Zwei Firmen erfüllen laut Staatssender CCTV bereits Chinas neue Ausfuhrregeln für KI: DeepSeek und MiniMax haben sich registriert, Modelle offen veröffentlicht und im Ausland lizenziert. Welche Modelle gemeint sind, sagt der Bericht des CCTV-Kanals Yuyuan Tantian nicht.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenSechs Tage nach Pekings Entwurf für schärfere KI-Ausfuhrregeln nannte das Staatsfernsehen zwei Firmen, die sie bereits erfüllen. Am 16. Oktober hatten zwei Ministerien 23 KI-Techniken für den Katalog beschränkter Ausfuhren vorgeschlagen.[2] Am Abend des 22. Oktober meldete der CCTV-Kanal Yuyuan Tantian, DeepSeek und MiniMax hätten die nötige Registrierung erledigt.[1] Eine Bestätigung der beiden Firmen oder des Ministeriums liegt nicht vor (Stand: Freitag, 23. Oktober, 5:30 Uhr).
Das Wichtigste in Kürze
- DeepSeek und MiniMax haben laut CCTV die neue Registrierung für KI-Ausfuhren durchlaufen.
- Offene Modelle, API-Zugriff und SaaS gelten nach Pekings Entwurf nicht als Ausfuhr.
- Genehmigungspflichtig ist vor allem die Installation nicht veröffentlichter Spitzenmodelle im Ausland.
Was haben DeepSeek und MiniMax erledigt?

Seit dem 16. Oktober müssen chinesische Firmen jede Ausfuhr der aufgeführten Techniken vorab auf einer Plattform des Handelsministeriums registrieren, bis der überarbeitete Katalog gilt.[3] Darunter fallen auch Lizenzen zur Nutzung im Ausland. Diesen Schritt haben DeepSeek und MiniMax laut Yuyuan Tantian hinter sich, Bloomberg griff den Bericht am Freitagmorgen auf.[1]
Welche Modelle gemeint sind, nennt der Bericht nicht. In die Zeit seit dem 16. Oktober fällt etwa DeepSeeks Inferenz-Software DeepInfer, die das Unternehmen am 20. Oktober als Open Source freigab. MiniMax brachte am 19. Oktober das Modell M3.1 Flash heraus, will dessen Gewichte aber erst später veröffentlichen. Ob diese Fälle gemeint sind, ist offen.
Warum ist die Registrierung kaum eine Hürde?
Pekings Entwurf erfasst die Kerntechnik großer Modelle: Gewichte, Quellcode und Architektur. Beschränkt sind sie ab 1026 Rechenoperationen im Training, ab 2 Billionen Parametern oder mit einem Platz unter den zehn besten Modellen öffentlicher Ranglisten.[2] Was schon als Open Source oder in Fachaufsätzen öffentlich ist, bleibt außen vor. Für neue Open-Source-Veröffentlichungen sieht das Handelsministerium eine automatische Genehmigung vor, nach eigener Darstellung heißt das: melden und sofort exportieren.[3]
API-Aufrufe, Apps und SaaS-Angebote zählen ebenfalls nicht als Ausfuhr.[3] Für beide Firmen dürfte die Meldung deshalb vor allem Formsache gewesen sein. Eine echte Prüfung droht erst bei der Installation eines nicht veröffentlichten Spitzenmodells in einem fremden Rechenzentrum im Ausland. Betreibt der Anbieter das Modell in seiner eigenen Cloud im Ausland, kann die automatische Genehmigung greifen.[3]
Warum verbreitet Peking die Nachricht über das Fernsehen?
Nach dem Entwurf kam in China die Frage auf, ob das Land mit den Ausfuhrschranken von seiner Linie der technischen Offenheit abrücke. Yuyuan Tantian antwortet mit den zwei bekanntesten KI-Firmen des Landes als Beleg: Der Katalog ziehe Grenzen, statt KI-Ausfuhren pauschal zu beschränken.[1]
Die Botschaft dürfte auch Kunden im Ausland gelten. Zivilen US-Bundesbehörden ist seit dieser Woche untersagt, DeepSeek-Produkte einzusetzen.
Peking kontrolliert die Gewichte und gibt die Schnittstellen frei. Für Kunden in Europa bleibt chinesische KI damit so erreichbar wie bisher.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Unternehmen in Europa?
Für Firmen, die DeepSeek oder MiniMax per API nutzen oder frei herunterladbare Modelle selbst betreiben, ändert sich nichts. Installiert ein chinesischer Anbieter dagegen ein nicht veröffentlichtes Modell vor Ort, braucht die Lieferung eine Genehmigung aus Peking. Unabhängig davon gelten in der EU die Pflichten der KI-Verordnung für Modelle mit systemischem Risiko ab 1025 Rechenoperationen.[4]
- Bei Installationen chinesischer Modelle im eigenen Rechenzentrum schriftlich bestätigen lassen, dass die Ausfuhr in China registriert oder genehmigt ist.
- Genutzte frei herunterladbare Modelle mit Lizenz und Version dokumentieren. Öffentlich verfügbare Technik bleibt von der Kontrolle ausgenommen.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Yuyuan Tantian (CCTV), über Sina News商务部政策公布以来,DeepSeek、MiniMax两家头部企业已顺利履行登记手续,并完成开源和海外授权使用 (chinesisch, 22./)
- Chinesisches Handelsministerium und Ministerium für Wissenschaft und TechnologieBekanntmachung 2026 Nr. 48 zur Überarbeitung des Katalogs der Technologien, deren Ausfuhr verboten oder beschränkt ist, samt Anlage 1 (chinesisch)
- Chinesisches HandelsministeriumAntworten des Pressesprechers zur Überarbeitung des Katalogs der Technologien, deren Ausfuhr verboten oder beschränkt ist (chinesisch)
- Europäische UnionVerordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 51 und 55
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