen: Im Bericht zu Suchbegriffen zeigen der Abgleichstyp „AI Max“ und die Spalte „Quelle“, welche Suchanfragen erst durch die KI-Funktion hinzukamen.[1]
- Funktionen einzeln abschalten: Den Suchanfragen-Abgleich deaktivieren Sie auf Ebene der Anzeigengruppe, die Textanpassung in den Kampagneneinstellungen. Mit der Textanpassung endet auch die Erweiterung der finalen URL.[3]
- Klickrate wöchentlich verfolgen: Beobachten Sie den Wert gerne jede Woche, statt auf die Monatsbilanz zu warten.
- Benachrichtigungen lesen: Prüfen Sie die Hinweise im Konto und den Änderungsverlauf auf automatische Umstellungen.
Begriffe wie Klickrate und weitgehend passende Keywords erklärt unser SEM-Glossar. Hilfe bei der Kontopflege finden Organisationen ohne eigene Fachleute im Google-Ads-Agentur-Vergleich.
FAQ: Ad Grants: AI Max taucht ungefragt in Konten gemeinnütziger Organisationen auf
Was ist Google Ad Grants?
Google Ad Grants gehört zu Google for Nonprofits. Gemeinnützige Organisationen schalten damit kostenlos Textanzeigen in der Google-Suche im Wert von bis zu 10.000 US-Dollar im Monat, rund 8.700 Euro. Im Gegenzug gelten strenge Regeln, etwa eine Klickrate von mindestens 5 Prozent im Monat.
Was ist AI Max für Suchkampagnen?
AI Max bündelt KI-Funktionen für Suchkampagnen in Google Ads. Der Suchanfragen-Abgleich erweitert die Keywords, die Textanpassung schreibt Anzeigentexte aus Inhalten der Website und die Erweiterung der finalen URL wählt die Zielseite aus. Jede dieser Funktionen lässt sich einzeln abschalten.
Wie erkenne ich, ob AI Max in meinem Ad-Grants-Konto läuft?
In den Einstellungen jeder Suchkampagne zeigt der Bereich AI Max, ob die Option „Kampagne mit AI Max optimieren“ aktiv ist. Im Bericht zu Suchbegriffen kennzeichnet Google Treffer aus dem Suchanfragen-Abgleich mit dem Abgleichstyp „AI Max“.
Was passiert, wenn die Klickrate unter 5 Prozent fällt?
Verfehlt ein Ad-Grants-Konto die Klickrate von 5 Prozent zwei Monate in Folge, deaktiviert Google das Konto vorübergehend. Die Organisation pausiert dann Keywords mit niedriger Klickrate und beantragt anschließend die Reaktivierung.
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Google-Ads-HilfeFunktionsweise von AI Max für Suchkampagnen (abgerufen am 20.10.2026)
- Google for NonprofitsGoogle Ad Grants (abgerufen am 20.10.2026)
- Google-Ads-HilfeTextanpassung in Suchkampagnen aktivieren oder deaktivieren (abgerufen am 20.10.2026)
- Google Ads & Commerce BlogWe’re upgrading Dynamic Search Ads to AI Max (15.04.2026, aktualisiert am 11.06.2026)
- Hilfe für gemeinnützige OrganisationenRichtlinien für die Kontoverwaltung (abgerufen am 20.10.2026)
- Hilfe für gemeinnützige OrganisationenNicht kommerzielle Kampagnen (abgerufen am 20.10.2026)
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