Ein Logikchip von Huawei oder ZTE kostet ein neues Funkgerät seit dem 13. Oktober die US-Zulassung, auch wenn ein anderer Hersteller das Gerät baut und unter eigenem Namen anmeldet. Die FCC schließt damit den Umweg, über den gesperrte Konzerne als Zulieferer im US-Markt blieben. Online-Marktplätze müssen ab März 2027 zu jedem zulassungspflichtigen Funkgerät die FCC-Kennung anzeigen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEin Tablet oder ein Smart-Home-Thermostat mit einem Prozessor von Huawei konnte bis Montag eine US-Zulassung bekommen, solange ein anderer Hersteller das Gerät anmeldete. Seit Dienstag zählt für die US-Behörde, wer den Chip im Inneren gebaut hat. Das Fachportal EET China spricht vom Ende des „Umwegs über den Gehäusetausch“.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 13. Oktober 2026 erteilt die FCC keine Zulassung mehr für neue Geräte mit Logikbausteinen von Konzernen auf ihrer Sperrliste, darunter Huawei und ZTE.
- Bereits zugelassene Geräte bleiben verkäuflich.
- Marktplätze müssen die FCC-Kennung ab dem 1. März oder dem 1. Juni 2027 am Angebot zeigen.
- In Deutschland müssen kritische Huawei- und ZTE-Komponenten bis Ende 2026 aus den 5G-Kernnetzen verschwinden.
Welche Bauteile trifft das Verbot?

Als Logikbaustein gilt laut Regeltext jedes Bauteil, das digitale Taktsignale mit mehr als 9.000 Impulsen pro Sekunde erzeugt oder Funkenergie zur Datenverarbeitung nutzt.[2] Darunter fallen Prozessoren, Speicher und WLAN-Module, nicht aber Gehäuse, Kabel oder einfache Akkuzellen. Software und Firmware klammert die FCC vorerst aus.
Die Sperrliste der FCC führt neben Huawei und ZTE auch Hikvision, Dahua und Hytera, seit Dezember 2025 zudem die Drohnenhersteller DJI und Autel.[3] Tochterfirmen zählen laut Liste mit, bei Huawei also auch die Chipsparte HiSilicon. Die Bauteilregel gilt nur dort, wo die FCC das ganze Gerät abgelehnt hätte, hätte der gelistete Konzern es selbst gebaut.
Erteilte Zulassungen bleiben gültig. Laufende Anträge sind ausgenommen, solange der Antragsteller keinen Logikbaustein hinzufügt oder austauscht.[2]
Warum reichte das Verbot ganzer Geräte nicht?
Seit 2022 verweigert die FCC Geräten der gelisteten Konzerne die Zulassung. Als Zulieferer blieben Huawei und ZTE trotzdem im Markt: Ein Fremdhersteller kaufte Prozessor oder Speicherchip ein, baute ihn ins eigene Gerät und meldete es unter eigenem Namen an. Für zugekaufte Funkmodule hatte die FCC diesen Weg schon im November 2025 versperrt.[2] Ein kompromittierter Logikbaustein ermögliche Abhören oder Sabotage, gleich wer das Gerät montiert, begründet die Behörde. Wie schwer solche Bauteile zu finden sind, zeigte im August eine Marinedrohne der Royal Navy, deren Kameras monatelang nach China funkten.
Die Bauteilregel ist der jüngste Schritt einer Serie: Seit Juli bekommen Saugroboter aus China keine FCC-Freigabe mehr, im August entzog die Behörde einer angeblich texanischen DJI-Tarnfirma die Zulassung.
Die FCC prüft jetzt den Chip statt des Typenschilds, die Stückliste wird damit zum Exportpapier.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was müssen Hersteller und Händler in der DACH-Region jetzt tun?
Marktplätze wie Amazon oder Temu, die Ware lagern oder versenden, müssen ab dem 1. März 2027 eine gültige FCC-Kennung am Angebot zeigen. Reine Vermittler gleichen ab dem 1. Juni 2027 die Angaben gewerblicher Großverkäufer mit der FCC-Datenbank ab.[2]
In Europa setzen Regierungen bei den Netzen an. Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica haben sich 2024 vertraglich verpflichtet, bis Ende 2026 keine kritischen Huawei- und ZTE-Komponenten mehr in ihren 5G-Kernnetzen einzusetzen, in Zugangs- und Transportnetzen bis Ende 2029.[4] Die EU-Kommission schlug im Januar 2026 mit dem überarbeiteten Cybersecurity Act vor, Hochrisiko-Anbieter verbindlich aus europäischen Mobilfunknetzen zu drängen.[5]
Prüfen Sie bei US-Exporten die Stückliste jedes geplanten Modells auf Bausteine von Huawei, HiSilicon oder ZTE, bevor Sie den Zulassungsantrag stellen. Tauschen Sie nach der Einreichung keinen Logikbaustein mehr aus, sonst fällt der Bestandsschutz weg. Laut EET China erwägt die FCC bereits, vollständige Hardware- und Softwarestücklisten zu verlangen.[1] Wie Sie die eigene IT-Sicherheit grundsätzlich aufstellen, zeigen die Cybersecurity-Grundlagen für KMU.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- EET China (电子工程专辑)美国FCC新规生效:含华为中兴芯片设备一律禁获认证,电子产品输美限制从整机延伸至零部件
- Federal RegisterProtecting Against National Security Threats to the Communications Supply Chain Through the Equipment Authorization Program (FCC 26-50, 91 FR 57798, 11. September 2026, in Kraft seit)
- Federal Communications CommissionList of Equipment and Services Covered By Section 2 of The Secure Networks Act (Stand 9. Oktober 2026)
- Bundesministerium des InnernStärkung der Sicherheit und technologischen Souveränität der deutschen 5G-Mobilfunknetze
- Europäische KommissionNew measures to strengthen cybersecurity resilience and capabilities (IP/26/105)
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