Google Ads zeigt Werbetreibenden vorab bis zu zehn Anzeigentexte, die AI Max aus ihrer Landingpage generieren würde. Die Vorschau funktioniert auch auf Deutsch, die Textanpassung muss dafür nicht eingeschaltet sein. Für jede Aussage in der fertigen Anzeige bleibt trotzdem der Werbetreibende verantwortlich.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie Vorschau für AI Max steht in der Google-Ads-Oberfläche im Bereich „Asset-Optimierung“, beim Anlegen einer Suchkampagne ebenso wie beim Bearbeiten bestehender Kampagnen.[1] Bislang sahen Werbetreibende die generierten Anzeigentitel erst nach dem Start im Asset-Bericht. Branchenmedien meldeten die Neuerung am 8. Oktober.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Vorschau erzeugt bis zu zehn Beispiele für Anzeigentitel und Textzeilen, meist in unter 30 Sekunden.
- Deutsch gehört zu den acht Sprachen, für die Google die Beispiele anbietet.
- Kampagnen mit aktiver Textanpassung stellt Google laut Hilfeseite seit September automatisch auf AI Max um.
- Die Beispiele sind nur eine Stichprobe; welche Texte tatsächlich laufen, zeigt erst der Asset-Bericht.
Was zeigt die Vorschau von AI Max?

Google erzeugt eine Stichprobe von bis zu zehn Anzeigentiteln und Textzeilen, sobald Werbetreibende eine Landingpage angeben. Die Beispiele entstehen aus demselben Material wie später die echten Assets, ausgenommen sind lediglich Angebote mit Erwachseneninhalten.[1] Google spricht von einer repräsentativen Auswahl. Welche Titel die KI später zu welcher Suchanfrage kombiniert, bleibt offen.
Zusätzlich filtert die Vorschau nach den Textrichtlinien, die Google derzeit als Pilot testet. Diese Regeln sperren einzelne Begriffe oder ganze Themen und legen den Tonfall fest. Bleibt wegen zu strenger Vorgaben kein Beispiel übrig, fordert die Oberfläche dazu auf, die Regeln zu lockern.[1]
Warum kommt die Vorschau gerade jetzt?
Die Textanpassung hieß früher „automatisch erstellte Assets“, im Mai 2025 begann Google, diese Einstellung in AI Max zu überführen.[2] Laut Hilfeseite stellt der Konzern Kampagnen mit aktiver Textanpassung seit September 2026 automatisch auf AI Max um.[1] Für solche Konten kommt die Vorschau also erst nach der Umstellung.
Google verlangt, dass die Inhalte der Landingpage fehlerfrei sind und nicht irreführen, weil sich die KI stark auf sie stützt.[1] Steht auf der Seite noch ein ausgelaufenes Lieferversprechen oder ein Prüfsiegel aus dem Vorjahr, kann die KI daraus unbemerkt einen Anzeigentitel formulieren. Auf dieselbe Quelle greift Google ab 12. Oktober auch für Rabatte zurück: Das System übernimmt Aktionen von der Website automatisch in Anzeigen.
Von Website-Betreibern fordert Google für KI-Texte einen Faktencheck von Hand, für die eigenen KI-Anzeigen bietet der Konzern immerhin eine Vorschau an. Auf der Marketing Live im Mai hatte Google gezeigt, wie Gemini Texte, Bilder und Videos für Anzeigen erzeugt.
Aus diesem Material baut Google die Anzeigentexte
Die Vorschau zeigt höchstens zehn Beispiele, ausgespielt werden später auch Kombinationen, die dort nie auftauchten. Prüfen sollten Werbetreibende deshalb die Landingpage, nicht nur die Stichprobe.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was sollten Werbetreibende in Deutschland jetzt prüfen?
Das Irreführungsverbot in § 5 UWG unterscheidet nicht, ob ein Mensch oder eine KI den Anzeigentext formuliert hat. Als irreführend gelten dort ausdrücklich unwahre Angaben über Verfügbarkeit und Vorteile einer Ware.[3] Ein veralteter Liefertermin im generierten Titel kann genau darunter fallen.
- Beispiele abrufen: Lassen Sie sich die Vorschau gerne für Ihre umsatzstärksten Landingpages anzeigen, bevor Sie die Textanpassung einschalten.
- Landingpages bereinigen: Ausgelaufene Aktionen und Prüfsiegel ohne gültiges Datum gehören vor dem Start von der Seite.
- Begriffe sperren: Sofern Ihr Konto am Pilot der Textrichtlinien teilnimmt, schließen Sie heikle Wörter wie „kostenlos“ oder „Testsieger“ aus.
- Bericht kontrollieren: Nach dem Start zeigt der Asset-Bericht auf Anzeigenebene, welche generierten Titel liefen. Einzelne Assets lassen sich in den Details der Anzeige entfernen.[2]
Schalten Werbetreibende die Textanpassung später wieder ab, endet automatisch auch die Erweiterung der finalen URL.[2] Fachbegriffe rund um Suchkampagnen erklärt unser SEM-Glossar, Hilfe bei der Kampagnenpflege bieten die Dienstleister aus unserem Google-Ads-Agentur-Vergleich.
FAQ: AI Max: Google Ads zeigt KI-Anzeigentexte vor dem Einschalten
Was ist AI Max für Suchkampagnen?
AI Max ist eine Sammlung von KI-Funktionen, die Werbetreibende in bestehenden Suchkampagnen von Google Ads einschalten. Zum Paket gehören eine erweiterte Zuordnung von Suchanfragen, die Textanpassung und die Erweiterung der finalen URL. Einen eigenen Kampagnentyp bildet AI Max nicht.
Was ist die Textanpassung in Google Ads?
Die Textanpassung erzeugt mit generativer KI zusätzliche Anzeigentitel und Textzeilen für Suchanzeigen. Als Material dienen die Landingpage, vorhandene Anzeigen und die Keywords der Anzeigengruppe. Früher hieß die Funktion „automatisch erstellte Assets“.
Was ist die Erweiterung der finalen URL?
Mit der Erweiterung der finalen URL schickt Google Klicks auf andere Seiten derselben Website, sofern diese besser zur Suchanfrage passen als die hinterlegte Zielseite. Die Funktion setzt eine aktive Textanpassung voraus, weil vorgegebene Anzeigentexte zur neuen Seite unpassend sein können.
Was sind responsive Suchanzeigen?
Responsive Suchanzeigen bestehen aus mehreren Anzeigentiteln und Textzeilen, die Google bei jeder Auslieferung neu kombiniert. Werbetreibende hinterlegen bis zu 15 Titel und 4 Textzeilen, das System testet die Kombinationen und spielt die erfolgversprechendste aus.
Was zeigt der Asset-Bericht in Google Ads?
Der Asset-Bericht listet die Anzeigentitel, Textzeilen und weiteren Bausteine einer Anzeige samt ihrer Leistungswerte auf. Auf Anzeigenebene sehen Werbetreibende dort auch die Texte, die Google per Textanpassung erzeugt und ausgespielt hat.
Quellen
[1] Google-Ads-Hilfe: „Textanpassung in Suchkampagnen“
[2] Google-Ads-Hilfe: „Textanpassung in Suchkampagnen aktivieren oder deaktivieren“
[3] Gesetze im Internet: „§ 5 UWG: Irreführende geschäftliche Handlungen“
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