Kaum mehr als 420.000 Autos wird Audi 2026 in China verkaufen, schätzen Insider, rund 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Ab dem 1. November führt Jeff Zhang das China-Geschäft, bis vor Kurzem Markenchef beim chinesischen Hersteller Chery. Laut Manager Magazin verhandelt Audi außerdem mit Huawei über einen A8, der nur für China in Changchun entstehen soll.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenDas Werk in Changchun ist für rund 150.000 Autos im Jahr ausgelegt. Für die beiden Elektromodelle, die dort vom Band laufen, Q6 L e-tron und A6 L e-tron, erwarten Insider 2026 im besten Fall 12.000 Verkäufe.[2][3] Ein A8 mit Huawei-Technik soll das Werk auslasten. Entschieden ist das nicht, Audi und Huawei haben den Bericht nicht bestätigt.
Das Wichtigste in Kürze
- Jeff Zhang wird zum 1. November Präsident von Audi China, Rolf Michl von Audi Sport wechselt als Chief Operating Officer dazu.
- Der bisherige China-Chef Johannes Roscheck kehrt Anfang 2027 nach Ingolstadt zurück.
- Laut Manager Magazin soll Huawei den Kern eines eigenen China-A8 entwickeln, gebaut im Werk Changchun, frühestens Ende 2028.
- Der A8 für Europa soll künftig bei Porsche in Leipzig entstehen statt in Neckarsulm.
Wer führt Audi China ab November?

Doppelspitze. Jeff Zhang übernimmt am 1. November die Leitung von Audi China. Zuletzt war er Vice President bei Chery International und Chef der Marke Chery, davor verantwortete er das Europageschäft des Herstellers. Bei Stellantis leitete er das China-Geschäft von Alfa Romeo und DS. Rolf Michl, bisher Chef der Audi Sport GmbH, wird Chief Operating Officer. Die beiden bilden den Vorstand von Audi China.[1]
Rückkehrer. Zhang kennt den Konzern: Von 2018 bis 2020 baute er bei Audi den Vertrieb des Gemeinschaftsunternehmens mit SAIC mit auf. Laut dem chinesischen Portal Kuai Keji ist er der erste Chinese an der Spitze von Audi China.[4] Der bisherige Präsident Johannes Roscheck geht Anfang 2027 zurück nach Ingolstadt.[1]
Schwache Zahlen. Audi begründet den Wechsel mit dem Tempo im chinesischen Markt, mit neuen Wettbewerbern und Kunden, die andere Technik erwarten.[1] Nach Informationen des Manager Magazin rechnen Vertriebsleute für 2026 mit dem niedrigsten China-Absatz seit 2012. Intern werde gewarnt, das China-Geschäft könne in diesem Jahr Verlust schreiben.[2][3] Im dritten Quartal verkaufte Nio in China erstmals mehr Autos als Audi.
Was soll Huawei zum A8 beitragen?
Plattform aus China. Statt den A8 aus Deutschland zu exportieren, will Audi laut dem Bericht eine eigene China-Variante bauen, im Kern entwickelt von Huawei. Auf derselben Huawei-Architektur könnte später ein großes SUV entstehen. Produziert würde bei Audi FAW NEV in Changchun, einem Gemeinschaftsunternehmen mit FAW, an dem Audi die Mehrheit hält und in das der Hersteller nach eigenen Angaben rund 2,6 Milliarden Euro gesteckt hat.[2][3]
Teurer Umbau. Beteiligte rechnen mit mehr als einer Milliarde Euro zusätzlich: für den Umbau des Werks, die Entwicklung und die Verluste aus der laufenden Produktion. Der Konzernvorstand von Volkswagen war nach dem Bericht zunächst nicht eingeweiht. Audi-Chef Gernot Döllner könnte sein Konzept im November an einem China-Tag des Vorstands vorstellen.[3]
Technik vom Zulieferer. Huawei baut selbst keine Autos, sondern liefert Partnermarken wie Aito oder Maextro Fahrerassistenz und Cockpit-Software. Bei Aito hat Seres die Führung der Marke im September wieder übernommen, Huawei liefert dort nur noch die Technik. Audi nutzt Huawei in China bereits für die Vernetzung im Auto.[3] Laut Kuai Keji fahren auch die Q6 L e-tron und A6 L e-tron aus Changchun mit Huaweis Fahrerassistenz Qiankun ADS und dem Cockpit-System HarmonyOS.[4]
Vorbild Xpeng. Die Zuversicht, bis Ende 2028 fertig zu werden, stützt sich laut Manager Magazin auf das Entwicklungstempo der Kooperationen von VW mit Xpeng und von Audi mit SAIC.[3] Schnell entwickelt heißt nicht gut verkauft: Vom gemeinsam mit Xpeng entworfenen ID. Unyx 08 setzt VW nur 267 statt geplanter 3.622 Autos im Monat ab. Ein Kritiker sagte dem Magazin über die Huawei-Pläne: „Die hissen die weiße Fahne.“[2]
Audi kauft in China die Software, die es selbst nicht rechtzeitig fertig bekommt. Das kann ein Werk auslasten. Ob Kunden dafür Audi-Preise zahlen, ist eine andere Frage.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Plan für Neckarsulm und Europa?
Zwei A8. Die Huawei-Variante soll zunächst nur in China verkauft werden.[2] Unabhängig davon will Audi den A8 für die übrigen Märkte auf den Baukasten des Porsche Panamera setzen, gebaut wahrscheinlich im Porsche-Werk Leipzig. Neckarsulm, wo der A8 seit 34 Jahren entsteht, verlöre damit sein Spitzenmodell.[3] Für das Werk hat Audi bereits die Schlechtwetterklausel aus dem Zukunftspakt gezogen, die bei schlechter Lage Verhandlungen über Einsparungen erlaubt.
Gesperrter US-Markt. Eine Huawei-Plattform bindet die Modelle an China. In den USA verbietet eine Regel des Handelsministeriums vom Januar 2025 vernetzte Autos mit Software aus China ab dem Modelljahr 2027, mit Hardware ab dem Modelljahr 2030.[5] Ein Export des China-A8 dorthin wäre ausgeschlossen, nach Europa ist er bisher nicht geplant.
Branche im Umbruch. Volkswagen entwickelt in China bereits mit Xpeng, Audi mit SAIC. Nach einer KPMG-Umfrage erwartet fast jeder zweite Automanager, dass 2035 sechs der zehn größten Autohersteller ihren Sitz in China haben. Kommt die Einigung, läge die Entwicklung der Elektronik für Audis teuerste China-Modelle bei Huawei und nicht mehr in Ingolstadt.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- AudiAudi stärkt Führung in China und setzt auf Kontinuität bei Audi Sport (Pressemitteilung)
- Manager MagazinRiskanter Plan: Wie Audi mit Huawei den A8 retten will (20. Oktober 2026, Bezahlartikel)
- Elektroauto-NewsAudi in China: 30 Prozent Minus, nun soll Huawei helfen (23. Oktober 2026, Zusammenfassung des Manager-Magazin-Berichts)
- Kuai Keji奥迪A8要国产 还和华为一起造 (chinesisch)
- Federal RegisterSecuring the Information and Communications Technology and Services Supply Chain: Connected Vehicles (englisch)
Mehr Newshunger?
- Nio überholt in China erstmals BMW, Mercedes und Audi
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- VW verkauft vom Xpeng-SUV ID. Unyx 08 nur 267 statt 3.622 Autos im Monat
- Huawei und Aito: Seres übernimmt die Marke, Huawei liefert nur noch die Technik
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