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Microsoft schloss im Oktober-Update 23 Windows-Lücken, deren Danksagung ein chinesisches KI-Modell als Werkzeug nennt: „using GLM from z.ai“. Hinter dem Vermerk stehen zwei Forscher, darunter Yuki Chen, laut InfoQ China fünfmal Microsofts wertvollster Sicherheitsforscher des Jahres. Im August und September tauchte GLM in Microsofts Danksagungen kein einziges Mal auf.

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Sechzehn der 23 Einträge gehen an Chen, sieben an einen Forscher mit dem Kürzel k0shl.[1] Die meisten Funde sind Rechteausweitungen: Bei 20 der 23 Lücken verschafft sich ein Angreifer mit Zugriff auf einen Windows-Rechner dort höhere Rechte.

Das Wichtigste in Kürze

  • 23 Lücken im Windows-Update vom 13. Oktober tragen den Vermerk „using GLM from z.ai“, z.ai gehört zu Zhipu aus Peking.
  • Die schwerste Lücke steckt im OpenSSH-Server für Windows und erreicht den CVSS-Wert 9,8.
  • Ausgenutzt hatten Angreifer laut Microsoft keine der 23 Lücken, das Update schließt alle.
  • Chinas Meldeverordnung erlaubt die Weitergabe solcher Funde an den Hersteller, aber an keine andere ausländische Stelle.

Was steht in Microsofts Danksagungen?

Weiße Käferfigur in Petrischale mit blauer Lupe, beschriftet als „Fund Nr. 23“
Microsoft veröffentlicht zu jedem Patchday maschinenlesbare Daten über Sicherheitslücken in Windows Update, Sicherungsengine, USB-Druckertreiber und Linux-Subsystem

Zu jedem Patchday veröffentlicht Microsoft einen maschinenlesbaren Datensatz mit allen Lücken und ihren Findern.[1] Die GLM-Einträge betreffen etwa Windows Update, die Sicherungsengine, den USB-Druckertreiber und das Windows-Subsystem für Linux, auf Clients wie Servern.

Als Werkzeug nennt sonst nur ein einziger Oktober-Eintrag ein KI-Modell: Benoit Sevens fand eine Lücke mit Anthropics Claude.

Die schwerste Lücke, CVE-2026-97816, steckt in OpenSSH für Windows. Ein Angreifer führt darüber ohne Anmeldung Code über das Netz aus, der CVSS-Wert liegt bei 9,8.[1] Microsoft stuft die Lücke trotzdem bloß als „Wichtig“ ein. Angreifbar ist der Dienst nur dort, wo er läuft, denn der OpenSSH-Server gehört unter Windows zu den optionalen Funktionen.

KI-Funde trieben schon im Juli Microsofts Patchday auf 570 Lücken an einem Tag. Ende Juli zeigten interne Unterlagen, dass Microsoft rund 300 mittelschwere SharePoint-Funde von Anthropics Mythos hinten anstellte.

Wie viel Anteil hat Zhipus Modell?

Yuki Chen leitete laut InfoQ China zuvor das Schwachstellenlabor des chinesischen Sicherheitskonzerns Qihoo 360. Am 14. Oktober kündigte Chen auf X den Wechsel zu Zhipu an.[2]

Offen bleibt, welchen Teil der Arbeit das Modell übernahm und welchen der Forscher.

Zhipu trainierte GLM-5.3 nach eigenen Angaben gezielt mit Daten und Umgebungen zur Schwachstellensuche und meldet im Test CyberGym 84,5 Prozent.[2] Anthropics Red Team bescheinigte dem Modell Ende September, Exploits fast so gut wie Mythos Preview zu bauen. Den Vollzugriff auf diese Fähigkeiten vergibt Zhipu nur nach einer Prüfung.

Für Sicherheitslücken gilt keine Entity-List: Microsoft nimmt jeden Fund, egal mit welchem Modell er entstand.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was Zhipus GLM im Windows-Update hinterlassen hat
Auswertung der Danksagungen in Microsofts Oktober-Update vom 13. Oktober 2026
23
Lücken tragen den Vermerk „using GLM from z.ai“, im August und September trug ihn keine
20
davon verschaffen einem Angreifer höhere Rechte auf dem Windows-Rechner
9,8
Punkte erreicht die schwerste Lücke im OpenSSH-Server für Windows
16 zu 7
Einträge verteilen sich auf Yuki Chen und den Forscher k0shl
0
der 23 Lücken nutzten Angreifer laut Microsoft vor dem Update aus

Was bedeutet das für Unternehmen in Europa?

Zhipu steht seit Januar 2025 auf der Entity-List der US-Regierung. Trotzdem bietet Amazon GLM-5.3 über seine Plattform Bedrock an und Microsoft nennt das Modell im eigenen Sicherheitsupdate. Chinas Verordnung über Sicherheitslücken in Netzwerkprodukten verbietet, unveröffentlichte Lücken an ausländische Stellen außer dem Hersteller weiterzugeben, und empfiehlt Meldungen an staatliche Datenbanken.[3] Die 2.436 Funde des Vorgängers GLM-5.2 gingen laut InfoQ China an die Datenbanken CNNVD und CNVD.[2]

Seit dem 11. September 2026 verlangt der Cyber Resilience Act von Herstellern in der EU, aktiv ausgenutzte Lücken binnen 24 Stunden der zuständigen Behörde und der Agentur ENISA zu melden.[4]

Softwarehäuser in der DACH-Region sollten ihre Meldewege auf deutlich mehr externe Funde auslegen: Ein Forscher mit KI-Modell lieferte Microsoft in einem Monat 16.

Spielen Sie das Oktober-Update gerne auf allen Windows-Rechnern und Servern ein und prüfen Sie, wo der OpenSSH-Server läuft. Eine Software zur Geräteverwaltung zeigt Ihnen, welche Systeme den Patch noch nicht haben. Planen Ihre Entwickler, Zhipus Werkzeuge selbst einzusetzen, lohnt vorher ein Blick auf ZCode, das die komplette Git-Historie in die Cloud lud.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Microsoft Security Response CenterOctober 2026 Security Updates (CVRF-Datensatz mit Danksagungen)13.10.2026
  2. InfoQ China (凌敏)微软一口气致谢 23 个漏洞,背后是智谱 GLM 和一位顶级, 白帽”“15.10.2026
  3. Cyberspace Administration of China网络产品安全漏洞管理规定 (Verordnung über Sicherheitslücken in Netzwerkprodukten, Artikel 9 und 10)13.07.2021
  4. Amtsblatt der EUVerordnung (EU) 2024/2847 (Cyber Resilience Act), Artikel 14 und 7120.11.2024

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