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PNE erwartet für 2026 nur noch ein EBITDA von 60 bis 75 Millionen Euro, bisher hatte der Vorstand 90 bis 120 Millionen Euro angepeilt. Der Windkraftentwickler aus Cuxhaven verkauft mehrere Windparks später als geplant und behält einige fertige Parks selbst. Ein Teil der Erträge fällt damit erst 2027 an.

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„Das bislang gut verlaufene operative Jahr 2026 wird sich aufgrund der zeitlichen Verschiebungen nicht in vollem Umfang im Ergebnis widerspiegeln“, sagt PNE-Chef Heiko Wuttke.[1] Am 13. Oktober meldete der Vorstand die neue Prognose per Ad-hoc-Mitteilung. Für das bereinigte EBITDA nennt PNE jetzt 65 bis 80 Millionen Euro statt 110 bis 140 Millionen.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis Mitte Oktober verkaufte PNE in Deutschland, Polen und Frankreich elf Projekte mit zusammen rund 361 Megawatt.
  • In Deutschland erhielt PNE in diesem Jahr Genehmigungen für zehn Windprojekte mit rund 374 Megawatt.
  • Im Ausland kamen Genehmigungen für drei Windparks mit rund 290 Megawatt und 13 Solarparks mit rund 335 Megawatt Spitzenleistung hinzu.
  • Die verschobenen Projekte will PNE im Jahr 2027 realisieren.

Warum verschiebt ein späterer Verkauf das ganze Jahresergebnis?

Weißes Windradmodell mit oranger Schleife und Etikett mit Aufschrift „»Abholung 2027«“
PNE entwickelt Windparks, holt Genehmigungen ein und verkauft diese an Investoren. Der Verkaufserlös wird erst im Jahr der Projektübergabe verbucht

PNE arbeitet als Projektierer: Das Unternehmen sichert Flächen, holt Genehmigungen ein, errichtet Windparks zum Teil selbst und verkauft die Projekte an Investoren. Den Ertrag aus einem Verkauf bucht ein Entwickler erst, sobald der Käufer das Projekt übernimmt. Rutscht die Unterschrift vom Dezember in den Januar, fehlt der Gewinn im alten Geschäftsjahr und erscheint im neuen.

Als Grund nennt PNE ein insgesamt schwieriges Branchenumfeld,[2] in dem Verkaufsprozesse länger dauern als erwartet und sich einzelne Genehmigungen verzögern.[1]

Hinzu kommt eine eigene Entscheidung: Einige laufende Windparks, die PNE eigentlich verkaufen wollte, bleiben im Eigenbestand.[1] Statt eines einmaligen Verkaufserlöses bringen diese Parks über Jahre Einnahmen aus dem Stromverkauf.

Warum lassen sich die Käufer Zeit?

Der Wert eines Windparks hängt vom Preis ab, den sein Strom erzielt. In der Ausschreibung der Bundesnetzagentur zum 1. August erhielten neue Windparks an Land im Schnitt 4,79 Cent je Kilowattstunde, nach 5,06 Cent in der Runde davor.[3] Mit 5.250 Megawatt boten die Projektierer gut doppelt so viel Leistung an, wie die Behörde vergab. Sinkende Zuschlagswerte drücken die Erlöse, mit denen Käufer einen Park durchrechnen. Längere Verhandlungen über den Kaufpreis sind die naheliegende Folge.

Dasselbe Umfeld bremst den Verkauf von PNE selbst. Im August deuteten die Rückmeldungen aus dem strukturierten Bieterverfahren auf Kaufpreise unter dem Börsenkurs hin. Größter Aktionär war damals mit rund 48 Prozent der Infrastrukturfonds Morgan Stanley Infrastructure Partners. Zum Stand des Verfahrens sagen die Mitteilungen vom 13. Oktober nichts.

Der Turbinenbauer Nordex holt seine Aufträge derweil vor allem im Ausland: Im dritten Quartal bestellten Kunden aus der Türkei mehr als Kunden aus Deutschland.

PNE hat Genehmigungen und Projekte, nur die Käufer unterschreiben später. Die Wartezeit kostet in diesem Jahr bis zu 45 Millionen Euro EBITDA.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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PNE: Prognose gesenkt, Projekte genehmigt
Ergebnisprognose 2026 vor und nach dem 13. Oktober, dazu die Projekte des laufenden Jahres
60–75 Mio. €
EBITDA im Konzern laut neuer Prognose, zuvor 90–120 Mio. €
65–80 Mio. €
bereinigtes EBITDA (EBITDA normalised), zuvor 110–140 Mio. €
361 MW
in elf verkauften Projekten in Deutschland, Polen und Frankreich
374 MW
in zehn genehmigten Windprojekten in Deutschland
Zuschlagswert
4,79 ct/kWh

im Schnitt für Wind an Land zum 1. August, Vorrunde 5,06 ct/kWh

Gebote
5.250 MW

boten die Projektierer in dieser Runde an

Zuschläge
2.523 MW

vergab die Bundesnetzagentur, die nächste Runde folgt am 1. November

Was bedeutet der Eigenbestand für Stromkunden?

Behält ein Projektierer fertige Parks, vermarktet er deren Strom selbst. PNE bietet langfristige Stromlieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements, als eigene Dienstleistung an. Industriekunden kennen das Modell vom Offshore-Windpark He Dreiht, der seinen Strom ohne Förderung über solche Verträge an Abnehmer wie Google und Bosch liefert.

Fragen Sie bei hohem Strombedarf gerne bei Entwicklern mit Bestandsparks nach einem Liefervertrag: Ein Park, der bereits Strom erzeugt, trägt kein Bau- und Genehmigungsrisiko mehr. Die nächste Ausschreibungsrunde für Wind an Land findet am 1. November statt.[3] Die Zuschlagswerte dieser Runde zeigen, ob der Preisdruck auf neue Windparks anhält.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. PNE AGPNE AG passt Ergebnisprognose für 2026 an (Pressemitteilung vom 13.10.2026)
  2. PNE AGPNE passt Prognose für das Geschäftsjahr 2026 an (Ad-hoc-Mitteilung vom 13.10.2026)
  3. BundesnetzagenturAusschreibung für Wind an Land zum 1. August 2026 erneut stark überzeichnet (Pressemitteilung vom 17.09.2026)

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