Auf 38 Punkte steigt die Weiterempfehlungsbereitschaft der E-Auto-Fahrer in der neuen Uscale-Studie, nach 33 im Vorjahr. Zwischen Xpeng an der Spitze und Opel am Ende liegen allerdings 113 Punkte. Entscheidend sind laut Uscale inzwischen Software, App und störungsfreies Laden.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen92 Prozent der Opel-Fahrer berichten von Problemen mit der Hersteller-App ihres Autos, der Connect-App, bei Tesla 8 Prozent. Das Stuttgarter Marktforschungsunternehmen befragte im Juni und Juli 4.004 Fahrer höchstens drei Jahre alter E-Autos in Deutschland, Österreich und der Schweiz.[1] Repräsentativ ist die Umfrage nicht, die Teilnehmer kamen über soziale Medien. Laut Uscale achten sie genauer auf Details als der Durchschnittskunde, loben durchdachte Lösungen stärker und kritisieren schwache deutlicher.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Weiterempfehlungsbereitschaft (Net Promoter Score) stieg von 33 auf 38 Punkte, 2023 lag sie bei 18.
- Xpeng führt vor Tesla, Skoda und Porsche, Opel bildet das Schlusslicht.
- 44 Prozent wünschen sich vor allem bessere Software.
- 71 Prozent hatten Probleme beim Laden.
Warum reichen 400 Kilometer nicht mehr für ein „sehr gut“?

59 Prozent der Befragten fahren ein E-Auto mit mehr als 400 Kilometern realer Sommerreichweite, ein Jahr zuvor 50 Prozent. Als sehr gut bewerten diese Strecke nur noch 15 Prozent, halb so viele wie 2023. Gut oder sehr gut finden 400 Kilometer noch 75 Prozent, nach 79 Prozent im Vorjahr. 77 Prozent der Autos laden mit mindestens 150 Kilowatt, doch nur noch 58 Prozent finden diesen Wert gut oder sehr gut, nach 65 Prozent im Vorjahr.[1]
„Was gestern noch begeistert hat, ist heute Standard. Die Hersteller haben bei Reichweite und Laden ihre Hausaufgaben gemacht“, sagt Uscale-Gründer Axel Sprenger. Als neuen Maßstab nennt Uscale 200 Kilometer Nachladen in 15 Minuten, diesen Wert bewerten 75 Prozent als gut oder sehr gut.[4] Beim Kauf zählt also die Ladezeit für eine Strecke, nicht der Spitzenwert auf dem Datenblatt. Was die Strecke kostet, zeigen die Ladetarife für E-Autos.
Warum entscheidet die Software über das Ranking?
Der Net Promoter Score zieht den Anteil der Kritiker (0 bis 6 von 10 Punkten) vom Anteil der Überzeugten (9 oder 10) ab. Über alle Marken würden 53 Prozent ihr Auto aktiv weiterempfehlen, 15 Prozent raten ab. Xpeng, das 2030 in Europa eine halbe Million Autos verkaufen will, kommt auf 82 Prozent Überzeugte ohne ausgewiesene Kritiker, Opel auf 19 Prozent Überzeugte und 50 Prozent Kritiker.[2] Tesla klettert von Platz sechs auf Platz zwei, noch vor allen deutschen Marken. Die Ladeleistung bemängelt allerdings mehr als jeder zweite Tesla-Fahrer.[1]
Bei den Verbesserungswünschen führt die Softwarequalität mit 44 Prozent, vor Ladeleistung (42), Connect-App (39), Routenplanung (35) und Reichweite (34). Reichweite und Ladeleistung schneiden besser ab als 2025, die Software schlechter. Mercedes mit CLA und GLB sowie Audi mit A6 und Q6 e-tron holen mehr Reichweite heraus, ernten aber mehr Kritik an der Software.[1]
Auch einzelne Modelle verschieben das Ranking. Skoda klettert auf Platz drei, weil der Elroq den Enyaq in fast allen Bereichen übertrifft. Bei Volkswagen loben die Fahrer am ID.7 Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung, Software und App bleiben dagegen die Schwachstellen der Marke. Bei Opel bemängeln die Fahrer neben der App auch Lademanagement, Software und Bedienung. Die Neue Klasse von BMW, seit Mitte 2026 im Handel, fehlt in der Studie noch.[1]
In einer KPMG-Umfrage unter 775 Automanagern nennen 51 Prozent die Software als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal im Jahr 2035. Die Fahrer urteilen schon heute so. Die Hersteller ziehen langsam nach: Laut KPMG brauchen 92 Prozent mindestens zwölf Monate, bis eine neue Digitalfunktion im ganzen Haus läuft. Volkswagen entwickelt in China bereits Autos gemeinsam mit Xpeng, Audi prüft laut einem Bericht einen A8 mit Huawei-Technik.
Kilometer und Kilowatt sind abgehakt, über die Weiterempfehlung entscheidet heute die Software im Auto.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Überzeugte und Kritiker nach Marke, Reihenfolge wie bei Uscale
Was sollten Fuhrparkleiter vor der nächsten Bestellung prüfen?
Seit dem 7. Juli 2024 verlangt die EU in jedem Neuwagen unter anderem Geschwindigkeitsassistent, Müdigkeitswarnung, Spurhalte- und Notbremssystem.[3] Von Warn- und Hinweistönen fühlt sich die Hälfte der Befragten gestört, bei Mini 29 Prozent, bei Kia und Hyundai rund 80 Prozent. Uscale wertet die Spanne als Designentscheidung, nicht als technische Notwendigkeit.[1]
Probleme beim Laden melden 71 Prozent, nach 73 Prozent im Vorjahr. Am häufigsten startet der Vorgang nicht, oder die Leistung bleibt unerwartet niedrig. Die Hilfe im Fehlerfall schneidet unter allen abgefragten Funktionen am schlechtesten ab.[4] EnBW lässt inzwischen einen KI-Assistenten an der Lade-Hotline Störungen aufnehmen. Die Ladesäulensuche im Navi halten nur 43 Prozent für gut umgesetzt.[1] Als Ausweg bleiben Lade-Apps für E-Autos.
- Starten Sie bei der Probefahrt gerne einen Ladevorgang am Schnelllader über die Hersteller-App.
- Fragen Sie nach der Zeit für 200 Kilometer Nachladen, nicht nach der Spitzenleistung.
- Testen Sie vor dem Leasing von Firmenwagen die Connect-App mit Fahrern aus Ihrem Fuhrpark.
- Lassen Sie sich bei der Übergabe zeigen, welche Hinweistöne sich im Menü leiser stellen lassen.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- USCALE GmbHPressemitteilung: EV Satisfaction Study 2026 (Pressemitteilung)
- USCALE GmbHEV Satisfaction Study 2026: Elektrofahrzeuge im Alltag (Presse-Handout, PDF)
- EU-KommissionMandatory drivers assistance systems expected to help save over 25,000 lives by 2038 (Meldung, 5. Juli 2024, englisch)
- USCALE GmbHBlog: Elektroauto-Zufriedenheitsstudie 2026 (Blogbeitrag)
Mehr Newshunger?
- Elektroautos kommen in der EU im September auf knapp 30 Prozent der Neuzulassungen
- Schaffen die Autobahn-Schnelllader den ersten Ferientag?
- Mercedes will Autos der 2030er-Jahre aus vier Modulen statt auf Plattformen bauen
- Leapmotor B10 aus Spanien: Stellantis füllt freie Werkskapazität mit einem chinesischen Elektro-SUV
- Brandgefahr bei ID.-Modellen: VW begrenzt das Laden in Europa auf 80 Prozent
- GMs eigener KI-Assistent OnStar AI startet im Cadillac Lyriq und bedient das Auto per Sprache
