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Neun Millionen Autos hat BMW in 40 Jahren in Regensburg gebaut, zum Jubiläum nannte der Konzern am Montag eine weitere Zahl: Rund 400 Millionen Euro flossen seit 2023 in Anlagen für die Neue Klasse. Wann das erste Modell der neuen Elektrogeneration in der Oberpfalz vom Band läuft, sagt BMW nicht.

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Alle 57 Sekunden verlässt in Regensburg ein Auto das Montageband, an einem Arbeitstag mehr als 1.400. Gebaut werden derzeit X1 und X2 mit Verbrennungsmotor, als Plug-in-Hybrid oder vollelektrisch, alle auf derselben Linie.[1] In diese Linie soll künftig auch die Neue Klasse passen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 1986 hat BMW mehr als sechs Milliarden Euro in Regensburg investiert, rund 400 Millionen davon seit 2023 für die Neue Klasse.
  • Das Werk senkte seine Kosten seit 2019 um mehr als ein Viertel und baute 2025 mit 356.901 Autos so viele wie nie zuvor.
  • Für den Serienstart der Neuen Klasse in Regensburg nennt BMW nur die zweite Hälfte dieses Jahrzehnts.

Wofür hat BMW die 400 Millionen Euro ausgegeben?

Die orangefarbene Kerzenzahl 40 auf einer weißen Schachtel mit Text
Produktionsstillstand vom 8. bis 30. August für Umbau. Über 1.000 Partnerfirmen-Beschäftigte bauten Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei, Montage und Logistik um. Neue Vormontage für Energiemodule mit Robotern zur Verschraubung von Hochvoltbatterie und Ka

Vom 8. bis 30. August stand die Produktion für den Umbau still. Mehr als 1.000 Beschäftigte von Partnerfirmen bauten in dieser Zeit Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei, Montage und Logistik um.[2] Kern des Umbaus ist eine neue Vormontage für Energiemodule, in der Roboter Hochvoltbatterie und Karosserie verschrauben. BMW nennt diesen Schritt „Speicher-Hochzeit“.

Der Umbau folgt aus der Bauweise der neuen Plattform: Die Batterie sitzt als tragendes Teil im Unterboden und kommt deshalb gleich zu Beginn der Montage ins Auto. Das Werk Leipzig stand für seine Umrüstung auf die Neue Klasse fünf Wochen still. Die Batterien für Regensburg soll später das neue Werk in Irlbach-Straßkirchen liefern, das zuerst München versorgt.

Warum investiert BMW in Regensburg, während der Konzern spart?

Gespart wird vor allem in Verwaltung und Entwicklung. Rund 40.000 Beschäftigte in Deutschland konnten seit dem 8. Oktober ein freiwilliges Abfindungsangebot abrufen, die Fertigung blieb ausgenommen. Nach dem Ansturm hat BMW das Programm vorerst gestoppt.

Nach Angaben von BMW senkte das Werk Regensburg seine Kosten seit 2019 um mehr als ein Viertel, unter anderem mit KI-gestützter Qualitätskontrolle und Neuwagen, die ohne Fahrer zum Verladeplatz rollen.[1] Die gemeinsame Linie für alle Antriebe verringert zudem das Risiko. Verschiebt sich die Nachfrage zwischen Verbrenner und Elektroauto, ändert BMW den Mix, ohne eine Halle umzubauen.

Regensburg baut Verbrenner und Elektroauto auf einer Linie, deshalb muss BMW den Takt der Antriebswende nicht vorab erraten.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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BMW-Werk Regensburg nach 40 Jahren
Was BMW investiert hat, was das Werk leistet und wo die Neue Klasse steht
400 Mio. €
flossen seit 2023 in Anlagen und Produktionsstrukturen für die Neue Klasse
> 6 Mrd. €
investierte BMW seit dem Werksbeginn 1986 in Regensburg
356.901
Autos baute das Werk 2025, so viele wie in keinem Jahr zuvor
> 25 %
niedrigere Kosten als 2019, nach Angaben von BMW
ab 2023
Investition

BMW baut Anlagen für die Neue Klasse auf.

8. bis 30. August 2026
Umbau

Drei Wochen Stillstand, neue Vormontage für Energiemodule.

19. Oktober 2026
Jubiläum

BMW nennt die Summe von 400 Mio. € seit 2023.

offen
Serienstart

Laut BMW in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts, Modell noch unbekannt.

Was bedeutet das Werk für die Oberpfalz?

Zur Stammbelegschaft in Regensburg und im 50 Kilometer entfernten Wackersdorf zählt BMW rund 9.000 Menschen, darunter rund 380 Auszubildende.[2] Oberbürgermeister Thomas Burger nennt das Werk den größten Arbeitgeber der Stadt.[1] Bei den Zulieferern in Bayern sieht die Lage anders aus: Das Abbauprogramm von Schaeffler trifft nach Angaben der IG Metall zehn deutsche Standorte, darunter Regensburg. Bosch plant in Nürnberg den Abbau von 900 der 1.800 Stellen.

Lieferanten aus der Region können erst verlässlich planen, sobald BMW Modell und Starttermin für Regensburg nennt. Produktionsvorstand Raymond Wittmann nannte beim Jubiläum „verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen“ für den Industriestandort ebenso entscheidend wie die eigenen Investitionen.[1]

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BMW Group40 Jahre Serienproduktion im BMW Group Werk Regensburg19.10.2026
  2. BMW GroupBMW Group Werk Regensburg rüstet sich mit neuer ‚Speicherhochzeit‘ für den Hochlauf der Neuen Klasse04.09.2026

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