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Bosch schließt im Werk Bamberg betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2032 aus. Darauf haben sich Werkleitung und Betriebsrat geeinigt. Im Gegenzug arbeiten die Tarifbeschäftigten weiterhin drei Stunden weniger pro Woche, bei entsprechend geringerem Gehalt.

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Rund 5.500 Menschen arbeiten nach Angaben von Radio Bamberg im Bamberger Bosch-Werk.[1] Im Jahr 2018 zählte die IG Metall dort noch rund 7.300 Beschäftigte.[2] Bis 2030 will Bosch an deutschen Standorten rund 13.000 Stellen streichen, für Bamberg gilt nun eine Jobgarantie.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Standortsicherung für Bosch in Bamberg gilt bis Ende 2032.
  • Tarifbeschäftigte mit 35-Stunden-Vertrag arbeiten weiter 32 Stunden und verdienen entsprechend weniger.
  • Seit 2018 ist die Belegschaft um rund ein Viertel geschrumpft.
  • Im Bosch-Werk Nürnberg sollen dagegen 900 von 1.800 Stellen wegfallen.

Was regelt die neue Vereinbarung?

Weiße Uhr mit orangefarbener 1-3-Markierung und Anhänger „bis 2032“ vor weißem Hintergrund
Bosch sichert bis Ende 2032 Beschäftigung zu. Arbeitszeit bleibt um 3 Stunden reduziert, Gehalt sinkt um etwa 8,6 Prozent

Die Einigung hat Bosch am 15. Oktober bekanntgegeben. Bis Ende 2032 sind betriebsbedingte Kündigungen am Standort ausgeschlossen, die Arbeitszeit der Tarifbeschäftigten bleibt um drei Stunden abgesenkt.[1] Bei einem Vertrag über 35 Stunden sind das rund 8,6 Prozent weniger Arbeitszeit und Gehalt. Der Fränkische Tag nennt das einen Verzicht der Beschäftigten.[4]

Als Grund nennt Bosch die sinkende Nachfrage nach Verbrennertechnik. Im Werk entstehen Antriebssysteme und Komponenten für Benzin- und Dieselmotoren.[5] Daneben investiert Bosch in Bamberg seit Jahren in Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik, auch die Ausbildung bleibt gesichert.[1] Eine Investitionssumme oder neue Produkte für das Werk nennt die Meldung nicht.

Warum kürzt Bosch in Bamberg die Arbeitszeit, statt sie zu verlängern?

Mit der kürzeren Woche verteilt Bosch weniger Arbeit auf dieselbe Zahl von Köpfen. Bosch spart Lohnkosten, ohne Stellen zu streichen, und die Beschäftigten zahlen den Preis mit ihrem Gehalt. Andere Zulieferer gehen den umgekehrten Weg: Aumovio will zurück zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, um seine Fixkosten auf mehr Stunden zu verteilen. Bei Valeo im nahen Ebern arbeitet die Belegschaft ab 2027 zwei Stunden länger pro Woche, dafür sind die Jobs bis 2030 gesichert.

In Bamberg gilt das Modell seit 2020. Im November 2019 vereinbarten Werkleitung und Betriebsrat die 32-Stunden-Woche ab April 2020 für sechs Jahre, mit einem Kündigungsschutz bis März 2026.[3] Zugleich sagte Bosch zu, den Stack, das Kernstück der Brennstoffzelle, in Bamberg industriell zu fertigen. Das Werk hatte zu diesem Zeitpunkt 7.200 Beschäftigte.[3]

Bosch Bamberg: Jobgarantie gegen Arbeitszeit
Was die Standortsicherung regelt und wie stark das Werk seit 2018 geschrumpft ist
5.500
Beschäftigte heute, 2018 waren es rund 7.300
32 statt 35
Wochenstunden für Tarifbeschäftigte, rund 8,6 % weniger Gehalt
Ende 2032
bis dahin keine betriebsbedingten Kündigungen in Bamberg
900 von 1.800
Stellen will Bosch dagegen im Werk Nürnberg bis Ende 2029 abbauen
Zwei Vereinbarungen, ein Prinzip
November 2019
Erste Standortsicherung, 7.200 Beschäftigte, Zusage für die Brennstoffzelle.
April 2020
32-Stunden-Woche startet, Kündigungsschutz bis März 2026.
15. Oktober 2026
Werkleitung und Betriebsrat einigen sich auf die Verlängerung.
Ende 2032
Neue Laufzeit der Standortsicherung endet.

Die Bamberger Belegschaft bezahlt ihre Jobgarantie seit 2020 mit drei Stunden Lohn pro Woche, künftig bis 2032.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet die Einigung für Franken und die Zulieferer?

Eine Standortsicherung schützt vor Kündigungen, nicht vor dem Schrumpfen. Zwischen 2018 und heute verlor das Werk rund 1.800 Stellen, obwohl die Vereinbarung von 2019 betriebsbedingte Kündigungen ausschloss. Wie schnell sich die Lage ändern kann, zeigt Nürnberg: Im Oktober 2025 galten Bamberg, Ansbach und Nürnberg laut IG Metall als nicht betroffen vom angekündigten Abbau der 13.000 Stellen.[2] Ein Jahr später plant Bosch in Nürnberg den Abbau von 900 Stellen, die dortige Sicherung endet am 31. Dezember 2026.

Für Zulieferer und Dienstleister rund um das Werk bringt die Einigung Planungssicherheit bei der Beschäftigung, nicht bei den Abnahmemengen. Verhandeln Betriebsräte eine ähnliche Vereinbarung, lohnt der Blick auf die Gegenleistung: Volkswagen etwa hält die Jobgarantie bis 2030, stellt aber Entgelt und Arbeitszeit neu zur Verhandlung. Ohne Produkte mit Stückzahlen für die Jahre nach dem Verbrenner bleibt eine Jobgarantie ein Zeitgewinn.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Radio BambergBosch Mobility verlängert Standortvereinbarung für Bamberger Werk bis 203215.10.2026
  2. IG Metall BayernBosch: Sorgen an bayerischen Standorten vor Folgen der Abbaupläne01.10.2025
  3. inFranken.deBosch-Werk in Bamberg gesichert07.11.2019
  4. Fränkischer TagBosch Bamberg: Die Standort-Sicherung gibt es nicht umsonst15.10.2026
  5. inFranken.deBosch streicht 13.000 Stellen: Schritt löst in Bamberg Sorge aus01.10.2025

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