BMW hat rund zwei Milliarden Euro in die Produktion des neuen 3er gesteckt, verteilt auf die Werke München und Dingolfing sowie das neue Batteriewerk Irlbach-Straßkirchen. Im Oktober beginnt in Niederbayern die Serienfertigung der Hochvoltbatterien. Eine Zahl zusätzlicher Stellen nennt BMW dazu nicht.

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Von den rund 18 Millionen BMW 3er seit 1975 liefen 15 Millionen in deutschen Werken vom Band. Auch die achte Generation startet in Bayern: Den vollelektrischen i3 baut das Stammwerk München, die Varianten mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybrid kommen aus Dingolfing. Das Geld ist bereits ausgegeben, beide Werke stehen am Produktionsstart.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund eine Milliarde Euro ging in die Werke München und Dingolfing, eine weitere Milliarde in das Batteriewerk Irlbach-Straßkirchen.
  • Ab Oktober liefert Irlbach-Straßkirchen Hochvoltbatterien der sechsten Generation, zunächst für den i3 aus München.
  • Im neuen Werk entstehen in der ersten Ausbaustufe mehr als 1.600 Arbeitsplätze, laut Planung von 2023 zu rund 70 % mit Beschäftigten aus benachbarten BMW-Werken.
  • Später baut BMW den i3 auch in Mexiko und eine eigene 3er-Variante in China.

Wohin fließen die zwei Milliarden Euro?

Weißes Modellauto auf grauem Akkupack mit orangefarbenem Aufkleber „»AUS NIEDERBAYERN«“ vor weißem Hintergrund
BMW investiert rund eine Milliarde Euro in die Werke München und Dingolfing. München stellt künftig nur Elektroautos der Neuen Klasse her, Dingolfing erhält eine zusätzliche 3er-Produktionslinie

Zwei Werke, zwei Wege. Rund eine Milliarde Euro floss laut BMW in die Fahrzeugwerke München und Dingolfing.[1] Das über 100 Jahre alte Stammwerk in München bekam neue Gebäude und Anlagen für die Technik der Neuen Klasse und fertigt künftig nur noch Elektroautos. In Dingolfing kam im Karosseriebau eine zusätzliche Linie für den 3er hinzu.

Batterien aus dem Gäuboden. Die zweite Milliarde steckt im neuen Werk Irlbach-Straßkirchen zwischen Straubing und Deggendorf. Dort montiert BMW Hochvoltbatterien aus zugelieferten Rundzellen, im Vollbetrieb bis zu 600.000 Stück im Jahr. Die Vorserie läuft seit März, die Serienfertigung beginnt laut Regionalpresse am 1. Oktober.[3] Zuerst beliefert das Werk München, später auch Dingolfing und Regensburg.[2] Die Zellen selbst stellt BMW nicht her. Wie knapp Batteriezellen aus europäischer Fertigung sind, zeigt eine aktuelle Studie des Herstellerverbands ACEA.

Wie viele Arbeitsplätze hängen am neuen 3er?

Keine neue Stellenzahl. Für München und Dingolfing nennt BMW keine zusätzlichen Arbeitsplätze, dort sichert die Investition bestehende Produktion. Für Irlbach-Straßkirchen spricht BMW von mehr als 1.600 Stellen.[2] Nach der Planung von 2023 sollte eine zweite Ausbaustufe weitere 1.600 bringen. Rund 70 % der Belegschaft sollte laut dieser Planung aus benachbarten BMW-Standorten wechseln.[4] Netto wächst die Beschäftigung in der Region deshalb deutlich weniger, als die Zahl nahelegt. BMW beschäftigt in Niederbayern rund 30.000 Menschen.[2]

Geld fürs Band, Abbau im Büro. Die Investition fällt in dieselbe Phase wie der Abbau von rund 8.000 Stellen, auf den sich Vorstand und Betriebsrat Ende Juli geeinigt hatten. Das Programm läuft freiwillig bis Ende 2027 und trifft Verwaltung, Entwicklung und Einkauf, nicht die Fertigung. Rund 55 % der BMW-Beschäftigten arbeiten in Deutschland.[1] BMW verschiebt das Gewicht damit von den indirekten Bereichen zur Produktion.

Neuer BMW 3er: Wohin die zwei Milliarden Euro gingen
Investitionen, Arbeitsplätze und Zeitplan an den drei bayerischen Standorten
rund 1 Mrd. €
für die Fahrzeugwerke München (i3, nur noch elektrisch) und Dingolfing (Verbrenner und Plug-in-Hybrid)
rund 1 Mrd. €
für das Batteriewerk Irlbach-Straßkirchen, bis zu 600.000 Hochvoltbatterien pro Jahr
1.600+
Arbeitsplätze im Batteriewerk in der ersten Ausbaustufe, rund 70 % davon aus benachbarten BMW-Werken geplant
760
Lieferantenstandorte zum Produktionsstart, gut 30 % davon in Deutschland
24.09.2023
Bürgerentscheid in Straßkirchen: über 75 % für das Werk
März 2026
Vorserie der Batterien in Irlbach-Straßkirchen
Okt. 2026
Serienfertigung der Batterien, Produktionsstart i3 und 3er
ab 2027
i3 zusätzlich aus Mexiko, 3er-Variante aus Shenyang

Warum baut BMW trotzdem auch in Mexiko?

Local for local. Der 3er läuft zuerst in Bayern an, exklusiv bleibt er dort nicht. Später fertigt BMW den i3 auch in San Luis Potosí in Mexiko und eine angepasste 3er-Variante in Shenyang für China.[1] In Mexiko investiert BMW dafür rund 800 Millionen Euro, über 500 Millionen davon in eine eigene Batteriemontage. Den Ausschlag gibt dort das Ursprungsrecht für die Batterie, das über die Zollfreiheit in den USA entscheidet. Für München und Dingolfing heißt das: Der Export nach Nordamerika und China dürfte mit der Zeit schrumpfen, die Auslastung hängt dann stärker an der Nachfrage in Europa.

BMW steckt zwei Milliarden Euro in bayerische Werke und streicht zugleich 8.000 Stellen in Verwaltung und Entwicklung. Deutschland bleibt Fertigungsstandort, die Autos für Amerika und China entstehen künftig vor Ort.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Gegenmodell zur Branche. Andere Hersteller gehen mit ihren deutschen Werken vorsichtiger um. Mercedes knüpft zwei deutsche Werke an sein Sparziel, Audi plant ein Werk in den USA. BMW-Produktionsvorstand Raymond Wittmann verbindet die Investition mit einer Forderung: Damit Wertschöpfung und Hightech dauerhaft in Deutschland blieben, brauche es „Rahmenbedingungen, die Investitionen, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit ermöglichen“.[1]

Was bedeutet der Anlauf für Zulieferer in Bayern?

Aufträge mit Grenzen. Zum Produktionsstart beliefern rund 760 Lieferantenstandorte die Werke München und Dingolfing, mehr als 70 % davon liegen in Europa und gut 30 % in Deutschland.[1] Gut zwei Drittel der Lieferwerke liegen also außerhalb Deutschlands.

Nächste Stufe offen. Mit dem Serienstart erreicht das Batteriewerk die letzte Stufe vom Plan zur Produktion. Einen Termin für die zweite Ausbaustufe mit weiteren 1.600 Stellen nennt BMW nicht. Da die Zellen weiterhin von externen Herstellern kommen, liegen die Chancen für Betriebe aus Ostbayern vor allem in Logistik, Instandhaltung und Gebäudetechnik rund um das neue Werk.

Quellen

[1] BMW Group: „Made in Germany“: BMW investiert rund zwei Milliarden Euro in Produktion des neuen BMW 3er (Pressemitteilung, 30.09.2026)

[2] BMW Group: BMW Group Werk Irlbach-Straßkirchen (Werksseite, abgerufen am 30.09.2026)

[3] neunvierdrei: BMW-Werk Irlbach-Straßkirchen startet am 1. Oktober in die Serienproduktion (28.09.2026)

[4] electrive: Bürgerentscheid: BMW darf Batteriewerk in Straßkirchen bauen (25.09.2023)

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