Windkraft an Land erhielt in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 Genehmigungen über 9.150 Megawatt, so viel wie in keinem Halbjahr zuvor. Ans Netz gingen im selben Zeitraum 2.363 Megawatt. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt ein Stromnetz, dessen Anschlussregeln das Bundeskabinett am 29. Juli neu geschrieben hat.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer Genehmigungsstapel wächst schneller als die Leitungen, die den Strom abtransportieren sollen. Genehmigt sind inzwischen Windkraftprojekte über 48,1 Gigawatt, rund 19 Gigawatt davon warten noch auf einen Zuschlag in einer Ausschreibung. Wie aus diesem Stau eine Position auf jeder Stromrechnung wird, zeigt die Redispatch-Bilanz des vergangenen Jahres.
Das Wichtigste in Kürze
- Genehmigungsrekord: 9.150 Megawatt neu genehmigt, 2.363 Megawatt gebaut. Am 30. Juni 2026 standen an Land 29.248 Windkraftanlagen mit 69.952 Megawatt.
- Netzgrenze: Das Engpassmanagement kostete 2025 rund 3,1 Milliarden Euro, 15,5 Milliarden Kilowattstunden wurden heruntergeregelt, gut 60 Prozent davon aus erneuerbaren Quellen.
- Preisabstand: Der Zuschlagswert für Windkraft an Land lag im Mai bei 5,06 Cent je Kilowattstunde, der Haushaltspreis bei 37,0 Cent.
- Magnetklemme: Rund 90 Prozent der Seltenen Erden kommen aus China, ihre Ausfuhr ist seit April 2025 genehmigungspflichtig.
Bluff oder Wissen? Der Windkraft-Check
1 Wie viel Energie kann eine Windenergieanlage dem Wind physikalisch höchstens entziehen? Aufklappen ↓
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2 Wie viel Windleistung an Land wurde in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 neu genehmigt? Aufklappen ↓
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3 Welches Land stellte 2025 die meisten neuen Windenergieanlagen auf? Aufklappen ↓
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4 Wie hoch war der durchschnittliche Zuschlagswert bei der Wind-Ausschreibung vom 1. Mai 2026? Aufklappen ↓
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5 Wie viel dürfen Betreiber betroffenen Gemeinden je eingespeister Kilowattstunde anbieten? Aufklappen ↓
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Was ist Wind und wie entsteht er?
Wind ist Luftdruck in Bewegung: Die Sonne erwärmt Land, Meer und Atmosphäre ungleichmäßig, warme Luft steigt auf, kältere strömt nach, und die Erdrotation lenkt diese Ausgleichsströmung ab. Anders als Kohle oder Erdgas liegt dieser Rohstoff nirgends in einer Lagerstätte. Die Windkraft erntet etwas, das in jeder Sekunde neu entsteht und ebenso schnell wieder verschwindet.
Für die Windkraft zählt deshalb nicht die Menge, sondern die Geschwindigkeit. Die Leistung im Luftstrom wächst mit der dritten Potenz: Doppelte Windgeschwindigkeit bedeutet die achtfache Energie. Ein Standort mit sechs Metern je Sekunde liefert daher nicht ein Fünftel mehr als einer mit fünf, sondern gut siebzig Prozent.
Diese Empfindlichkeit erklärt, warum Projektierer um jeden Meter Nabenhöhe streiten. In hundertfünfzig Metern Höhe weht der Wind gleichmäßiger und kräftiger als in achtzig, weil Wälder, Hecken und Häuser die bodennahe Strömung bremsen. Jeder zusätzliche Meter Turm kostet Beton und Stahl, bringt aber Volllaststunden.
Wie sehr die Standortgüte über ein Projekt entscheidet, zeigte die gescheiterte Nordsee-Ausschreibung vom August 2025. Für die Flächen N-10.1 und N-10.2 ging kein einziges Gebot ein. Vorabrechnungen kamen dort auf rund 3.000 Volllaststunden, etwa ein Viertel weniger als auf der Nordsee üblich, weil die geplante Bebauung zu dicht steht und die Windkraftanlagen einander den Wind wegnehmen.
Eine physikalische Obergrenze gibt es trotzdem. Albert Betz wies 1920 an der Aerodynamischen Versuchsanstalt Göttingen nach, dass ein Rotor dem Luftstrom höchstens 59,3 Prozent seiner Energie entziehen kann. Wer mehr abschöpfen wollte, müsste die Luft hinter dem Rotor zum Stillstand bringen. Dann käme vorne nichts mehr nach.
Der begrenzende Faktor der Windkraft ist also nicht der Vorrat, sondern die Fläche. Das Windenergieflächenbedarfsgesetz verpflichtet die Länder, bis zum 31. Dezember 2027 und dann noch einmal bis zum 31. Dezember 2032 festgelegte Anteile ihrer Landesfläche auszuweisen, in der Summe zwei Prozent des Bundesgebiets. Genau um diese Quadratmeter wird in jedem Regionalplan gerungen.
Die Windkraft kennt keine Reserven und keine Förderkosten im klassischen Sinn. Knapp sind Fläche, Höhe und Netzanschluss, und die dritte Potenz der Windgeschwindigkeit entscheidet darüber, ob sich ein Standort überhaupt rechnet.
Wer machte aus Wind Strom und wie begann der Rausch?

Den ersten Stromgenerator am Wind baute der Industrielle Charles Brush 1888 in Cleveland, um sein eigenes Haus zu beleuchten. Drei Jahre später stellte der dänische Lehrer Poul la Cour in Askov eine Mühle auf, die eine ganze Ortschaft versorgte. Beide Maschinen blieben Einzelstücke, doch die Idee war in der Welt.
La Cour ging weiter als Brush. Der Däne spaltete mit dem überschüssigen Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff und beleuchtete damit die Schule seines Dorfes. Ein Dorfschullehrer hatte um 1895 also jenes Problem erkannt und beantwortet, an dem die Windkraft bis heute arbeitet: die Speicherfrage.
Zur Bauform, die sich weltweit durchsetzte, kam es erst 1957. Der Däne Johannes Juul errichtete in Gedser eine Anlage mit drei Blättern, Luvläufer und Asynchrongenerator. Dieses dänische Konzept steht bis heute in jedem Windpark, während zweiblättrige und vertikale Bauarten Randerscheinungen blieben.
Deutschland setzte zunächst auf die Brechstange. 1983 ging im Kaiser-Wilhelm-Koog in Dithmarschen die Große Windenergieanlage in Betrieb, kurz Growian, mit 100,4 Metern Rotordurchmesser und drei Megawatt die größte Windkraftanlage der Welt. Die Konstruktion war der Regelungstechnik ihrer Zeit weit voraus.
Growian erreichte nie einen dauerhaften Testbetrieb und wurde 1987 abgerissen. Das Projekt lieferte jahrelang das beliebteste Argument gegen die Windkraft. Diese Deutung hielt sich länger als das Bauwerk selbst. Rückblickend war der Sprung von wenigen Kilowatt auf drei Megawatt schlicht zu groß.
Den Durchbruch brachten kleine Schritte und ein Gesetz. Aloys Wobben gründete 1984 in Aurich das Unternehmen Enercon und begann mit drei Beschäftigten, das Stromeinspeisungsgesetz sicherte ab dem 1. Januar 1991 erstmals Abnahme und Vergütung. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2000 machte aus der Windkraft schließlich ein Geschäftsmodell.
Nicht die größte Maschine gewann, sondern die robusteste. Growian scheiterte 1987 am Sprung auf drei Megawatt, während Enercon und Vestas sich Baugröße für Baugröße nach oben arbeiteten und die Fertigung mitwachsen ließen.
Wie hat die Windkraft die Weltkarte verändert?

Die Landkarte der Windkraft wird nicht von Lagerstätten gezeichnet, sondern von Fabriken, Häfen und Seegebieten. Über Preise und Lieferzeiten entscheidet, wo Türme, Blätter und Generatoren entstehen. Welcher Staat welche Meeresfläche vergibt, verteilt Erzeugungsrechte für Jahrzehnte.
Dänemark und Deutschland hatten diesen Vorsprung einmal. Vestas, Enercon, Nordex und Siemens Gamesa prägten den Weltmarkt, solange Europa der größte Absatzmarkt für Windkraft war. Diese Reihenfolge hat sich innerhalb eines Jahrzehnts umgekehrt.
Der Bericht des Branchenverbands GWEC vom Mai 2026 beziffert die Verschiebung. Von 165 neuen Gigawatt des Jahres 2025 entfielen 120,5 auf China, die USA folgten mit 6,9 und Deutschland mit 5,7 Gigawatt. Chinesische Hersteller stellten damit rund zwei Drittel aller neuen Windkraftanlagen, fast ausschließlich für den Heimatmarkt.
| Stufe der Kette | Wer sie kontrolliert | Der Hebel |
|---|---|---|
| Rohstoff für Magnete | China | Rund 90 Prozent Förderung, Ausfuhrgenehmigung seit April 2025 |
| Turbinenfertigung | Chinesische Hersteller | Etwa zwei Drittel der Neuinstallationen, Preise 20 bis 30 Prozent unter europäischen Angeboten |
| Fertigung für Europa | Vestas, Nordex, Siemens Gamesa, Enercon | Werke und Servicenetz in der EU, Auslastung hängt an den Ausschreibungsmengen |
| Seeflächen | Küstenstaaten | Vergabe der Flächen und der Netzanbindung, in Deutschland über das Windenergie-auf-See-Gesetz |
| Netzanschluss | Übertragungsnetzbetreiber | Anschlusspunkt und Zeitpunkt entscheiden über die Rendite eines Windparks |
Warum die Magnete den Ausschlag geben
Der eigentliche Engpass der Windkraft sitzt nicht im Stahl, sondern in der Gondel. Getriebelose Anlagen arbeiten mit Permanentmagneten aus Neodym, Eisen und Bor. Rund 90 Prozent der dafür nötigen Seltenen Erden stammen aus China. Seit April 2025 müssen Importeure offenlegen, wer das Material verarbeitet und wofür. Peking kann die Ausfuhr verweigern.
Besonders heikel ist Dysprosium. Das schwere Element hält die Magnete oberhalb von 80 Grad Celsius magnetisch. Genau diese Temperaturen erreicht ein Generator im Sommerbetrieb. Ein Lieferstopp trifft also nicht die ferne Zukunft, sondern jede Windkraftanlage, die im nächsten Jahr ausgeliefert werden soll.
Wie die Nordsee aufgeteilt wird
Auf See verläuft die zweite Front. Am 30. Juni 2026 drehten sich in der deutschen Nord- und Ostsee 1.764 Windkraftanlagen mit 10,8 Gigawatt, weitere 17,5 Gigawatt sind bezuschlagt, aber ohne endgültige Investitionsentscheidung. Bis 2032 sollen 30 Gigawatt stehen, ein Pfad, der nach der Nullrunde vom August 2025 brüchig geworden ist.
Gleichzeitig klopfen chinesische Anbieter an. Der Hamburger Fonds Luxcara will vor Borkum 16 Anlagen des Herstellers Mingyang errichten, geplanter Baubeginn 2028. Die EU-Kommission äußerte dazu Sicherheitsbedenken. Die US-Regierung warnte London vor einer Mingyang-Fabrik in Schottland, was Peking als Protektionismus zurückwies.
Europa antwortet mit Vergaberecht statt mit Zöllen. Der Net-Zero Industry Act erlaubt den Mitgliedstaaten ab 2026, Ausschreibungen an nicht-preisliche Kriterien zu binden. Bis 2030 gilt zusätzlich die Marke von 40 Prozent Eigenfertigung bei sauberen Technologien. Ob das reicht, zeigen die ersten Offshore-Runden nach der Reform.
Warum ist Windkraft für die Weltwirtschaft so wichtig?

Weltweit standen Ende 2025 Windkraftanlagen mit 1.299 Gigawatt in 138 Ländern. In Deutschland ist die Windkraft längst die größte einzelne Stromquelle. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme zählte für das erste Halbjahr 2026 67,4 Terawattstunden, nach 60,1 im Vorjahreszeitraum.
Der Anteil der Windkraft an der Last lag damit bei 28,4 Prozent. Alle erneuerbaren Quellen zusammen erreichten 58,5 Prozent und damit einen Rekordwert. Zum Vergleich: Die Photovoltaik speiste 43,2 Terawattstunden ein und kam auf 18,2 Prozent.
Was ein Windmangel kostet, zeigte derselbe Zeitraum. Die volumengewichteten Börsenpreise stiegen von 86,64 Euro je Megawattstunde im ersten Halbjahr 2025 auf 93,70 Euro, und die Spitzen lagen laut Fraunhofer ISE im Januar und Februar, als wenig Wind wehte. Ein schwacher Winter schlägt also direkt in die Beschaffungskosten durch.
Umgekehrt verändert viel Windstrom die Handelsbilanz. Im ersten Halbjahr 2026 importierte Deutschland im Saldo nur noch 1,3 Terawattstunden Strom, nach 9,6 Terawattstunden ein Jahr zuvor. Aus einem strukturellen Importland wird in windreichen Monaten ein Exporteur.
Wirtschaftlich hängt an der Windkraft mehr als die Erzeugung. Der Bundesverband WindEnergie und der VDMA Power Systems beziffern die Beschäftigung auf über 130.000 Arbeitsplätze, verteilt auf Fertigung, Projektierung, Bau und Service. Diese Kette reagiert empfindlich auf jede Verschiebung der Ausschreibungsmengen.
Die Nachfrage nach Standorten steigt weiter, weil Industriekunden langfristige Lieferverträge suchen. Aluminiumhütten, Elektrostahlwerke und Rechenzentren kalkulieren heute mit Strompreisen für zehn und mehr Jahre. Genau diese Planbarkeit liefern Windparks, sofern der Netzanschluss steht.
Die Windkraft ist in Deutschland keine Ergänzung mehr, sondern die Grundlage der Erzeugungsstatistik. Fällt sie ein Quartal lang schwach aus, steigen Börsenpreise und Importe messbar, wie der Jahresanfang 2026 vorgeführt hat.
In welchen Produkten steckt Windkraft und was steht ohne sie still?

Windstrom steckt in keinem Produkt und trotzdem in fast allem: in gut jeder vierten Kilowattstunde, die in Deutschland aus der Steckdose kommt. Greifbar wird der Rohstoff erst in der Maschine, die ihn erntet, und die besteht aus erstaunlich konventionellem Material.
Was in einer Windkraftanlage steckt
Eine Windkraftanlage der Fünf-Megawatt-Klasse enthält 500 bis 600 Tonnen Stahl. Das Fundament einer Anlage mit 140 Metern Nabenhöhe verschlingt mehr als 80 Tonnen Bewehrungsstahl und über 600 Kubikmeter Beton. Der Rest verteilt sich auf Kunststoffe, Elektrotechnik und wenige Kilogramm Hochtechnologie.
| Bauteil | Hauptmaterial | Wofür es steht |
|---|---|---|
| Fundament | Stahlbeton | Über 600 Kubikmeter Beton und mehr als 80 Tonnen Stahl bei 140 Metern Nabenhöhe |
| Turm | Stahl oder Beton | Der größte Massenposten, bei einer Fünf-Megawatt-Anlage Teil von 500 bis 600 Tonnen Stahl |
| Rotorblätter | Glasfaserverstärkter Kunststoff | Leicht und steif, aber der schwierigste Posten beim Recycling |
| Generator | Kupfer und Permanentmagnete | Neodym, Eisen und Bor, dazu Dysprosium für die Hitzefestigkeit |
| Kabel und Umspannwerk | Kupfer und Aluminium | Verbindet den Windpark mit dem Netz und bestimmt die Anschlusskosten |
Am Ende der Laufzeit werden 80 bis 90 Prozent des Materials verwertet, das Umweltbundesamt nennt sogar über 90 Prozent. Kupfer und Stahl gehen glatt in den Schrottkreislauf, der Beton wird zu Schotter. Der Problemfall der Windkraft bleiben die Rotorblätter.
Glasfaserverbund lässt sich schlecht trennen und landet meist im Zementwerk, wo er verbrannt und die Asche dem Zement beigemischt wird. Das Umweltbundesamt erwartet noch in diesem Jahrzehnt jährlich rund 20.000 Tonnen schwer verwertbarer Blattabfälle, mittelfristig bis zu 50.000 Tonnen. Eine Branche, die mit Kreislauf wirbt, hat hier ihre offene Flanke.
Was ohne Windstrom stillsteht
Fällt der Wind aus, verschwindet kein Artikel aus dem Regal. Auf der Erzeugungsseite fehlt dann ein Viertel der Leistung, das aus Gaskraftwerken, Kohleblöcken oder Importen kommen muss. Dieser Ersatz ist technisch vorhanden, aber teurer und schmutziger, und der Aufschlag landet im Börsenpreis.
Für Industriekunden ist die Rechnung härter. Grüner Wasserstoff, Elektrostahl und elektrische Prozesswärme brauchen große Mengen günstigen Stroms zu festen Konditionen. Ohne neue Windkraftanlagen bleibt diese Umstellung auf dem Papier.
Wie setzt sich der Preis einer Kilowattstunde Windstrom zusammen?

Der Haushaltspreis liegt 2026 bei durchschnittlich 37,0 Cent je Kilowattstunde, die Erzeugung im neuen Windpark bei gut fünf Cent. Der Rest der Rechnung entsteht zwischen Rotor und Steckdose, und die BDEW-Strompreisanalyse vom April 2026 schlüsselt ihn auf.
Auf Beschaffung und Vertrieb entfallen 15,2 Cent, auf die Netzentgelte 9,3 Cent und auf Steuern, Abgaben und Umlagen 12,6 Cent. Innerhalb des letzten Blocks stecken 2,050 Cent Stromsteuer, 1,665 Cent Konzessionsabgabe und 0,446 Cent KWKG-Umlage, dazu die Umsatzsteuer.
Die Erzeugung selbst ist der kleinste Posten. Bei der Ausschreibung vom 1. Mai 2026 bezuschlagte die Bundesnetzagentur 2.499 Megawatt Windkraft zu durchschnittlich 5,06 Cent je Kilowattstunde, mit Geboten zwischen 4,44 und 5,19 Cent. Drei Monate zuvor lag der Schnitt noch bei 5,54 Cent, der Wettbewerbsdruck nimmt also zu.
Teuer wird es dort, wo der Strom nicht abfließen kann. Das Engpassmanagement kostete 2025 rund 3,1 Milliarden Euro, 15,5 Milliarden Kilowattstunden wurden abgeregelt, gut 60 Prozent davon aus erneuerbaren Anlagen. Diese Kosten tragen alle Netzkunden über die Netzentgelte, unabhängig vom Wohnort.
Am anderen Ende der Skala steht der Überfluss. Im ersten Halbjahr 2026 gab es 299 Stunden mit negativen Börsenpreisen, nach 389 Stunden im Vorjahreszeitraum und 224 Stunden im Jahr 2024. Am 1. Mai fiel der Preis auf 499,99 Euro je Megawattstunde ins Minus, einen Cent über dem damaligen Marktboden.
Für Haushalte kommt der Rückgang nur langsam an. Neukunden zahlten im Juni 2026 laut Fraunhofer ISE im Schnitt 24 Cent je Kilowattstunde, während der Marktdurchschnitt bei 37,0 Cent liegt. Diesen Abstand finanziert jeder aus eigener Tasche, der seit Jahren im gleichen Tarif steckt.
Wer verdient an der Windkraft und wer zahlt drauf?

Am zuverlässigsten verdienen die Eigentümer der Flächen, auf denen die Windkraftanlagen stehen. Der Vermarkter Caeli Wind ermittelte für 2023 einen durchschnittlichen Pachtertrag von rund 8.674 Euro je Hektar und Jahr, mit einer Spanne von 4.251 bis 14.667 Euro.
Üblich sind Verträge über 25 bis 30 Jahre, oft mit einer Umsatzbeteiligung von drei bis sechs Prozent. In windstarken Lagen mit großen Anlagen wurden bereits Jahrespachten jenseits von 400.000 Euro je Windrad gemeldet. Aus einem Acker wird damit eine Rentenversicherung mit Rotor.
Gemeinden bekommen ihren Anteil über Paragraf 6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Betreiber dürfen allen Kommunen im Umkreis von 2.500 Metern zusammen 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde anbieten, bei mehreren Gemeinden anteilig nach Fläche. Freiwillig ist diese Zahlung, üblich ist sie trotzdem.
| Beteiligte | Was die Windkraft bringt | Wie sicher der Ertrag ist |
|---|---|---|
| Flächeneigentümer | Pacht im vier- bis sechsstelligen Bereich über 25 bis 30 Jahre | Vertraglich fixiert, teils mit Umsatzkopplung |
| Standortgemeinden | 0,2 Cent je Kilowattstunde nach Paragraf 6 EEG | Freiwillige Leistung des Betreibers, an die Einspeisung gekoppelt |
| Anwohner ohne Fläche | Landschaftsveränderung, selten eine direkte Zahlung | Abhängig von Bürgerwind- oder Beteiligungsmodellen vor Ort |
| Stromkunden bundesweit | Erzeugungskosten von gut fünf Cent je Kilowattstunde | Gegengerechnet mit 3,1 Milliarden Euro Engpasskosten in den Netzentgelten |
| Hersteller und Service | Über 130.000 Arbeitsplätze in Deutschland | Schwankt mit Ausschreibungsmengen und Zubautempo |
Auf der anderen Seite stehen die Nachbarn ohne Grundbesitz. Diese Haushalte sehen die Anlage, hören sie bei bestimmten Wetterlagen und bekommen ohne Bürgerwindmodell keinen Cent. Das Gefälle zwischen Verpächter und Nachbar erklärt einen Großteil der örtlichen Konflikte besser als jede Debatte über Infraschall.
Eine zweite Bruchlinie verläuft zwischen Nord und Süd. Bei der Februar-Ausschreibung entfielen 957 Megawatt auf Niedersachsen und 661 auf Nordrhein-Westfalen, während Bayern und Baden-Württemberg zusammen zwei Prozent des Volumens erreichten. Den Netzausbau für den Nordstrom bezahlen am Ende alle gemeinsam.
Deutschland genehmigt inzwischen fast viermal so viel Windleistung, wie es baut, und zahlt gleichzeitig 3,1 Milliarden Euro dafür, fertige Anlagen abzuschalten. Ein Land, das seinen Engpass so teuer verwaltet, hat kein Ausbauproblem, sondern ein Netzproblem.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Die Erträge der Windkraft sind örtlich sehr ungleich verteilt: Flächeneigentümer und Standortgemeinden profitieren vertraglich, Nachbarn ohne Grundbesitz gehen häufig leer aus, und die Engpasskosten zahlen alle Netzkunden im Land.
Wie mächtig ist die Windlobby?

Die Branche tritt in Berlin mit zwei starken Stimmen auf: dem Bundesverband WindEnergie für Betreiber und Projektierer und dem VDMA Power Systems für die Hersteller. Ihr wirksamstes Argument sind nicht Klimaziele, sondern über 130.000 Arbeitsplätze und volle Auftragsbücher.
Wie das klingt, zeigte die Halbjahresbilanz vom 23. Juli 2026. BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek nannte die Windenergie an Land das Rückgrat der deutschen Stromversorgung, VDMA-Geschäftsführer Dennis Rendschmidt verwies auf ausreichende Produktionskapazitäten seiner Mitglieder. Die Botschaft lautet immer gleich: Nicht die Windkraft bremst.
Finanziell hängt der Ausbau weiter am Haushalt. Für die EEG-Förderung stellte der Bund 2026 rund 17,2 Milliarden Euro bereit, dazu kommen 6,5 Milliarden Euro Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten. Seit dem Wegfall der Umlage auf der Stromrechnung steht dieser Posten im Bundeshaushalt und damit jedes Jahr neu zur Debatte.
Genau das ist der Hebel der Gegenseite. Kritiker verweisen auf Milliardenbeträge für eine Technik, deren Zuschlagswerte inzwischen bei gut fünf Cent liegen, und fragen nach dem Sinn einer Dauerstütze für eine wettbewerbsfähige Erzeugung. Die Branche antwortet mit Finanzierungssicherheit, und beide Seiten haben einen Punkt.
Vor Ort kämpfen andere Akteure. Bürgerinitiativen, Naturschutzverbände und Vereine wie Vernunftkraft arbeiten mit Artenschutz, Abstandsregeln und Klagen, ihr Budget ist ein Bruchteil dessen, was Projektierer aufwenden. Wirkung entfalten diese Gruppen trotzdem, weil ein einziges Verfahren ein Windkraftprojekt um Jahre verzögern kann.
Die politische Antwort auf den Vorwurf der Überförderung steht schon im Gesetzentwurf. Ab 2027 sollen zweiseitige Differenzverträge greifen, bei denen Betreiber bei hohen Marktpreisen einen Teil ihrer Erlöse zurückzahlen. Damit verliert das schärfste Argument gegen die Förderung seine Grundlage, und der Streit verlagert sich vollständig auf das Netz.
Die Windlobby argumentiert mit Beschäftigung und Lieferfähigkeit, die Gegenseite mit Kosten und Landschaft. Ab 2027 nehmen Differenzverträge dem Überförderungsvorwurf die Spitze, womit die Auseinandersetzung endgültig beim Netzanschluss ankommt.
Wie kommen wir von chinesischen Magneten los?

Ein Ausstieg aus der Windkraft steht nicht zur Debatte, wohl aber der Ausstieg aus einer einzigen Lieferquelle. Rund 90 Prozent der Seltenen Erden kommen aus China, und ohne Neodym und Dysprosium bleibt jede getriebelose Gondel unvollständig.
Der erste Ausweg ist technischer Natur. Windkraftanlagen mit Getriebe und doppelt gespeister Asynchronmaschine brauchen deutlich weniger Magnetmaterial als getriebelose Direktantriebe, sind dafür wartungsintensiver. Diese Abwägung treffen Hersteller derzeit neu, weil der Preis für Versorgungssicherheit gestiegen ist.
Der zweite Ausweg ist das Recycling. In Bitterfeld geht 2026 eine Anlage in Betrieb, die 100 Tonnen Neodym pro Jahr aus Altmagneten zurückgewinnen soll. Gemessen am europäischen Bedarf ist das wenig, doch der Stoffstrom wächst mit jeder Windkraftanlage, die nach 25 Jahren zurückgebaut wird.
Der dritte Ausweg ist Industriepolitik. Der Net-Zero Industry Act erlaubt seit 2026 Vergabekriterien jenseits des Preises und setzt bis 2030 die Marke von 40 Prozent Eigenfertigung bei sauberen Technologien. Das verteuert Windkraftanlagen zunächst, weil chinesische Angebote 20 bis 30 Prozent günstiger ausfallen.
Parallel dazu geht es um die Schwankungen des Rohstoffs selbst. Die zweite tragende Säule ist die Sonnenenergie, deren Erzeugung genau dann anschwillt, wenn im Sommer der Wind nachlässt, dazu kommen Batteriespeicher, Netzausbau und flexible Verbraucher. Erst diese Kombination macht aus der schwankenden Windkraft eine planbare Versorgung.
Ein Zeithorizont lässt sich seriös nur in Stufen angeben. Magnetrecycling und alternative Antriebe wirken in wenigen Jahren, europäische Fertigungskapazitäten brauchen ein Jahrzehnt, eigene Minen noch länger. Wir werden also eine Weile mit einer Abhängigkeit leben, die wir bei fossilen Rohstoffen gerade erst abgelegt haben.
Die Abhängigkeit sitzt nicht im Wind, sondern in wenigen Kilogramm Magnetmaterial je Gondel. Recycling, getriebebehaftete Antriebe und europäische Fertigung wirken gestaffelt, weshalb der Übergang eher ein Jahrzehnt als eine Legislaturperiode dauert.
Was bedeutet die EEG-Novelle für Deutschland?

Das Bundeskabinett beschloss am 29. Juli 2026 die EEG-Novelle für 2027 und ein Netzanschlusspaket, das den Ausbau erstmals konsequent am Netz ausrichtet. Damit bekommt der Widerspruch aus 9.150 genehmigten und 2.363 gebauten Megawatt eine gesetzliche Antwort.
Kern der Reform sind drei Eingriffe. Zusätzliche 12 Gigawatt Windkraft an Land werden gezielt in Regionen ausgeschrieben, in denen das Netz sie aufnehmen kann, was vor allem dem Süden nützt. Neue Anlagen an Land dürfen ab 2027 nur noch 70 Prozent ihrer Leistung einspeisen, und die Förderung wechselt auf zweiseitige Differenzverträge.
Für Verbraucher entscheidet sich daran, ob die Netzentgelte weiter steigen. Aktuell drückt ein Bundeszuschuss die Übertragungsnetzentgelte um 1,6 Cent, ein Posten, der jedes Jahr neu bewilligt werden muss. Ohne ihn läge der Haushaltspreis nicht bei 37,0, sondern bei rund 38,6 Cent.
Für Unternehmen zählt der Anschlusstermin mehr als der Fördersatz. Mittlere Industriebetriebe zahlen derzeit 16,7 Cent je Kilowattstunde bei Neuabschlüssen, und ein Windpark in der Nähe unterbietet diesen Wert bei Direktlieferung deutlich. Die 70-Prozent-Regel macht solche Direktverträge attraktiver, weil die abgeregelte Spitze vor Ort bleibt.
Drei Szenarien sind für die kommenden Monate realistisch:
- Optimistisch: Die Novelle passiert den Bundestag ohne größere Änderung, der Zubau erreicht die prognostizierten 8 Gigawatt für 2026, und die Engpasskosten sinken erstmals seit Jahren.
- Realistisch: Das Gesetz kommt, der Zubau bleibt unter dem gesetzlichen Zielwert von 10 Gigawatt im Jahr, und der Genehmigungsstapel wächst weiter über 48,1 Gigawatt hinaus.
- Pessimistisch: Streit über die 70-Prozent-Regel verzögert Investitionsentscheidungen, die Offshore-Reform verschiebt sich erneut, und die 30 Gigawatt auf See rücken hinter 2032.
Praktisch heißt das für Privathaushalte: Tarife jährlich vergleichen, denn zwischen 24 Cent für Neukunden und 37,0 Cent im Marktdurchschnitt liegen bei 3.500 Kilowattstunden rund 455 Euro im Jahr. Für Unternehmen heißt es: Netzanschluss und Lieferverträge früher verhandeln als die Fördersätze.
Die Novelle vom 29. Juli verschiebt den Engpass der Windkraft vom Fördersatz zum Anschlusspunkt. Wer 2027 baut, verhandelt zuerst über Netzkapazität und Standort, und erst danach über Cent je Kilowattstunde.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe rund um Windkraft

Betz-Limit
Betz-Limit heißt die physikalische Obergrenze für die Energieausbeute eines Windrotors. Albert Betz zeigte 1920, dass höchstens 59,3 Prozent der Energie des Luftstroms entnommen werden können, weil die Luft hinter dem Rotor weiterströmen muss.
Contracts for Difference
Contracts for Difference (CfD) sind zweiseitige Differenzverträge. Liegt der Marktpreis unter dem vereinbarten Wert, erhält der Betreiber die Differenz, liegt er darüber, zahlt er sie zurück. Ab 2027 lösen sie in der deutschen Windkraft-Förderung die einseitige Marktprämie ab.
Dunkelflaute
Dunkelflaute bezeichnet eine Wetterlage mit wenig Wind und wenig Sonne über mehrere Tage. Ohne Windkraft und Photovoltaik greift das Stromsystem auf Gaskraftwerke, Speicher und Importe zurück, was die Börsenpreise treibt, zuletzt im Januar und Februar 2026.
Dysprosium
Dysprosium ist eine schwere Seltene Erde. Der Stoff hält Neodym-Eisen-Bor-Magnete auch oberhalb von 80 Grad Celsius magnetisch und ist deshalb für Generatoren der Windkraft unverzichtbar. Die Förderung liegt weit überwiegend in China.
Flächenbeitragswert
Flächenbeitragswert nennt das Windenergieflächenbedarfsgesetz den Anteil der Landesfläche, den jedes Bundesland für Windkraft ausweisen muss. Die Stichtage liegen auf dem 31. Dezember 2027 und dem 31. Dezember 2032.
Höchstwert
Höchstwert heißt in einer Ausschreibung das maximal zulässige Gebot je Kilowattstunde. Gebote darüber sind ungültig. Bei Windkraft an Land lagen die Zuschläge 2026 deutlich unter dieser Grenze, weil die Runden mehrfach überzeichnet waren.
Kommunalbeteiligung
Kommunalbeteiligung nach Paragraf 6 EEG erlaubt Betreibern, Gemeinden im Umkreis von 2.500 Metern zusammen 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde anzubieten. Die Zahlung ist freiwillig und wird in der Praxis fast immer angeboten.
Nabenhöhe
Nabenhöhe misst den Abstand vom Boden bis zur Rotorachse. Mit der Höhe steigt die Windgeschwindigkeit, weil Bewuchs und Bebauung die bodennahe Strömung bremsen. Moderne Windkraftanlagen an Land erreichen 140 Meter und mehr.
Negativer Strompreis
Negativer Strompreis entsteht, wenn das Angebot die Nachfrage stark übersteigt und Erzeuger für die Abnahme zahlen. Im ersten Halbjahr 2026 traten in Deutschland 299 solcher Stunden auf, der tiefste Wert lag bei minus 499,99 Euro je Megawattstunde.
Neodym-Eisen-Bor-Magnet
Neodym-Eisen-Bor-Magnet heißt der stärkste heute verfügbare Permanentmagnet. Er sitzt im Generator getriebeloser Windkraftanlagen und macht ein Getriebe überflüssig. Sein Rohstoffbedarf begründet die Abhängigkeit der Branche von Seltenen Erden.
Redispatch
Redispatch bezeichnet Eingriffe der Netzbetreiber in die Erzeugung, um Leitungen vor Überlastung zu schützen. 2025 kostete das Engpassmanagement rund 3,1 Milliarden Euro, dabei wurden 15,5 Milliarden Kilowattstunden heruntergeregelt.
Repowering
Repowering nennt die Branche den Ersatz alter Windkraftanlagen durch größere und leistungsfähigere am selben Standort. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 770 der 2.363 neu gebauten Megawatt in Deutschland auf diesen Weg.
Volllaststunden
Volllaststunden geben an, wie lange eine Windkraftanlage rechnerisch mit voller Leistung laufen müsste, um ihre Jahresarbeit zu erzeugen. Der Wert misst die Standortgüte und entscheidet über die Wirtschaftlichkeit eines Windparks.
Zuschlagswert
Zuschlagswert heißt der in einer Ausschreibung bezuschlagte Preis je Kilowattstunde. Bei Windkraft an Land lag der mengengewichtete Durchschnitt am 1. Mai 2026 bei 5,06 Cent, nach 5,54 Cent in der Februarrunde.
FAQ: Windkraft: Warum der Rekordausbau am Netz hängt

Wie viel Strom liefert die Windkraft in Deutschland?
Im ersten Halbjahr 2026 speiste die Windkraft 67,4 Terawattstunden ein und deckte damit 28,4 Prozent des Stromverbrauchs. Das ist mehr als jede andere Quelle. Am 30. Juni 2026 standen an Land 29.248 Windkraftanlagen mit 69.952 Megawatt, auf See kamen 1.764 Anlagen mit 10,8 Gigawatt hinzu.
Warum werden Windräder abgeschaltet, obwohl Strom gebraucht wird?
Weil die Leitungen den Strom nicht überall abtransportieren können. Netzbetreiber regeln Windkraftanlagen herunter, um Überlastungen zu vermeiden. 2025 wurden so 15,5 Milliarden Kilowattstunden vom Netz genommen, gut 60 Prozent davon aus erneuerbaren Quellen, und das Engpassmanagement kostete rund 3,1 Milliarden Euro.
Was kostet eine Kilowattstunde Windstrom im Vergleich zum Haushaltspreis?
Die Gewinner der Ausschreibung vom 1. Mai 2026 bekommen im Schnitt 5,06 Cent je Kilowattstunde. Haushalte zahlen 2026 durchschnittlich 37,0 Cent. Dazwischen liegen 15,2 Cent für Beschaffung und Vertrieb, 9,3 Cent Netzentgelte sowie 12,6 Cent Steuern, Abgaben und Umlagen.
Was ändert die EEG-Novelle 2027 für neue Windparks?
Das Kabinett beschloss am 29. Juli 2026 drei Punkte: Zusätzliche 12 Gigawatt Windkraft werden gezielt in netzverträglichen Regionen ausgeschrieben, neue Anlagen an Land dürfen ab 2027 nur 70 Prozent ihrer Leistung einspeisen, und die Förderung wechselt auf zweiseitige Differenzverträge mit Rückzahlung bei hohen Marktpreisen.
Wie viel bekommt eine Gemeinde für ein Windrad?
Betreiber dürfen betroffenen Kommunen nach Paragraf 6 EEG zusammen 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde anbieten. Betroffen ist jede Gemeinde, deren Gebiet im Umkreis von 2.500 Metern um die Windkraftanlage liegt. Bei mehreren Gemeinden wird der Betrag nach Flächenanteil aufgeteilt.
Warum hängt die Windkraft an chinesischen Magneten?
Getriebelose Windkraftanlagen brauchen Permanentmagnete aus Neodym, Eisen und Bor, dazu Dysprosium für die Hitzefestigkeit. Rund 90 Prozent der Seltenen Erden stammen aus China, und die Ausfuhr ist seit April 2025 genehmigungspflichtig. Recycling und getriebebehaftete Antriebe mindern die Abhängigkeit nur schrittweise.
Quellen
Bundesverband WindEnergie | Windenergieausbau an Land, 1. Halbjahr 2026, Pressemitteilung vom 23. Juli 2026 | https://www.wind-energie.de/presse/pressemitteilungen/detail/windenergieausbau-an-land-1-halbjahr-2026-eeg-2027-und-netzanschlusspaket-investitionssicherhei/ | besucht am 10.08.2026
Bundesnetzagentur | Überzeichnung bei der Ausschreibung für Wind an Land, Gebotstermin 1. Februar 2026 | https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/20260331_EE_AusschreibungWind.html | besucht am 10.08.2026
Bundesnetzagentur | Hohes Wettbewerbsniveau bei der Ausschreibung für Wind an Land, Gebotstermin 1. Mai 2026 | https://www.bundesnetzagentur.de/1110006 | besucht am 10.08.2026
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE | Öffentliche Nettostromerzeugung im ersten Halbjahr 2026, Stand 29. Juli 2026 | https://www.energy-charts.info/downloads/Stromerzeugung_2026_Halbjahr.pdf | besucht am 10.08.2026
BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft | BDEW-Strompreisanalyse April 2026 | https://www.bdew.de/media/documents/BDEW_Strompreisanalyse_042026.pdf | besucht am 10.08.2026
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung | Kabinett beschließt EEG-Novelle und Netzpaket, 29. Juli 2026 | https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kabinett-eeg-novelle-netzpaket-strom-2448636 | besucht am 10.08.2026
Global Wind Energy Council | Global Wind Report 2026, veröffentlicht am 14. Mai 2026 | https://www.gwec.net/reports/globalwindreport | besucht am 10.08.2026
Stiftung Offshore-Windenergie | Status des Offshore-Windenergieausbaus in Deutschland, Halbjahr 2026 | https://www.offshore-stiftung.de/de/status-quo-offshore-windenergie.php | besucht am 10.08.2026
Zeitung für kommunale Wirtschaft | Offshore-Wind-Ausschreibung gescheitert: Die Gründe | https://www.zfk.de/energie/strom/keine-gebote-offshore-wind-ausschreibung-erstmals-gescheitert | besucht am 10.08.2026
Zeitung für kommunale Wirtschaft | Redispatch 2025: Solarstrom-Abregelung steigt um 97 Prozent | https://www.zfk.de/energie/strom/redispatch-2025-pv-abregelung-verteilnetz | besucht am 10.08.2026
Batteriespeicher-Report nach SMARD-Daten der Bundesnetzagentur | Negative Strompreise, Halbjahresbilanz 2026 | https://batteriespeicher-report.de/aktuelles/negative-strompreise-halbjahresbilanz-2026 | besucht am 10.08.2026
Umweltbundesamt | Rotorblattaufbereitung und Recycling von Faserverbundwerkstoffen | https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/windenergieanlagen/rotorblattaufbereitung-recycling-von | besucht am 10.08.2026
Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet | Windenergieflächenbedarfsgesetz, Paragraf 3 Verpflichtungen der Länder | https://www.gesetze-im-internet.de/windbg/__3.html | besucht am 10.08.2026
Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet | Erneuerbare-Energien-Gesetz, Paragraf 6 Finanzielle Beteiligung der Kommunen | https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__6.html | besucht am 10.08.2026
Caeli Wind | Diese Pachtpreise erzielen Grundeigentümer mit Windrädern | https://www.caeli-wind.de/ratgeber/detailseite/windraeder-pachtpreise-fuer-grundeigentuemer | besucht am 10.08.2026
Ecoreporter | Chinesische Windräder in Europa: EU-Kommission hat Sicherheitsbedenken | https://www.ecoreporter.de/artikel/chinesischen-windr%C3%A4der-in-europa-eu-kommission-hat-sicherheitsbedenken/ | besucht am 10.08.2026
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt | The man who set forth to capture the wind, zur Geschichte von Growian | https://www.dlr.de/en/latest/news/2013/20130731_the-man-who-set-forth-to-capture-the-wind_7716/@@download/file/20130731_the-man-who-set-forth-to-capture-the-wind_7716.pdf | besucht am 10.08.2026