Sonnenenergie kennt keine Förderländer, dafür Fabrikländer. Die Machtfrage hat sich von der Lagerstätte in die Lieferkette verschoben: China hält bei Polysilizium und Wafern Anteile nahe 95 Prozent, und rund 40 Prozent des Polysiliziums stammen aus einer einzigen Provinz.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Sonnenenergie lieferte 2025 in Deutschland 92 Terawattstunden Strom und deckte damit 17 Prozent des Bruttostromverbrauchs. Die installierte Leistung stieg auf 118 Gigawatt, verteilt auf rund 5,5 Millionen Anlagen.
- China beherrscht jede Stufe der Wertschöpfung mit Anteilen jenseits von 80 Prozent, bei Polysilizium und Wafern nähert sich der Anteil 95 Prozent. Europa kommt bei Modulen auf etwa 3 Prozent Marktanteil.
- Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 das Ende der festen Einspeisevergütung beschlossen. Ab 2027 müssen neue Anlagen ihren Strom direkt vermarkten, die Einspeiseleistung kleiner Dachanlagen wird auf 50 Prozent begrenzt.
- Eine vollständig europäische Fertigung würde Module um rund 100 Prozent verteuern, den Strom aus großen Kraftwerken aber nur um 0,75 Cent je Kilowattstunde.
Bluff oder Wissen? Der Sonnenenergie-Check
1Wie viel Wasserstoff verschmilzt im Kern der Sonne pro Sekunde?Aufklappen ↓
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2Wie viel Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs deckte die Photovoltaik 2025?Aufklappen ↓
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3Wie hoch ist Chinas Anteil an der weltweiten Waferproduktion?Aufklappen ↓
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4Welchen Anteil am Preis einer neuen Dachanlage machen die Solarmodule aus?Aufklappen ↓
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5Was ändert sich nach dem Kabinettsbeschluss zum 1. Januar 2027 für neue Solaranlagen?Aufklappen ↓
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Was ist Sonnenenergie und wie entsteht sie im Kern der Sonne?
Sonnenenergie entsteht durch Kernfusion: Im Zentrum der Sonne verschmelzen pro Sekunde 567 Millionen Tonnen Wasserstoff zu 562,8 Millionen Tonnen Helium. Die fehlenden 4,2 Millionen Tonnen werden zu Strahlung, ein winziger Bruchteil davon erreicht nach 8 Minuten und 20 Sekunden die Erde.
Die gesamte Strahlungsleistung, aus der sich alle Sonnenenergie speist, beträgt 3,84 mal zehn hoch 26 Watt. Oberhalb der Erdatmosphäre kommt davon eine Leistungsdichte von 1361 Watt je Quadratmeter an, und Physiker nennen diesen Wert die Solarkonstante. Konstant ist der Wert allerdings nur im Jahresmittel, über den elfjährigen Sonnenfleckenzyklus schwankt die Strahlung um etwa ein Promille.
Bis zur Dachfläche in Deutschland bleibt davon wenig übrig. Atmosphäre, Wolken und der schräge Einfallswinkel schlucken den Großteil, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme rechnet für deutsche Standorte mit einer mittleren Jahressumme der horizontalen Globalstrahlung von 1100 Kilowattstunden je Quadratmeter. In Südspanien fällt die nutzbare Sonnenenergie rund 70 Prozent höher aus, auf der Arabischen Halbinsel noch einmal darüber.
Der Weg der Sonnenenergie aus dem Kern bis zur Oberfläche dauert nach gängigen Modellrechnungen zehntausende Jahre, weil jedes Photon im dichten Plasma unzählige Male gestreut und wieder absorbiert wird. Die letzten 150 Millionen Kilometer legt dieselbe Energie dann in gut acht Minuten zurück. Zwischen Entstehung und Ernte liegt bei keinem anderen Rohstoff dieser Reihe ein derart absurdes Missverhältnis. Erdöl reicht nach heutiger Förderquote gut fünf Jahrzehnte, viele Metalle je nach Lagerstätte vier bis sechs, die Sonne brennt noch rund fünf Milliarden Jahre.
Was Sonnenenergie von Erdöl, Kupfer oder Lithium grundsätzlich unterscheidet, ist damit die Reichweite: Ein Rohstoff dieser Art kennt keine Knappheit, sondern nur Verteilungsprobleme. Qualitätsunterschiede bestehen trotzdem, und zwar im Wortsinn geografische. Ein Solarmodul in Kairo erntet aus derselben Hardware fast doppelt so viel Sonnenenergie wie in Hamburg, dazu kommen Unterschiede im Anteil diffuser Strahlung, in der Verschmutzung und in der Betriebstemperatur der Module. Ein heißer Wüstenstandort liefert nicht linear mehr Ertrag, weil der Wirkungsgrad mit steigender Zelltemperatur sinkt. Diese Standortrente lässt sich kaum handeln, weil Strom über 3000 Kilometer Leitung teuer wird und Übertragungsprojekte wie Desertec genau daran scheiterten. Deshalb entsteht kein Weltmarkt für Sonnenstrahlung, sondern ein Weltmarkt für die Geräte, die Sonnenenergie ernten. Genau diese Verschiebung erklärt jedes geopolitische Kapitel dieses Rohstoffs.
Förderkosten im klassischen Sinn existieren nicht. An die Stelle von Bohrtiefe, Erzgehalt und Abraumverhältnis treten Anschaffungspreis, Zinssatz und Einstrahlung am Standort. Die Kostenrechnung eines Solarparks kennt keine variable Komponente, was Sonnenenergie zu einem Fixkostengeschäft macht: Einmal gebaut, produziert die Anlage 25 Jahre lang zu Grenzkosten von praktisch null.
Wer entdeckte den photovoltaischen Effekt und wie begann der Solarrausch?

Der französische Physiker Alexandre Edmond Becquerel beobachtete den photovoltaischen Effekt 1839 an einer elektrolytischen Zelle mit Platinelektroden. Bis zur ersten brauchbaren Siliziumzelle vergingen 115 Jahre, vorgestellt haben das Bauteil die Bell Labs im April 1954 mit knapp 6 Prozent Wirkungsgrad.
Becquerel war 19 Jahre alt und maß lediglich, dass der Strom bei Beleuchtung etwas höher ausfiel als im Dunkeln. Eine Anwendung hatte der junge Physiker nicht im Sinn. Die Theorie hinter dem Befund lieferte erst Albert Einstein 1905, und für die Deutung des Photoeffekts bekam er 1921 den Nobelpreis, nicht für die Relativitätstheorie.
Den ersten Markt für Sonnenenergie schuf nicht die Energiepolitik, sondern die Raumfahrt. Der US-Satellit Vanguard 1 ging 1958 mit Solarzellen an Bord in den Orbit. Sein solarbetriebener Sender funkte sechs Jahre lang bis 1964. Die chemische Batterie des Zwillingssystems verstummte nach knapp drei Wochen. Im Orbit existierte keine Alternative und keine Preisdiskussion, und dieser Nischenmarkt finanzierte zwei Jahrzehnte Zellentwicklung.
Auf die Erde kam die Technik zur Nutzung von Sonnenenergie mit der Ölkrise 1973. Teuer blieb Sonnenenergie trotzdem. Die Kilowattstunde kostete in den achtziger Jahren ein Vielfaches des Netzstroms. Die wenigen Anlagen standen an Berghütten und Funkmasten ohne Netzanschluss. Der Durchbruch kam über ein Instrument, das kein Ingenieur erfunden hat, sondern ein Jurist.
| Jahr | Meilenstein | Wirkung |
|---|---|---|
| 1839 | Becquerel beobachtet den photovoltaischen Effekt | Physikalischer Befund ohne Anwendung |
| 1905 | Einstein erklärt den Photoeffekt | Theoretische Grundlage, Nobelpreis 1921 |
| 1954 | Bell Labs zeigen die erste Siliziumzelle | Knapp 6 Prozent Wirkungsgrad |
| 1958 | Vanguard 1 fliegt mit Solarzellen | Sender arbeitet sechs Jahre lang |
| 1990 | 1000-Dächer-Programm in Deutschland | Erster staatlich getragener Feldtest |
| 2000 | Erneuerbare-Energien-Gesetz tritt in Kraft | Feste Vergütung über 20 Jahre, Anlagen werden bankfähig |
Deutschland startete 1990 das 1000-Dächer-Programm, 1999 folgten die 100.000 Dächer, und am 1. April 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft. Der Kunstgriff war die feste Vergütung über 20 Jahre bei garantierter Abnahme. Damit wurde eine Dachanlage für Banken kalkulierbar, und aus einer Technikspielerei wurde eine Anlageklasse. Treibende Kraft im Bundestag war der SPD-Abgeordnete Hermann Scheer, ausgezeichnet 1999 mit dem Alternativen Nobelpreis für sein Eintreten für erneuerbare Energien.
Der Rausch um die Sonnenenergie, den das Gesetz auslöste, fand tatsächlich in Deutschland statt. Um Bitterfeld-Wolfen und Thalheim entstand das sogenannte Solar Valley mit Q-Cells, Sovello und Solibro, 2007 führte mit Q-Cells ein deutsches Unternehmen die Weltrangliste nach Produktionsvolumen an. Fünf Jahre später war die Firma insolvent.
Konzernbildung im Sinne eines Kartells hat die Frühphase der Sonnenenergie nie gesehen, anders als bei Öl oder Kupfer. Die Technologie war zu einfach kopierbar, schlüsselfertige Produktionslinien ließen sich ab etwa 2008 von der Stange kaufen, und genau dieser Technologietransfer beendete den deutschen Vorsprung binnen weniger Jahre. Wie schnell eine Rohstoffindustrie ihren Standort wechselt, zeigt auch die Geschichte des Halbleiterrohstoffs Silizium, dessen Reinigung heute weit überwiegend in China stattfindet.
Wie hat die Sonnenenergie die Weltkarte verändert?

Kolonialen Zugriff im klassischen Sinn hat die Sonnenenergie nie erlebt. Keine europäische Macht musste eine Sonnenlagerstätte sichern, keine Grenze wurde um ein Strahlungsvorkommen gezogen, kein Handelshaus verdiente an der Verschiffung von Einstrahlung. Die Abhängigkeit entstand später und freiwillig, über zwei Jahrzehnte entschlossener Industriepolitik in Asien und deren Gegenstück in Europa.
Das Fraunhofer ISE beziffert Chinas Marktanteil bei der Technik zur Ernte von Sonnenenergie für das Jahr 2023 auf jenseits von 80 Prozent über alle Wertschöpfungsstufen hinweg, von der Polysiliziumproduktion über Ingots und Wafer bis zu Zellen und Modulen. Um 2010 stand diese Kette in Europa noch vollständig. Übrig geblieben sind nennenswerte Weltmarktanteile allein bei Wechselrichtern und beim Siliziumhersteller Wacker.
Der Grund für die Verlagerung liegt nicht bei den Löhnen. Die Fertigung von Solarzellen ist hochautomatisiert, der Lohnanteil entsprechend gering. Entscheidend waren Kapitalkosten, Abschreibungsbedingungen und der Zugriff auf billigen Strom, denn die Reinigung von Polysilizium zählt zu den energieintensivsten Prozessen der Industrie. Wer Sonnenenergie in Modulform exportieren will, braucht zuerst günstige Kohleenergie im Rücken, und diese Ironie steckt in jedem chinesischen Modul auf einem deutschen Dach.
Politisch heikel wird die Konzentration durch die Geografie innerhalb Chinas. Nach Zahlen der Internationalen Energieagentur kam 2022 rund 40 Prozent der weltweiten Polysiliziumproduktion aus Xinjiang, jener Region, für die Menschenrechtsorganisationen systematische Zwangsarbeit dokumentieren. Die USA verbieten die Einfuhr entsprechender Vorprodukte, die EU hat mit ihrer Zwangsarbeitsverordnung nachgezogen. In der Praxis scheitert die Durchsetzung an der Rückverfolgbarkeit einer Kette mit fünf Stufen und mehreren Zwischenhändlern.
Kartelle im Sinne der OPEC existieren nicht, wohl aber das funktionale Äquivalent: eine Handvoll Konzerne mit massiver Überkapazität, die den Preis nach unten drückt und Wettbewerber vom Markt fegt. Für Käufer von Sonnenenergie-Technik ist das erst einmal ein Geschenk. Für jeden Versuch, außerhalb Chinas eine Fabrik zu bauen, wirkt dieselbe Überkapazität als Todesurteil, solange kein Staat die Nachfrage garantiert.
| Wertschöpfungsstufe | Chinas Anteil | Lage in Europa |
|---|---|---|
| Polysilizium | nahe 95 Prozent | Wacker hält noch einen nennenswerten Weltmarktanteil |
| Ingots und Wafer | nahe 95 Prozent | Keine nennenswerte Produktion mehr vorhanden |
| Solarzellen | über 80 Prozent | Deutschland importiert 100 Prozent seines Bedarfs |
| Module | über 80 Prozent | Kleine Fertigungen, rund 3 Prozent EU-Marktanteil |
| Wechselrichter | hoher, aber kein Monopolanteil | Europäische Hersteller halten relevante Anteile |
Der letzte europäische Gegenversuch waren Antidumpingzölle und ein Mindestimportpreis von 2013 bis 2018. Gebracht haben diese Maßnahmen den Herstellern wenig und den Installateuren teure Module, ein Lehrstück über Handelspolitik, das in Brüssel bis heute nachwirkt und die Zurückhaltung beim Net-Zero Industry Act erklärt.
Die aktuelle Spannung liegt ohnehin anderswo. Wechselrichter, Batteriespeicher und Ladepunkte hängen an Firmware, die aus China gepflegt und per Fernzugriff aktualisiert wird. Mehrere Gigawatt Einspeiseleistung an einem Software-Update ist ein Druckmittel, das kein Ölhahn je besaß. Über Sabotage muss dabei niemand spekulieren, allein die technische Möglichkeit verändert Verhandlungspositionen.
Ressourcen schaffen Abhängigkeiten, Abhängigkeiten schaffen Konflikte. Bei der Sonnenenergie hat sich lediglich das Objekt der Abhängigkeit verschoben: weg vom Stoff, hin zur Maschine, die den Stoff nutzbar macht. Deutschland tauscht damit eine Importabhängigkeit gegen die nächste, und diesmal liegt die Quelle nicht am Persischen Golf, sondern in Jiangsu und Sichuan.
Was Europa dagegensetzt
Warum ist Sonnenenergie für die Weltwirtschaft so wichtig?

Weltweit gingen 2025 nach Zahlen des IEA-PVPS-Programms rund 698 Gigawatt Photovoltaik neu ans Netz, die kumulierte Leistung liegt bei knapp 3000 Gigawatt. Damit kann Sonnenenergie rechnerisch mehr als 10 Prozent des globalen Strombedarfs decken.
Mehr als die Hälfte des Zuwachses entfiel auf China, das je nach Zählweise zwischen 350 und 415 Gigawatt installierte. Die gesamte EU kam auf knapp 66 Gigawatt, Indien auf knapp 56, die USA auf gut 43. Deutschland landete mit 17 Gigawatt auf dem vierten Platz weltweit, ein bemerkenswerter Wert für ein Land mit der Einstrahlung von Neufundland.
Die Handelswege der Sonnenenergie sind kurz und einseitig. Transportiert wird nicht die Energie, sondern das Gerät: China exportierte 2024 Solartechnik im Umfang von 235,9 Gigawatt. Ein Container mit Modulen für ein Megawatt wiegt rund 60 Tonnen, der Frachtanteil am Modulpreis liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Genau diese Leichtigkeit macht die Verlagerung der Produktion so schwer rückgängig.
| Markt | Zubau 2025 | Einordnung |
|---|---|---|
| China | 350 bis 415 Gigawatt | Mehr als die Hälfte des Weltzubaus |
| Europäische Union | knapp 66 Gigawatt | Alle Mitgliedstaaten zusammen |
| Indien | knapp 56 Gigawatt | Stärkster Zuwachs außerhalb Chinas |
| USA | gut 43 Gigawatt | Getragen von Steuergutschriften |
| Deutschland | 17 Gigawatt | Platz vier weltweit, 118 Gigawatt kumuliert |
Für Deutschland ist die Abhängigkeit total. Der Bedarf an Solarmodulen wird nahezu vollständig durch Importe gedeckt, der Bedarf an Solarzellen zu 100 Prozent. Das Fraunhofer ISE formuliert die Konsequenz ungewöhnlich deutlich: Ein Einbruch im Handel mit China würde den Ausbau der Sonnenenergie in Deutschland ernsthaft gefährden und zusätzlich die verbliebene hiesige Modulmontage lahmlegen, weil dann auch die Vorprodukte fehlen.
Der Preis der Sonnenenergie bildet sich an keiner Börse. Kein Terminkontrakt notiert Sonnenstunden, gehandelt werden Module nach Wattpeak und der erzeugte Strom nach Kilowattstunden am Day-Ahead-Markt der Leipziger Strombörse. Diese Doppelstruktur erklärt eine Merkwürdigkeit der Branche: Sinkende Modulpreise und sinkende Strompreise treffen dieselben Unternehmen von zwei Seiten.
Am Strommarkt wirkt Sonnenenergie über die Merit Order, und zwar gegen die eigenen Erlöse. Solarstrom hat gesetzlichen Vorrang und rechnerische Grenzkosten von null, steht damit am Anfang der Angebotsreihe und verdrängt in der Mittagszeit die teuren Spitzenlastkraftwerke. Der Börsenpreis sinkt, und zwar für alle Anbieter gleichzeitig, auch für die Betreiber der Solarparks selbst.
Welche Industrien stillstehen, sobald die Lieferung ausbleibt, lässt sich in Deutschland gut beziffern. Über 100.000 Menschen arbeiteten 2025 nach Zahlen des Bundesverbands Solarwirtschaft in der Branche rund um Sonnenenergie, der weit überwiegende Teil davon in Planung, Installation und Wartung. Nach einer Untersuchung der EuPD Research braucht die Installation von 10 Gigawatt rund 46.500 Vollzeitkräfte, eine vertikal integrierte Fabrik derselben Größe nach Berechnung des Fraunhofer ISE dagegen nur etwa 7500.
Diese Relation wird in der Standortdebatte gern unterschlagen. Der Beschäftigungshebel der Sonnenenergie liegt sechsmal stärker in der Montage als in der Fertigung. Eine europäische Fabrik ist ein industriepolitisches und sicherheitspolitisches Argument, ein Arbeitsmarktargument ist sie nicht.
In welchen Produkten steckt Sonnenenergie und was verschwindet ohne Solarzellen?

Sonnenenergie steckt in Taschenrechnern, Parkscheinautomaten, Baustellenampeln, Gartenleuchten, Verkehrszählern und jedem Satelliten im Erdorbit. Der Rohstoff selbst fällt nie aus, wohl aber die Zelle, die ihn erntet, und deren Vorprodukte kommen aus einer einzigen Lieferkette.
Der Taschenrechner mit dem schwarzen Streifen über dem Display war für eine ganze Generation der erste Kontakt mit Sonnenenergie. Technisch steckt darin amorphes Silizium, ein Material mit mäßigem Wirkungsgrad und exzellentem Schwachlichtverhalten. Diese Nische hält sich bis heute, weil eine Knopfzelle im Gerät über die Lebensdauer mehr kostet als die Zelle auf dem Gerät.
Deutlich größer ist der unsichtbare Bestand an Sonnenenergie in der öffentlichen Infrastruktur. Parkscheinautomaten, Haltestellenanzeigen, mobile Verkehrszählgeräte, Wildkameras, Weidezaungeräte und die Warnbaken auf Autobahnbaustellen laufen autark mit Sonnenenergie, weil ein Netzanschluss mehr kosten würde als das gesamte Gerät. Für Kommunen ist Photovoltaik damit kein Klimathema, sondern Tiefbauersparnis.
Im Erdorbit hat die Sonnenenergie bis heute keine Konkurrenz. Jeder Kommunikations-, Navigations- und Erdbeobachtungssatellit hängt an ausklappbaren Panels, ebenso die Internationale Raumstation. Fällt diese Technik aus, fällt nicht die Stromversorgung eines Haushalts aus, sondern die Navigation eines Kontinents samt Zeitsignal für Börsen und Mobilfunknetze.
Der jüngste Massenmarkt für Sonnenenergie steht auf deutschen Balkonen. Die Bundesnetzagentur zählte für 2025 rund 430.000 neu registrierte Steckersolargeräte mit zusammen 0,5 Gigawatt, das entspricht 3,2 Prozent des gesamten Solarzubaus. Ein Balkonkraftwerk erzeugt keine nennenswerte Menge Strom, verändert aber das Verhältnis der Bewohner zur eigenen Stromrechnung.
| Produktkategorie | Konkretes Beispiel | Zelltyp | Ersatz bei Lieferausfall |
|---|---|---|---|
| Kleinelektronik | Taschenrechner, Armbanduhr | Amorphes Silizium | Knopfzelle, teurer im Betrieb |
| Kommunale Infrastruktur | Parkscheinautomat, Warnbake | Kristallines Silizium | Netzanschluss oder Batterietausch |
| Gebäudetechnik | Dachanlage, Balkonkraftwerk | TOPCon, Heterojunction | Netzstrom zum vollen Tarif |
| Kraftwerksbau | Freiflächenanlage | Bifaziale Module | Kein gleichwertiger Ersatz |
| Raumfahrt | Satellit, Raumstation | Mehrfachsolarzelle | Radionuklidbatterie, stark limitiert |
Der interessante Teil beginnt bei der Frage, was ein Lieferstopp für die Sonnenenergie tatsächlich anrichtet. Bestandsanlagen laufen weiter. Module halten 25 bis 30 Jahre und verlieren dabei nur etwa ein halbes Prozent Leistung pro Jahr. Betroffen wäre allein der Zubau, und der ist in Deutschland kein Nice-to-have: Ohne durchschnittlich 19,6 Gigawatt jährlich verfehlt das Land sein 215-Gigawatt-Ziel für 2030.
Innerhalb der Technik lässt sich einiges substituieren. Silber in der Zellmetallisierung weicht bereits Kupfer, Blei im Lot ist bei geringen Mehrkosten vollständig ersetzbar, zur Cadmiumtellurid-Dünnschicht bestehen siliziumbasierte Alternativen. Was sich nicht ersetzen lässt, ist die Fabrik selbst, und eine neue Zellfertigung braucht vom Beschluss bis zur ersten Palette rund drei Jahre.
Ein Lieferstopp träfe die Sonnenenergie also nicht sofort, sondern mit Verzögerung und dafür langanhaltend. Bestandsanlagen puffern die ersten Monate, der Zubau bricht binnen eines Quartals ein, und die Lücke bleibt mindestens einen Investitionszyklus offen. Wie stark die Energiewende zusätzlich an einem einzigen Metall hängt, zeigt der Blick auf den Kupferbedarf der Netze, der mit jedem zugebauten Gigawatt mitwächst.
Was bei einem Lieferstopp zuerst kippt
Wie setzt sich der Preis einer Kilowattstunde Solarstrom zusammen?

Ein Musterhaushalt zahlt 2026 nach der BDEW-Strompreisanalyse durchschnittlich 37,0 Cent je Kilowattstunde. Davon entfallen 15,2 Cent auf Beschaffung und Vertrieb, 9,3 Cent auf Netzentgelte und 12,6 Cent auf Steuern, Abgaben und Umlagen.
Eine selbst erzeugte Kilowattstunde vom eigenen Dach umgeht diese gesamte Kette. Die Stromgestehungskosten kleiner Dachanlagen liegen nach der Studie des Fraunhofer ISE bei 6,4 bis 13,0 Cent, große Freiflächenanlagen kommen auf 4,1 bis 6,9 Cent. Jede eigenverbrauchte Kilowattstunde Sonnenenergie spart den vollen Bezugspreis und kostet nur einen Bruchteil davon, und dieser Spreizung verdankt die Photovoltaik ihren Boom auf deutschen Dächern.
Innerhalb einer Anlage für Sonnenenergie hat sich die Kostenstruktur in zehn Jahren umgedreht. Auf die Module entfällt heute nur noch ein knappes Zehntel des Anschaffungspreises, der Wechselrichter liegt bei rund elf Prozent, Kabel und Elektroinstallation bei etwa zwölf Prozent. Den größten Block bilden Montage und Installation mit rund 42 Prozent, also Handwerksleistung, die im Inland bleibt und hier versteuert wird.
| Kostenblock | Anteil am Anlagenpreis | Wo die Wertschöpfung anfällt |
|---|---|---|
| Montage und Installation | rund 42 Prozent | Lokales Handwerk, Gerüstbau, Inbetriebnahme |
| Kabel und Elektroinstallation | rund 12 Prozent | Großhandel und Elektrobetrieb |
| Wechselrichter | rund 11 Prozent | Teilweise europäische Hersteller |
| Solarmodule | knapp 10 Prozent | Nahezu vollständig Import aus Asien |
| Montagesystem, Planung, Anmeldung | verbleibender Rest | Zulieferer und Planungsbüros im Inland |
Damit hat sich die Preisdebatte um die Sonnenenergie verschoben, ohne dass die Öffentlichkeit nachgezogen hätte. Über Modulpreise wird weiter diskutiert, als hinge daran die Wirtschaftlichkeit. Tatsächlich entscheidet inzwischen der Gerüstbau, und ein Handwerkertag in Bayern kostet mehr als zwei Module aus Jiangsu.
Beim Netzstrom kassiert der Staat über Stromsteuer, Umsatzsteuer, Konzessionsabgabe und Umlagen den größten Einzelblock, gefolgt vom Netzbetreiber mit den Netzentgelten. Beim Strom vom eigenen Dach fließt der Löwenanteil an das lokale Handwerk, ein knappes Fünftel nach Asien, der Rest an Großhandel, Planung und Anmeldung. Der Staat bekommt bei eigenverbrauchter Sonnenenergie fast nichts, was den fiskalischen Reiz der Reform erklärt.
Asymmetrisch verhält sich der Markt bei der Weitergabe. Gestiegene Beschaffungskosten erreichen die Haushaltstarife binnen weniger Monate, gesunkene Börsenpreise brauchen deutlich länger, weil Versorger langfristig einkaufen. Der Dollarkurs spielt dabei eine unterschätzte Rolle: Module werden international in US-Währung fakturiert, ein schwacher Euro verteuert die Anlage, ohne dass ein einziger Hersteller den Preis erhöht hätte.
International zeigt der Preis der Sonnenenergie, wie weit die Technik gekommen ist. An einstrahlungsstarken Standorten wurde Solarstrom bereits zu 1,12 Cent je Kilowattstunde in Portugal und 0,87 Cent in Saudi-Arabien angeboten. Zum Vergleich zog das Fraunhofer ISE das britische Kernkraftwerk Hinkley Point C heran, für das umgerechnet 12 Cent je Kilowattstunde zuzüglich Inflationsausgleich über 35 Jahre garantiert wurden.
Vier Größen, die den Vergleich entscheiden
Wer verdient an der Sonnenenergie und wer zahlt drauf?

Gewonnen haben Chinas Hersteller, deutsche Installationsbetriebe und die Besitzer eigener Dächer. Verloren haben die europäische Modulindustrie, die Mieter ohne Dachzugang und alle Betreiber, deren Strom mittags nichts mehr wert ist.
Der Ressourcenfluch klassischer Rohstoffländer greift bei der Sonnenenergie nicht. Kein Staat wird reich an Einstrahlung, kein Petrostaat entsteht aus Globalstrahlung, und die holländische Krankheit setzt keine Volkswirtschaft außer Gefecht, weil sich Sonnenenergie nicht exportieren lässt. Stattdessen tritt ein Fabrikfluch auf: Wohlstand entsteht dort, wo produziert wird, und die Produktion wandert dorthin, wo Kapital am billigsten und Industriepolitik am entschlossensten ist.
Deutschland hat diesen Mechanismus bei der Sonnenenergie dreimal erlebt, und jedes Mal in dieselbe Richtung. Q-Cells führte 2007 die Weltrangliste an und meldete am 3. April 2012 Insolvenz an, im selben Jahr traf dasselbe Schicksal Solon und Solar Millennium. SolarWorld folgte 2017. Meyer Burger schloss das Modulwerk Freiberg im März 2024, die deutschen Töchter gingen im Mai 2025 in die Insolvenz, und zum 1. September 2025 endete das Deutschlandgeschäft endgültig.
Rund 600 Beschäftigte verloren dabei ihre Stelle. Im März 2026 übernahm das US-Start-up Swift Solar die Heterojunction-Zellfertigung samt Schutzrechten und verlagerte die rund 2 Gigawatt Kapazität in die USA. Das Argument „Made in Germany“ ist damit bei Solarmodulen erledigt, und der Technologieabfluss ging diesmal nicht nach Osten, sondern nach Westen.
| Akteur | Position heute | Kern der Bilanz |
|---|---|---|
| Chinesische Modulhersteller | Über 80 Prozent Weltmarktanteil auf allen Stufen | Marktmacht bei ruinösen Margen |
| Deutsches Elektrohandwerk | Über 100.000 Beschäftigte in der Branche | Rund 42 Prozent des Anlagenpreises bleiben im Land |
| Eigenheimbesitzer | 20 bis 40 Prozent Eigenverbrauch ohne Speicher | Ersparnis von rund 30 Cent je selbst genutzter Kilowattstunde |
| Mieter ohne Dachzugang | Kein Eigenverbrauch möglich | Zahlen den vollen Tarif von 37,0 Cent |
| Europäische Zellfertigung | Praktisch nicht mehr vorhanden | Rund 3 Prozent Modulmarktanteil in der EU |
Die soziale Schieflage der Sonnenenergie liegt allein im Zugang zur Dachfläche. Eigentümer eines Einfamilienhauses senken ihre Stromrechnung um mehrere hundert Euro im Jahr, Mieter in verdichteten Lagen zahlen den vollen Tarif und finanzieren über Netzentgelte den Ausbau mit. Mieterstrommodelle sollen diese Lücke schließen, scheitern aber regelmäßig an Abrechnungsaufwand und Messkonzept.
Am härtesten trifft die neue Marktlogik der Sonnenenergie die Betreiber selbst. An fast 600 Stunden des Jahres 2025 lag der Börsenstrompreis nahe null oder darunter, weil zu viele Anlagen gleichzeitig einspeisen und dem System die Flexibilität fehlt. Sonnenenergie entwertet sich damit selbst, ein Kannibalisierungseffekt, den kein Ölförderer je fürchten musste.
Sonnenenergie ist der erste Rohstoff, bei dem Deutschland die Lagerstätte im eigenen Land hat und trotzdem zu 100 Prozent importabhängig bleibt. Wir haben zwei Jahrzehnte lang den Verbrauch subventioniert und die Fabrik dabei vergessen.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie mächtig ist die Solarlobby?

Die Solarlobby ist gut organisiert, gegen die fossile Industrie aber ein Leichtgewicht. Der Internationale Währungsfonds bezifferte die Weltsubventionen für Kohle, Öl und Gas samt externer Kosten für 2020 auf rund 5,1 Billionen Euro. Die deutsche Solarforschung bekam 2024 vom Bund 60 Millionen Euro.
Der Kostenblock, um den in Berlin gestritten wird, ist trotzdem beachtlich. Die Differenzkosten der Einspeisevergütung für Sonnenenergie bewegen sich seit Jahren zwischen 9 und 11 Milliarden Euro jährlich, kumuliert bis einschließlich 2020 summierten sich rund 100 Milliarden Euro. Bis Juni 2022 trugen diese Last die Stromkunden über die EEG-Umlage, seither läuft die Finanzierung über den Bundeshaushalt und den Klima- und Transformationsfonds.
Bemerkenswert an der Umlage zugunsten der Sonnenenergie war ihre Verteilungswirkung. Im Jahr 2021 waren 44 Prozent des Industrieverbrauchs privilegiert, also weitgehend befreit. Die Rechnung ging an Privathaushalte und den Mittelstand, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer auf die Umlage selbst. Eine Ökoabgabe, die den größten Verbraucher verschont, ist eine politische Verteilungsentscheidung, keine Naturkonstante. Dazu kommt ein Paradox: Jede zusätzliche Solaranlage senkt über den Merit-Order-Effekt den Börsenpreis und vergrößert damit die Differenz zur garantierten Vergütung, sodass die Förderung in der Statistik teurer erscheint, obwohl der Strom billiger wird.
Auf der Gegenseite steht ein Rechenfehler zugunsten der Fossilen. Nach Berechnungen des Umweltbundesamts verursacht eine Tonne Kohlendioxid Schäden von 195 bis 680 Euro. Auf Braunkohlestrom mit 1075 Gramm je Kilowattstunde umgelegt ergäbe das einen Aufschlag von 21 bis 73 Cent. Der nationale Emissionshandel sieht für 2026 dagegen nur 55 bis 65 Euro je Tonne vor. Diese Lücke ist die größte Subvention im System, und kein Haushaltsplan weist sie aus. Der europäische Emissionshandel erfasst bislang nur 45 Prozent der Treibhausgasemissionen, die Ausweitung auf rund 85 Prozent soll erst ab 2027 greifen.
Die Framing-Strategie der Solarbranche zielt seit Jahren auf ein einziges Argument: Sonnenenergie senkt den Börsenpreis für alle. Eine Untersuchung des Beratungshauses Enervis im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft rechnet das für 2024 vor. Ohne Solarstrom hätte der Börsenpreis im Schnitt 15 Prozent höher gelegen. Verbraucher und Industrie zusammen kamen so auf eine Ersparnis von 6,1 Milliarden Euro, die ohne den Merit-Order-Effekt der Photovoltaik nicht entstanden wäre. Auftraggeber und Ergebnis gehören zusammen gelesen. Plausibel bleibt der Mechanismus trotzdem.
Die eigentliche Machtprobe läuft gerade in der Netzpolitik. Beim Streit um Einspeisebegrenzung, Redispatch-Entschädigung und Direktvermarktungspflicht steht die Solarlobby erstmals nicht der Kohle gegenüber, sondern den Netzbetreibern. Diese Frontverschiebung ist die interessanteste Entwicklung der vergangenen zwei Jahre.
Wie kommen wir von chinesischen Solarmodulen los?

Von der Sonnenenergie loszukommen ergibt keinen Sinn, von der Lieferkette schon. Drei Wege stehen offen: eine europäische Fertigung mit gesicherter Nachfrage, konsequentes Recycling und die Verlagerung des Engpasses vom Modul zum Speicher.
Bei jedem anderen Rohstoff dieser Reihe lautet die Frage, wie der Ausstieg gelingt. Bei der Sonnenenergie kehrt sich die Logik um: Der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas ist der Zweck, und die Abhängigkeit entsteht erst auf dem Weg dorthin. Deutschland gab im fossilen Zeitalter jährlich bis zu 90 Milliarden Euro für Öl- und Gasimporte aus, verglichen damit ist die Modulrechnung ein Trinkgeld.
Der Net-Zero Industry Act der EU gibt seit Juni 2024 die Richtung vor. 40 Prozent des Bedarfs an strategischen Technologien sollen bis 2030 aus europäischer Produktion kommen, für die Photovoltaik entspricht das mindestens 30 Gigawatt Fertigungskapazität über die gesamte Wertschöpfungskette. Gemessen an aktuell rund 3 Prozent Modulmarktanteil ist das keine Zielmarke, sondern ein Neuaufbau aus dem Stand.
Was der kosten würde, hat SolarPower Europe durchgerechnet. Eine vollständig integrierte europäische Produktion verteuert Module um 10,3 Cent je Wattpeak und damit um rund 100 Prozent. Beim fertigen Großkraftwerk bleiben davon 20 Prozent übrig. Bei den Stromgestehungskosten bleiben 0,75 Cent je Kilowattstunde oder 14,5 Prozent. Der Aufschlag auf die Kilowattstunde Sonnenenergie fällt damit kleiner aus als die Preisschwankung eines einzigen Wintermonats an der Börse.
Reine Investitionsbeihilfen für die Sonnenenergie haben in der Vergangenheit nur Strohfeuer gezündet, das zeigt die Geschichte des Solar Valley. Entscheidend bleibt gesicherte Nachfrage, und dafür stehen erprobte Instrumente bereit: Einfuhrzölle, Mindestquoten für regionale Wertschöpfung oder bevorzugte Konditionen in bestimmten Marktsegmenten. Indien, die Türkei, die USA, Mexiko und Österreich nutzen solche Beschaffungsregeln bereits, die EU zögert.
| Weg | Instrument | Stand 2026 |
|---|---|---|
| Eigene Fertigung | Net-Zero Industry Act, 40 Prozent bis 2030 | Ziel steht, gesicherte Nachfrage fehlt |
| Beschaffungspolitik | Quoten für regionale Wertschöpfung | Von Indien bis Österreich erprobt, in der EU offen |
| Recycling | Sammelquote 85 Prozent, Recyclingquote 80 Prozent | Rechtlich verankert, Silberrückgewinnung preisabhängig |
| Materialsubstitution | Kupfer statt Silber in der Metallisierung | Läuft, Silberverbrauch sinkt 2026 um 19 Prozent |
| Flexibilität | Speicher, steuerbare Lasten, Netzausbau | Größter Rückstand, entscheidet über den Wert des Stroms |
Beim Recycling ausgedienter Anlagen für Sonnenenergie steht die Regulierung schon, die Wertschöpfung noch nicht. Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz verlangt eine Sammelquote von mindestens 85 Prozent und eine Recyclingquote von mindestens 80 Prozent. Aluminiumrahmen, Kabel und Anschlussdosen lassen sich einfach abnehmen, Glas, Verbinder, Silizium und Kunststoff trennt anschließend ein mechanisches Verfahren. Die Regel steht, die Praxis hängt am Markt.
Der Haken der Kreislaufwirtschaft für Sonnenenergie sitzt beim Silber. Das Edelmetall macht gewichtsmäßig weniger als ein Promille eines Moduls aus, aber fast die Hälfte des Materialwerts, und ob sortenreine Rückgewinnung stattfindet, hängt am Tagespreis. Wie eng dieser Zusammenhang ist, zeigt der Blick auf die Silbernachfrage der Solarwende.
Technologisch verschiebt sich diese Frage ohnehin gerade. Die Photovoltaikindustrie verbrauchte 2023 rund 5500 Tonnen Silber und damit etwa 16 Prozent der Weltnachfrage. 2025 sank der Verbrauch nach Zahlen von Metals Focus um 6 Prozent, für 2026 erwarten die Analysten ein Minus von 19 Prozent. Kupfermetallisierung ersetzt Silber schneller, als die Substitutionsdebatte mitkommt.
Der eigentliche Engpass der Sonnenenergie sitzt inzwischen hinter dem Modul. Solange 600 Stunden mit Nullpreisen im Jahr stehen, nützt die nächste Gigawattstunde Erzeugung wenig. Speicher, flexible Lasten, Wärmepumpen, bidirektionales Laden und Netzausbau entscheiden darüber, ob die geerntete Sonnenenergie einen Wert behält. An dieser Baustelle wird deutlich langsamer gearbeitet als am Zubau, und genau hier liegt die eigentliche Aufgabe der kommenden fünf Jahre.
Was bedeutet die EEG-Reform für Deutschland?

Seit dem 1. August 2026 bekommen neue Dachanlagen bis 10 Kilowatt 7,71 Cent je eingespeister Kilowattstunde statt bisher 7,78 Cent. Die eigentliche Zäsur folgt am 1. Januar 2027: Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 beschlossen, die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen auslaufen zu lassen.
Die Degression bei der Sonnenenergie ist Routine. Seit 2024 sinken die Sätze halbjährlich um 1 Prozent, für eine typische 10-Kilowatt-Anlage mit 3000 eingespeisten Kilowattstunden im Jahr macht der aktuelle Schritt gut zwei Euro aus. Der Systemwechsel dahinter wiegt ungleich schwerer.
Nach dem Kabinettsentwurf müssen neue Anlagen ihren Strom künftig direkt vermarkten. Kleine Anlagen unter 25 Kilowatt bekommen eine auf vier Jahre befristete Direktvermarktungsstarthilfe und werden danach in den Markt entlassen, weil sie sich nach Einschätzung der Bundesregierung schon heute oft ohne Förderung rechnen. Die Einspeiseleistung kleiner und mittlerer Dachanlagen wird auf 50 Prozent begrenzt, um die Mittagsspitze zu brechen, bei Freiflächenanlagen liegt die Grenze am Netzanschluss bei 70 Prozent. Die Volleinspeisung entfällt.
Für Hausbesitzer verschiebt das die Wirtschaftlichkeit der Sonnenenergie vom Einspeisen zum Eigenverbrauch. Bei 37,0 Cent Bezugspreis und 7,71 Cent Vergütung ist eine selbst genutzte Kilowattstunde schon heute fast fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste. Ab 2027 gilt das noch schärfer, weshalb Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox von der Zusatzoption zum Kern jeder Kalkulation werden.
Für Unternehmen liegt der Hebel der Sonnenenergie woanders. Ein Betrieb mit Verbrauch am Werktagvormittag erreicht Eigenverbrauchsquoten, von denen Privathaushalte nur träumen. Dort liegt der Wert bei 20 bis 40 Prozent. Kühlhäuser, Hotels, Krankenhäuser, Einzelhandel und Rechenzentren erreichen solche Werte ohnehin, weil das Verbrauchsprofil am Wochenende nicht einbricht. Für diese Betriebe rechnet sich die Dachanlage auch ganz ohne Vergütung.
Die politische Begründung für den Umbau bei der Sonnenenergie lautet Netzdienlichkeit, die fiskalische lautet Entlastung des Bundeshaushalts. Beides trifft zu, und trotzdem bleibt ein Konstruktionsfehler: Der Smart-Meter-Rollout, ohne den Direktvermarktung technisch nicht funktioniert, hinkt seit Jahren hinterher. Eine Pflicht, deren Voraussetzung fehlt, bremst den Ausbau der Sonnenenergie zuverlässiger als jede Vergütungskürzung.
| Szenario | Verlauf bis Frühjahr 2027 | Folge für den Zubau |
|---|---|---|
| Optimistisch | Der Bundestag entschärft im Verfahren ab September die Einspeisebegrenzung | Zubau hält sich bei rund 17 Gigawatt |
| Realistisch | Hausbesitzer ziehen Projekte vor, danach bricht der Dachanlagenmarkt ein | Freiflächenanlagen tragen den Ausbau allein |
| Pessimistisch | Direktvermarktungspflicht, fehlende Smart Meter und die 50-Prozent-Kappung wirken zusammen | Zubau fällt unter die nötigen 19,6 Gigawatt |
Praktisch heißt das für Sie als Eigentümer einer Anlage für Sonnenenergie: Anlagen, die noch dieses Jahr in Betrieb gehen, sichern sich die feste Vergütung für 20 Jahre, und der Termin beim Elektrobetrieb ist damit wichtiger als der letzte Cent beim Modulpreis. Als Unternehmer planen Sie besser gleich mit Speicher und steuerbaren Lasten, denn der Anschlusswert wird zur knappen Ressource. Und die Frage, ob Deutschland eine eigene Modulfertigung braucht, entscheidet sich nicht im EEG, sondern in der Beschaffungspolitik der öffentlichen Hand.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe rund um Sonnenenergie

Bifaziales Modul
Bifaziales Modul bezeichnet ein Solarmodul, das Licht auf Vorder- und Rückseite in Strom wandelt. Auf hellem Untergrund oder aufgeständert im Freiland bringt die Rückseite je nach Standort 5 bis 20 Prozent Mehrertrag. In Freiflächenanlagen ist diese Bauform inzwischen Standard.
Degression
Degression meint die gesetzlich festgelegte, regelmäßige Absenkung der Einspeisevergütung für neu in Betrieb genommene Anlagen. Seit 2024 beträgt der Schritt 1 Prozent alle sechs Monate. Bestandsanlagen behalten den Satz, der bei ihrer Inbetriebnahme galt, für volle 20 Jahre.
Direktvermarktung
Direktvermarktung bezeichnet den Verkauf von Solarstrom über einen Dienstleister an der Strombörse statt der Abnahme zum festen Vergütungssatz. Der Erlös schwankt mit dem Börsenpreis. Ab 2027 soll die Direktvermarktung für alle neuen Anlagen zur Pflicht werden.
Eigenverbrauchsquote
Eigenverbrauchsquote beschreibt den Anteil des erzeugten Solarstroms, der im eigenen Gebäude verbraucht statt eingespeist wird. Haushalte erreichen ohne Speicher 20 bis 40 Prozent. Diese Quote entscheidet über die Wirtschaftlichkeit einer Anlage stärker als der Wirkungsgrad der Module.
Globalstrahlung
Globalstrahlung ist die Summe aus direkter Sonnenstrahlung und diffusem Himmelslicht, die auf eine waagerechte Fläche trifft. In Deutschland liegt die Jahressumme im Mittel bei 1100 Kilowattstunden je Quadratmeter. Der Wert bestimmt, wie viel Ertrag ein Standort überhaupt hergibt.
Heterojunction
Heterojunction bezeichnet eine Zellbauweise, die kristallines Silizium mit dünnen amorphen Schichten kombiniert. Der Aufbau liefert hohe Wirkungsgrade und ein gutes Temperaturverhalten. Meyer Burger setzte auf diese Technik, die Fertigung ging 2026 in die USA.
Kannibalisierungseffekt
Kannibalisierungseffekt beschreibt den Wertverlust von Solarstrom durch den eigenen Ausbau. Weil alle Anlagen gleichzeitig einspeisen, fällt der Börsenpreis genau dann, wenn die Erzeugung am höchsten ist. Speicher und flexible Verbraucher wirken dagegen.
Merit Order
Merit Order bezeichnet die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke an der Strombörse, sortiert nach Grenzkosten. Das teuerste noch benötigte Angebot setzt den Preis für alle. Solarstrom mit rechnerischen Grenzkosten von null steht am Anfang der Reihe und verdrängt teure Spitzenlast.
Polysilizium
Polysilizium ist hochreines Silizium als Ausgangsmaterial für Wafer und Solarzellen. Die Herstellung zählt zu den energieintensivsten Prozessen der Industrie, weshalb Standorte mit billigem Strom dominieren. Rund 40 Prozent der Weltproduktion kamen 2022 aus der chinesischen Provinz Xinjiang.
Solarkonstante
Solarkonstante bezeichnet die Strahlungsleistung der Sonne oberhalb der Erdatmosphäre, gemessen senkrecht zur Einstrahlung. Der Wert liegt bei 1361 Watt je Quadratmeter und schwankt über den Sonnenfleckenzyklus um etwa ein Promille.
Stromgestehungskosten
Stromgestehungskosten setzen die Gesamtkosten eines Kraftwerks ins Verhältnis zur erzeugten Strommenge über die gesamte Nutzungsdauer. Für neue Freiflächenanlagen beträgt der Wert 4,1 bis 6,9 Cent je Kilowattstunde, für kleine Dachanlagen 6,4 bis 13,0 Cent.
TOPCon
TOPCon steht für eine Zelltechnologie mit passivierter Rückseitenkontaktierung, die den bisherigen Standard PERC ablöst. Die Bauweise erreicht höhere Wirkungsgrade bei fast unveränderten Fertigungsanlagen und beherrscht seit 2024 den Weltmarkt.
Wafer
Wafer bezeichnet die dünne Siliziumscheibe, die aus einem Kristallblock gesägt wird und die Basis jeder kristallinen Solarzelle bildet. Rund 95 Prozent der Weltproduktion stammen aus China. Kein europäischer Hersteller fertigt Wafer heute in nennenswertem Umfang.
Wattpeak
Wattpeak ist die Nennleistung eines Solarmoduls unter genormten Testbedingungen: 1000 Watt je Quadratmeter Einstrahlung, 25 Grad Zelltemperatur, definiertes Lichtspektrum. Im realen Betrieb liegt die Leistung fast immer darunter, weil Module sich in der Sonne aufheizen.
FAQ: Sonnenenergie: Der Rohstoff, der niemandem gehört

Was ist Sonnenenergie und wie viel davon kommt in Deutschland an?
Sonnenenergie entsteht durch Kernfusion im Inneren der Sonne, wo pro Sekunde 567 Millionen Tonnen Wasserstoff zu Helium verschmelzen. Oberhalb der Erdatmosphäre trifft eine Leistungsdichte von 1361 Watt je Quadratmeter ein, die sogenannte Solarkonstante. Auf deutschem Boden bleibt davon deutlich weniger übrig: Das Fraunhofer ISE rechnet mit einer mittleren Jahressumme der Globalstrahlung von 1100 Kilowattstunden je Quadratmeter. In Südspanien liegt der Wert rund 70 Prozent höher.
Wie viel Strom liefert Photovoltaik in Deutschland?
Die Photovoltaik erzeugte 2025 in Deutschland 92 Terawattstunden und deckte damit 17 Prozent des Bruttostromverbrauchs, alle erneuerbaren Energien zusammen kamen auf 55 Prozent. Die installierte Leistung stieg auf rund 118 Gigawatt, verteilt auf etwa 5,5 Millionen Anlagen. Für das gesetzliche Ziel von 215 Gigawatt bis 2030 wären durchschnittlich 19,6 Gigawatt Zubau pro Jahr nötig, erreicht wurden 2025 nach Zahlen der Bundesnetzagentur 16,4 Gigawatt.
Warum kommen fast alle Solarmodule aus China?
Entscheidend waren nicht die Löhne, sondern Kapitalkosten, Investitionsbedingungen und billiger Strom, denn die Reinigung von Polysilizium zählt zu den energieintensivsten Prozessen der Industrie. Dazu kam der schnelle Technologietransfer über schlüsselfertige Produktionslinien. Heute liegt Chinas Anteil auf allen Wertschöpfungsstufen jenseits von 80 Prozent, bei Polysilizium und Wafern nahe 95 Prozent. In der EU gefertigte Module kommen auf etwa 3 Prozent Marktanteil.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung seit dem 1. August 2026?
Neue Dachanlagen bis 10 Kilowatt erhalten seit dem 1. August 2026 bei Teileinspeisung 7,71 Cent je Kilowattstunde statt zuvor 7,78 Cent. Die Vergütung sinkt seit 2024 halbjährlich um 1 Prozent, festgeschrieben ist der jeweilige Satz danach für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Für eine Anlage mit 3000 eingespeisten Kilowattstunden im Jahr bedeutet der aktuelle Schritt gut zwei Euro weniger Erlös.
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage ab 2027 noch?
Nach dem Kabinettsbeschluss vom 29. Juli 2026 entfällt die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen zum 1. Januar 2027, an ihre Stelle treten Direktvermarktung und eine befristete Starthilfe für kleine Anlagen unter 25 Kilowatt. Die Rechnung verschiebt sich damit vom Einspeisen zum Eigenverbrauch: Bei 37,0 Cent Bezugspreis ist eine selbst genutzte Kilowattstunde fast fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste. Mit Speicher, Wärmepumpe und Wallbox bleibt die Anlage wirtschaftlich, ohne diese Bausteine wird die Kalkulation deutlich enger.
Wie viel Silber steckt in einem Solarmodul?
Silber macht in einem Solarmodul weniger als ein Promille des Gewichts aus, aber fast die Hälfte des Materialwerts der zurückgewinnbaren Stoffe. Die Photovoltaikindustrie verbrauchte 2023 weltweit rund 5500 Tonnen und damit etwa 16 Prozent der gesamten Silbernachfrage. Der Verbrauch sinkt inzwischen: 2025 ging die Nachfrage nach Zahlen von Metals Focus um 6 Prozent zurück, für 2026 erwarten die Analysten ein Minus von 19 Prozent, weil Kupfermetallisierung das Edelmetall ersetzt.
Quellen
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE | Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung vom 5.5.2026 | https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.pdf | besucht am 01.08.2026
Bundesnetzagentur | Ausbau Erneuerbarer Energien 2025, Pressemitteilung vom 08.01.2026 | https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/20260108_EEG.html | besucht am 01.08.2026
Die Bundesregierung | Kabinett beschließt EEG-Novelle und Netzpaket, 29.07.2026 | https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kabinett-eeg-novelle-netzpaket-strom-2448636 | besucht am 01.08.2026
pv magazine Deutschland | Kabinett beschließt Entwürfe zu EEG 2027 und Netzpaket, 29.07.2026 | https://www.pv-magazine.de/2026/07/29/kabinett-beschliesst-entwuerfe-zu-eeg-2027-und-netzpaket/ | besucht am 01.08.2026
energieforschung.de | Photovoltaik bleibt global auf Rekordkurs: Zubau von nahezu 700 Gigawatt, IEA-PVPS Snapshot 2026 | https://www.energieforschung.de/de/aktuelles/news/photovoltaik-rekordkurs-zubau-700-gigawatt-weltweit-iea-pvps-snapshot-report | besucht am 01.08.2026
Internationale Energieagentur | Solar PV Global Supply Chains, Executive Summary | https://www.iea.org/reports/solar-pv-global-supply-chains/executive-summary | besucht am 01.08.2026
BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft | BDEW-Strompreisanalyse April 2026 | https://www.bdew.de/media/documents/BDEW_Strompreisanalyse_042026.pdf | besucht am 01.08.2026
Europäischer Rat | Net-zero industry act: a benchmark for the manufacturing capacity of strategic net-zero technology products | https://www.consilium.europa.eu/en/infographics/net-zero-industry-act/ | besucht am 01.08.2026
Leipziger Zeitung | Solarzellen-Hersteller Meyer Burger: Vorläufige Insolvenzverwalter prüfen die Lage an beiden deutschen Standorten | https://www.l-iz.de/wirtschaft/metropolregion/2025/06/solarzellen-hersteller-meyer-burger-vorlaufige-insolvenzverwalter-lage-beide-deutsche-standorte-626025 | besucht am 01.08.2026
Europäische Zentralbank | Euro foreign exchange reference rates, Stichtag 31.07.2026 | https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/ | besucht am 01.08.2026