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Die SAP-Tochter Delos betreibt Office 365 und Azure für deutsche Behörden auf eigener Infrastruktur in Deutschland. Beim Umzug in diese Cloud hilft Kommunen künftig auch das Münchner Systemhaus Cancom. Laut Preisliste von 2025 kosten die Microsoft-Dienste bei Delos 15 Prozent mehr als nach Microsofts deutscher Preisliste.

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Im Juni nahm Delos vor dem Marktstart 15 Unternehmen als erste Partner auf, darunter Arvato Systems, Capgemini und Materna. Cancom stand nicht auf dieser Liste, der Konkurrent Bechtle ebenso wenig.[2] Auf der Smart Country Convention in Berlin besiegelte der SDAX-Konzern nun seine eigene Partnerschaft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Cancom plant, migriert, integriert und betreibt für öffentliche Auftraggeber künftig auch Lösungen in der Delos Cloud.
  • Delos gehört zu SAP, Microsoft liefert nach Angaben von Delos ausschließlich die Technik.
  • Seit Anfang 2026 laufen zwei Betriebszentren in den Großräumen Gütersloh und Leipzig.
  • Bislang meldet Delos Pilotkunden, etwa die Bundesagentur für Arbeit und die Staatstheater Stuttgart.

Was übernimmt Cancom für Behörden?

Paket mit Text »Amt«, +15%-Preisschild und Ampel
Cancom bietet Expertise in Microsoft-Lizenzierung, Cloud-Migration und Betrieb. Martin Welzel betont digitale Souveränität als strategische Notwendigkeit für öffentliche Auftraggeber

Cancom bringt nach eigenen Angaben Erfahrung mit der Microsoft-Lizenzierung, dem Umzug in die Cloud und dem laufenden Betrieb ein. „Digitale Souveränität ist für viele öffentliche Auftraggeber längst zu einer strategischen Notwendigkeit geworden“, sagt Martin Welzel, bei Cancom als Vice President für das kommunale Geschäft zuständig.[1]

Delos unterscheidet drei Arten von Partnern: Integratoren für Planung und Umzug, Vertriebspartner für Verkauf und Verträge sowie Softwarehäuser, die eigene Fachverfahren für Bund, Länder und Kommunen auf der Plattform anbieten. Cancom beschreibt vor allem die Rolle des Integrators, der Beratung, Umzug und Betrieb aus einer Hand liefert.

Wie souverän ist eine Microsoft-Cloud in deutscher Hand?

Delos gehört die Infrastruktur, Delos betreibt die Plattform und vergibt die Lizenzen selbst. Microsoft liefert laut Delos ausschließlich die Technologie.[3] Weil die Betreiberin deutschem Recht unterliegt, sieht Delos keine Herausgabepflicht gegenüber Drittstaaten. Software und Weiterentwicklung liefert trotzdem der US-Konzern Microsoft.

Im Februar 2025 kündigte Delos an, die Plattform solle die Anforderungen des BSI an Cloud-Plattformen vollständig erfüllen und mit einem BSI-Testat die Verarbeitung von Verschlusssachen der Stufe VS-NfD ermöglichen. Ein solches Testat meldet Delos auf seiner Nachrichtenseite bis heute nicht. Das zweite Betriebszentrum bei Leipzig ging Anfang 2026 in Betrieb, damit läuft die Plattform georedundant.[4]

15 Prozent Aufpreis für Souveränität lohnen sich erst, wenn der Ausstieg aus Microsoft vertraglich geregelt ist.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Delos Cloud: Microsoft für Behörden in deutscher Hand
Was die SAP-Tochter verlangt, wo sie rechnet und wie weit der Aufbau ist
+15 %
über dem deutschen Microsoft-Listenpreis laut Delos-Preisliste von 2025
15
erste Partner nahm Delos im Juni 2026 auf, Cancom kam erst im Oktober dazu
2
Betriebszentren in den Großräumen Gütersloh und Leipzig
seit 2020
arbeitet Delos im MSSC-Projekt mit Finanz- und Innenministerium zusammen
September 2025
Start in Gütersloh

Das erste Betriebszentrum geht in Betrieb, die Bundesagentur für Arbeit wird erster Pilotkunde.

Januar 2026
Zweiter Standort bei Leipzig

Mit dem zweiten Betriebszentrum ist die Plattform gegen Ausfälle georedundant abgesichert.

Oktober 2026
Cancom vertreibt mit

Das Systemhaus plant, migriert und betreibt Lösungen in der Delos Cloud für Behörden und Kommunen.

Was bedeutet das für Kommunen?

Der Aufschlag von 15 Prozent gilt laut Delos für alle Microsoft-Dienste der Plattform, von den Azure-Grunddiensten bis zu Office 365. Rabattmodelle für größere Mengen wollte Delos erst noch verhandeln.[3] Bei der Vergabe der Bundes-Cloud zählte für den Bund die Souveränität mehr als der Preis, den Zuschlag bekamen SAP und die Telekom.

Kommunen mit Microsoft-Lizenzen stellen den Aufpreis am besten ihren heutigen Verträgen gegenüber und fragen nach, welche Dienste schon im Regelbetrieb laufen. Als Vergleich taugen Lösungen ohne Microsoft: Der Schweizer Bund stellt 3.000 Arbeitsplätze auf die Open-Source-Suite openDesk um, dazu kommt Euro-Office von Nextcloud und IONOS.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. CancomCANCOM und Delos Cloud stärken digitale Souveränität im öffentlichen Sektor (Mitteilung vom 15.10.2026)
  2. Delos CloudDelos Cloud GmbH schließt strategische Partnerschaften mit 15 Unternehmen zum Markteintritt (Pressemitteilung vom 03.06.2026)
  3. Delos CloudDelos Cloud veröffentlicht Preisgestaltung (Pressemitteilung vom 20.02.2025)
  4. Delos CloudOperations Center sind fertiggestellt und betriebsbereit (Pressemitteilung vom 22.01.2026)

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