Einen Gebotsaufschlag in Prozent statt in Euro können Werbetreibende in Google Ads ab diesem Monat für Neukunden festlegen. Damit wächst der Aufschlag mit dem Warenkorb. Ziele zur Kundenbindung, bisher Performance Max vorbehalten, gibt es künftig auch in Such- und Shopping-Kampagnen.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenGoogle kündigte die drei Neuerungen am 22. Oktober an und begründet sie mit dem Weihnachtsgeschäft.[1] Barry Schwartz von Search Engine Roundtable griff die Ankündigung am selben Tag auf.[7] Die Hilfeseiten von Google Ads beschrieben am Nachmittag noch den alten Stand, auf Deutsch wie auf Englisch.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Prozentuale Aufschläge kommen laut Google im Oktober für Such-, Shopping-, Performance-Max- und Demand-Gen-Kampagnen, auch in Search Ads 360.
- Ziele zur Kundenbindung starten im Oktober zusätzlich in Such- und Shopping-Kampagnen.
- Den Modus für Neukunden mit hohem Umsatzpotenzial gibt es künftig auch in Shopping-Kampagnen.
- Die Ziele zur Kundenbindung setzen eigene Kundenlisten mit mindestens 100 aktiven Einträgen voraus.
Was ändert sich an den Zielvorhaben für den Kundenlebenszyklus?

Mit den Zielvorhaben für den Kundenlebenszyklus setzt Smart Bidding für bestimmte Kundengruppen höhere Gebote. Bisher legen Werbetreibende dafür einen festen Betrag fest, den Google Ads einer Kauf-Conversion von Neukunden zuschlägt. Die deutsche Hilfe rechnet mit 25 Euro je Neukunde vor.[4] Künftig lässt sich der Aufschlag als Prozentsatz angeben. Google nennt als Beispiel einen Schmuckhändler, der 20 Prozent aufschlägt und damit bei großen wie kleinen Warenkörben im selben Verhältnis höher bietet.[1]
Für die Kundenbindung beschreibt Google drei Modi. Die Reaktivierung, in der deutschen Oberfläche „Erneute Interaktion“ genannt, setzt höhere Gebote für Kunden mit längerer Bestellpause und erreicht weiter die übrige Zielgruppe. Ein zweiter Modus spricht Mitglieder eines Treueprogramms an, etwa mit Mitgliederpreisen. Der dritte Modus, „Retention Only“, beschränkt eine Kampagne ganz auf festgelegte Kundensegmente.[1] Die Hilfe führt die Reaktivierung bislang nur für Performance Max, das Treueprogramm für Performance Max und Shopping.[2] In Performance Max sind die Bindungsziele seit April 2025 für alle Konten freigeschaltet.[5]
Den Modus für Neukunden mit hohem Umsatzpotenzial gab es bisher in Such- und Performance-Max-Kampagnen.[2] Smart Bidding setzt darin höhere Gebote für Interessenten, die den umsatzstärksten Bestandskunden ähneln. Nun steht der Modus auch in Shopping-Kampagnen bereit. Eine Länderbeschränkung nennt Google für keine der drei Neuerungen.[1]
Warum verschiebt ein fester Aufschlag die Gebote?
Bei wertbezogenen Strategien wie Ziel-ROAS richtet Smart Bidding das Gebot am erwarteten Conversion-Wert aus. Ein fester Aufschlag wiegt deshalb je nach Warenkorb unterschiedlich schwer. Rechnerisch verdoppelt ein Aufschlag von 50 Euro den Wert eines Kaufs über 50 Euro, bei einem Kauf über 500 Euro macht er 10 Prozent aus. Ein Aufschlag von 20 Prozent hebt beide Käufe im selben Verhältnis an. Der feste Betrag treibt also vor allem die Gebote für kleine Erstkäufe nach oben.
Anders als Neukunden erkennt Google inaktive Kunden nicht selbst. Die automatische Erkennung, die Käufe der vergangenen 540 Tage auswertet, greift nur bei der Kundenakquisition. Für die Bindungsziele laden Werbetreibende eigene Listen hoch, jeweils mit mindestens 100 aktiven Einträgen.[3] Für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum verlangt Google beim Kundenabgleich zu jedem Eintrag die Angabe, ob die Person der Datennutzung für Werbung zugestimmt hat.[6] Kundenlisten enthalten personenbezogene Daten, die Rechtsgrundlage für den Upload nach DSGVO muss deshalb vorher geklärt sein.
Fester Betrag oder Prozentsatz: Rechenbeispiel für einen Neukunden
Den Aufschlag für Rückkehrer zahlen Händler für Kunden, die sie schon einmal gewonnen haben. Ohne gepflegte Kundenlisten greifen die Ziele zur Kundenbindung nicht.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was sollten Werbetreibende jetzt prüfen?
- Aufschlag umrechnen: Den bisherigen festen Betrag mit dem durchschnittlichen Warenkorb vergleichen, bevor ein Prozentsatz ihn ersetzt. Bei stark schwankenden Bestellwerten verschiebt die Umstellung die Gebote am deutlichsten.
- Zeitpunkt wählen: Bis sich die Gebote auf ein neues Ziel eingestellt haben, rechnet Google mit ein bis zwei Conversion-Zyklen, wie die neu gefasste Hilfe zur Lernphase von Smart Bidding zeigt. Eine Umstellung kurz vor dem Black Friday am 27. November lässt dafür wenig Zeit.
- Listen pflegen: Inaktive Kunden nach eigener Definition festlegen, etwa als Kunden ohne Kauf seit zwölf Monaten. Die Liste braucht regelmäßige Aktualisierungen. Ab 16. November nimmt der Data Manager Kundendaten ohne SHA-256-Hashing an.
- Einwilligung prüfen: Die Angaben zur Einwilligung für Nutzer im EWR müssen beim Upload mitgeschickt werden, auch über Partner-Schnittstellen. Grundlagen erklärt der Beitrag zum Google Consent Mode v2.
- Berichte trennen: Google weist den Aufschlag in der Spalte „Lifetime-Wert von Neukunden“ gesondert aus.[4] In Berichten an Geschäftsführung oder Kunden rechnen Werbetreibende ihn besser heraus, damit er nicht als Umsatz erscheint.
Wie viel ein zurückgewonnener Kunde wert ist, zeigt die eigene Rechnung zum Customer Lifetime Value. Grundlagen zu vollautomatischen Kampagnen bietet der Ratgeber zu Google Ads Performance Max, Unterstützung beim Umbau der Gebote der SEA-Agentur-Vergleich.
FAQ: Google Ads: Aufschlag für Neukunden wächst jetzt mit dem Warenkorb
Was sind Zielvorhaben für den Kundenlebenszyklus in Google Ads?
Mit diesen Zielvorhaben setzt Smart Bidding für bestimmte Kundengruppen höhere Gebote. Die Kundenakquisition hebt Gebote für Neukunden an, die Kundenbindung für inaktive Kunden oder Mitglieder eines Treueprogramms. Grundlage sind Kauf-Conversions und Kundenlisten.
Was ändern prozentuale Aufschläge in Google Ads?
Bisher schlägt Google Ads einem Kauf von Neukunden einen festen Betrag zu. Mit einem Prozentsatz wächst der Aufschlag mit dem Warenkorb. Google führt die Option laut eigener Ankündigung im Oktober 2026 für Such-, Shopping-, Performance-Max- und Demand-Gen-Kampagnen ein.
Welche Voraussetzungen gelten für die Ziele zur Kundenbindung?
Inaktive Kunden erkennt Google nicht selbst. Werbetreibende laden dafür eigene Listen mit mindestens 100 aktiven Einträgen hoch. Für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum verlangt Google beim Kundenabgleich die Angabe, ob die Person der Werbenutzung zugestimmt hat.
Gelten die neuen Funktionen auch in Deutschland?
Google nennt in der Ankündigung keine Länderbeschränkung. Die deutsche und die englische Hilfeseite beschrieben am 22. Oktober allerdings noch den alten Stand. Ob die Optionen im eigenen Konto schon erscheinen, zeigen die Kampagneneinstellungen unter den Zielvorhaben.
Quellen
7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Accelerate with GoogleThree updates to customer lifecycle goals to help you win the holiday season
- Google-Ads-HilfeZielvorhaben für den Kundenlebenszyklus (deutsche Fassung, abgerufen am 22.10.2026)
- Google-Ads-HilfeActivate customer lifecycle goals (abgerufen am 22.10.2026)
- Google-Ads-HilfeKampagnen mit Zielvorhaben für den Kundenlebenszyklus analysieren (abgerufen am 22.10.2026)
- Google-Ads-AnkündigungenMore goals and image controls coming to Performance Max
- Google-Ads-HilfeAbout Customer Match (abgerufen am 22.10.2026)
- Search Engine RoundtableGoogle Ads Customer Lifecycle Goals: Value Mode, Retention Goals & Percentage Multipliers
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