Der Windturbinenbauer Nordex hat vom Projektentwickler UKA einen Großauftrag über rund 700 Megawatt für Standorte in Deutschland erhalten. Hinter der Bestellung von 100 Anlagen steckt mehr als ein guter Quartalsdeal: Der Auftrag zeigt, wie der deutsche Genehmigungsboom bei der Windkraft in konkrete Turbinenbestellungen umschlägt.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenRund 700 Megawatt Windkraft, verteilt auf 100 Turbinen: So groß ist der Auftrag, den Nordex Anfang Juli vom Entwickler UKA gemeldet hat.[1] Für Entscheider zählt dabei weniger die reine Zahl als das Signal dahinter.
Das Wichtigste in Kürze
- Nordex liefert UKA 100 Windenergieanlagen der Typen N175/6.X und N163/6.X, zusammen rund 700 MW.
- Grundlage sind EEG-Zuschläge aus den Ausschreibungsrunden vom August 2025 und Februar 2026.
- Mehrjährige Service- und Wartungsverträge sichern Nordex wiederkehrende Erlöse über die Lieferung hinaus.
- Der Auftrag spiegelt den Rekord bei deutschen Windkraft-Genehmigungen von 2025 wider.
Was steckt im 700-Megawatt-Auftrag?

Nordex liefert dem Projektentwickler UKA 100 Windenergieanlagen mit zusammen rund 700 Megawatt, dazu mehrjährige Service- und Wartungsverträge. Grundlage sind gewonnene EEG-Ausschreibungen aus 2025 und 2026.
Jede der 100 Anlagen bringt 7 Megawatt Nennleistung, verteilt auf die Typen N175/6.X und N163/6.X. Ein Teilpaket von 64 Turbinen mit 435,2 Megawatt läuft über einen bestehenden Rahmenvertrag, Bau und Inbetriebnahme hat Nordex für 2026 und 2027 angekündigt.
Die Wartungsverträge machen aus dem Projektgeschäft ein abo-ähnliches Modell mit planbaren Erlösen. „Mit diesen Aufträgen setzen wir konsequent die Umsetzung unserer starken Projektpipeline fort“, sagt Gernot Gauglitz, CEO der UKA-Gruppe.
Warum läuft ein Windrad-Auftrag der Politik hinterher?
Ein Turbinenauftrag ist ein Spätindikator: Erst der EEG-Zuschlag sichert einem Windpark die Vergütung, dann bestellt der Entwickler die Anlagen. Die Bestellung von 2026 spiegelt damit Auktionen und Genehmigungen der Vorjahre.
Der eigentliche Auslöser steht nicht im Turbinenkatalog, sondern im Auktionskalender. Ein Zuschlag sichert einem Windpark über Jahre eine feste Vergütung; erst danach bestellt ein Entwickler wie UKA die Turbinen, und erst ein bis zwei Jahre später drehen sie sich.
Ein Auftrag im Sommer 2026 ist so die späte Frucht politischer Weichen, die längst gestellt wurden. Aussagekräftig für die Marktdynamik sind deshalb nicht die Ordermeldungen, sondern die Ausschreibungen und Genehmigungen der Vorjahre.
100 Windenergieanlagen für den Projektentwickler UKA, gebaut auf Basis von EEG-Zuschlägen aus 2025 und 2026.
Ein einzelner 700-Megawatt-Auftrag macht noch keine Energiewende. Aber genau solche Bestellungen zeigen, dass sich Deutschlands Genehmigungsstau bei der Windkraft löst und die Ausbauziele in echten Stahl übersetzt werden.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Auftrag für Entscheider?
Der Auftrag signalisiert, dass Deutschlands Genehmigungsboom bei der Windkraft in echte Kapazität umschlägt. Für stromintensive Unternehmen lohnt der Blick auf langfristige Stromlieferverträge mit neuen Onshore-Parks.
Für den Standort Deutschland ist die Bestellung ein gutes Zeichen. Nach eigenen Angaben kam Nordex 2025 auf gut 31 Prozent der neu ans Netz gegangenen Onshore-Leistung im Land und verteidigt seinen Heimatmarkt gegen die wachsende Konkurrenz günstigerer Turbinen aus China. Auch andere deutsche Anbieter wie Siemens Energy ziehen ihre Turbinenentwicklung an.
Getrieben wird der Zubau vom Wind-an-Land-Gesetz, das die Länder zwingt, zwei Prozent ihrer Fläche für Windkraft auszuweisen. Während die Offshore-Auktion in diesem Jahr mangels Geboten ausgefallen ist, zieht der Onshore-Ausbau an; dass die Windkraft dabei lange hinter dem Solarausbau zurückblieb, hat Dr. Web zuletzt eingeordnet.
Für Unternehmen mit hohem Strombedarf lohnt sich der Blick auf langfristige Stromlieferverträge mit neuen Onshore-Parks. Mehr heimische Windleistung dämpft mittelfristig die Industriestrompreise, auch wenn der stockende Netzausbau diesen Effekt noch bremst.
Quelle
[1] Nordex Group: „Nordex Group receives orders totalling 700 MW from UKA in Germany“ ↩
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