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Tesla will im Dezember die Unterlagen für eine zweite Produktionshalle in Grünheide bei den Brandenburger Behörden einreichen. Nach Informationen des rbb wäre der Neubau mit rund 536.000 Quadratmetern mehr als doppelt so groß wie die bestehende Halle. Eine Stellenzahl für die Erweiterung nennt Tesla nicht.

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Den Termin und die Hallengröße meldete der rbb zuerst.[1] Eine Tesla-Sprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur nur, dass der Konzern den Antrag für die zweite Teilgenehmigung bis Jahresende anstrebt, eine Hallengröße nannte die Sprecherin nicht.[2] Langfristig sollen in Grünheide bis zu eine Million Autos im Jahr vom Band laufen, die bisher geplanten 500.000 erreicht das Werk noch nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Den Antrag für die zweite Ausbaustufe will Tesla im Dezember einreichen, einen Baustart nennt der rbb für 2027.
  • Die neue Halle soll laut rbb rund 536.000 Quadratmeter messen, die heutige rund 219.000.
  • Im Werk arbeiten laut Tesla derzeit 12.600 Menschen, für die neue Halle fehlt eine Stellenzusage.
  • Eine eigene Abwasseraufbereitung soll verhindern, dass mehr Schmutzwasser beim Wasserverband ankommt.

Was steht im Antrag für die zweite Halle?

Zwei weiße Papiermodelle, Auto davor, grünes Schild „ANTRAG FOLGT“
Tesla erhält erste Teilgenehmigung für Fabrikausbau in Grünheide: Modernisierung bestehender Halle sowie neue Lager- und Logistikflächen genehmigt

Tesla gliedert den Ausbau in drei Teilgenehmigungen. Die erste erteilte das Landesamt für Umwelt im Oktober 2024, der Bescheid deckt die Modernisierung der bestehenden Halle sowie zusätzliche Lager- und Logistikflächen ab.[1] Die zweite Stufe betrifft die neue Halle nördlich des Werks, die dritte unter anderem einen Güterbahnhof auf dem Gelände. Beantragt hat Tesla alle drei Stufen 2023, für Stufe zwei und drei fehlen noch Unterlagen.

„Mit dem Genehmigungsbescheid vom 15.10.2024 ist die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit dafür festgestellt worden“, teilte Tesla dem rbb mit.[1] Die doppelte Hallenfläche bedeutet allerdings nicht doppelte Fertigung: Nach den Antragsunterlagen von 2023 bekommt der Neubau eine Produktionsfläche in der Größenordnung der ersten Halle, der Rest dient zunächst als Lager und Logistik.

Wie viele Stellen bringt der Ausbau tatsächlich?

Die Zahl 3.500, die seit Donnerstag in vielen Schlagzeilen steht, gehört zu einem älteren Plan. Im Juni kündigte Tesla an, die Wochenproduktion in Grünheide auf 7.500 Autos zu steigern. Dafür sollen laut dpa 2.000 Beschäftigte in der Fahrzeugfertigung und mehr als 1.500 in der Batteriezellfertigung hinzukommen.[2] Diese Stellen betreffen das bestehende Werk, nicht die neue Halle.

Rund 2.000 Menschen hat Tesla in den vergangenen Monaten eingestellt, zwischenzeitlich arbeiteten weniger als 11.000 im Werk, heute beschäftigt der Konzern dort nach eigenen Angaben 12.600.[2] Frühere Planungen nannten bis zu 42.000 Arbeitsplätze auf dem Gelände.[1] Eine solche Größenordnung hat der Konzern für den jetzigen Antrag nicht bestätigt.

Tesla Grünheide: die zweite Halle auf dem Papier
Was Tesla plant, was das Werk heute leistet und wo der Antrag im Verfahren steht
536.000 m²
soll die neue Halle laut rbb messen, die bestehende misst rund 219.000 m²
12.600
Beschäftigte laut Tesla, zwischenzeitlich weniger als 11.000
7.500
Autos pro Woche als Ziel im Bestandswerk, rund 375.000 im Jahr
1 Million
Autos im Jahr als Langfristziel, die geplanten 500.000 sind noch nicht erreicht
Drei Teilgenehmigungen, der Antrag steht bei Stufe zwei
2023
Tesla beantragt alle drei Ausbaustufen und skizziert die Umweltauswirkungen.
15. Oktober 2024
Das Landesamt für Umwelt genehmigt Stufe eins: Bestandshalle, Lager, Logistik.
Dezember 2026
Tesla plant, die Unterlagen für die zweite Halle einzureichen.
2027
Möglicher Baustart laut rbb, die Genehmigung steht noch aus.

Tesla plant in Grünheide Fläche für eine Million Autos, Arbeitsplätze für die neue Halle hat der Konzern bisher nicht zugesagt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Warum baut Tesla aus, während andere Projekte scheitern?

Intel hat Magdeburg aufgegeben und investiert stattdessen in Irland, nach dem Aus von Northvolt steht in Heide keine Batteriefabrik. Tesla dagegen produziert in Grünheide seit März 2022 und erweitert ein laufendes Werk. Die Nachfrage zieht nach dpa-Angaben wieder an,[2] in Europa wurden im September so viele E-Autos verkauft wie nie. Ein Antrag ist trotzdem noch keine Baugenehmigung.

Bei einer rechtlich nicht bindenden Bürgerbefragung stimmten im Februar 2024 fast zwei Drittel gegen die Erweiterungspläne.[3] Im Mai 2024 billigte die Gemeindevertretung mit elf zu sechs Stimmen einen verkleinerten Bebauungsplan mit Güterbahnhof.[4] Das Werk liegt teilweise im Wasserschutzgebiet.[2] Tesla plant für den Ausbau einen zusätzlichen Wasserkreislauf, mit dem die vertraglich vereinbarten Mengen beim Wasserverband Strausberg-Erkner auch für die größere Fabrik reichen sollen.

Bürgermeister und Wasserverband hat Tesla am Montag informiert, Umweltverbände am Dienstag.[1] Für Zulieferer, Logistiker und Gemeinden im Landkreis Oder-Spree zählt der Zeitplan: Für die erste Teilgenehmigung vergingen vom Antrag 2023 bis zum Bescheid im Oktober 2024 mehr als anderthalb Jahre. Belastbar planen lässt sich mit der neuen Halle erst ab dem zweiten Bescheid.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. rbb24Tesla will im Dezember Unterlagen für weitere Produktionshalle einreichen15.10.2026
  2. Westdeutsche Zeitung (dpa)Tesla schiebt Werksausbau an: Eine Million Autos als Ziel15.10.2026
  3. inFranken.de (dpa)So geht es mit Teslas Plänen nach dem Nein der Bürger weiter21.02.2024
  4. ecomento.deTesla: Gemeinderat billigt Werkserweiterung in Grünheide17.05.2024

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