Der Offshore-Windpark He Dreiht speist seit diesem Sommer seine volle Leistung ins Netz und ist damit der größte auf See errichtete Stromerzeuger Deutschlands. 960 Megawatt aus 64 Turbinen laufen ohne einen Cent staatlicher Förderung. Für Unternehmen, die grünen Strom langfristig einkaufen wollen, wird das Projekt zur Blaupause.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- 960 Megawatt aus 64 Vestas-Turbinen, rund 110 Kilometer westlich von Helgoland.
- Etwa 1,1 Millionen Haushalte lassen sich rechnerisch versorgen.
- 2,4 Milliarden Euro Investition, komplett ohne EEG-Förderung finanziert.
- Abnehmer wie Google, Bosch, Deutsche Bahn und Salzgitter sichern über Lieferverträge den Absatz.
Was macht He Dreiht zum Rekordpark?

EnBW hat die interne Verkabelung der 64 Anlagen im August 2026 abgeschlossen und den Park damit vollständig in Betrieb genommen.[1] Jede Turbine vom Typ Vestas V236 leistet 15 Megawatt, zusammen kommt He Dreiht auf 960 Megawatt und übertrifft jeden anderen deutschen Windpark auf See.[2] Der Standort liegt rund 90 Kilometer nordwestlich von Borkum, weit außerhalb der Sichtweite der Küste. Auch die Zulieferindustrie profitiert vom Offshore-Schub, etwa Siemens Energy mit einem erstmals seit 2022 profitablen Windgeschäft. Beim Tempo bremst EnBW allerdings und verlangt, das Ausbauziel von 70 auf 55 Gigawatt zu senken.
Wie verdient ein Windpark ohne Förderung Geld?
Den Ausschlag gab ein Gebot aus dem Jahr 2017: EnBW gewann die erste deutsche Offshore-Auktion mit null Cent Förderung und baute He Dreiht als ersten subventionsfreien Großpark. Ohne feste EEG-Vergütung refinanziert sich der Park allein über den Strompreis am Markt. Zur Absicherung schließt EnBW langfristige Lieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements, mit Großabnehmern. Google, Bosch, Deutsche Bahn, Fraport, Evonik und die Telekom-Tochter PASM nehmen feste Strommengen ab, ebenso Salzgitter, das den Windstrom für seinen Umbau auf grünen Stahl nutzt. Möglich wird die Rechnung erst durch die 15-Megawatt-Turbinen, deren niedrige Stromgestehungskosten den Verzicht auf Förderung überhaupt ermöglichen.
Die festen Abnehmer des Stroms
He Dreiht zeigt, dass sich Offshore-Wind ohne Förderung rechnet, sobald die Turbinen groß genug und die Abnehmer verlässlich sind. Den Preis für grünen Strom verhandeln Unternehmen jetzt direkt mit dem Betreiber.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für die Energiewende?
Für die deutschen Klimaziele ist der subventionsfreie Betrieb ein doppeltes Signal. Er entlastet den EEG-Fördertopf und zeigt Investoren, dass Offshore-Projekte am Markt bestehen. Zugleich verschiebt das Modell das Risiko: Fällt der Strompreis, fehlt die feste Vergütung als Puffer. Parallel schärft EnBW sein Portfolio und hat sich zuletzt aus dem skandinavischen Ökostromgeschäft zurückgezogen. Für Unternehmen mit hohem Verbrauch lohnt der Blick auf eigene Lieferverträge, denn ein PPA sichert Menge und Preis über zehn Jahre und mehr. Der Engpass bleibt das Netz an Land, wo der Ausbau der Anschlüsse dem Tempo auf See hinterherhinkt.
Wie groß ist der Offshore-Windpark He Dreiht?
He Dreiht kommt auf 960 Megawatt Leistung aus 64 Vestas-Turbinen mit je 15 Megawatt. Der Park liegt rund 90 Kilometer nordwestlich von Borkum und versorgt rechnerisch etwa 1,1 Millionen Haushalte. Damit ist He Dreiht der größte Offshore-Windpark Deutschlands.
Warum läuft He Dreiht ohne Förderung?
EnBW gewann 2017 die erste deutsche Offshore-Auktion mit einem Gebot von null Cent und verzichtet damit auf die feste EEG-Vergütung. Refinanziert wird der Park über den Marktpreis und über langfristige Lieferverträge mit Großkunden wie Google, Bosch und der Deutschen Bahn.
Was ist ein Power Purchase Agreement?
Ein Power Purchase Agreement, kurz PPA, ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Erzeuger und einem Abnehmer. Der Käufer sichert sich über zehn Jahre und länger feste Mengen zu einem vereinbarten Preis, der Betreiber erhält im Gegenzug planbare Einnahmen ohne staatliche Förderung.
Quellen
[1] EnBW: „Offshore-Windpark He Dreiht“
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