Der Nachfolger des Audi A8 soll nach übereinstimmenden Medienberichten nicht mehr in Neckarsulm entstehen, sondern frühestens ab 2030 im Porsche-Werk Leipzig. Die Heilbronner Stimme meldete die Pläne am Donnerstagabend, wenige Stunden nach der Betriebsversammlung im Audi-Werk.[1] Seit der ersten Generation von 1994 lief der A8 in Neckarsulm vom Band.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenOffiziell bestätigt ist der Wechsel nicht. Audi und Porsche haben dazu keine Mitteilung veröffentlicht, die Mitteldeutsche Zeitung meldet am Freitag, Porsche bestätige Gespräche. Die Verlagerung steht damit auf der Stufe eines Berichts, beschlossen hat der Konzern nichts.
Das Wichtigste in Kürze
- Laut Heilbronner Stimme und weiteren Medien soll der nächste A8 im Porsche-Werk Leipzig gebaut werden, frühestens ab 2030.
- Das Leipziger Werk mit mehr als 4.600 Beschäftigten fertigt den Macan und den Panamera, mit dessen Nachfolger der A8 laut Berichten die Plattform teilen soll.
- Neckarsulm verliert damit ein Modell, während Audi dort über Einsparungen verhandeln will.
- Eine offizielle Bestätigung von Audi oder Porsche steht aus.
Warum soll der A8 ausgerechnet nach Leipzig gehen?

Als Grund nennen die Berichte die Plattform. Der nächste A8 soll sich die technische Basis mit dem kommenden Panamera teilen, und den Panamera fertigt Porsche in Leipzig. Dort laufen Benziner, Hybride und Elektroautos über eine einzige Montagelinie, mehr als 4.600 Menschen arbeiten am Standort.[2] Ein Fahrzeug der Oberklasse auf dieselbe Linie zu stellen, spart dem Konzern eine eigene Fertigung für eine Limousine mit kleinen Stückzahlen.
Hinzu kommen Lohnkosten und freie Kapazität. Porsche-Chef Michael Leiters hob beim Kapitalmarkttag am 7. Oktober laut Medienberichten hervor, dass Leipzig deutlich günstiger fertigt als das Stammwerk in Zuffenhausen. In der EU verkauft Porsche seit 2024 nur noch den elektrischen Macan. Leipzig sei wie Zuffenhausen weit von der Vollauslastung entfernt, schrieb die FAZ im Juni und berichtete, Porsche wolle deshalb auch den Cayenne aus Bratislava nach Leipzig holen. Porsche-Betriebsratschef Ibrahim Aslan bestätigte damals Gespräche.
Was bleibt für Neckarsulm?
Audi hat laut dpa am Donnerstag für das Werk Neckarsulm mit mehr als 15.000 Beschäftigten die Schlechtwetterklausel gezogen und will über Einsparungen verhandeln, bis Ende Juni 2027 soll ein Konzept für niedrigere Kosten stehen. Vorstandschef Gernot Döllner sagte auf der Betriebsversammlung: „Aber Tradition allein sichert keine Zukunft.“[3]
Den aktuellen A8 können Kunden in Deutschland seit Februar 2026 nicht mehr bestellen. Zum Nachfolger sagte ein Audi-Sprecher damals nur: „Über einen möglichen Nachfolger informieren wir zu gegebener Zeit.“ In Neckarsulm bleiben der A5, der A6 und der e-tron GT, ein neues Volumenmodell hat der Konzern dem Werk nicht zugesagt. Der Betriebsrat forderte im September den Q4 e-tron. Zuvor hatte die Wirtschaftswoche berichtet, der Konzernvorstand wolle die Produktion in Neckarsulm bis 2034 auslaufen lassen.
Was bedeutet die Verschiebung für die Region und die Zulieferer?
Unterm Strich verschiebt der Konzern Arbeit von einem deutschen Werk ins andere, neue Kapazität entsteht dabei nicht. Porsche holt ein Modell nach Leipzig, will aber konzernweit ein Viertel der Belegschaft abbauen. Das Zukunftspaket mit Jobgarantie bis 2035 kostet rund 9.000 Stellen. Ob das Werk Leipzig für den A8 zusätzliche Stellen schafft, ist offen.
Für Zulieferer im Raum Heilbronn mit A8-Umfängen läuft das Geschäft mit dem aktuellen Modell aus, ein Anschlussauftrag in Neckarsulm ist nicht in Sicht. Sächsische Lieferanten rund um Leipzig sollten dagegen die Vergabe für den Nachfolger im Blick behalten, die bei einem Start ab 2030 in den kommenden Jahren ansteht.
Quellen
[1] Heilbronner Stimme: „Audi-Werk Neckarsulm verliert A8: Nachfolger wird wohl in Leipzig gebaut“ (08.10.2026)
[2] Porsche Newsroom: „Porsche Werk Leipzig“ (abgerufen am 09.10.2026)
[3] Audi: „Betriebsrat Neckarsulm fordert Zukunftsperspektive statt Standortdebatte“ (08.10.2026)
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