Freitagmittag zum Ferienstart, Sie rollen mit 15 Prozent Akku auf die Raststätte, und an beiden Schnellladern hängen schon Autos mit Dachbox. In der Bedarfsrechnung des Bundes kommt dieser Freitag nicht vor. Am Wochenende des Ferienstarts in Nordrhein-Westfalen zählte der ADAC im Juli 2026 bundesweit 4.324 Staus.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenIm Bestand steht das Ladenetz gut da: Die Bundesnetzagentur zählte am 1. September 2026 genau 56.572 öffentliche Schnellladepunkte, gut ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Eng wird die Lage an wenigen Tagen im Jahr, an den großen Raststätten und überall dort, wo der Netzanschluss zu schwach ist. Hier lesen Sie, wo das Netz an der Autobahn heute steht, ob Tankstellen ihre Zapfsäulen abreißen müssen und welche Technik den Ladestopp verkürzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein geförderter öffentlicher Ladepunkt war 2023/24 im Mittel 2,3 Stunden am Tag belegt. Mittags am stärksten Tag war fast jeder fünfte gleichzeitig belegt.
- Die Bedarfsstudie im Auftrag des Bundes rechnet mit gewöhnlichen Wochen. An den großen Raststätten fehlen Säulen mit hoher Leistung, für neue braucht die Autobahn GmbH seit März 2026 eine Ausschreibung.
- Tankstellen müssen keine Zapfsäulen abreißen. Den Ausbau bremst oft der Netzanschluss, ein ganzer Standort kostet laut Fastned bis zu 1,5 Millionen Euro.
- Megawattlader von BYD laden in China laut Hersteller in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent, in Deutschland steht kein öffentlicher. Solardach und Powerbank bringen nur wenige Kilometer.
1 Wie viele öffentliche Schnellladepunkte zählte die Bundesnetzagentur am 1. September 2026? Aufklappen ↓
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2 Wie lange war ein geförderter öffentlicher Ladepunkt 2023/24 im Mittel am Tag belegt? Aufklappen ↓
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3 Was entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf im März 2026? Aufklappen ↓
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4 Wie viel Reichweite liefert ein Solardach einem Pkw in Deutschland im Jahresmittel pro Tag? Aufklappen ↓
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5 Wie viel wiegt die Auto-Powerbank ZipCharge Go mit 4 Kilowattstunden? Aufklappen ↓
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Wie viele Schnelllader stehen heute an Deutschlands Autobahnen?

Eine amtliche Zahl nur für die Autobahn existiert nicht. Bundesweit meldet die Bundesnetzagentur 56.572 Schnellladepunkte, davon 41.621 mit mindestens 150 Kilowatt. Davon stehen direkt an der Autobahn rund 1.400 Ladepunkte von Tank & Rast und Partnern sowie die Ladepunkte von 100 Deutschlandnetz-Parks.
Das Ladesäulenregister unterscheidet nach Leistung, nicht nach Lage. Am 1. September 2026 standen dort 214.334 öffentliche Ladepunkte, davon 56.572 mit mehr als 22 Kilowatt. Die Ladeleistung aller Säulen zusammen lag bei 9,38 Gigawatt.
Am stärksten wuchs die Klasse über 299 Kilowatt, um 35,6 Prozent binnen zwölf Monaten.
Auch der Bestand an E-Autos wächst kräftig. Am 1. Januar 2026 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt 2.034.260 reine Elektro-Pkw zugelassen, 23,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Von Januar bis September 2026 kamen 604.144 neue hinzu, ein Anteil von 27,2 Prozent an allen Neuzulassungen. Im September allein lag der Anteil bei 34,5 Prozent. Auf einen Schnellladepunkt kamen zum Jahresbeginn rechnerisch rund 41 reine E-Autos, auf einen Ladepunkt ab 150 Kilowatt rund 56.
Das Ladesäulenregister führt keine eigene Kategorie für Autobahnen. Die Zahl der Schnellladepunkte direkt an der Autobahn veröffentlicht keine Behörde.
An den bewirtschafteten Raststätten mit Restaurant und Tankstelle haben Tank & Rast und seine Partner EnBW, E.ON, Ionity und Mer nach eigenen Angaben „rund 1.400 Ladepunkte“ errichtet. Mit den Konzessionären sieht ein Ausbauplan nach Angaben des Verkehrsministeriums rund 3.300 Ladepunkte ab 150 Kilowatt vor.
Die Grundlage dieses Plans hat das Oberlandesgericht Düsseldorf verworfen. Das Gericht entschied am 6. März 2026 rechtskräftig, dass das Recht zum Betrieb einer Tankstelle nicht das Recht umfasst, Schnellladesäulen zu betreiben. Für jeden weiteren Ladepark an diesen Raststätten muss die Autobahn GmbH ein Vergabeverfahren durchführen. Angestrengt hatte das Verfahren der Ladeparkbetreiber Fastned.
Schneller kommt der Bund auf den Parkplätzen mit WC-Häuschen voran. Das Deutschlandnetz sieht dort 200 Ladeparks mit rund 1.000 Ladepunkten vor, jeder mit mindestens 200 Kilowatt Dauerleistung.
Den 100. dieser Ladeparks eröffnete Bundesverkehrsminister Steffen Bilger am 28. September 2026 am Parkplatz Räthisgraben an der A81.
Nach unserer Auswertung zur Halbzeit des Deutschlandnetzes an der Autobahn ist die zweite Hälfte beim bisherigen Bautempo erst 2028 fertig.
Die EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe, kurz AFIR, verlangt im Kernnetz alle 60 Kilometer je Fahrtrichtung einen Ladepark mit 400 Kilowatt, ab Ende 2027 mit 600 Kilowatt und zwei Ladepunkten mit mindestens 150 Kilowatt.
Für die Ladeleistung je E-Auto, die die AFIR ebenfalls vorschreibt, stellt der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 fest, Deutschland übertreffe die Mindestziele „um rund 200 Prozent“. Ob jeder Abschnitt des Kernnetzes die 60-Kilometer-Vorgabe erfüllt, haben wir in keiner amtlichen Übersicht gefunden.
Ein Mengenziel nennt der Plan vom November 2025 nicht mehr. Vom Ziel aus dem Koalitionsvertrag 2021, einer Million öffentlicher Ladepunkte bis 2030, sind 21 Prozent erreicht.
Die Zahl der Schnellladepunkte wächst schneller als der E-Auto-Bestand, an der Autobahn hängt der Ausbau an zwei Stellen. Die zweite Hälfte der Deutschlandnetz-Parks ist wohl erst 2028 fertig, die Raststätten mit Restaurant brauchen nach dem Düsseldorfer Beschluss eine Ausschreibung.
Wann werden die Säulen am Ferientag knapp?

An den wenigen Tagen, an denen sich der Reiseverkehr ballt, vor allem an Raststätten mit wenigen Säulen hoher Leistung. Gemessen hat das in Deutschland niemand öffentlich, und die Bedarfsstudie im Auftrag des Bundes rechnet ohne Ferienspitzen.
Die meiste Zeit sind öffentliche Ladepunkte frei. Ein geförderter öffentlicher Ladepunkt war nach einem Factsheet der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur zwischen Juli 2023 und Juni 2024 im Mittel 2,3 Stunden am Tag belegt, eine zeitliche Auslastung von 9,6 Prozent. Der Energieverband BDEW nannte im Juli 2026 rund 12 Prozent und schrieb dazu: „Eng wird es an den Ladesäulen trotzdem nicht.“
Im BDEW sind viele Ladesäulenbetreiber organisiert, und sein Mittelwert sagt über den Freitag zum Ferienstart wenig.
Am stärksten Tag des Untersuchungszeitraums, dem 8. Dezember 2023, waren mittags etwa 19 Prozent aller geförderten Ladepunkte gleichzeitig belegt. In der Urlaubsregion Ostholstein lag der Höchstwert am Ostersamstag 2024. „An Wochenenden und in der Ferienzeit ist die Auslastung wesentlich höher als an Werktagen“, schreibt die Leitstelle.
Schnelllader sind in diesen Daten allerdings unterrepräsentiert, eine Auswertung nur für die Autobahn fehlt.
Den Bedarf für 2030 hat das Reiner Lemoine Institut im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums berechnet: 380.000 bis 680.000 öffentliche Ladepunkte, im Referenzszenario rund 45.500 davon an Lade-Hubs entlang der Verkehrsachsen, etwa an Raststätten und Autohöfen. Gerechnet wird mit 10.000 synthetischen Wochenprofilen. Der Bedarf an Ladepunkten wird „auf Basis des 99-Prozent-Quantils bestimmt“, das oberste Prozent der Belegung fällt also weg.
Die Autoren nennen ihr Ergebnis selbst einen „minimal nötigen Bedarf“, Spitzenbelegungen könnten „vermutlich höher ausfallen“.
Die Vorgängerstudie von 2020 hält fest: „Ein erhöhtes Aufkommen von Urlaubsfahrten im Sommer oder weitere saisonale Effekte werden nicht untersucht.“ Eine Auslegung für Ferientage haben wir in keiner deutschen Pkw-Studie gefunden.
Die Auslastungswerte stammen aus rund 28.000 geförderten Ladepunkten von Juli 2023 bis Juni 2024, Schnelllader sind darin unterrepräsentiert.
Der ADAC zählte in den Sommerferien 2026 genau 128.849 Staus auf 217.727 Kilometern, die Stauspitze lag am Wochenende vom 17. bis 19. Juli zum Ferienstart in Nordrhein-Westfalen. Im ganzen Jahr 2025 waren der Tag vor Himmelfahrt und der 2. Oktober mit je rund 2.800 Staustunden die schlimmsten Tage.
Für Elektro-Lkw haben ICCT und Fraunhofer ISI die Spitze beziffert: In zwei bis drei verkehrsreichen Phasen im Jahr kann der Ladebedarf 30 bis 40 Prozent über dem Durchschnitt liegen.
Gemessene Wartezeiten an deutschen Autobahn-Ladeparks in den Ferien haben wir bei keinem Betreiber gefunden.
Ionity-Chef Jeroen van Tilburg sagte im Januar 2026 der Zeitschrift firmenauto: „Wartezeiten an Ladeparks sind selten und entstehen vor allem an wenigen Tagen in der Urlaubssaison.“ Er verweist auf eine Auswertung des Ladeanbieters Elvah, nach der die Wahrscheinlichkeit, auf eine überlastete Station zu treffen, im ersten Quartal 2025 bei 0,025 Prozent lag. In dieses Quartal fielen weder Sommerferien noch Ostern.
In Norwegen sind 32,4 Prozent aller Pkw elektrisch, auf einen Schnelllader kommen nach Angaben des Elektroautoverbands Elbilforeningen rund 85 E-Autos. Norwegen zählt Schnelllader allerdings anders als die Bundesnetzagentur.
In der Umfrage des Verbands vom Frühjahr 2026 mit knapp 15.000 Teilnehmern stehen 58 Prozent nie oder selten in der Ladeschlange, 5 Prozent oft. Die längste Wartezeit des vergangenen Jahres lag für 47 Prozent unter zehn Minuten, 2022 galt das erst für 26 Prozent.
Lange kamen in Norwegen mehr als 100 E-Autos auf einen Schnelllader, der Verband erklärt mit dem gesunkenen Verhältnis die kürzeren Schlangen. „Niemand verbringt die Urlaubsreise gern in der Ladeschlange“, sagt Verbandschefin Christina Bu (übersetzt aus dem Norwegischen).
In einem Test des ADAC an 50 Rastanlagen und Autohöfen im November 2025 fielen vor allem die Raststätten durch. Mehr als die Hälfte schnitt mangelhaft oder sehr mangelhaft ab, gut jede fünfte Anlage, vor allem Raststätten, bot nur langsame 50-Kilowatt-Säulen. Nur ein Viertel hatte mindestens zehn Ladepunkte mit 150 Kilowatt oder mehr, auf knapp einem Drittel davon war mindestens einer defekt. Alle 13 Anlagen mit der Note „gut“ waren Autohöfe.
Über das Jahr sind geförderte Ladepunkte zu knapp einem Zehntel belegt, mittags am stärksten Tag fast jeder fünfte. Die Bedarfsstudie rechnet ohne Ferienspitzen und kappt zusätzlich das oberste Prozent, und an den Raststätten fehlen Säulen mit hoher Leistung.
Wie lange dauert ein Ladestopp mit einem aktuellen E-Auto?

Aktuelle Modelle laden an einer ausreichend starken Säule in 17 bis 26 Minuten von 10 auf 80 Prozent, die schnellsten in 17 bis 22 Minuten. Der ADAC nennt für Säulen ab 150 Kilowatt 20 bis 30 Minuten als üblichen Wert. Mit kaltem Akku oder an einer geteilten Säule dauert der Stopp spürbar länger.
Porsche gibt für den überarbeiteten Taycan 18 Minuten an, die erste Generation brauchte unter gleichen Bedingungen 37. Der ADAC hat den Smart #5 bei 0 Grad in 17 Minuten und 16 Sekunden von 10 auf 80 Prozent geladen, das Tesla Model Y Standard an einer 300-Kilowatt-Säule in rund 24 Minuten.
Am oberen Ende der Ladekurve bremst jeder Akku: Ab 80 Prozent lädt das Model Y nur noch mit rund 50 Kilowatt.
| Modell | 10 auf 80 Prozent | Spitzenleistung | Art der Angabe |
|---|---|---|---|
| Smart #5 | 17 Min. 16 Sek. | k. A. | ADAC-Messung bei 0 Grad |
| Porsche Taycan (ab 2024) | 18 Min. | 320 kW | Herstellerangabe |
| Kia EV6 84 kWh | 19 Min. | k. A. | Angabe im ADAC-Wintertest 2026 |
| Hyundai Ioniq 5 84 kWh | 19 Min. | k. A. | Angabe im ADAC-Wintertest 2026 |
| BMW iX3 50 xDrive | 21 Min. | 400 kW | Herstellerangabe |
| Mercedes CLA | 22 Min. | 320 kW | Herstellerangabe, ADAC maß 296 kW |
| Tesla Model Y Standard | rund 24 Min. | k. A. | ADAC-Messung an 300-kW-Säule |
| VW ID.7 Pro S | rund 26 Min. | 200 kW | Herstellerangabe |
Für die Reiseplanung zählt, wie viel Reichweite der Stopp bringt. Der ADAC rechnet im Langstrecken-Ranking vom März 2026 die Reichweite mit 90 Prozent Akku plus 20 Minuten Laden zusammen. Spitzenreiter ist der Mercedes CLA 250+ mit 1.226 Kilometern, 27 der getesteten E-Autos schaffen mehr als 750 Kilometer.
Rechnerisch reicht das bei diesen Modellen für 750 Kilometer mit einem Stopp, sofern der Akku zweimal fast leer gefahren wird.
Ohne vorgeheizten Akku stand ein Tesla im ADAC-Test 56 statt 33 Minuten an der Säule, 70 Prozent länger. Viele Autos heizen die Batterie nur vor, sobald eine Ladesäule als Ziel im Navi eingegeben ist.
Teilen sich zwei Autos eine 150-Kilowatt-Säule, stehen nach Angaben des ADAC „de facto nur 75 kW für jedes einzelne Auto parat“.
Der Schnellladeanbieter Ionity weist darauf hin, dass das Laden von 80 auf 100 Prozent bei vielen Modellen fast so lange dauert wie von 10 auf 80 Prozent. Seit Juli 2026 gibt Ionity 5 Kilowattstunden als Gutschrift, sofern Fahrer einen zwischen 9 und 17 Uhr begonnenen Ladevorgang mit mindestens 40 Kilowattstunden vor 85 Prozent beenden.
Den Stau selbst übersteht ein E-Auto gut. Bei minus 10 Grad brauchen die vom ADAC untersuchten Autos 1,5 bis 2 Kilowatt, um den Innenraum auf 20 Grad zu halten, zehn Stunden Stau kosten also 15 bis 20 Kilowattstunden. Im Hitzetest verbrauchte ein Model Y in einem simulierten Stau von acht Stunden bei bis zu 35 Grad etwa 12 Kilowattstunden, die Klimaanlage zog durchgehend rund 1,5 Kilowatt.
Schon 2021 hielten ein Renault Zoe und ein VW e-up! im ADAC-Test zwölf Stunden bei minus 9 bis minus 14 Grad mit 22 Grad im Innenraum durch. Hochgerechnet hielten die beiden laut ADAC rund 17 und 15 Stunden durch, sofern der Akku bei Staubeginn ziemlich voll ist.
- Ladezeit: 18 bis 26 Minuten von 10 auf 80 Prozent bei aktuellen Modellen
- Kalter Akku: bis zu 70 Prozent länger, Vorheizen startet oft nur über das Navi
- Geteilte Säule: an 150 Kilowatt bleiben für jedes Auto 75 Kilowatt
- Stau: acht bis zehn Stunden kosten 12 bis 20 Kilowattstunden
Müssen Tankstellen ihre Zapfsäulen für Ladesäulen abreißen?

Nein, ein Rückbauprogramm braucht niemand. Schnelllader passen in der Regel neben die Zapfsäulen, nur einzelne Stationen geben dafür Zapfstellen auf. An Tankstellen laufen schon mehr als 9.600 Schnellladepunkte, verdient wird mit ihnen bisher wenig.
Das Tankstellennetz ist seit 1970 auf ein Drittel geschrumpft. Die Statistik des Wirtschaftsverbands en2x zählte damals 46.091 Tankstellen, seit 2020 hält sich der Bestand bei rund 14.450.
Der mittelständische Verband UNITI meldete im Januar 2026 mehr als 9.600 Schnellladepunkte an Tankstellen. Im März 2024 hatten nach Angaben der Bundesregierung erst rund 7 Prozent der Stationen einen Schnelllader ab 150 Kilowatt.
Aral pulse betreibt nach eigenen Angaben mehr als 4.000 Ladepunkte an rund 600 Standorten, viele davon an Aral-Tankstellen, mit Säulen bis 400 Kilowatt. Shell nennt gut 2.400 Schnellladepunkte, TotalEnergies will die Zahl seiner Hochleistungs-Ladepunkte (HPC, ab 150 Kilowatt) bis Ende 2026 von 429 auf etwa 800 erhöhen.
| Anbieter | Ladepunkte in Deutschland (Angabe des Anbieters) | Stand |
|---|---|---|
| Aral pulse | mehr als 4.000 Ladepunkte an rund 600 Standorten | Juni 2026 |
| Shell Recharge | gut 2.400 Schnellladepunkte | September 2026 |
| TotalEnergies | 429 HPC-Ladepunkte, Ziel rund 800 bis Ende 2026 | Mai 2026 |
| JET | 97 Schnellladepunkte an 21 Standorten | Dezember 2024 |
| Tankstellen in der UNITI-Erhebung | mehr als 9.600 Schnellladepunkte | Januar 2026 |
Bei einer JET-Tankstelle in Lübeck mussten für vier Schnelllader zwei Zapfstellen weichen, berichtete das Fachportal electrive im Dezember 2024. Auch Aral hat Schnelllader teilweise auf Kosten von Zapfsäulen gebaut. Im selben Jahr eröffnete Aral in Mönchengladbach den ersten reinen Ladepark ohne Tankstelle, mit 28 Ladepunkten.
Der Mannheimer Versorger MVV hat eine ehemalige Tankstelle der US-Armee zum Ladepark mit zwölf Schnellladepunkten bis 300 Kilowatt umgebaut.
Wirtschaftlich lohnt sich der Schnelllader an der Tankstelle bisher selten. Eine Mitgliedstankstelle des Bundesverbands freier Tankstellen verkaufte 2024 im Schnitt rund 9.000 Kilowattstunden Strom, etwa 100 Ladevorgänge. Ein Shop setzte im Schnitt 1,25 Millionen Euro um.
„Ein rentabler Betrieb ist bei den Zahlen nicht möglich und auch nicht absehbar“, sagte Verbandschef Carsten Müller laut Welt.
Für gewöhnliche Tankstellen besteht keine Pflicht zum Umbau, die Tankstellen an der Autobahn regelt das Schnellladegesetz gesondert. Die Ampel-Regierung wollte Unternehmen mit mindestens 200 Tankstellen ab 2028 verpflichten, grundsätzlich an jeder Station einen Schnellladepunkt mit mindestens 150 Kilowatt zu betreiben, und schätzte die Kosten auf 53.400 Euro je Ladepunkt. Der Entwurf blieb nach dem Bruch der Koalition im November 2024 liegen, im geltenden Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz steht keine Ladepflicht für Tankstellen.
Der Wirtschaftsverband en2x lehnt jeden Zwang ab: Fahrer wollten auch „bei Supermärkten, an Shoppingzentren, vor Kinos oder in Parkhäusern laden“.
Der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 setzt beim Baurecht an. Nach einer Auswertung der Kanzlei Noerr soll ein Auslegungshinweis zur Baunutzungsverordnung dafür sorgen, dass Behörden Ladeparks nicht länger als Tankstellen einstufen und grundsätzlich in allen Baugebieten zulassen. An der Autobahn sollen bereits versiegelte Flächen der Autobahn GmbH für neue Ladeparks bereitstehen.
Die Zapfsäule muss nicht weichen, der Ladestopp braucht aber Platz für 20 Minuten Aufenthalt. Aral hat 2024 den ersten reinen Ladepark ohne Tankstelle eröffnet, und das Baurecht soll solche Parks künftig leichter zulassen.
Was kostet ein Schnellladepark, und warum dauert der Bau so lange?

Je Ladepunkt nennen Bundesregierung und Berater 53.400 bis 250.000 Euro, ein ganzer Standort kostet den Betreiber Fastned bis zu 1,5 Millionen Euro. Den Zeitplan bestimmt oft der Stromanschluss, auf den Betreiber nach Branchenangaben teils mehr als ein Jahr warten.
Die Spanne ist so breit, weil jede Quelle etwas anderes zählt: Die Bundesregierung rechnete 2024 nur Gerät und Installation, Fastned den ganzen Standort.
| Quelle | Kosten | Was gezählt ist |
|---|---|---|
| Bundesregierung (Drs. 20/12774) | 53.400 € je Ladepunkt | Gerät 30.400 €, Installation 23.000 € |
| Interpath | 150.000 bis 250.000 € je Ladepunkt | Vorabinvestition je Hochleistungs-Ladepunkt |
| Bundesverband freier Tankstellen | rund 350.000 € | eine Hochleistungssäule |
| Fastned | 1 bis 1,5 Mio. € je Standort | ganzer Schnellladepark |
| Netze Duisburg | 141,85 € je kW netto | Baukostenzuschuss Mittelspannung |
Ein Schnellladepark braucht so viel Anschlussleistung wie ein Wohnviertel. Vier Autos, die mit 200 bis 300 Kilowatt laden, verlangen 0,8 bis 1,2 Megawatt Anschlussleistung, schreibt auto motor und sport. Der Netzbetreiber Stadtwerk am See ordnet Schnelllader an Tankstellen in die Liga der durchschnittlichen Haushaltslast von bis zu 1.000 Wohneinheiten ein.
Solche Parks hängen deshalb typischerweise nicht an der Niederspannung, sondern am Mittelspannungsnetz mit 10 oder 20 Kilovolt.
Allein für den Anschluss verlangt etwa Netze Duisburg 2026 einen Baukostenzuschuss von 141,85 Euro je Kilowatt netto. Für einen Park mit 1,2 Megawatt wären das rund 170.000 Euro, bevor ein Kabel liegt.
In einem Dossier der Deutschen Energie-Agentur zu Ladepunkten für E-Lkw berichtet ein Unternehmen von bis zu einem Jahr Wartezeit auf die erste Rückmeldung des Netzbetreibers und bis zu 2,5 Jahren auf den Netzanschluss. Der Wirtschaftsverband en2x nennt den Stromanschluss „zu oft den Flaschenhals beim Ladesäulen-Hochlauf“.
Seit dem 12. Oktober 2026 vergeben drei Netztöchter von E.ON große Anschlüsse in festen Runden nach Punkten, Netze BW nimmt ab November Anträge an. Ein neuer Ladepark ohne Baugenehmigung erreicht nach unserer Rechnung höchstens 47 von 100 Punkten, wie die Analyse zum Netzanschluss im Jahrestakt zeigt. Fastned-Deutschlandchefin Linda Boll fürchtet dadurch anderthalb bis zwei Jahre Verzug.
Ein geförderter Ladepunkt war 2023/24 im Schnitt 2,3 Stunden am Tag belegt, gebaut werden muss er für den Ferienstart.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Einen Ausweg bieten Ladesäulen mit eigenem Batteriespeicher. Die ChargeBox des Herstellers ADS-TEC liefert nach Herstellerangaben bis zu 320 Kilowatt an einem Standort, dessen Anschluss weniger als 110 Kilovoltampere hergibt. Im niederländischen Goirle lud ein Schnelllader mit zwei Speichern im September 2026 nach Angaben der Betreiber GridX und Leap24 mit bis zu 142,8 Kilowatt, obwohl der Netzanschluss nur 50 Kilowatt liefert.
Fast die Hälfte der abgegebenen Energie kam dort aus dem Speicher.
Der Strom insgesamt reicht. Die Nationale Leitstelle rechnet für 2030 mit rund 17 Millionen E-Pkw und 37,8 Terawattstunden Ladestrom, 5 Prozent des erwarteten Bruttostromverbrauchs von 750 Terawattstunden. 2025 lag der Verbrauch nach vorläufigen Zahlen des BDEW bei 517,2 Terawattstunden.
Knapp wird nicht die Strommenge im Jahr, sondern die Leistung am einzelnen Standort zur selben Viertelstunde.
Die Kosten je Ladepunkt schrecken die Betreiber weniger als die Wartezeit auf den Netzanschluss. Batteriespeicher an der Säule überbrücken den schwachen Anschluss bei einzelnen Ladevorgängen, ob sie einen ganzen Ferientag durchhalten, ist offen.
Welche Ladetechnik verkürzt den Stopp an der Autobahn?

In China lädt BYD nach eigenen Angaben mit bis zu 1.500 Kilowatt in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent. In Deutschland steht kein öffentlicher Lader dieser Art. Für Autos in Europa bleiben 800 Volt und bis zu 400 Kilowatt der Stand, Akkutausch und Laden während der Fahrt sind Nischen oder Tests.
Den Sprung zum Megawatt hat BYD im März 2025 vorgeführt. Die Super e-Platform lädt mit 1.000 Kilowatt, der Hersteller versprach Strom für 400 Kilometer in fünf Minuten. Die zweite Generation vom März 2026 liefert 1.500 Kilowatt an einem Stecker und lädt laut BYD in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent.
Ende August 2026 meldete BYD rund 10.000 dieser Flash-Ladestationen in China, bis Jahresende plant der Hersteller 20.000, davon 2.000 an Autobahnen.
Den Netzanschluss umgeht BYD mit einem Pufferspeicher. Jeder Flash-Lader hat eine Batterie mit 370 Kilowattstunden und bezieht je nach Standort nur 100 bis 560 Kilowatt aus dem Netz, berichtet der Branchendienst EV Infrastructure News.
Für Europa plant BYD 3.000 Stationen. Der erste BYD-Megawattlader für Pkw in Deutschland, im Juni 2026 in Oberjoch im Allgäu vorgestellt, war ein Demo-Aufbau und ist wieder abgebaut. Kompatibel ist in Europa bisher nur der Denza Z9 GT ab 115.000 Euro, der Termin für das Netz rückt nach hinten, wie unser Bericht zu den auf Ende 2027 verschobenen Flash-Ladesäulen zeigt.
Fremde Marken holen an den Säulen ohnehin weniger heraus: Ein Lynk & Co 10 erreichte an einer BYD-Station 430 Kilowatt.
Die Zelle Shenxing Pro des Batterieherstellers CATL soll in zehn Minuten Strom für 478 Kilometer nach WLTP aufnehmen. Welche europäischen Serienmodelle die Zelle nutzen, hat CATL nicht genannt.
Festkörperbatterien bringen eher Reichweite als Tempo. Ein Mercedes EQS mit Zellen des Herstellers Factorial fuhr im August 2025 1.205 Kilometer von Stuttgart nach Malmö ohne Ladestopp, mit 25 Prozent mehr nutzbarer Energie bei vergleichbarem Gewicht. In Serie soll die Technik bis zum Ende des Jahrzehnts gehen. Toyota plant die erste Festkörperbatterie für 2027 oder 2028 und nennt als Ziel eine Ladezeit von zehn Minuten oder weniger. Für seine herkömmlichen Zellen mit flüssigem Elektrolyt gibt BYD schon heute fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent an.
| Technik | Stand | In Deutschland |
|---|---|---|
| 800 Volt, bis 400 kW | Serie, 10 auf 80 % in 17 bis 22 Min. | verfügbar |
| BYD Flash-Laden, bis 1.500 kW | rund 10.000 Stationen in China | kein öffentlicher Lader |
| CATL Shenxing Pro | 478 km WLTP in 10 Min. (Herstellerangabe) | Modelle nicht genannt |
| Festkörperbatterie | Testfahrten, Serie ab 2027/28 geplant | nicht verfügbar |
| Akkutausch (Nio) | rund 60 Stationen in Europa (Stand 2025) | rund 20 Stationen, nur Nio (Stand 2025) |
| Induktiv während der Fahrt | 1 Kilometer Teststrecke A6 | Forschung |
An den Rastanlagen kommt ein Konkurrent um Platz und Strom hinzu. Die Autobahn GmbH hat im Juni 2026 den Bau von 836 Ladepunkten für Elektro-Lkw an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen vergeben, davon 447 für den Megawatt-Ladestandard MCS. Das gesamte Lkw-Netz soll rund 4.200 Ladepunkte an rund 350 Standorten umfassen, der Bund stellt rund eine Milliarde Euro bereit.
Der erste öffentliche Megawatt-Ladepunkt Deutschlands steht seit September 2025 an der Rastanlage Lipperland Süd an der A2.
Akkutausch bleibt in Europa eine Randerscheinung. Nio meldete im April 2025 seine 20. Wechselstation in Deutschland und die 60. in Europa, im November 2025 schloss die erste in Dänemark. In China betreibt CATL mit seinem Netz Choco-Swap seit Juli 2026 rund 2.000 Stationen.
CATL tauscht zwei genormte Standardgrößen für viele Marken, Nio nur die eigenen Akkus.
Laden während der Fahrt testet Deutschland auf einem Kilometer. Seit Ende Oktober 2025 prüfen Forscher auf der A6 bei Amberg die induktive Übertragung aus der Fahrbahn. Alle drei deutschen Teststrecken für Oberleitungs-Lkw sind seit Anfang 2025 außer Betrieb.
BYDs Megawattlader funktioniert mit großem Speicher am Standort und nur mit Autos, die dafür gebaut sind. Bis BYD in Deutschland lädt, entscheidet über die Ferienfahrt die Zahl der Säulen mit 300 bis 400 Kilowatt.
Lädt sich ein Akku selbst, oder hilft eine Powerbank im Kofferraum?

Weder noch, nicht auf der Ferienfahrt. Die Rekuperation holt auf der Autobahn rund 10 Prozent der entnommenen Energie zurück, ein Solardach liefert in Deutschland im Jahresmittel Strom für gut 5 Kilometer am Tag. Die 2021 angekündigte Powerbank ZipCharge Go wiegt 22,6 Kilogramm und reicht für 19 bis 32 Kilometer.
Ein Auto, das sich während der Fahrt selbst auflädt, gibt die Physik nicht her. Die Bremsenergie-Rückgewinnung verwandelt beim Bremsen und Bergabfahren Bewegungsenergie zurück in Strom, aber nur einen Teil davon. Nach Messungen des ADAC holen E-Autos im Schnitt 22 Prozent der entnommenen Energie zurück, auf der Autobahn rund 10 Prozent. Ein BMW i7 verbrauchte am Kesselberg bergauf 59,3 Kilowattstunden je 100 Kilometer und gewann bergab 26,3 zurück.
Den Rest fressen Luftwiderstand, Rollreibung und die Verluste beim Umwandeln.
Ein Photovoltaikdach bringt einem Pkw in Deutschland nach Berechnungen des Fraunhofer ISE für den Standort Freiburg über 2.000 Kilometer Reichweite im Jahr, im Mittel gut 5 Kilometer am Tag, im Winter weniger. Die Pioniere der Solarautos sind gescheitert: Die Betriebsgesellschaft von Lightyear ging im Januar 2023 in die Insolvenz, Sono Motors gab den Sion im Februar 2023 trotz mehr als 45.000 Reservierungen auf.
Das amerikanische Solarauto Aptera soll nach Angaben des Herstellers Anfang 2027 ausgeliefert werden, vorbehaltlich der Finanzierung. Mercedes erforscht einen Solarlack, der einem SUV unter Idealbedingungen Strom für rund 12.000 Kilometer im Jahr liefern könnte. heise hält einen so hohen Ertrag für unwahrscheinlich.
Auto-Powerbanks existieren, liefern aber wenig. Die ZipCharge Go aus Großbritannien speichert laut Ankündigung von 2021 netto 4 Kilowattstunden, wiegt 22,6 Kilogramm und lädt mit 7,2 Kilowatt Strom für 19 bis 32 Kilometer nach. Ob das Gerät in Deutschland zu kaufen ist, konnten wir nicht belegen.
| Notlösung | Reichweite | Haken |
|---|---|---|
| Notreserve nach 0 Prozent | 15 bis 20 km | nur bei guten Bedingungen |
| Strom aus einem zweiten E-Auto | 5 bis 10 km | 30 bis 60 Minuten Ladezeit |
| Powerbank ZipCharge Go (4 kWh) | 19 bis 32 km | 22,6 kg, Verfügbarkeit offen |
| Solardach | gut 5 km am Tag | im Winter deutlich weniger |
Mehr Energie heißt mehr Gewicht. Das Batteriesystem Shenxing Plus speichert laut CATL 205 Wattstunden je Kilogramm, zehn Kilowattstunden wiegen damit rund 49 Kilogramm, ohne Gehäuse und Ladetechnik einer mobilen Box.
Das französische Unternehmen hinter EP Tender, einem Anhänger als rollendem Zusatzakku, hat den Betrieb eingestellt.
Der ADAC rät bei leerem Akku zum Abschleppen. Eine Powerstation könne ein E-Auto aufladen, „das Laden dauert jedoch extrem lange“. Aus einem zweiten E-Auto lade der Wagen in 30 bis 60 Minuten Strom für 5 bis 10 Kilometer. Nach null Prozent reicht die Notreserve laut ADAC unter guten Bedingungen noch für 15 bis 20 Kilometer.
Ein Ladefahrzeug, das ADAC und Hyundai 2019 erprobten, lieferte 20 Kilowatt und in 15 Minuten Strom für etwa 25 Kilometer. Das Projekt endete 2020 mangels Bedarf: Von knapp 3,8 Millionen Einsätzen 2019 galten nur 3.100 einem liegengebliebenen E-Auto.
Den Verbrenner als Notstromaggregat bietet der Range Extender. Der Leapmotor C10 REEV fährt laut Hersteller nach WLTP 145 Kilometer elektrisch und mit dem Benzingenerator insgesamt mehr als 950 Kilometer, der Mazda MX-30 R-EV elektrisch 85 Kilometer.
Den ID. ERA 9X mit Range Extender hat VW bisher nur für China angekündigt. Dort sinkt die Nachfrage nach dieser Bauart, im August 2026 um 22,2 Prozent zum Vorjahresmonat.
- Rekuperation: holt auf der Autobahn rund ein Zehntel der Energie zurück
- Solardach: gut 5 Kilometer am Tag im Jahresmittel
- Powerbank: 22,6 Kilogramm für höchstens 32 Kilometer
- Pannenhilfe: Abschleppen zur nächsten Säule bleibt der Normalfall
Wie kommen Sie mit dem E-Auto entspannt durch den Ferienverkehr?

Am entspanntesten laden Sie am Autohof oder abseits der Autobahn statt an der großen Raststätte, unterwegs nur bis 80 Prozent. Mit der Ladesäule als Navi-Ziel heizt der Akku vor, und die Spitzentage vor Feiertagen und zum Ferienstart meiden Sie besser.
Die besten Ladeplätze an der Strecke liegen oft neben der Autobahn. Alle 13 Anlagen, die im ADAC-Test die Note „gut“ bekamen, waren Autohöfe. Der ADAC Hessen-Thüringen rät: „Wenn möglich runter von der Autobahn und in den Ortschaften laden.“ Abseits der Autobahn entstehen mit dem Deutschlandnetz rund 900 Standorte in Städten und auf dem Land, jeder Ladepunkt mit mindestens 200 Kilowatt.
- Vor der Abfahrt: Sie laden zu Hause oder am Hotel voll und brauchen den ersten Schnelllader erst später.
- Unterwegs: Sie stecken bei 80 Prozent ab, weil die letzten 20 Prozent fast so lange dauern wie der Weg von 10 auf 80.
- Im Winter: Sie setzen die Ladesäule als Navi-Ziel, damit der Akku vorheizt und der Stopp nicht 70 Prozent länger dauert.
- Beim Bezahlen: Sie laden mit Tarif statt ad hoc, denn an der Autobahn kostet die Kilowattstunde ad hoc laut ADAC schnell 84 statt 52 Cent.
Der ADAC stuft die Tage vor Ostern und Pfingsten sowie die Brückentage um Himmelfahrt, den 1. Mai und den 3. Oktober als „extrem staugefährdet“ ein. In den Sommerferien 2026 war der Freitag der stauintensivste Wochentag.
Fuhrparkleiter sollten Dienstreisen mit E-Autos aus denselben Tagen heraushalten und bei der Modellwahl auf die Ladeleistung achten. Der Spitzenreiter des ADAC-Rankings lädt in 20 Minuten Strom für 556 Kilometer nach, ein BMW iX xDrive50 auf Platz neun für 282.
Eine Ladekarte mit festem Tarif gehört in jeden Dienstwagen, ad hoc kann das Laden laut ADAC bis zu 62 Prozent teurer sein.
Wer abseits der großen Raststätte lädt, bei 80 Prozent absteckt und den Akku über das Navi vorheizt, kommt auf 20 bis 30 Minuten reine Ladezeit. Am Ferienstart kann Wartezeit hinzukommen, gemessen hat sie niemand öffentlich.
Was muss sich ändern, damit die Säulen den Ferienstart schaffen?

Die Ladeparks an den großen Raststätten müssen für die stärksten Reisetage gebaut werden, nicht für die gewöhnliche Woche. Nötig sind Netzanschlüsse mit Vorrang und Speicher an der Säule, keine neue Wundertechnik und kein Abriss von Zapfsäulen.
Unsere Einschätzung: Der Durchschnitt beruhigt, über die Ferienfahrt entscheidet die Spitze. Auf die Titelfrage antworten wir deshalb mit Ja für das Netz als Ganzes und mit begründetem Zweifel für die großen Raststätten. Dort halten Familien mit Kaffee und Toilette, dort fehlen Säulen mit hoher Leistung, und dort muss die Autobahn GmbH nach dem Düsseldorfer Beschluss erst ausschreiben.
Der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 kündigt ein Langzeitkonzept für das Laden an der Autobahn an, mit Ausbaustufen nach Zulassungszahlen und einer vorausschauenden Planung der Netzanschlüsse. Das Konzept sollte die Ladeparks an den Raststätten nach den stärksten Reisetagen bemessen statt nach der gewöhnlichen Woche und Speicher an der Säule zum Standard machen.
Abgerissen werden muss dafür keine einzige Zapfsäule, gebaut werden müssen Netzanschlüsse.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zum Schnellladen an der Autobahn

Ad-hoc-Laden
Ad-hoc-Laden heißt das Laden ohne Vertrag und ohne Registrierung, bezahlt mit Karte oder Smartphone direkt an der Säule. Seit April 2024 müssen neue öffentliche Ladepunkte das anbieten. An der Autobahn kostet die Kilowattstunde ad hoc laut ADAC schnell 84 Cent, mit Ladetarif oft 52.
AFIR
AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) ist die EU-Verordnung 2023/1804 über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. Die Verordnung schreibt im transeuropäischen Kernnetz alle 60 Kilometer je Fahrtrichtung einen Ladestandort vor, mit 400 Kilowatt seit Ende 2025 und 600 Kilowatt ab Ende 2027.
Autohof
Autohof nennt man eine private Raststätte mit Tankstelle und Restaurant in der Nähe einer Autobahnausfahrt, außerhalb des Konzessionssystems der Autobahn. Im ADAC-Test von 50 Anlagen im November 2025 bekamen nur Autohöfe die Note „gut“ für ihr Ladeangebot.
Baukostenzuschuss
Baukostenzuschuss heißt die einmalige Zahlung an den Netzbetreiber für einen neuen oder stärkeren Stromanschluss. Der Betrag richtet sich nach der bestellten Leistung in Kilowatt. Netze Duisburg verlangt 2026 in der Mittelspannung 141,85 Euro je Kilowatt netto.
Deutschlandnetz
Deutschlandnetz heißt das Schnellladeprogramm des Bundesverkehrsministeriums mit rund 9.000 Ladepunkten an mehr als 1.000 Standorten, davon 200 an unbewirtschafteten Autobahn-Rastanlagen. Der Bund finanziert das Netz mit rund 2,3 Milliarden Euro. Jeder Ladepunkt liefert mindestens 200 Kilowatt.
Flash-Laden
Flash-Laden nennt BYD sein Schnellladesystem mit bis zu 1.500 Kilowatt an einem Stecker. Jeder Lader hat einen Speicher mit 370 Kilowattstunden und zieht nur 100 bis 560 Kilowatt aus dem Netz. In China stehen rund 10.000 Stationen, in Deutschland noch keine öffentliche.
HPC-Ladepunkt
HPC-Ladepunkt (High Power Charging) bezeichnet einen Schnellladepunkt mit mindestens 150 Kilowatt Gleichstrom. Mit dieser Leistung laden aktuelle E-Autos in etwa 20 bis 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Am 1. September 2026 zählte die Bundesnetzagentur 41.621 Ladepunkte dieser Klasse.
Ladekurve
Ladekurve beschreibt, wie sich die Ladeleistung eines Akkus mit dem Ladestand ändert. Bei niedrigem Ladestand und warmem Akku liegt die Leistung am höchsten, ab etwa 80 Prozent fällt sie stark ab. Deshalb rechnen Hersteller und ADAC die Ladezeit meist von 10 auf 80 Prozent.
Megawatt Charging System
Megawatt Charging System (MCS) heißt der Ladestandard für schwere Elektro-Lkw mit mehr als einem Megawatt, in Deutschland bisher bis 1,2 Megawatt. Der erste öffentliche Ladepunkt in Deutschland ging im September 2025 an der Rastanlage Lipperland Süd an der A2 in Betrieb. Der Bund plant rund 1.800 solcher Ladepunkte.
Mittelspannung
Mittelspannung nennt man die Netzebene mit meist 10 oder 20 Kilovolt zwischen Hochspannung und Hausanschluss. Schnellladeparks hängen an dieser Ebene, weil vier Autos mit 200 bis 300 Kilowatt zusammen 0,8 bis 1,2 Megawatt brauchen. Der Baukostenzuschuss für den Anschluss richtet sich nach dieser Leistung.
Range Extender
Range Extender heißt ein kleiner Verbrennungsmotor im Elektroauto, der nur Strom erzeugt und die Räder nicht antreibt. Er verlängert die Reichweite, sobald der Akku leer ist. Der Leapmotor C10 REEV fährt so 145 Kilometer elektrisch und insgesamt mehr als 950 Kilometer.
Rekuperation
Rekuperation bezeichnet die Rückgewinnung von Bewegungsenergie beim Bremsen und Bergabfahren, indem der Elektromotor als Generator arbeitet. E-Autos holen nach ADAC-Messungen im Schnitt 22 Prozent der entnommenen Energie zurück, auf der Autobahn rund 10 Prozent.
Unbewirtschaftete Rastanlage
Unbewirtschaftete Rastanlage heißt ein Autobahnparkplatz ohne Tankstelle und Restaurant, oft nur mit WC-Anlage. Diese Plätze liegen etwa alle 15 bis 20 Kilometer. Das Deutschlandnetz baut an 200 von ihnen Ladeparks mit vier, sechs oder acht Schnellladepunkten.
Vorkonditionierung
Vorkonditionierung nennt man das Vorheizen oder Kühlen des Akkus auf die beste Ladetemperatur vor dem Ladestopp. Viele Autos starten das nur, sobald eine Schnellladesäule als Ziel im Navi eingegeben ist. Ohne Vorheizen stand ein Tesla im ADAC-Test 70 Prozent länger an der Säule.
FAQ: Schaffen die Autobahn-Schnelllader den ersten Ferientag?

Was kostet Schnellladen an der Autobahn?
Ohne Vertrag zahlen Sie an der Autobahn laut ADAC schnell 84 Cent je Kilowattstunde, mit einem Ladetarif ohne Grundgebühr oft 52 Cent. Aral pulse verlangt ad hoc 79 Cent, im Tarif mit Monatsgebühr 54 Cent. Unter rund 50 Cent bekommen Sie unterwegs selten Strom.
Wie weit kommt ein E-Auto mit einem Ladestopp?
Rechnerisch kommen 27 vom ADAC getestete Modelle auf mehr als 750 Kilometer. Der Club rechnet dafür die Reichweite mit 90 Prozent Akku plus 20 Minuten Laden zusammen, der Akku wird also zweimal fast leer gefahren. Im Winter sinkt die Reichweite deutlich.
Kann ein E-Auto im Stau liegen bleiben?
Nur mit fast leerem Akku. Die Heizung braucht bei minus 10 Grad 1,5 bis 2 Kilowatt, zehn Stunden Stau kosten also 15 bis 20 Kilowattstunden. Im Sommer verbrauchte ein Tesla Model Y in einem simulierten Stau von acht Stunden bei bis zu 35 Grad rund 12 Kilowattstunden.
Was passiert, wenn der Akku eines E-Autos leer ist?
Nach null Prozent reicht die Notreserve laut ADAC unter guten Bedingungen für 15 bis 20 Kilometer. Danach rät der ADAC zum Abschleppen an die nächste Ladesäule. Strom aus einem zweiten E-Auto reicht nach 30 bis 60 Minuten nur für 5 bis 10 Kilometer.
Kann ich an jeder Ladesäule mit Karte bezahlen?
An allen öffentlichen Ladepunkten ab 50 Kilowatt, die seit dem 13. April 2024 gebaut wurden, ja: Die EU-Verordnung AFIR verlangt dort ein Kartenlesegerät oder kontaktloses Bezahlen, darunter genügt auch ein QR-Code. Ab dem 1. Januar 2027 gilt die Pflicht auch für ältere Ladepunkte ab 50 Kilowatt an den Fernstraßen des transeuropäischen Netzes.
Wie viele Elektroautos fahren in Deutschland?
Am 1. Januar 2026 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt 2.034.260 reine Elektro-Pkw zugelassen, 4,1 Prozent aller Pkw. Von Januar bis September 2026 kamen 604.144 neue hinzu, 27,2 Prozent aller Neuzulassungen.
Quellen
100 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 21.10.2026
- BundesnetzagenturE-Mobilität: Öffentliche Ladeinfrastruktur
- BundesnetzagenturLadeinfrastruktur in Zahlen, Stand 01.09.2026 (Tabelle)
- Kraftfahrt-BundesamtPressemitteilung Nr. 09/2026: Fahrzeugbestand am 1. Januar 2026
- Kraftfahrt-BundesamtPressemitteilung Nr. 43/2026: Alternative Antriebe Januar bis September 2026
- Kraftfahrt-BundesamtPressemitteilung Nr. 41/2026: Neuzulassungen im September 2026
- BDEWBDEW-Zahlencheck: 204.078 öffentliche Ladepunkte
- Autobahn Tank & RastFür Gäste: Laden an der Autobahn
- Bundesministerium für VerkehrLaden an Bundesautobahnen
- Justiz NRWOberlandesgericht Düsseldorf: Pressemitteilung vom 06.03.2026 zu Schnellladesäulen an Autobahnraststätten
- Bundesministerium für VerkehrDeutschlandnetz: Schnellladen für E-Autos bundesweit
- Nationale Leitstelle LadeinfrastrukturDeutschlandnetz
- Autobahn GmbH des BundesBundesverkehrsminister Bilger eröffnet 100. Autobahn-Schnellladepark auf A81
- Europäische UnionVerordnung (EU) 2023/1804 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR)
- BundesregierungMasterplan Ladeinfrastruktur 2030 (PDF)
- BundesregierungMasterplan Ladeinfrastruktur II (PDF, 2022)
- Nationale Leitstelle LadeinfrastrukturFactsheet: Auslastung geförderter Ladepunkte
- NOW GmbHLadeinfrastruktur nach 2025/2030: Szenarien für den Markthochlauf, Neuauflage 2024
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