Tim Cook hat auf seiner ersten China-Reise als Verwaltungsratschef von Apple binnen vier Tagen einen Vizepremier und den Handelsminister getroffen. In Shanghai verkündete er, worauf iPhone-Nutzer in China seit 2024 warten: Ende Oktober startet Apple Intelligence dort als Beta.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen„Wir freuen uns sehr, die Freigabe erhalten zu haben, Nutzern in China die ersten Kernfunktionen von Apple Intelligence anzubieten“, sagte Cook am Donnerstag dem Nachrichtenportal The Paper.[1] Am selben Tag empfing ihn Handelsminister Wang Wentao. Die KI-gestützte neue Siri, bei Apple „Siri AI“, gehört nicht zum Paket.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple Intelligence startet in China Ende Oktober als Beta, die neue Siri AI fehlt zum Start.
- In der EU laufen die Grundfunktionen seit April 2025, Siri AI fehlt dort ebenfalls.
- Seit dem 29. September stehen die Nummern der registrierten Sprachmodelle in der Netzzulassung mehrerer iPhone-Modelle.
- Cook traf binnen vier Tagen Vizepremier He Lifeng und Handelsminister Wang Wentao.
Was hat Cook in China zugesagt?

Für den Start nennt Cook unter anderem die Live-Übersetzung, die Schreibtools und die Funktion „Bereinigen“, die Störendes aus Fotos entfernt. „Wir freuen uns darauf, diese Funktionen mit der Beta später in diesem Monat bereitzustellen“, sagte Cook. Für Siri AI nannte er keinen Termin.
Die KI-Zusage fiel in eine Woche voller Regierungstermine. Am Montag empfing ihn Vizepremier He Lifeng in der Großen Halle des Volkes.[2] Wang Wentao sprach mit Cook laut Mitteilung des Handelsministeriums über die Handelsbeziehungen zwischen China und den USA, künstliche Intelligenz und Apples Geschäft in China.[3] Der Minister wünschte sich Apple als „Brücke“ zwischen beiden Ländern, Cook stellte einen weiteren Ausbau des China-Geschäfts in Aussicht. Schon in Guangdong hatte er dem Gouverneur mehr Apple-Geschäft in Aussicht gestellt.
Warum vergingen seit der Freigabe drei Monate?
China verlangt für KI auf dem Smartphone zwei Freigaben. Die Internetaufsicht registrierte das Sprachmodell „Apple Intelligence“ der Shanghaier Apple-Tochter schon am 8. Juli, Mitte Juli wurde bekannt, dass Apple dafür mit Alibabas Qwen arbeitet. Das Industrieministerium musste zusätzlich die Netzzulassung der Geräte ändern, ohne die kein Handy im chinesischen Mobilfunknetz funken darf. Erst am 29. September erhielten iPhone Duo, iPhone 18 Pro, iPhone 17 Pro und iPhone Air laut The Paper die Nummern von drei Modellen: Apple Intelligence sowie Alibabas Qwen und dessen Bildmodell Wanxiang.
Großchina brachte Apple im Geschäftsjahr 2025 rund 56 Milliarden Euro Umsatz, 15,5 Prozent des Konzerns. Huawei, Xiaomi und Honor verkaufen ihre Smartphones dort seit Langem mit KI-Funktionen. Die Arbeitsteilung an der Apple-Spitze ist damit sichtbar: Cook übernimmt die Diplomatie, Konzernchef John Ternus die Produkte.
Das Sprachmodell „Apple Intelligence“ der Shanghaier Apple-Tochter wird registriert.
Die Netzzulassungen mehrerer iPhone-Modelle erhalten die Nummern von drei Sprachmodellen.
Cook trifft Vizepremier He Lifeng und Handelsminister Wang Wentao.
Genannt sind unter anderem Live-Übersetzung, Schreibtools und die Funktion „Bereinigen“ in Fotos.
In der EU laufen sie auf dem iPhone seit April 2025, auch auf Deutsch.
Für China nennt Apple keinen Termin, in der EU bremst der Digital Markets Act.
15,5 % des Apple-Umsatzes im Geschäftsjahr 2025.
China bekommt Apples KI ohne neue Siri, die EU ebenfalls. Peking verlangt Kontrolle, Brüssel Offenheit, und Apple liefert beiden die abgespeckte Fassung.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Unternehmen mit iPhones in China und Europa?
In der EU laufen die Grundfunktionen von Apple Intelligence seit April 2025 auf dem iPhone, auch auf Deutsch.[4] Die neue Siri AI hält Apple hier wegen des Digital Markets Act zurück. Anfragen, die das iPhone nicht selbst bearbeitet, gehen in China laut chinesischen Finanzmedien an Alibabas Qwen statt an Apples eigene Server. Firmen-iPhones in chinesischen Niederlassungen schicken Texte damit an einen anderen Anbieter als dieselben Geräte in Frankfurt oder Wien.
Haben Sie Mitarbeiter mit Firmen-iPhones in China, sollten Sie vor dem Update entscheiden:
- Legen Sie fest, ob Schreibtools vertrauliche Texte dort verarbeiten dürfen, und sperren Sie die Funktion bei Bedarf über die Geräteverwaltung.
- Klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, ob die Datenschutzfolgenabschätzung für Apple Intelligence die Verarbeitung durch Alibaba abdeckt.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- The Paper (Pengpai Xinwen)Exklusiv-Interview mit Tim Cook zur Freigabe von Apple Intelligence in China
- XinhuaHe Lifeng empfängt Apple-Executive-Chairman Tim Cook
- Handelsministerium der Volksrepublik ChinaMinister Wang Wentao empfängt Tim Cook
- AppleApple Intelligence expands to more languages and regions in April
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