Auf dem Kurzstreckenflug verbinden Sie den Laptop mit dem Bord-WLAN und die Präsentation für den Kunden lädt so schnell wie im Büro. Ihr Netzbetreiber heißt in diesem Moment SpaceX. Bis 2029 will die Lufthansa Group rund 850 Flugzeuge mit Starlink ausrüsten, von Eurowings bis Swiss.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenBaustellen, Schiffe, Flugzeuge und Frontlinien hängen heute an Satelliten im niedrigen Orbit, ab 2028 sollen auch Smartphones in Funklöchern dazukommen. Hier lesen Sie, wie ein solches Netz technisch funktioniert, wer daran verdient, warum ein einziger Konzern den Markt beherrscht und welche Abhängigkeiten daraus für Staaten und für Ihr Unternehmen entstehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Satellitennetz im niedrigen Orbit braucht Tausende Satelliten in 340 bis 1.200 Kilometern Höhe, die nach rund fünf Jahren ersetzt werden müssen. Im Gegenzug sinkt die Signallaufzeit auf einen Bruchteil des Werts im geostationären Orbit.
- SpaceX stellt mit Starlink 65,4 Prozent aller aktiven Satelliten und setzte 2025 mit Starlink rund 10,2 Milliarden Euro um, bei knapp 39 Prozent Betriebsmarge.
- Die Herausforderer liegen zurück: Amazon Leo hat 392 Satelliten und noch keinen Dienst, das EU-Netz IRIS² startet 2029, Chinas Netze verfehlen ihre Zeitpläne.
- Ein Betreiber oder dessen Regierung kann Terminals jederzeit drosseln, wie die Ukraine im Oktober 2026 erlebte. Selbst Konkurrenten von Starlink buchen Starts bei SpaceX.
1 Welcher Anteil der aktiven Satelliten gehörte im Oktober 2026 zu Starlink? Aufklappen ↓
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2 In welcher Höhe kreisen geostationäre Satelliten? Aufklappen ↓
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3 Wie viele Satelliten stellte SpaceX von Dezember 2025 bis April 2026 pro Woche her? Aufklappen ↓
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4 Wann sollen die ersten Satelliten des EU-Netzes IRIS² starten? Aufklappen ↓
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5 Wie viele Abonnenten zählte Starlink am 30. Juni 2026? Aufklappen ↓
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Wie funktioniert ein Satellitennetz?

Ein Satellitennetz verbindet Antennen beim Kunden über Satelliten mit Bodenstationen, die am Internet hängen. Moderne Netze reichen Daten per Laser auch von Satellit zu Satellit weiter. Je niedriger die Bahn, desto kürzer die Wege und desto mehr Satelliten braucht das Netz.
Die Antenne auf dem Dach oder am Fahrzeug funkt zum nächsten Satelliten über ihr. Der Satellit gibt das Signal an eine Bodenstation weiter, und von dort geht die Anfrage über Glasfaser ins Internet. Die Antwort läuft denselben Weg zurück.
Starlink meldet in seinem Fortschrittsbericht für 2025 allein in den USA mehr als 100 Standorte für Bodenstationen mit über 1.500 Antennen.
Über dem Atlantik oder in der Arktis steht keine Bodenstation in Reichweite. Dort reichen die Satelliten die Daten per Laser untereinander weiter, bis ein Satellit eine Station am Boden sieht. Jeder Starlink-Satellit der aktuellen Bauart V2 Mini hat drei Laserterminals an Bord, im ganzen Netz zählt SpaceX mehr als 24.000.
Beim Kunden steht eine flache Antenne, die ihren Strahl elektronisch nachführt, ohne sich zu bewegen. SpaceX beziffert die Fertigung in Texas auf mehr als 170.000 dieser Antennensets pro Woche.
Drei Bahnen, drei Geschäftsmodelle
In 35.786 Kilometern Höhe über dem Äquator umrundet ein Satellit die Erde in genau der Zeit einer Erdumdrehung. Vom Boden aus gesehen steht der Satellit still, eine Schüssel muss also nie nachgeführt werden. Eutelsat, SES und Viasat verdienen mit diesem geostationären Orbit seit Jahrzehnten ihr Geld, Eutelsat und SES vor allem mit Fernsehen.
Der Preis für die Höhe ist die Signallaufzeit.
Licht braucht für 35.786 Kilometer rund 119 Millisekunden, und eine Anfrage samt Antwort legt die Strecke viermal zurück. SES gibt die Latenz im geostationären Orbit mit rund 700 Millisekunden an. Fürs Fernsehen spielt die Verzögerung keine Rolle, für Videokonferenzen, Onlinespiele und Cloud-Software schon.
Im niedrigen Orbit unterhalb von 2.000 Kilometern sinkt die Laufzeit auf einen Bruchteil des geostationären Werts. Starlink senkt seine Satelliten 2026 von rund 550 auf rund 480 Kilometer ab, die Satelliten für Mobilfunk fliegen in 360 Kilometern Höhe. SpaceX meldete für 2025 eine weltweite mittlere Latenz von rund 26 Millisekunden und Downloadraten über 200 Megabit pro Sekunde.
Der unabhängige Messdienst Ookla ermittelte im ersten Quartal 2026 für 27 EU-Märkte einen Medianwert von 49 Millisekunden, Festnetzanschlüsse reagierten überall schneller.
Zwischen beiden Bahnen liegt der mittlere Orbit. Dort kreisen die Navigationssatelliten von Galileo in 23.222 Kilometern Höhe und die Breitbandsatelliten O3b mPOWER von SES in rund 8.000 Kilometern.
| Umlaufbahn | Höhe | Signallaufzeit (Anfrage und Antwort) | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Niedriger Orbit (LEO) | unter 2.000 km, Starlink rund 480 km | rund 26 ms (Starlink 2025), 49 ms (Ookla, EU) | Starlink, OneWeb, Amazon Leo, Iridium, Guowang, Qianfan |
| Mittlerer Orbit (MEO) | rund 8.000 km bis 23.222 km | rund 150 ms (SES-Angabe) | O3b mPOWER von SES, Navigationssystem Galileo |
| Geostationärer Orbit (GEO) | 35.786 km über dem Äquator | rund 700 ms (SES-Angabe) | Fernseh- und Breitbandsatelliten von Eutelsat, SES und Viasat |
Warum Tausende Satelliten nötig sind
Ein Satellit in 500 Kilometern Höhe umrundet die Erde in rund anderthalb Stunden und sieht jeweils nur einen kleinen Ausschnitt. Damit über jedem Kunden zu jeder Zeit mindestens ein Satellit steht, braucht ein Netz im niedrigen Orbit Tausende davon. Die US-Regulierungsbehörde FCC hat Starlink im Januar 2026 insgesamt 15.000 Satelliten der zweiten Generation genehmigt, dazu Bahnen zwischen 340 und 485 Kilometern.
Die niedrige Bahn hat einen zweiten Nachteil: Die Restatmosphäre bremst die Satelliten ab.
SpaceX rechnet im Börsenprospekt mit einer Nutzungsdauer von fünf Jahren je Breitbandsatellit. Danach lenkt der Betreiber den Satelliten gezielt in die Atmosphäre, wo er über dem offenen Meer verglüht. Ein Netz im niedrigen Orbit wird deshalb nie fertig und braucht ständig Nachschub. Genau dieser Nachschub entscheidet später über die Marktmacht.
Funkfrequenzen und volle Bahnen
Die Verbindung zwischen Antenne und Satellit läuft über Mikrowellen. In Deutschland nutzen Starlink-Antennen nach einer Verfügung der Bundesnetzagentur vom September 2026 das Ku-Band: Gesendet wird zwischen 14,0 und 14,5 Gigahertz, empfangen zwischen 10,95 und 12,75 Gigahertz. Eine Einzelgenehmigung braucht der Kunde nicht, solange die Antenne die Vorgaben einhält.
Höhere Bänder wie das Ka-Band transportieren mehr Daten, reagieren aber empfindlicher auf Regen.
Frequenzen und Umlaufbahnen koordiniert die Internationale Fernmeldeunion ITU in Genf. Das Koordinationsverfahren der ITU folgt dem Grundsatz „first come, first served“, auf Deutsch: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Seit 2019 muss ein Betreiber großer Netze nach Ablauf der regulären Frist binnen zwei Jahren 10 Prozent seiner angemeldeten Satelliten starten, nach fünf Jahren die Hälfte, nach sieben Jahren alle.
Verfehlt der Betreiber eine Marke, schrumpft seine Anmeldung auf das, was tatsächlich fliegt.
Im Orbit selbst wird der Platz knapp. Die Europäische Weltraumorganisation ESA führte im Oktober 2026 47.040 katalogisierte Objekte, ihr Modell rechnet mit 68.450 Trümmern und Satelliten größer als zehn Zentimeter. Starlink-Satelliten wichen vom 1. Dezember 2025 bis 31. Mai 2026 207.152-mal anderen Objekten aus, meldete SpaceX der FCC.
SpaceX manövriert schon ab einer Kollisionswahrscheinlichkeit von 3 zu 10 Millionen, der Branchenstandard liegt bei 1 zu 10.000.
- Aufbau: Satelliten, Bodenstationen und Kundenantennen, verbunden per Funk und Laser
- Frequenzen: Die ITU koordiniert nach Eingang, eine verpasste Startfrist kostet angemeldete Satelliten
- Nachschub: Satelliten im niedrigen Orbit halten rund fünf Jahre und müssen laufend ersetzt werden
Wer verdient am Geschäft mit Satellitennetzen?

Am meisten verdient der Betreiber, der den Endkunden hat. SpaceX setzte 2025 mit Starlink rund 10,2 Milliarden Euro um, mehr als Viasat, SES, Eutelsat und Iridium zusammen. Hersteller und Raketenanbieter kassieren pro Satellit nur einmal, der Betreiber jeden Monat bei jedem Kunden.
Die Wertschöpfungskette eines Satellitennetzes hat fünf Glieder: den Satellitenbau, den Start, den Betrieb samt Bodenstationen, die Nutzerterminals und den Vertrieb an Haushalte, Firmen und Behörden. Klassische Betreiber wie SES oder Eutelsat kaufen die ersten beiden Glieder ein, bei Airbus, Thales Alenia Space oder OHB und bei Raketenanbietern wie Arianespace oder SpaceX.
SpaceX hält alle fünf Glieder in einer Hand.
Für 2025 beziffert die Satellite Industry Association den weltweiten Umsatz der kommerziellen Satellitenindustrie auf umgerechnet rund 270 Milliarden Euro. Den größten Teil machten Bodenausrüstung mit rund 147 Milliarden Euro, zu der auch Navigationsgeräte zählen, und Satellitendienste mit rund 94 Milliarden Euro aus. Satellitenbau und kommerzielle Starts kamen zusammen auf rund 29 Milliarden Euro.
Das Geld liegt also an den beiden Enden der Kette, beim Gerät in der Hand des Kunden und beim Dienst, den er monatlich bezahlt.
Starlink, die Gelddruckmaschine im Konzern
Im Börsenprospekt vom 11. Juni 2026 schlüsselt SpaceX das Geschäft erstmals auf. Von 16,7 Milliarden Euro Konzernumsatz 2025 stammten 61 Prozent aus dem Segment Connectivity, also aus Starlink. Privathaushalte zahlten davon rund 6,4 Milliarden Euro, Unternehmen und Behörden rund 3,7 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn des Segments lag bei rund 3,9 Milliarden Euro, eine Marge von knapp 39 Prozent.
Der Konzern als Ganzes schrieb trotzdem rote Zahlen. Den Aktionären zurechenbar blieb 2025 ein Verlust von rund 4,4 Milliarden Euro, weil Raketen, das Starship-Programm und die KI-Firma xAI mehr verschlangen, als Starlink abwarf. SpaceX übernahm xAI im Februar 2026 und bezieht die Firma rückwirkend in die Zahlen ein.
Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Starlink-Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 66 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Euro.
Zum 30. Juni zählte SpaceX 12,0 Millionen Abonnenten in 167 Ländern und Gebieten, ein Jahr zuvor 6,0 Millionen. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Monatsumsatz je Kunde von umgerechnet rund 76 auf 59 Euro. Die Kundenzahl wächst also schneller als der Umsatz.
In Deutschland ging SpaceX im Mai 2026 den umgekehrten Weg und hob den Preis für den 100-Megabit-Tarif von 29 auf 35 Euro im Monat an, berichtete heise online.
Die Geschäftsjahre der Unternehmen enden zu verschiedenen Stichtagen. Umgerechnet in Euro zum EZB-Referenzkurs vom 15.10.2026.
Die alten Betreiber verdienen mit Fernsehen
Eutelsat setzte im Geschäftsjahr bis Ende Juni 2026 rund 1,24 Milliarden Euro um, 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz des Breitbandnetzes OneWeb im niedrigen Orbit wuchs gegenüber dem Vorjahr um 59 Prozent auf 297 Millionen Euro, knapp ein Viertel des Gesamtumsatzes. Unter dem Strich stand ein Verlust von 457 Millionen Euro. Den Großteil verdient Eutelsat noch mit Satelliten in 36.000 Kilometern Höhe, die Fernsehprogramme ausstrahlen.
Beim Luxemburger Konkurrenten SES schrumpft das Geschäft ebenfalls. Nach der Übernahme von Intelsat im Juli 2025 für rund 2,8 Milliarden Euro meldete SES für 2025 einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro. Mit Intelsat für das ganze Jahr gerechnet hätte der Umsatz 3,5 Milliarden Euro betragen, bei konstanten Wechselkursen 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr.
Im ersten Halbjahr 2026 sank der vergleichbare Umsatz von SES gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,0 Prozent.
Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Novaspace stellte Starlink 2023 mehr als 80 Prozent der weltweiten Satellitenkapazität, doch rund 85 Prozent der Umsätze mit Kapazität flossen noch an Satelliten im geostationären Orbit. Die Kapazität lief dem Geld voraus, und den Rückstand beim Umsatz holt Starlink seitdem Quartal für Quartal auf.
Raketen, Frequenzen und der Staat als Kunde
Am Start verdient vor allem SpaceX selbst. Das Segment Space brachte 2025 rund 3,6 Milliarden Euro ein.
Den Listenpreis eines Falcon-9-Starts für Fremdkunden beziffert Spaceflight Now auf umgerechnet rund 66 Millionen Euro. Für Starlink fliegt die Rakete zum Selbstkostenpreis, den SpaceX nicht veröffentlicht.
Viel Geld gibt SpaceX für Funkfrequenzen aus. Für die Frequenzen des US-Anbieters EchoStar zahlt SpaceX umgerechnet rund 17,5 Milliarden Euro in Aktien und übernommenen Schulden. Im Oktober 2026 folgte der Kauf von 800-Megahertz-Frequenzen der Investmentfirma Grain Management, den Preis nannten beide Seiten nicht.
Das Wall Street Journal beziffert den Kaufpreis auf rund 7,1 Milliarden Euro. Mit den neuen Frequenzen soll Starlink Mobile Smartphones direkt erreichen, auch in Gebäuden. Schon Ende März 2026 zählte SpaceX monatlich rund 7,4 Millionen Geräte in etwa 30 Ländern, die sich mit dem Dienst verbanden.
Ein weiterer Geldstrom kommt vom Staat. Im August 2026 meldete SpaceX mehrjährige Aufträge der US-Regierung über mehr als 5,3 Milliarden Euro für Starshield, die militärische Variante von Starlink.
Auf EU-Ebene fließen öffentliche Milliarden in das Netz IRIS², in Frankreich in die Kapitalerhöhung von Eutelsat und in Deutschland in die geplante Konstellation der Bundeswehr. Im Machtkampf der Großmächte kaufen sich die Europäer damit ein Stück Unabhängigkeit von Washington, zu einem Preis, den kein privater Investor zahlen würde.
- Endkunde: Das Geld liegt beim Betreiber, der Haushalte, Airlines und Behörden direkt beliefert
- Starlink: 61 Prozent des SpaceX-Umsatzes, doch der Konzern schrieb 2025 einen Verlust von rund 4,4 Milliarden Euro
- Alte Betreiber: Eutelsat und SES schrumpfen im Fernsehgeschäft schneller, als das Breitband nachwächst
Warum dominiert SpaceX den Orbit?

Weil SpaceX als einziger Betreiber seine Satelliten selbst baut und mit eigenen, wiederverwendbaren Raketen startet. Der Konzern beziffert seinen Anteil an der 2025 weltweit in den Orbit gebrachten Masse auf mehr als 80 Prozent.
Bei rund fünf Jahren Lebensdauer braucht ein Netz mit 10.000 Satelliten jedes Jahr rund 2.000 neue, nur um den Bestand zu sichern.
Für einen Betreiber, der Raketen einkauft, wird dieser Austausch zur Daueraufgabe mit festem Preisschild. SpaceX bezahlt dafür nur die eigenen Kosten und hat die Fabrik gleich mitgebaut: Das Werk im US-Bundesstaat Washington stellte von Dezember 2025 bis April 2026 rund 70 Satelliten pro Woche her, das entspricht hochgerechnet 3.640 im Jahr.
Der Astronom Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics zählte am 15. Oktober 2026 genau 11.140 funktionsfähige Starlink-Satelliten. Von den 16.987 aktiven Satelliten aller Betreiber gehörten nach seinem Katalog vom 12. Oktober 65,4 Prozent zu Starlink.
2025 zählte McDowell weltweit 329 orbitale Startversuche, ein Rekord, und mehr als die Hälfte davon entfiel auf SpaceX: 170 Missionen, 165 davon mit der Falcon 9, deren erste Stufe in 157 Fällen schon einmal geflogen war. Die Wiederverwendung macht Starts für SpaceX zur Routine, für die Konkurrenz bleiben sie ein Engpass.
Eine Studie des NASA-Forschungszentrums Ames bezifferte 2018 die Startkosten je Kilogramm beim Space Shuttle auf umgerechnet rund 48.600 Euro, bei der Falcon 9 nach Listenpreis auf rund 2.400 Euro.
Am 28. September 2026 erreichte das Starship erstmals eine Umlaufbahn und setzte 26 Satelliten der dritten Starlink-Generation aus. Ein V3-Satellit soll eine Downlink-Kapazität von einem Terabit pro Sekunde liefern, bis zu 60 davon passen in einen Starship-Flug. Eine Falcon 9 bringt bei einem typischen Flug 29 Satelliten der zweiten Generation ins All.
Weltweit zählte der Astronom Jonathan McDowell am 12.10.2026 insgesamt 16.987 aktive Satelliten, davon 11.114 bei Starlink. Die Netze in Klammern gehören zu den genannten Betreibern oder Staaten.
Geld ist kein Engpass mehr
Beim Börsengang im Juni 2026 sammelte SpaceX brutto rund 67 Milliarden Euro ein, zu umgerechnet rund 120 Euro je Aktie. Zum Ausgabepreis war das Unternehmen knapp 1,6 Billionen Euro wert. Ende Juni folgten Anleihen über umgerechnet rund 22 Milliarden Euro.
Elon Musk behielt dank Aktien mit zehnfachem Stimmrecht 82,4 Prozent der Stimmrechte.
Die Analysten von Analysys Mason sehen Starlink 2026 bei 16 bis 17 Millionen Kunden und schreiben von einem „Beinahe-Monopol“ im Privatkundengeschäft. Nur bei Firmenkunden werde der Vorsprung schmelzen, sobald Amazon Leo in den Verkauf geht.
Die Dominanz wächst aus einem Kreislauf, den kein Wettbewerber kopieren kann. Starts kosten SpaceX wenig, also startet SpaceX mehr Satelliten. Mehr Satelliten bringen mehr Kapazität und mehr Kunden, deren Monatsgebühren wiederum die nächste Raketengeneration finanzieren. Amazon dagegen muss jeden Start bei fremden Raketenanbietern buchen, teils beim Konkurrenten.
Wir kennen dieses Muster aus dem Onlinehandel: Der Händler mit eigener Logistik setzt die Preise, die anderen zahlen Porto. Im Orbit heißt die Logistik Rakete.
SpaceX baut, startet und vermarktet seine Satelliten selbst, beim Start zahlt der Konzern nur die eigenen Kosten. Der Kreislauf aus billigen Starts, mehr Satelliten und mehr Kunden hat Starlink 65,4 Prozent aller aktiven Satelliten verschafft.
Starlink verkauft Unabhängigkeit vom Glasfaserkabel und macht 12 Millionen Kunden dafür von einem einzigen Konzern abhängig.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wer fordert Starlink heraus?

Amazon Leo ist der einzige westliche Herausforderer mit ähnlichem Anspruch, hat aber erst 392 Satelliten im Orbit und noch keinen kommerziellen Dienst. Eutelsat OneWeb, SES und Viasat bedienen Nischen, China baut mit Guowang und Qianfan zwei staatlich finanzierte Netze auf.
Amazon hat sein Projekt Kuiper im November 2025 in Amazon Leo umbenannt. Bis zum 12. Oktober 2026 setzte der Konzern mit 14 Starts 396 Satelliten aus, vier davon sind bereits wieder verglüht. Gebaut hat Amazon bereits mehr als 1.000.
Das Ziel von rund 700 Satelliten bis Ende Juli 2026 verfehlte Amazon. Den Start des Dienstes kündigt das Unternehmen nur noch für irgendwann 2026 an, ohne Datum und ohne Preise.
Die US-Regulierungsbehörde FCC hätte bis 30. Juli 2026 die Hälfte der genehmigten 3.232 Satelliten im Orbit sehen wollen. Im Juni setzte die Behörde diese Frist mit Auflagen aus: Bis die Hälfte im Orbit ist, verlieren die Amazon-Satelliten ihren Vorrang bei den Frequenzen, die Bürgschaft verfällt. Amazon hat 102 Raketenstarts bei vier Anbietern gebucht, 13 davon bei SpaceX.
Kunden hat Amazon trotzdem schon. Delta Air Lines will ab 2028 zunächst 500 Flugzeuge mit Amazon Leo ausrüsten.
Im April 2026 vereinbarte Amazon die Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar, über dessen Satelliten die Notruf- und Nachrichtenfunktion des iPhones läuft. Ein eigenes System für Verbindungen direkt zum Handy soll ab 2028 starten. Mit Globalstar greift Amazon Starlink dort an, wo SpaceX gerade Milliarden für Frequenzen ausgibt.
Europas Betreiber und die Spezialisten
Eutelsat betreibt mit OneWeb rund 650 Satelliten in etwa 1.200 Kilometern Höhe und hat bei Airbus insgesamt 669 Ersatzsatelliten bestellt. OneWeb verkauft nicht an Privathaushalte, sondern über Telekommunikationsfirmen an Behörden, Reedereien und Airlines.
Der französische Staat hält nach der Kapitalerhöhung von 2025 knapp 30 Prozent an Eutelsat, Großbritannien 10,89 Prozent samt Vetorecht bei OneWeb.
SES hat im September 2026 die Konstellation O3b mPOWER mit 13 Satelliten im mittleren Orbit vervollständigt. Viasat, der seit der Übernahme von Inmarsat 6.550 Verkehrs- und Geschäftsflugzeuge mit Internet versorgt, setzte im Geschäftsjahr bis März 2026 rund 4,1 Milliarden Euro um. Iridium versorgt mit 66 vernetzten Satelliten 2,5 Millionen zahlende Kunden und setzte 2025 rund 778 Millionen Euro um.
AST SpaceMobile setzt auf große Satelliten, die normale Smartphones direkt erreichen. Bisher kreisen 13 davon im Orbit; Vodafone, Orange, Telefónica und die Deutsche Telekom testen die Technik.
Der kanadische Betreiber Telesat will sein Netz Lightspeed auf 225 Satelliten aufbauen, finanziert über einen Vertrag mit der Regierung in Ottawa. Gestartet ist noch keiner, der weltweite Dienst soll um das Frühjahr 2028 beginnen.
| Netz | Betreiber | Satelliten im Orbit | Stand Oktober 2026 |
|---|---|---|---|
| Starlink | SpaceX (USA) | 11.140 funktionsfähig | 12,0 Mio. Abonnenten in 167 Ländern und Gebieten |
| Amazon Leo | Amazon (USA) | 392 | Firmenkunden im Test, kommerzieller Dienst angekündigt |
| OneWeb | Eutelsat (Frankreich) | rund 650 | Dienst über Partner für Firmen und Behörden |
| O3b mPOWER | SES (Luxemburg) | 13 im mittleren Orbit | vollständig seit September 2026 |
| Iridium | Iridium (USA) | 66 | 2,5 Mio. zahlende Kunden |
| BlueBird | AST SpaceMobile (USA) | 13 | Tests mit Mobilfunkern, Verbindung direkt zum Handy |
| Lightspeed | Telesat (Kanada) | keiner, 225 geplant | Dienst ab Frühjahr 2028 geplant |
| Guowang | China SatNet (China) | 195 bis 222 | rund 13.000 bei der ITU angemeldet |
| Qianfan | Shanghai Spacesail (China) | 238 | mehr als 15.000 geplant |
| IRIS² | SpaceRISE für die EU | keiner, 348 geplant | erste Starts 2029 |
China baut zwei Netze zugleich
Das staatliche Netz Guowang ist bei der ITU mit rund 13.000 Satelliten angemeldet, Mitte Oktober 2026 kreisten je nach Zählung zwischen 195 und 222 davon im Orbit. Das von Shanghai geförderte Netz Qianfan zählte bis Juli 2026 genau 238 Satelliten, McDowell registrierte im September 22 Ausfälle.
Qianfan verfehlte das eigene Ziel von 324 Satelliten bis Juli 2026 deutlich.
Langfristig plant der Betreiber mehr als 15.000 Satelliten, ein Bestand, den China nur mit einer deutlich höheren Startrate erreicht. Hinter beiden Netzen stehen staatliche Geldgeber, wie schon hinter Chinas Aufstieg zur Wirtschaftsmacht. Als Kunden kommen vor allem Länder infrage, die keinen US-Anbieter ins Land lassen wollen.
- Amazon Leo: 392 Satelliten im Orbit, Dienst verspätet, Startplätze teils bei SpaceX gebucht
- Europa: OneWeb und SES bedienen Behörden und Unternehmen, nicht den Massenmarkt
- China: zwei Netze mit zusammen rund 450 Satelliten, Qianfan verfehlte das eigene Ziel deutlich
Wie abhängig machen Satellitennetze Staaten und Unternehmen?

Sehr abhängig, solange nur ein Betreiber liefern kann. Ein Satellitennetz lässt sich zentral drosseln, regional abschalten oder für einzelne Terminals sperren, und die Entscheidung trifft ein einziger Konzern oder dessen Regierung. Die Ukraine erlebt diese Abhängigkeit seit 2022.
In der Nacht zum 14. Oktober 2026 rissen bei Einheiten der ukrainischen Armee die Verbindungen ab, sobald ihre Fahrzeuge schneller als 160 Kilometer pro Stunde fuhren. Betroffen waren Terminals von Starshield, der militärischen Starlink-Variante.
„Unsere Streitkräfte haben keine Warnung über diese Beschränkungen erhalten“, schrieb Serhij Beskrestnow, Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, übersetzt aus dem Englischen nach Al Jazeera.
Elon Musk wies die Verantwortung zurück. Starshield-Systeme gehörten der US-Regierung und würden von ihr kontrolliert, über Grenzen für Tempo und Nutzung entschieden das US-Militär und letztlich der Präsident. Die Tempogrenze blieb nach Angaben des Kyiv Independent bestehen, auch nachdem die Verbindungen am Abend wieder liefen.
Schon im Februar 2023 sagte SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell, Starlink sei nie als Waffe gedacht gewesen, SpaceX habe die Steuerung von Drohnen über das Netz eingeschränkt. Im September 2023 bestätigte Musk, er habe eine ukrainische Bitte abgelehnt, Starlink bis vor Sewastopol zu aktivieren.
Ein Satellitenanschluss ist damit ein Dienst auf Widerruf, für Armeen wie für Mittelständler.
Der Betreiber kontrolliert die Software in jedem Terminal, die Bodenstationen und die Vergabe der Kapazität. Ein Vertrag regelt den Preis, aber nicht, welche Regierung im Ernstfall mitredet.
Bodenstationen als verwundbare Stelle
Am 23. September 2026 brannte die Starlink-Bodenstation in Wola Krobowska in Polen. Anfang Oktober folgte ein Brand in Plana bei Sofia, bei dem laut bulgarischer Opposition 11 von 17 Antennen beschädigt wurden. Der bulgarische Inlandsgeheimdienst sprach nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa von einem Akt der Sabotage, in beiden Fällen nahm die Polizei Verdächtige fest.
Den Ausfall eines einzelnen Antennenfelds verkraftet das Netz, weil Laserverbindungen zwischen den Satelliten Daten zu anderen Bodenstationen leiten können. Staaten, die auf das Netz setzen, müssen trotzdem klären, wer die Antennenfelder eines ausländischen Konzerns auf ihrem Boden schützt.
Bodenstationen spielen für Satellitennetze eine ähnliche Rolle wie Meerengen für den Welthandel: An wenigen Punkten bündelt sich viel Verkehr.
Landerechte, Frequenzen und Startplätze
Jedes Land entscheidet selbst, ob ein Satellitennetz dort Kunden bedienen darf. Indien prüft die Anträge von Starlink, OneWeb und Jio Satcom seit Monaten auf Sicherheitsrisiken. Musk warf dem Reliance-Chef Mukesh Ambani, zu dessen Konzern Jio Satcom gehört, im Oktober 2026 vor, Starlink zu blockieren, das indische Kommunikationsministerium nannte den Vorwurf nach Al Jazeera „haltlos“.
Die Landerechte bleiben das stärkste Druckmittel, das Staaten gegenüber Betreibern haben.
Bei Umlaufbahnen und Frequenzen zählt das Tempo: Die FCC entzog Amazon Leo den Vorrang, bis die Hälfte der Satelliten fliegt.
Die dritte Abhängigkeit sitzt im Startgeschäft, und OneWeb, heute Teil von Eutelsat, hat diese Lektion schon gelernt. Im März 2022 setzte OneWeb nach dem russischen Angriff auf die Ukraine die Starts mit Sojus-Raketen aus, 428 von 648 Satelliten waren bis dahin im All. 18 Tage später unterschrieb OneWeb einen Vertrag mit SpaceX, dem Betreiber des größten Konkurrenznetzes.
SES brachte die letzten O3b-mPOWER-Satelliten im September 2026 auf einer Falcon 9 ins All, Amazon hat 13 Falcon-9-Starts gebucht, Telesat plant seine Lightspeed-Starts ebenfalls mit der Falcon 9. Selbst die ESA ließ im September 2024 zwei Galileo-Satelliten von SpaceX starten.
- Drosselung: Nach Musks Darstellung entscheidet die US-Regierung über Tempo- und Nutzungsgrenzen bei Starshield, die ukrainische Armee erfuhr davon ohne Vorwarnung
- Boden: In Polen und Bulgarien brannten 2026 Antennenfelder, der bulgarische Geheimdienst spricht von Sabotage
- Startplätze: SES, Amazon und Telesat buchen Raketen beim Konkurrenten SpaceX, selbst die ESA ließ Galileo-Satelliten mit der Falcon 9 starten
Kann Europa ein eigenes Netz aufbauen?

Ja, aber spät und teuer. Die ersten Satelliten des EU-Netzes IRIS² sollen 2029 starten, das Netz ist mit 348 Satelliten auf Behörden und Militär zugeschnitten, kein Massenprodukt. Parallel planen die Bundeswehr ein eigenes Netz und vier große Mobilfunkkonzerne ein Konsortium für Verbindungen direkt zum Handy.
Im Dezember 2024 unterzeichnete die EU-Kommission den Konzessionsvertrag mit dem Konsortium SpaceRISE aus SES, Eutelsat und dem spanischen Betreiber Hispasat. Das Budget lag bei 10,6 Milliarden Euro, davon 6,5 Milliarden aus öffentlichen Kassen, geplant waren 290 Satelliten.
Im August 2026 stockte die Kommission das Netz auf 348 Satelliten auf, 330 im niedrigen und 18 im mittleren Orbit. Neue Gesamtkosten nannte Brüssel nicht.
Den größten Auftrag erhielt kein Rüstungskonzern, sondern das belgische Unternehmen Aerospacelab: 264 Satellitenplattformen für 2,4 Milliarden Euro, fertig integriert bis 2030. Airbus baut 66 Satelliten, OHB die 18 Satelliten für den mittleren Orbit. Eutelsat plant bis 2034 Investitionen von rund 3,4 Milliarden Euro und erwartet von 2032 bis 2040 mehr als 10 Milliarden Euro Umsatz mit dem Netz.
Zum Vergleich: Starlink setzte allein im ersten Halbjahr 2026 rund 6,7 Milliarden Euro um.
IRIS² wird Starlink nicht ersetzen, und das soll das Netz auch nicht. Die EU kauft sich damit eine verschlüsselte Grundversorgung für Behörden, die ohne die Zustimmung Washingtons funktioniert.
Raketen bleiben der Engpass
Europas Startkapazität reicht für ein Massennetz bisher nicht aus. Die Ariane 6 flog 2025 viermal, für 2026 plante Arianespace sechs bis acht Starts. Am 5. September 2026 erreichte die Rakete Spectrum des Unternehmens Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München von Norwegen aus den Orbit, nach ESA-Angaben der erste Orbitalstart vom europäischen Festland.
Spectrum bringt bis zu 1.000 Kilogramm in den niedrigen Orbit, für einzelne Satelliten genug, für den Aufbau einer Konstellation mit Hunderten Satelliten nicht.
Die EU-Kommission hat im Juni 2025 ein Weltraumgesetz vorgeschlagen, das auch für Betreiber von außerhalb der EU gelten soll, sobald sie Dienste in Europa anbieten. Vorgesehen sind Regeln für Sicherheit, Cyberschutz und Weltraumschrott sowie Bußgelder bis zu 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, gelten soll das Gesetz ab 2030. Für SpaceX läge die Obergrenze, gemessen am Konzernumsatz von 2025, bei rund 330 Millionen Euro. Im Rat war der Entwurf bis Mitte Oktober 2026 noch umstritten, alle Mitgliedstaaten hielten einen Prüfvorbehalt aufrecht.
Die Bundeswehr plant mit tausend Satelliten
Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte im September 2025 an, bis 2030 rund 35 Milliarden Euro in die Sicherheit im Weltraum zu stecken, darunter „neue Satellitenkonstellationen“. Für die Stufe 4 der militärischen Satellitenkommunikation SATCOMBw rechnete das Handelsblatt im Januar 2026 mit mindestens 100 Satelliten bis 2029 und einem Auftragswert von 8 bis 10 Milliarden Euro.
Ein Vertreter der Bundeswehr sprach im Juli 2026 laut heise sogar von „mindestens 1000 Satelliten“.
Um den Auftrag bewerben sich ein Gemeinschaftsunternehmen von OHB und Rheinmetall, das das Bundeskartellamt im April 2026 freigab, sowie Airbus. Vergeben war das Projekt bis Mitte Oktober 2026 noch nicht.
Die Mobilfunker suchen den Weg ins All
Die Deutsche Telekom vereinbarte im März 2026 mit SpaceX, ab 2028 in zehn europäischen Ländern Starlink Mobile anzubieten. Handys sollen sich dort automatisch mit Satelliten verbinden, sobald das Funknetz am Boden endet.
Sechs Monate später berichtete Bloomberg, die Telekom, Orange, Vodafone und Telefónica sprächen in einem frühen Stadium über ein gemeinsames Konsortium. Das Bündnis soll sich um europäische Frequenzen für Mobilfunk per Satellit bewerben, entschieden war laut dem Bericht noch nichts.
Auslöser ist ein Vorschlag der EU-Kommission vom Mai 2026 für das 2-Gigahertz-Band. Ein Drittel der Frequenzen soll ein europäischer Betreiber für staatliche Zwecke nutzen, verbunden mit IRIS². Von den übrigen zwei Dritteln ist die Hälfte für europäische Neueinsteiger reserviert, die andere Hälfte steht auch Anbietern von außerhalb der EU offen. Die heutigen Lizenzen von Viasat und EchoStar laufen im Mai 2027 aus.
Die Telekom fährt damit zweigleisig: Der Konzern kauft bei SpaceX ein und baut zugleich an der Alternative mit. Wir halten diese Doppelstrategie für die vernünftigste Haltung, die ein europäischer Netzbetreiber derzeit einnehmen kann, denn mit IRIS² allein kann kein Konzern 2028 seine Funklöcher schließen.
Europa baut mit IRIS² und dem Bundeswehr-Netz eine Grundversorgung für Behörden und Streitkräfte auf. Den Wettbewerb um das Handy aus dem All entscheiden die Frequenzen im 2-Gigahertz-Band, die die EU ab 2027 neu verteilen will.
Was bedeutet die Marktmacht von Starlink für Ihr Unternehmen?

Starlink ist für viele Firmen die schnellste und günstigste Satellitenverbindung, ersetzt aber keinen Anschluss am Boden. Planen Sie den Anschluss als Ergänzung zu Glasfaser oder Mobilfunk ein, nie als einzige Leitung für Kasse, Produktion oder Notfallkommunikation.
Für Baustellen, Außenstellen, Ferienbetriebe und Fahrzeuge löst Starlink ein Problem, das Glasfaser und Mobilfunk an vielen Orten nicht lösen. Der Anschluss ist schnell aufgebaut und liefert genug Bandbreite für Videokonferenzen und Cloud-Software. Die Lufthansa Group rüstet bis 2029 rund 850 Flugzeuge mit Starlink aus und bietet das Bord-WLAN Statuskunden und registrierten Nutzern kostenlos an.
Die Kehrseite steht im Kleingedruckten. SpaceX kann Preise anheben, wie im Mai 2026 in Deutschland, Tarife umbauen und den Dienst regional einschränken.
Ein gleichwertiger Ausweichanbieter für Privat- und Kleinkunden fehlt heute. OneWeb verkauft nur über Partner an Großkunden, Amazon Leo hat noch keinen Preis genannt. Vier Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Welche Prozesse stehen still, sobald der Satellitenanschluss ausfällt, und welcher zweite Weg springt dann ein?
- Laufen Kasse, Zahlungsverkehr oder Steuerung von Anlagen über den Anschluss, und wer haftet bei einer Störung?
- Erlaubt der Vertrag eine Kündigung bei Preiserhöhung, und wie schnell lässt sich die Hardware ersetzen?
- Verarbeiten Sie Daten, für die Auftraggeber oder Behörden einen europäischen Übertragungsweg verlangen?
Die letzte Frage gewinnt an Gewicht für Firmen, die mit Behörden, Kliniken oder Betreibern kritischer Infrastruktur arbeiten. Die Bundeswehr und die EU bauen eigene Netze gerade deshalb, weil sie ihre Verbindungen nicht von einem US-Konzern abhängig machen wollen. Öffentliche Auftraggeber dürften diesen Maßstab in Ausschreibungen künftig auch an Zulieferer anlegen.
Unsere Einschätzung: Starlink hat sich den Vorsprung ehrlich erarbeitet, mit billigeren Raketen, mehr Satelliten und einem Produkt, das funktioniert. Gefährlich wird der Vorsprung erst dadurch, dass niemand nachkommt.
Ein Markt, in dem ein Betreiber zwei von drei aktiven Satelliten stellt und sein Gründer über 82,4 Prozent der Stimmrechte verfügt, belohnt Kunden, die sich einen zweiten Weg offenhalten. Bis Amazon Leo, IRIS² und die europäischen Mobilfunker liefern, vergehen zwei bis vier Jahre.
Für diese Zeit gilt: Starlink nutzen, wo der Dienst hilft, und nie so, dass ein einzelner Schalter in Texas über Ihren Betrieb entscheidet.
- Einsatz: Starlink für Baustellen, Außenstellen und Fahrzeuge, nicht als einzige Leitung
- Vertrag: Preiserhöhungen und Einschränkungen sind möglich, ein gleichwertiger Ausweichanbieter fehlt voraussichtlich noch zwei bis vier Jahre
- Kunden: Auftraggeber aus Staat und kritischer Infrastruktur dürften künftig europäische Übertragungswege verlangen
Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zu Satellitennetzen

Bodenstation
Bodenstation (Gateway) heißt eine Anlage mit großen Antennen, die den Datenverkehr zwischen Satelliten und dem Internet am Boden vermittelt. Starlink betreibt allein in den USA mehr als 100 solcher Standorte. Die Stationen sind verwundbar, wie Brände an Antennenfeldern in Polen und Bulgarien 2026 zeigten.
Direct to Device
Direct to Device (D2D) bezeichnet Satellitenverbindungen, die ein gewöhnliches Smartphone ohne Zusatzantenne nutzen kann. Grundlage ist ein Standard des Mobilfunkgremiums 3GPP. Starlink Mobile, AST SpaceMobile und Amazon wollen damit Funklöcher schließen, die Telekom plant den Start ab 2028.
Durchschnittsumsatz je Kunde
Durchschnittsumsatz je Kunde (ARPU, Average Revenue per User) gibt an, wie viel ein Anbieter im Schnitt pro Anschluss und Monat einnimmt. Bei Starlink sank der Wert binnen eines Jahres von umgerechnet rund 76 auf 59 Euro, weil die Kundenzahl schneller wächst als die Erlöse.
Geostationärer Orbit
Geostationärer Orbit (GEO) heißt die Umlaufbahn in 35.786 Kilometern Höhe über dem Äquator. Ein Satellit dort kreist so schnell, wie sich die Erde dreht, und steht vom Boden aus gesehen still. Fernsehsatelliten nutzen diese Bahn, für Videokonferenzen ist die Signallaufzeit zu lang.
Internationale Fernmeldeunion
Internationale Fernmeldeunion (ITU) heißt die UN-Sonderorganisation in Genf, die Funkfrequenzen und Umlaufbahnen international koordiniert. Ein Netz, das zuerst angemeldet und rechtzeitig gestartet wird, erhält Vorrang. Seit 2019 gelten feste Fristen, bis wann ein Teil der Satelliten im Orbit sein muss.
IRIS²
IRIS² (Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite) ist das geplante Satellitennetz der Europäischen Union. Betreiber ist das Konsortium SpaceRISE aus SES, Eutelsat und Hispasat. Vorgesehen sind 348 Satelliten vor allem für Behörden und Militär, die ersten sollen 2029 starten.
Ka-Band
Ka-Band heißt der Frequenzbereich von 26 bis 40 Gigahertz. Das Band transportiert mehr Daten als niedrigere Bänder, reagiert aber empfindlicher auf Regen. Häufig nutzen Breitbandsatelliten mit hohem Durchsatz das Ka-Band, auch für ihre Verbindungen zu Bodenstationen.
Konstellation
Konstellation nennt die Branche eine Gruppe gleichartiger Satelliten, die abgestimmt zusammenarbeiten. Netze im niedrigen Orbit brauchen große Konstellationen, weil jeder einzelne Satellit nur einen kleinen Ausschnitt der Erde sieht. Starlink ist mit über 11.000 Satelliten die größte.
Ku-Band
Ku-Band heißt ein Mikrowellenbereich, den Satellitenfernsehen und Breitbandnetze seit Jahrzehnten nutzen. In Deutschland senden Starlink-Antennen nach einer Verfügung der Bundesnetzagentur zwischen 14,0 und 14,5 Gigahertz und empfangen zwischen 10,95 und 12,75 Gigahertz.
Laserverbindung
Laserverbindung (Intersatellitenverbindung) bezeichnet die optische Datenstrecke zwischen zwei Satelliten. Über solche Verbindungen reichen Netze Daten im All weiter, bis eine Bodenstation in Reichweite ist. Jeder Starlink-Satellit der Bauart V2 Mini hat drei Laser an Bord, im ganzen Netz arbeiten mehr als 24.000.
Latenz
Latenz bezeichnet die Zeit, die ein Datenpaket für den Weg zum Ziel und zurück braucht, in Millisekunden. Bei Satelliten im geostationären Orbit liegt der Wert bei mehreren hundert Millisekunden, Starlink meldete für 2025 weltweit im Mittel rund 26 Millisekunden.
Mittlerer Orbit
Mittlerer Orbit (MEO) heißt der Bahnbereich zwischen dem niedrigen und dem geostationären Orbit. Dort kreisen die Navigationssatelliten von Galileo in 23.222 Kilometern Höhe und die Breitbandsatelliten O3b mPOWER von SES in rund 8.000 Kilometern. Wenige Satelliten decken dort große Flächen ab.
Niedriger Orbit
Niedriger Orbit (LEO, Low Earth Orbit) heißt der Bahnbereich unterhalb von 2.000 Kilometern. Starlink, OneWeb und Amazon Leo betreiben dort ihre Netze, weil kurze Wege kurze Signallaufzeiten bedeuten. Der Nachteil: Die Satelliten verlieren durch die Restatmosphäre an Höhe und halten nur rund fünf Jahre.
Starshield
Starshield heißt die militärische Variante von Starlink, die SpaceX für die US-Regierung betreibt. SpaceX meldete im August 2026 mehrjährige Aufträge über mehr als 5,3 Milliarden Euro. Die ukrainische Armee nutzt Starshield-Terminals, die seit Oktober 2026 nur bis Tempo 160 funktionieren.
Weltraumschrott
Weltraumschrott umfasst ausgediente Satelliten, Raketenstufen und Trümmer im Orbit. Die ESA rechnet mit 68.450 Objekten größer als zehn Zentimeter, aktive Satelliten eingeschlossen. Starlink-Satelliten wichen von Dezember 2025 bis Mai 2026 mehr als 200.000-mal anderen Objekten aus.
FAQ: Wem gehört das Internet aus dem All?

Wie viele Satelliten hat Starlink im All?
Am 15. Oktober 2026 zählte der Astronom Jonathan McDowell 11.140 funktionsfähige Starlink-Satelliten. Insgesamt hat SpaceX mehr als 13.000 gestartet, ausgediente Satelliten verglühen nach rund fünf Jahren in der Atmosphäre. Die FCC hat 15.000 Satelliten der zweiten Generation genehmigt.
Was kostet Starlink in Deutschland?
Seit Mai 2026 kostet der Tarif für Privathaushalte mit 100 Megabit pro Sekunde 35 Euro im Monat, mit 200 Megabit 55 Euro. Vorher lagen die Preise sechs Euro niedriger. Für Reisen bietet Starlink eigene Tarife ab 45 Euro für 100 Gigabyte an.
Wem gehört Starlink?
Starlink gehört zu SpaceX, das seit Juni 2026 an der Nasdaq notiert ist. Gründer Elon Musk hält dank Aktien mit zehnfachem Stimmrecht 82,4 Prozent der Stimmrechte, neue Anleger besitzen 4,9 Prozent der Aktien.
Kann Starlink abgeschaltet werden?
Ja, der Betreiber kann einzelne Terminals, Regionen oder Funktionen sperren oder drosseln. Im Oktober 2026 brachen Verbindungen der ukrainischen Armee ab, sobald ihre Fahrzeuge schneller als 160 Kilometer pro Stunde fuhren. Musk erklärte, über Grenzen bei Starshield entscheide die US-Regierung.
Ist Starlink schneller als DSL?
Bei der Downloadrate oft ja, bei der Latenz meist nein. SpaceX meldet Downloadraten über 200 Megabit pro Sekunde, Ookla maß im ersten Quartal 2026 in 27 EU-Märkten eine mittlere Latenz von 49 Millisekunden. Festnetzanschlüsse reagierten überall schneller.
Wann startet Amazon Leo in Deutschland?
Einen Termin hat Amazon noch nicht genannt. Deutschland gehört zu den ersten fünf Ländern, in denen Amazon Leo starten soll. Firmenkunden testen den Dienst bereits, den kommerziellen Start kündigt Amazon für 2026 an, Preise fehlen noch.
Quellen
69 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 16.10.2026
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- Via SatelliteFCC Gives Amazon Leo 50% Deployment Waiver, With Conditions on Spectrum Priority
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- The Kyiv IndependentUkraine’s Starlink access restricted without warning, Zelensky adviser says
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- EutelsatEutelsat to play central role in delivering next phase of Europe’s sovereign connectivity
- AerospacelabAerospacelab awarded €2.4 billion contract to build 264 LEO satellites for IRIS²
- Bundesministerium der VerteidigungRede von Boris Pistorius beim Weltraumkongress
- HandelsblattStarlink für die Bundeswehr: Rheinmetall will Airbus ausstechen
- heise onlineBundeswehr plans constellation with over 1000 satellites
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- Europäische KommissionCommission proposes new authorisation for mobile satellite services (IP/26/1170, 27.05.2026)
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- Spaceflight NowOneWeb signs with SpaceX to resume launching internet constellation
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- Europäische KommissionEU Space Act: making space safer
- EUR-LexProposal for a Regulation on the safety, resilience and sustainability of space activities (COM(2025) 335)
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- Aero InternationalLufthansa Starlink: Erster Flug mit Highspeed-WLAN an Bord
