Euro-Office, die quelloffene Büro-Suite von Nextcloud und IONOS, bekommt mit Hub 26 Summer erstmals eine eigene Desktop-App. Bislang lief die Microsoft-Alternative nur im Browser, ein Umweg, der viele Unternehmen bei Word und Excel hielt. Der native Client schließt genau diese Lücke.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEuro-Office nimmt damit die letzte Hürde: Nextcloud hat die Version am 16. September 2026 veröffentlicht, das Konsortium um IONOS, Open-Xchange und Office.eu liefert den Client in den kommenden Wochen aus. Für Unternehmen im DACH-Raum wird der Umstieg von Microsoft 365 damit zur realistischen Option.
Das Wichtigste in Kürze
- Nextcloud Hub 26 Summer bringt Euro-Office am 16. September 2026 erstmals als eigenständige Desktop-App.
- Der Client für Windows, macOS und Linux folgt in den kommenden Wochen, entwickelt vom Konsortium um IONOS, Open-Xchange und Office.eu.
- Die Suite bearbeitet Texte, Tabellen und Präsentationen im Team und öffnet DOCX, XLSX und PPTX ebenso wie die offenen ODF-Formate.
- Für Entscheider im DACH-Raum rückt damit ein Ausstieg aus Microsoft 365 näher, samt Datenhaltung in europäischen Rechenzentren.
Was bringt der Euro-Office-Client?

Mit Hub 26 Summer löst Nextcloud das Versprechen vom Frühjahr ein.[1] Seit dem 9. Juni 2026 lief Euro-Office bereits im Browser, integriert in den Nextcloud Hub. Der neue Desktop-Client läuft nativ unter Windows, macOS und Linux. Mehrere Personen bearbeiten dasselbe Dokument gleichzeitig, die Suite deckt Texte, Tabellen und Präsentationen ab und liest die Microsoft-Formate genauso wie die offenen ODF-Dateien.
Warum war die fehlende Desktop-App der Knackpunkt?
Die eigentliche Hürde saß nie im Funktionsumfang, sondern im Zugang. Browser statt Programm bedeutete für viele Betriebe kein Offline-Arbeiten, keine gewohnte Einbindung in Dateiablage und Betriebssystem, kein vertrautes Fenster neben dem Explorer. Daran scheiterte der Wechsel weg von Word und Excel, obwohl die Formatkompatibilität schon länger steht.
Der native Client dreht dieses Argument um. Über den Alltag entscheidet dabei die Formattreue: Bricht das Layout einer geerbten Excel-Tabelle, kippt die Akzeptanz sofort. Vergleichbares zeigte der Schweizer Bund mit der Open-Source-Suite openDesk: Die Umstellung ganzer Behördenarbeitsplätze musste sich dort an der täglichen Routine messen lassen.
Der Browser war die Ausrede, an Microsoft festzuhalten. Mit einem nativen Client fällt sie weg; jetzt entscheidet allein die Formattreue im Alltag.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie ordnet sich Euro-Office in Europas Souveränitätswelle ein?
Euro-Office ist kein Einzelfall, sondern Teil einer Bewegung. LibreOffice meldete zuletzt einen Download-Rekord, Frankreich und mehrere deutsche Verwaltungen erproben den Ausstieg aus US-Software, und auch abseits des Büros wächst das europäische Angebot, etwa mit der self-hostbaren Figma-Alternative Penpot. Der Antrieb ist regulatorisch: die DSGVO, das Schrems-II-Urteil und die Debatte um digitale Souveränität setzen die Abhängigkeit von US-Clouds unter Druck.
Für Entscheider zählt der konkrete Hebel. IONOS hostet Euro-Office in europäischen Rechenzentren, die Daten bleiben damit im EU-Raum, und die Formatkompatibilität senkt die Wechselkosten. Die Anbieterlage sortiert der Hyperscaler-Vergleich. Als nächste Schritte bieten sich an: den Desktop-Client nach dem Release im Pilotbetrieb testen, geerbte DOCX- und XLSX-Dokumente auf Layouttreue prüfen und den Rollout in einer unkritischen Abteilung beginnen.
Häufige Fragen zu Euro-Office
Was ist Euro-Office?
Euro-Office ist eine quelloffene, souveräne Büro-Suite, die ein europäisches Konsortium um IONOS, Nextcloud, Open-Xchange und Office.eu als Alternative zu Microsoft 365 entwickelt. Die Suite bearbeitet Texte, Tabellen und Präsentationen und arbeitet im Team am selben Dokument. Der Start erfolgte am 9. Juni 2026 zunächst im Browser, integriert in den Nextcloud Hub.
Wann kommt die Euro-Office-Desktop-App?
Nextcloud hat die Desktop-App mit der Version Hub 26 Summer am 16. September 2026 angekündigt. Der eigenständige Client für Windows, macOS und Linux soll in den kommenden Wochen erscheinen. Ein exaktes Datum hat das Konsortium noch nicht genannt.
Öffnet Euro-Office Word- und Excel-Dateien?
Ja. Euro-Office liest und schreibt die Microsoft-Formate DOCX, XLSX und PPTX sowie die offenen ODF-Formate ODT, ODS und ODP. Diese Kompatibilität senkt die Wechselkosten, entscheidend für die Praxis bleibt aber die Layouttreue geerbter Dokumente, die jeder Betrieb vor dem Umstieg prüfen sollte.
Warum ist Euro-Office für den DACH-Raum relevant?
IONOS hostet Euro-Office in europäischen Rechenzentren, die Daten bleiben damit im EU-Raum. Für Unternehmen und Verwaltungen adressiert das die Vorgaben der DSGVO und die Folgen des Schrems-II-Urteils. Zusammen mit dem nativen Client rückt so ein realistischer Ausstieg aus Microsoft 365 näher.
Quelle
[1] Nextcloud: „Nextcloud Hub 26 Summer: collaboration bringing Euro-Office to the desktop“
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