Auf dem Gelände eines 2024 liquidierten Stahlverarbeiters in Wangen im Allgäu hat Waldner mit dem Bau eines Bürogebäudes für bis zu 160 Beschäftigte begonnen. Parallel beginnt in Öhringen ein zweiter Neubau, die Kosten für beide Projekte beziffert der Maschinenbauer nur grob.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenBis April 2024 verarbeitete Eisen Thiermann im Wangener Gewerbegebiet Haid Stahl, dann wurde der Bauzulieferer liquidiert. In einer der früheren Hallen montiert Waldner seit Oktober Verpackungslinien, die Fläche für die Endmontage wuchs damit um 75 Prozent.[2] Das Bürogebäude ist der nächste Schritt auf dem Areal.
Das Wichtigste in Kürze
- In Wangen entsteht ein mehrgeschossiges Bürogebäude, das Anfang 2028 fertig sein soll, in Öhringen ein Neubau für Büro, Montage und Lager.
- Für beide Projekte nennt Waldner einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag, aber keine Zahl neuer Stellen.
- Der Verband VDMA erwartet für die Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 2026 rund 3 Prozent mehr Umsatz.
Was baut Waldner in Wangen und Öhringen?

Das Bürogebäude auf dem südlichen Teil des früheren Thiermann-Geländes ist für Abteilungen von Dosomat Packaging Solutions gedacht, der Verpackungssparte der Gruppe. Photovoltaik auf dem Dach und über den Stellplätzen soll einen Teil des Stroms liefern.[1] Im März hatte die Schwäbische Zeitung noch von 170 Arbeitsplätzen und einem Bezug Ende 2027 berichtet, Waldner nennt nun bis zu 160 Plätze und Anfang 2028.
In Öhringen baut die Tochter Hohenloher Schuleinrichtungen, seit 2014 Teil der Gruppe, ein Bürogebäude mit angrenzender Montage- und Lagerhalle. Der Spatenstich fand in derselben Woche statt wie in Wangen.[1] Wie sich die Summe auf beide Orte verteilt und ob neue Stellen entstehen, lässt Waldner offen. Im Nachbarort Pfedelbach erneuert die TII Group ihr Werk für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.
Warum investiert ein Maschinenbauer gerade jetzt?
Waldner baut Abfüll- und Verpackungsanlagen für Lebensmittel, Tiernahrung und Pharma, dazu Labore und Lernräume.[1] Lebensmittel- und Pharmaindustrie leiden nach Einschätzung des VDMA weniger unter Strukturproblemen als die Kunden vieler anderer Maschinenbauer. Der Fachzweig steigerte seine Produktion 2025 nach vorläufigen Daten um 2 bis 3 Prozent auf etwa 16,5 Milliarden Euro, der Auftragseingang blieb mit minus 0,5 Prozent nahezu stabil.[3]
Der Verband sieht trotzdem Risiken: wachsende Konkurrenz aus China sowie Bürokratie, Energie- und Arbeitskosten in Deutschland.[3] Der Thermoform-Spezialist Kiefel will in Freilassing ein Drittel der Stellen streichen und näher an Kunden in Asien fertigen. Für den gesamten Maschinenbau sah das PwC-Barometer im Juni eher eine Atempause als eine Trendwende.
Waldner wächst mit Kunden aus der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, die ihre Anlagen auch in der Flaute brauchen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Eisen Thiermann gibt das Areal im Gewerbegebiet Haid auf.
Waldner übernimmt rund 20.000 Quadratmeter.
Eine frühere Thiermann-Halle wird Montagezentrum für Verpackungslinien.
Baubeginn für das Bürogebäude in Wangen und den Neubau in Öhringen.
Geplante Fertigstellung des Bürogebäudes in Wangen.
Was bedeutet der Ausbau für das Allgäu?
Laut Schwäbischer Zeitung ist Waldner der größte Arbeitgeber in Wangen. Konzernchef Jochen Früh spricht von „einem der größten Arbeitgeber der Region“, weltweit beschäftigt die 1908 gegründete Gruppe 1.900 Menschen.[1] Andere Industriebetriebe im Südwesten bauen dagegen Stellen ab, Groz-Beckert etwa in Albstadt.
Weitere Bauten auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Areal plant Waldner vorerst nicht, das frühere Fachmarktgebäude bleibt vermietet.[1] Eine Produktionshalle und zwei weitere Bürogebäude sieht das Unternehmen laut Schwäbischer Zeitung in mehr als zehn Jahren. Neue Stellen in der Fertigung zeichnen sich deshalb erst mit einem Bauantrag für diese Halle ab.
Quellen
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