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Nordex erwartet für 2026 jetzt eine EBITDA-Marge von 11,5 bis 12,5 Prozent, bisher lag die Spanne bei 8 bis 11 Prozent. Im dritten Quartal verdoppelte der Hamburger Turbinenbauer sein operatives Ergebnis auf rund 278 Millionen Euro. Höhere Servicemargen gaben den Ausschlag, dazu blieben eingeplante Projektrisiken aus.

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„Das dritte Quartal zeigt, was unsere Teams leisten können“, kommentierte Nordex-Chef José Luis Blanco die vorläufigen Zahlen, die der Konzern am Donnerstagabend um 20:30 Uhr veröffentlichte.[1] Der Quartalsumsatz stieg auf rund 2,19 Milliarden Euro, nach 1,71 Milliarden ein Jahr zuvor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EBITDA-Marge für 2026 soll 11,5 bis 12,5 Prozent erreichen, statt 8 bis 11 Prozent.
  • Im dritten Quartal stieg das EBITDA von 136 auf rund 278 Millionen Euro, die Marge von 8,0 auf 12,7 Prozent.
  • Der freie Cashflow erreichte 379 Millionen Euro, nach 149 Millionen im Vorjahresquartal.
  • Den Umsatzkorridor von 8,2 bis 9,0 Milliarden Euro bestätigt Nordex.

Woher kommt die höhere Marge?

Oranges Kissen mit Windrad-Modell und Anhänger „RESERVE ÜBRIG“ vor weißem Hintergrund
Nordex erwirtschaftet höhere Margen im Service und starkes Projektgeschäft. Der Konzern hat seit 1985 über 67 Gigawatt Windleistung weltweit installiert

Im Servicegeschäft verdiente Nordex höhere Margen, auch das Projektgeschäft lief stark.[1] Seit 1985 hat der Hamburger Konzern mehr als 67 Gigawatt Windleistung in über 40 Märkten in Betrieb genommen. Jede neue Turbine erweitert die Basis für Wartungsaufträge, für die Betreiber über viele Jahre zahlen. Für Nachschub sorgen die Bestellungen: Im dritten Quartal verbuchte der Turbinenbauer Aufträge über 2.810 Megawatt.

Risiken, die Nordex in der bisherigen Prognose für das Projektgeschäft eingerechnet hatte, traten nicht im angenommenen Umfang ein.[1] Turbinenbauer liefern meist zum Festpreis, oft Jahre nach dem Vertragsschluss. Verzögerungen auf der Baustelle oder Schäden beim Transport der Rotorblätter gehen dann zulasten des Herstellers. Wie teuer solche Festpreise werden können, erlebte die Branche nach 2022, als die Material- und Logistikkosten stark stiegen.

Warum schrumpft die Spanne der Prognose so stark?

Die alte Prognose ließ drei Prozentpunkte Spielraum, die neue nur noch einen. Selbst die neue Untergrenze von 11,5 Prozent liegt über der alten Obergrenze. Bei unverändertem Umsatzkorridor ergibt die neue Spanne rechnerisch ein EBITDA zwischen rund 0,94 und 1,13 Milliarden Euro, nach bisher 0,66 bis 0,99 Milliarden. Im zweiten Quartal hatte der Konzern mit 10,3 Prozent erstmals eine zweistellige Marge gemeldet, im dritten folgten 12,7 Prozent.

Der Projektierer PNE aus Cuxhaven senkte am 13. Oktober seine Ergebnisprognose um gut ein Drittel, weil sich Verkäufe von Windparks ins Jahr 2027 verschieben. Nordex verdient an jeder gelieferten Turbine und an der laufenden Wartung, PNE erst, sobald ein Investor den fertigen Park übernimmt.

Nordex verdient am Windausbau verlässlicher als die Projektierer, weil Wartungsverträge weiterlaufen, auch wenn sich ein Parkverkauf verschiebt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Nordex: mehr Marge beim gleichen Umsatzziel
Vorläufige Zahlen zum dritten Quartal 2026 und neue Jahresprognose
278 Mio. €
EBITDA im Quartal, nach 136 Mio. € ein Jahr zuvor
12,7 %
EBITDA-Marge im Quartal, nach 8,0 Prozent
379 Mio. €
freier Cashflow im Quartal, nach 149 Mio. €
2,33 Mrd. €
liquide Mittel, Ende 2025 waren es 1,93 Mrd. €
Bisher
8,0 bis 11,0 %

Die alte Prognose für die EBITDA-Marge 2026 ließ drei Prozentpunkte Spielraum.

Neu
11,5 bis 12,5 %

Die neue Untergrenze liegt über der alten Obergrenze, die Spanne beträgt noch einen Punkt.

Unverändert
8,2 bis 9,0 Mrd. €

Den Umsatzkorridor für 2026 bestätigt Nordex, ebenso rund 200 Mio. € Investitionen.

Was bedeutet das für Projektierer und Stadtwerke?

Für Käufer von Windturbinen zählt die Finanzkraft des Herstellers über die gesamte Betriebszeit eines Parks, denn Wartung und Gewährleistung hängen am selben Lieferanten. Bei Siemens Gamesa sicherte der Bund 2023 mit einer Bürgschaft über 7,5 Milliarden Euro die Garantien des Mutterkonzerns ab. Erst im August 2026 meldete die Windsparte wieder einen operativen Gewinn. Nordex selbst hat seinen Garantierahmen bei 15 Banken auf 2,475 Milliarden Euro ausgebaut.

In der Ausschreibung für Wind an Land zum 1. August erhielten Windparks im Schnitt nur noch 4,79 Cent je Kilowattstunde, nach 5,06 Cent in der Vorrunde.[2] Mit sinkenden Turbinenpreisen sollten Projektierer trotzdem nicht rechnen: Nordex sprach am Montag von einem stabilen Preisumfeld. Bis zur nächsten Runde am 1. November legen Projektierer deshalb besser die Servicekonditionen und Lieferfenster mehrerer Hersteller nebeneinander. Warum zusätzlich das Netz bremst, lesen Sie in unserer Analyse zum Rekordausbau der Windkraft.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Nordex SEDie Nordex Group meldet starke vorläufige Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 und hebt ihre Prognose für die EBITDA-Marge im Gesamtjahr 2026 an (Mitteilung vom 15.10.2026)
  2. BundesnetzagenturPressemitteilung zu den Zuschlägen der Ausschreibung Wind an Land zum 1. August 202617.09.2026

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