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Der taiwanische Elektronikfertiger Foxconn übernimmt die Hälfte von Mitsubishi Electric Mobility und zahlt dafür 115 Milliarden Yen, rund 650 Millionen Euro. Gemeinsam wollen beide Konzerne Plattformen für Elektroautos entwickeln und zuerst an japanische Autobauer verkaufen. Mitsubishi Electric erwartet im Zuge des Verkaufs eine Abschreibung von rund 560 Millionen Euro.

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Antriebsteile für sparsamere Verbrennungsmotoren und Navigationsgeräte: Die Hälfte ihrer sechs Geschäftsfelder zählt Mitsubishi Electric Mobility selbst zum herkömmlichen Geschäft.[3] Als Zukunftsfelder nennt die Tochter den Elektroantrieb und die Fahrerassistenz. Auf diese Technik zielt der iPhone-Fertiger Foxconn, der Elektroautos zu einer seiner drei Wachstumsbranchen erklärt hat.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Foxconn zahlt rund 650 Millionen Euro für 50 Prozent von Mitsubishi Electric Mobility, der Abschluss ist für Oktober 2027 geplant.
  • Das Gemeinschaftsunternehmen soll in Japan entwickelte Elektroauto-Plattformen zuerst an Japans Hersteller liefern, später weltweit.
  • Die operative Marge der Tochter lag im vergangenen Geschäftsjahr bei nur 2 Prozent.

Was kauft Foxconn für 650 Millionen Euro?

Ein halbiertes weißes VW Käfer Modellauto mit freiliegender Platine und einem 50%-Schild
Foxconn-Gesellschaft Lin Yin und Mitsubishi Electric unterzeichnen Kaufvertrag für Autosparte. Bewertung: 320 Milliarden Yen (1,8 Milliarden Euro). Paritätische Führung geplant

Am 16. Oktober unterzeichneten die Foxconn-Beteiligungsgesellschaft Lin Yin und Mitsubishi Electric den Kaufvertrag.[1] Der Vertrag bewertet die Autosparte mit 320 Milliarden Yen einschließlich Schulden, rund 1,8 Milliarden Euro. Beide Konzerne sollen die Tochter danach gleichberechtigt führen. Zustimmen müssen noch Wettbewerbsbehörden in Japan und im Ausland.

Bis zum Abschluss überträgt Mitsubishi Electric auch das Autogeschäft seiner Auslandsgesellschaften auf die Tochter.[2] In Deutschland unterhält Mitsubishi Electric Automotive Europe einen Standort in Sindelfingen, mit Fahrerassistenz, Infotainment und Motorsteuerung im Programm.[4]

Warum gibt Mitsubishi Electric die Hälfte ab?

Die Autosparte setzte im Geschäftsjahr bis März 2026 rund 875,6 Milliarden Yen um, etwa 4,9 Milliarden Euro.[2] Der Unternehmenswert entspricht damit gut einem Drittel eines Jahresumsatzes. Die Tochter Mitsubishi Electric Mobility allein verdiente operativ 13,2 Milliarden Yen bei 657,6 Milliarden Yen Umsatz, eine Marge von 2 Prozent. Ein Jahr zuvor schrieb sie einen kleinen operativen Verlust.

Teile für Verbrennungsmotoren verlieren mit jedem Elektroauto Absatz. Laut Mitteilung bringt Mitsubishi Electric sein Wissen über elektrische Antriebe, Software und Fahrzeugsteuerung ein, Foxconn Schnelligkeit, Massenfertigung und Vertriebsstärke.

Der Preis für die halbe Autosparte
Foxconn und Mitsubishi Electric Mobility in Euro
650 Mio. €
zahlt Foxconn für 50 Prozent von Mitsubishi Electric Mobility
1,8 Mrd. €
Unternehmenswert der Autosparte einschließlich Schulden
4,9 Mrd. €
Umsatz der Autosparte im Geschäftsjahr bis März 2026
2 %
operative Marge der Tochter Mitsubishi Electric Mobility
560 Mio. €
Abschreibung erwartet Mitsubishi Electric im laufenden Geschäftsjahr

Was bedeutet der Einstieg für Zulieferer in Deutschland?

Den Weg kennt die deutsche Branche: Im April 2024 übernahm Foxconn 50 Prozent an ZFs Geschäft mit Fahrwerksmodulen.[5] ZF bewertete die Sparte mit rund 1 Milliarde Euro bei 4,3 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2023. Seither zieht sich ZF weiter aus dem Pkw-Geschäft zurück, Foxconn sammelt Zulieferer-Hälften.

Für 650 Millionen Euro kauft Foxconn vor allem einen Platz auf den Lieferantenlisten japanischer Autobauer.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Auch andere japanische Hersteller holen sich Elektrotechnik von außen: Suzuki baut einen BYD-Akku in seinen ersten elektrischen Kleinstwagen. Einkäufer deutscher Hersteller und Zulieferer mit Teilen von Mitsubishi Electric sollten bis Oktober 2027 die Kontrollwechselklauseln ihrer Lieferverträge prüfen und für kritische Steuergeräte eine zweite Bezugsquelle einplanen.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Hon Hai Precision IndustryHon Hai Precision Industry (Foxconn) and Mitsubishi Electric Reach Final Agreement on Strategic Alliance for Joint Operation of Automotive Equipment Business16.10.2026
  2. Mitsubishi ElectricNotice of Simplified Absorption-type Company Split for Transfer of Automotive Equipment Business and Execution of Share Transfer Agreement (16. Oktober 2026, PDF)
  3. Mitsubishi Electric MobilityProducts & Solutions
  4. Mitsubishi Electric DeutschlandMitsubishi Electric Automotive Europe B.V. Sindelfingen
  5. ZF FriedrichshafenZF and Foxconn close on JV for passenger car chassis systems, accelerating strategic innovation (Pressemitteilung, veröffentlicht bei Automotive World)01.05.2024

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