Analytik Jena weihte in dieser Woche zwei Neubauten in Jena und Ilmenau ein, die Schweizer Muttergesellschaft Endress+Hauser investierte dafür 96 Millionen Euro. Der Campus am Hauptsitz kostete rund 19 Millionen Euro mehr als 2023 angekündigt und wurde ein Jahr später fertig. Eine Stellenzusage gibt der Laborgerätehersteller nicht, die Gebäude bieten aber Platz für mehr Beschäftigte.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEine Woche nachdem Carl Zeiss Meditec den Stellenabbau in Jena beziffert hatte, kommt aus der Stadt eine Investitionsmeldung. Am Donnerstag eröffnete Analytik Jena den Neubau am Hauptsitz, am Freitag folgte das Gebäude in Ilmenau. Die Bauarbeiten dauerten laut MDR knapp drei Jahre.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- In Jena kostete der Neubau rund 64 Millionen Euro, dort arbeiten rund 420 Menschen.
- In Ilmenau flossen rund 32 Millionen Euro in einen Komplex für mehr als 80 Beschäftigte.
- Bei der Grundsteinlegung 2023 nannte Analytik Jena für Jena rund 45 Millionen Euro und den Herbst 2025.
- Fördermittel erwähnt das Unternehmen in seiner Mitteilung nicht.
Was steht in Jena und Ilmenau?

Am Hauptsitz ersetzt ein rund 19.000 Quadratmeter großer Bau ein Bestandsgebäude auf dem Firmencampus. Produktion, Lager, Entwicklung, Labore und Büros liegen dort nun unter einem Dach, Fernwärme, Wärmerückgewinnung und Photovoltaik decken den Energiebedarf.[1] Die Belegschaft zieht laut MDR in den kommenden Wochen ein.[2]
In Ilmenau führt ein rund 10.000 Quadratmeter großer Komplex zwei bisher getrennte Betriebsteile zusammen. Analytik Jena baut dort Messgeräte, mit denen Labore etwa Schadstoffe im Wasser nachweisen oder die Zusammensetzung von Rohstoffen prüfen.[1] „Mit den Neubauten investieren wir in die Zukunft von Analytik Jena“, sagte Geschäftsführer Oliver Klaeffling.
Warum kostet der Campus mehr als geplant?
Bei der Grundsteinlegung im September 2023 nannte Analytik Jena für den Campus rund 45 Millionen Euro und eine Fertigstellung im Herbst 2025.[3] Jetzt beziffert die Gruppe die Kosten auf 64 Millionen Euro, ein Plus von gut 40 Prozent, und die Einweihung kam ein Jahr später. Für Ilmenau stellte die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen 2025 „über 30 Millionen“ in Aussicht, investiert wurden schließlich 32 Millionen.[4] Die Gründe für die Mehrkosten in Jena erläutert das Unternehmen nicht.
Den Anlass für den Neubau beschrieb Analytik Jena 2023 selbst: In den alten Gebäuden fehlte vor allem für Labor und Produktion der Platz zum Wachsen.[3] Endress+Hauser hält das 1990 gegründete Unternehmen seit 2016 vollständig. „Als Familienunternehmen denken und handeln wir mit langfristiger Perspektive“, sagte Verwaltungsratspräsident Steven Endress.[1]
Analytik Jena schafft in Jena Raum für 550 Arbeitsplätze, heute arbeiten dort rund 420 Menschen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie viele Stellen bringen die Neubauten?
Im Plan von 2023 bot der Campus Raum für insgesamt rund 550 Arbeitsplätze,[3] in Ilmenau sah die Landesentwicklungsgesellschaft Potenzial für bis zu 80 neue Stellen in den nächsten Jahren.[4] Laut MDR beschäftigt Analytik Jena in Thüringen rund 500 Menschen, mit den Neubauten sind künftig bis zu 840 möglich.[2]
Die Investition fällt in eine Zeit mit vielen Abbaumeldungen: In Jena streicht Carl Zeiss Meditec Stellen, in Kahla schließt die Porzellanmanufaktur zum Jahresende. In der Messtechnik gab im Sommer der Finanzinvestor Carlyle mit Envea in Schliengen einen deutschen Standort auf. Analytik Jena gehört dagegen zu einem Familienkonzern, der den teureren Bau zu Ende führte. Ob aus dem Platz Stellen werden, zeigen erst die Einstellungen der nächsten Jahre.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Endress+Hauser/Analytik Jena via chemie.deAnalytik Jena eröffnet Neubauten: Investition von 96 Millionen Euro an zwei Standorten in Thüringen
- MDR ThüringenMillioneninvestition für Messtechnik: Analytik Jena eröffnet Neubauten in Thüringen
- Analytik JenaLaying of the foundation stone at Analytik Jena
- LEG ThüringenThüringen im Fokus, Newsletter 1/2025 (2025)
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