Nordex hat im dritten Quartal 2026 Windkraft-Aufträge über 2.810 Megawatt verbucht, 29,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Größter Markt war mit mehr als 900 Megawatt die Türkei, vor Deutschland und den USA. Je Megawatt erlöste der Hamburger Turbinenbauer etwas weniger als vor einem Jahr.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenBestellungen über 427 Windkraftanlagen für Projekte in zehn Ländern trieben den Auftragseingang von Nordex zwischen Juli und September nach oben. Nach neun Monaten stehen 7.733 Megawatt in den Büchern, 16,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Der Auftragseingang stieg im dritten Quartal von 2.170 auf 2.810 Megawatt.
- In den USA verbuchte Nordex seit Jahresbeginn mehr als 1,3 Gigawatt.
- Der Durchschnittspreis sank auf 0,90 Millionen Euro je Megawatt, nach 0,93 Millionen ein Jahr zuvor.
- Nordex begründet den Rückgang mit Projektumfang und Ländermix bei stabilem Preisumfeld.
Woher kommen die neuen Aufträge?

„Unser Auftragseingang wird zunehmend internationaler“, sagt Nordex-Chef José Luis Blanco.[1] In der Türkei fertigt der Konzern in einem eigenen Werk und beliefert unter anderem Projekte aus den staatlichen Ausschreibungen für feste Erzeugungszonen. Wie stark Nordex dort vertreten ist, zeigte schon der bislang größte Windauftrag des Landes über 525 Megawatt im August. Anfang Oktober folgten weitere 56 Turbinen mit 389 Megawatt, die 2027 und 2028 entstehen.[2]
Nach dem US-Haushaltsgesetz One Big Beautiful Bill Act behalten Windparks die Steuergutschriften, sofern ihr Bau bis zum 4. Juli 2026 begonnen hat. Diese Anlagen haben bis Ende des vierten Jahres nach Baubeginn Zeit für den Netzanschluss. Später begonnene Projekte müssen bis Ende 2027 am Netz sein. Projektierer mit gesichertem Baubeginn bestellen deshalb jetzt ihre Turbinen. Nordex beliefert den US-Markt aus seinem Werk in Iowa.
Warum sinkt der Preis je Megawatt?
Der Durchschnittspreis fiel im dritten Quartal auf 0,90 Millionen Euro je Megawatt. Im zweiten Quartal stand die Zahl noch bei 0,97 Millionen, als Nordex erstmals eine zweistellige Marge meldete. Die Kennzahl teilt den Auftragswert durch die bestellte Leistung. Übernimmt Nordex in einem Land weniger Leistungen rund um die Turbine, sinkt der Wert je Megawatt, ohne dass die Listenpreise fallen. Nordex selbst spricht von einem stabilen Preisumfeld.[1]
Im Heimatmarkt wächst der Preisdruck trotzdem. In der Ausschreibung der Bundesnetzagentur zum 1. August erhielten Windparks an Land im Schnitt 4,79 Cent je Kilowattstunde, nach 5,06 Cent in der Vorrunde. Mit 5.250 Megawatt boten die Projektierer mehr als doppelt so viel Leistung an, wie die Behörde vergab.[3] Weniger Erlös je Kilowattstunde schlägt bei den Projektierern auf das Budget für Turbinen durch.
Nordex füllt die Bücher im Ausland, doch die sinkenden Zuschlagswerte in Deutschland drücken am Ende auch auf den Turbinenpreis.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Kunden bestellten im Quartal mehr als 900 Megawatt, Nordex fertigt im eigenen Werk im Land.
Die August-Ausschreibung brachte im Schnitt 4,79 Cent je Kilowattstunde, nach 5,06 Cent.
Nordex verbuchte seit Jahresbeginn mehr als 1,3 Gigawatt, die Fristen für die Steuergutschriften treiben die Nachfrage.
Was heißt das für Projektierer in Deutschland?
Für Projektierer mit Zuschlag aus der August-Runde zählt vor allem der Liefertermin. Die Fristen für die Inbetriebnahme laufen ab der Bekanntgabe, während Nordex die neuen Türkei-Aufträge erst 2027 und 2028 errichtet. Lieferfenster sichern sich Projektierer deshalb frühzeitig. Für Schwachwind-Standorte im Süden bietet Nordex inzwischen die N193/7.X mit großem Rotor an. Die nächste Ausschreibung folgt am 1. November.
Engpass bleibt das Netz. Wie stark Netzanschlüsse den Rekordausbau der Windkraft bremsen, lesen Sie in unserer Analyse. Konkurrent Siemens Energy verdient mit Wind inzwischen ebenfalls wieder Geld.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Nordex SEAuftragseingang der Nordex Group steigt im dritten Quartal 2026 um 29,5 % auf 2,8 GW (Pressemitteilung vom 12.10.2026)
- Nordex SENordex Group erhält in der Türkei neue Aufträge über 389 MW (Pressemitteilung vom 07.10.2026)
- BundesnetzagenturAusschreibung für Wind an Land zum 1. August 2026 erneut stark überzeichnet (Pressemitteilung vom 17.09.2026)
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