Mehr als 200 Billionen Token verarbeitete das Testmodell Space Bunny auf der Plattform OpenRouter, ohne dass ein Hersteller genannt war. Am 19. Oktober gab sich der chinesische KI-Anbieter MiniMax als Entwickler zu erkennen und brachte das Modell als M3.1 Flash heraus.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAm 23. September erschien auf OpenRouter ein kostenloses Modell, im Feld für den Anbieter stand nur „Stealth“, also getarnt.[4] Die Eingaben gingen knapp vier Wochen lang an einen Anbieter, dessen Namen OpenRouter laut eigenen Nutzungsbedingungen nicht nennen musste.[3]
Das Wichtigste in Kürze
- Das anonyme Testmodell Space Bunny war eine frühe Fassung von MiniMax M3.1 Flash.
- M3.1 Flash kostet 0,13 Euro je Million Eingabe-Token und 0,53 Euro je Million Ausgabe-Token, halb so viel wie M3.
- Eingaben aus der Testphase hat MiniMax laut OpenRouter möglicherweise gespeichert.
- Firmen mit personenbezogenen Daten in Space-Bunny-Anfragen sollten MiniMax als Empfänger nachtragen.
Was leistet MiniMax M3.1 Flash?

MiniMax hat das Modell für Aufgaben von KI-Agenten gebaut, etwa das Programmieren oder die Bedienung von Desktop-Anwendungen. Im Programmiertest DeepSWE v1.1 löst M3.1 Flash laut MiniMax 73,7 Prozent der Aufgaben, im Sicherheitstest CyberGym 82 Prozent.[1] Alibabas Spezialmodell XekRung schaffte dort 88,9 Prozent. Die Modellgewichte will MiniMax später zum Herunterladen freigeben, wie schon beim Vorgänger, auf dem Saudi-Arabiens nationales KI-Modell aufbaut.
Für M3.1 Flash verlangt MiniMax einen Preis von 0,15 US-Dollar je Million Eingabe-Token und 0,60 US-Dollar je Million Ausgabe-Token, nach dem EZB-Referenzkurs vom 19. Oktober rund 0,13 und 0,53 Euro.[2] M3 kostet mit 0,27 und 1,07 Euro das Doppelte. Für die beworbenen 70 Prozent Ersparnis bei Aufgaben für KI-Agenten muss Flash je Aufgabe also auch weniger Token verbrauchen. Belege dafür nennt MiniMax nicht.
Warum lief das Modell anonym über OpenRouter?
In einem eigenen Programm stellen KI-Firmen auf OpenRouter anonyme Testmodelle eine begrenzte Zeit kostenlos bereit, als Gegenleistung nennen die Nutzungsbedingungen die Eingaben der Nutzer.[3] Laut der Modellseite von Space Bunny hat MiniMax die Eingaben möglicherweise gespeichert, aber nicht zum Training verwendet.[4]
Den Weg ist Zhipu schon gegangen. Als Ox Alpha lief GLM-5.3-Flash ab dem 20. August anonym auf OpenRouter, die Eingaben hat Zhipu laut OpenRouter gespeichert.[5] Am 26. August bestätigte Zhipu die Herkunft und stellte das Modell unter die MIT-Lizenz, zum selben Eingabepreis von 0,13 Euro je Million Token. Der Preiskampf zahlt sich für chinesische Anbieter aus: DeepSeeks günstiges Flash-Modell liegt bei OpenRouter nach verarbeiteten Token vorn.
Vier Wochen lang zahlten die Nutzer von Space Bunny mit ihren Eingaben, ohne den Empfänger zu kennen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was müssen Firmen in der EU jetzt prüfen?
Nach Artikel 30 der DSGVO gehören die Empfänger personenbezogener Daten ins Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, für Übermittlungen in Drittländer gelten zusätzlich die Artikel 44 bis 49. Laut den OpenRouter-Bedingungen sichert der Kunde zu, alle nötigen Einwilligungen eingeholt und die Betroffenen informiert zu haben.[3] Firmen, die Space Bunny mit Kundendaten getestet haben, konnten diese Pflicht vor dem 19. Oktober kaum erfüllen.
IT-Abteilungen sollten die API-Protokolle nach Aufrufen von „stealth/space-bunny-alpha“ seit dem 23. September durchsuchen und MiniMax gegebenenfalls als Empfänger nachtragen. Für künftige Tests lässt sich die Weiterleitung der Anfragen bei OpenRouter mit dem Parameter zdr auf Anbieter ohne Datenspeicherung beschränken.[6]
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- MiniMaxMiniMax M3.1 Flash: Redefining Agent Performance and Cost
- MiniMax API DocsPricing (abgerufen am 20. Oktober 2026)
- OpenRouterStealth Program End User License Agreement (Stand 14. September 2026)
- OpenRouterSpace Bunny Alpha (Modellseite, abgerufen am 20. Oktober 2026)
- OpenRouterOx Alpha (Modellseite, abgerufen am 20. Oktober 2026)
- OpenRouterProvider Selection (Dokumentation, abgerufen am 20. Oktober 2026)
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