Das PwC Maschinenbau-Barometer hebt die Umsatzprognose für 2026 erstmals seit Langem deutlich an. Optimismus und eigene Geschäftserwartung ziehen an, doch die Branche bleibt das vierte Jahr in Folge im Minus. Für Entscheider in der Zulieferkette zählt jetzt, ob aus dem Lichtblick eine Wende wird.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenIm deutschen Maschinenbau klettert die Branchenprognose von minus 2,8 auf minus 0,7 Prozent, den besten Wert seit dem Frühjahr 2023. Fast jeder zweite Befragte rechnet wieder mit Wachstum, der Anteil der Konjunktur-Optimisten hat sich beinahe verdoppelt. Trotzdem warnt PwC vor zu viel Zuversicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Branchenprognose 2026 steigt von minus 2,8 auf minus 0,7 Prozent, höchster Stand seit Frühjahr 2023.
- Knapp ein Viertel der Führungskräfte blickt wieder optimistisch auf die deutsche Konjunktur, vorher 14 Prozent.
- Für das eigene Unternehmen erwarten die Befragten im Schnitt 2,2 Prozent mehr Umsatz.
- Kapazitätsauslastung bleibt mit 81 Prozent historisch niedrig, der Kostendruck dominiert weiter.
Warum spricht PwC trotzdem nicht von einer Wende?

Die Zahlen stammen aus dem aktuellen PwC Maschinenbau-Barometer, einer vierteljährlichen Befragung von 150 Führungskräften der Branche. Nach vier Jahren mit durchgehend negativen Umsatzprognosen sendet der Sektor erstmals wieder ein Hoffnungssignal. Eine echte Trendwende sieht die Prüfungsgesellschaft darin aber nicht.
Der Grund liegt in der Produktion. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung verharrt bei 81 Prozent und damit seit drei Jahren unter der 90-Prozent-Marke. Jedes dritte Unternehmen bleibt sogar unter 80 Prozent, nur knapp jedes fünfte arbeitet am oberen Limit.
„Die Kluft zwischen Betrieben, die nahezu unter Volllast laufen, und denen mit stotternder Produktion ist beachtlich“, sagt Bernd Jung, Leiter der Praxisgruppe Industrial Manufacturing bei PwC Deutschland.
Bremsklotz Nummer eins bleibt der Kostendruck, den rund 80 Prozent als größtes Wachstumshindernis nennen. Der Fachkräftemangel fällt mit 51 Prozent dagegen auf den niedrigsten Stand seit 2018, eine direkte Folge der schwachen Auslastung.
Beim Blick auf das eigene Geschäft fallen die Erwartungen deutlich besser aus. Im Schnitt rechnen die Unternehmen mit 2,2 Prozent mehr Umsatz, knapp sechs von zehn erwarten ein Plus. Wie zweigeteilt die Lage wirklich ist, zeigt auch der DATEV-Bericht für Mai, nach dem der Maschinenbau verliert, während Halbleiter und Elektrotechnik zulegen.
Eine angehobene Prognose im Minus ist noch keine Erholung, sondern bestenfalls eine Atempause. Zulieferer sollten die ruhigeren Monate für schlankere Prozesse und neue Geschäftsmodelle nutzen, statt auf die große Wende zu warten.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zurückhaltend bleiben die Investitionen. Nur 18 Prozent der Betriebe planen höhere Ausgaben, 21 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Die beschlossenen Sondervermögen des Bundes haben bislang keinen spürbaren Impuls gesetzt, und der schwache Auftragseingang aus China und den USA verschärft die Lage zusätzlich.
Für Entscheider in der Zulieferkette heißt das vor allem, nicht auf eine schnelle Wende zu setzen. Solide Liquidität und ein kritischer Blick auf die eigene Kostenstruktur sichern die nächsten Quartale besser ab als bloße Hoffnung. Welche Rolle digitale Zwillinge bei der nötigen Digitalisierung spielen, hat die Redaktion bereits aufgeschlüsselt.
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