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MaxSolar baut seit dem 15. Oktober in Ansbach-Winterschneidbach einen Batteriespeicher mit 20 Megawatt Leistung und 100 Megawattstunden Kapazität. Laden und entladen soll die Anlage nach dem Bedarf des Verteilnetzbetreibers N-ERGIE Netz, nicht nach dem Börsenpreis. Laut Radio 8 kostet das Projekt rund 14 Millionen Euro, im März 2027 soll der Speicher laufen.

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Mehr als 170.000 Ökostromanlagen hängen inzwischen am Netz der N-ERGIE Netz GmbH, das Nürnberg und weite Teile Mittelfrankens versorgt.[1] An sonnigen Mittagen erzeugen die Anlagen dort deutlich mehr Strom, als die Region verbraucht.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Speicher entsteht direkt neben dem Umspannwerk Winterschneidbach.
  • MaxSolar aus Traunstein setzte sich in der Ausschreibung gegen mehr als 20 Wettbewerber durch.
  • Ausgeschrieben waren im November 2025 bis zu 80 Megawattstunden, gebaut werden 100.
  • Neue Arbeitsplätze nennen die beiden Unternehmen nicht.

Was entsteht in Winterschneidbach?

Weißer Container mit Ladebalken, orangener Flagge („NETZ ZUERST“) und Strommast
Großbatterie mit 20 MW Leistung und 100 MWh Kapazität ermöglicht fünf Stunden Volllastbetrieb, übertrifft deutsche Durchschnittsspeicher von 2,3 Stunden deutlich

Mit 20 Megawatt und 100 Megawattstunden kann die Anlage fünf Stunden lang mit voller Leistung laden oder entladen.[1] Deutsche Großspeicher kommen im Schnitt auf rund 2,3 Stunden Speicherdauer. Die längere Ladezeit folgt aus dem Zweck: Ein Speicher, der Solarspitzen über die Mittagsstunden aufnehmen soll, braucht mehr Kapazität als einer, der kurze Preisausschläge an der Börse mitnimmt.

Bei den von Radio 8 genannten 14 Millionen Euro kostet die Kilowattstunde Speicherkapazität rechnerisch rund 140 Euro. Gemessen an Marktspeichern bleibt das Projekt klein: EnBW baut in Philippsburg 400 Megawatt und 800 Megawattstunden und finanziert die Anlage über Stromhandel und Netzdienstleistungen.

Warum schreibt der Netzbetreiber den Speicher aus?

Eigene Speicher dürfen Stromnetzbetreiber wegen der Entflechtung von Netz und Handel nur ausnahmsweise besitzen, etwa mit einer Genehmigung der Bundesnetzagentur, für die zuvor eine Ausschreibung keinen geeigneten Dritten gefunden haben muss.[4] Paragraf 11a des Energiewirtschaftsgesetzes erlaubt deshalb, Bau und Betrieb einer Anlage im Eigentum eines Dritten auszuschreiben. Den Zuschlag darf der Netzbetreiber nur erteilen, wenn die Kosten die einer vergleichbaren eigenen Anlage nicht übersteigen.[3]

Braucht der Netzbetreiber die Anlage zeitweise nicht, darf der Eigentümer Leistung und Arbeit an den Strommärkten verkaufen.[3] Wie oft MaxSolar diese Lücke in Ansbach nutzen kann, nennen die Partner nicht. Abgestimmt ist das Projekt mit der Bundesnetzagentur, N-ERGIE zählt das Vorhaben zu den ersten dieser Art im deutschen Verteilnetz.[1] „Netzdienliche Speicher können einen wichtigen Beitrag leisten, vorhandene Netzkapazitäten effizienter zu nutzen“, sagt Kerstin Fröhlich, Geschäftsführerin der N-ERGIE Netz. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nannte Energiespeicher beim Baustart einen „essenziellen Baustein einer sicheren, bezahlbaren und klimaneutralen Energieversorgung“.[1]

Batteriespeicher Ansbach: bestellt vom Netzbetreiber
Was in Winterschneidbach entsteht und auf welcher Stufe das Projekt steht
100 MWh
Speicherkapazität bei 20 Megawatt Leistung
5 Stunden
volle Leistung am Stück, deutsche Großspeicher schaffen im Schnitt rund 2,3
über 20
Bieter traten in der Ausschreibung der N-ERGIE Netz gegen MaxSolar an
14 Mio. €
kostet das Projekt laut Radio 8, rechnerisch rund 140 € je Kilowattstunde
Vom Netzengpass zum Speicher
November 2025
N-ERGIE Netz schreibt bis zu 20 MW und 80 MWh aus.
März 2026
MaxSolar erhält den Zuschlag, die Kapazität steigt auf 100 MWh.
15. Oktober 2026
Baustart neben dem Umspannwerk Winterschneidbach.
März 2027
Geplante Inbetriebnahme laut Radio 8.

Ansbach zeigt: Ein Netzbetreiber kann Speicher einkaufen wie eine Dienstleistung, gedeckelt auf die Kosten einer eigenen Anlage.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was bedeutet das für Speicherprojekte in der Region?

Für Mittelfranken ergänzt der Speicher den Netzausbau, für den N-ERGIE bis 2030 rund 1,3 Milliarden Euro einplant.[2] Weitere Speicher will N-ERGIE Netz zulassen, sofern die Anlagen betrieblich beherrschbar und technisch möglich sind; für den netzdienlichen Betrieb setzt das Unternehmen eine Ausschreibung nach Paragraf 11a voraus.[5]

Planen Sie einen Gewerbe- oder Großspeicher, fragen Sie Ihren Netzbetreiber früh nach netzdienlichen Ausschreibungen. Ein solcher Vertrag bindet die Fahrweise an das Netz und lässt den Börsenhandel nur zu, solange der Netzbetreiber die Anlage nicht braucht. Unabhängig von der Fahrweise plant die Bundesnetzagentur für Speicher künftig einen Kapazitätspreis für das Netz. Ob sich ein eigener Speicher für den Betrieb rechnet, zeigt die Übersicht zum Gewerbespeicher.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. MaxSolarBaustart für Deutschlands größten netzdienlichen Batteriespeicher15.10.2026
  2. N-ERGIEAusschreibung für Batteriespeicher gestartet18.11.2025
  3. Bundesministerium der Justiz§ 11a EnWG: Ausschreibung von Energiespeicheranlagen
  4. Bundesministerium der Justiz§ 11b EnWG: Ausnahme für Energiespeicheranlagen
  5. N-ERGIE NetzEnergiespeicher

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