In zehn Sprachfassungen überträgt ein neues KI-Werkzeug von Google Ads eine Suchkampagne, samt Keywords, Text in Bildern und Landingpage. Die Vorlage muss allerdings auf US-Englisch geschrieben sein. Deutschsprachige Kampagnen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz lassen sich damit nicht in andere Sprachen übertragen, auch nicht ins Französische für die Westschweiz.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenIm Menü „Tools“ der englischen Google-Ads-Oberfläche steht ein neuer Eintrag namens „Translation“. Die Google-Ads-Trainerin Jyll Saskin Gales machte den Eintrag auf LinkedIn bekannt, Search Engine Roundtable meldete den Fund am 22. Oktober.[3] Dahinter steckt das KI-Tool zur Kampagnenlokalisierung, das Google seit Anfang Oktober in der Hilfe als Beta beschreibt.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Aus einer bestehenden Suchkampagne entsteht eine neue Kampagne in der Zielsprache, das Original bleibt unverändert.
- Als Ausgangssprache akzeptiert Google nur US-Englisch, Deutsch steht nur als Zielsprache bereit.
- Landingpages übersetzt auf Wunsch ein Code-Snippet im Browser, sobald jemand auf die Anzeige klickt.
- Budgets und Gebote übernimmt Google ohne Umrechnung aus der Vorlage.
Was überträgt das Werkzeug in die Zielsprache?

Google legt aus einer aktiven oder pausierten Suchkampagne eine neue Kampagne an. Übersetzt werden Anzeigentitel, Textzeilen, Sitelinks, Zusatzinformationen und Keywords. Enthalten Bilder Text, entfernt die KI die Schrift und legt die übersetzte Botschaft als zusätzliches Text-Asset an. Budgets und Gebote kopiert Google ohne Währungsumrechnung.[1]
Zur Kontrolle zeigt eine Prüftabelle neben Original und Übersetzung eine Rückübersetzung ins Englische. Vorab lassen sich Anweisungen mitgeben, etwa den Markennamen nicht zu übersetzen. Die fertige Kampagne startet standardmäßig pausiert. Konten mit Identitätsprüfung für Wahlwerbung schließt Google aus.[1]
Die Sprachauswahl fällt schmal aus. Als Ziel stehen Niederländisch, Französisch, Italienisch, Polnisch und Deutsch bereit, dazu kanadisches Französisch sowie je zwei Varianten von Spanisch und Portugiesisch. Weitere Zielsprachen kündigt Google bis Ende 2026 an. Zu Performance Max steht in der Hilfe weiter die Ankündigung „ab September 2026“.[1]
Warum bringt die übersetzte Landingpage keine deutschen Suchtreffer?
Für die Landingpage bietet Google zwei Wege an. Eine Regel stellt die Ziel-URLs per Suchen und Ersetzen auf vorhandene Sprachversionen um. Alternativ übersetzt ein Code-Snippet die Texte der Seite, sobald jemand auf die Anzeige klickt. Das Snippet gehört zum Google-Tag, das je Konto einmal eingebaut wird.[1]
Die übersetzte Fassung entsteht also erst im Browser und bekommt keine eigene URL. Google Search Central empfiehlt für Sprachversionen getrennte URLs mit hreflang-Angaben. Dynamisch nach Sprache angepasste Inhalte findet der Googlebot womöglich nicht, weil er meist aus den USA crawlt und keine bevorzugte Sprache mitschickt.[4] Die deutsche Fassung sehen damit nur Besucher, die über eine Anzeige kommen.
Für Zugriffe auf das Endgerät verlangt § 25 TDDDG eine Einwilligung, ausgenommen sind nur Zugriffe, die für einen ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich sind.[5] Ob die Übersetzung auch bei verweigerter Einwilligung läuft, beschreibt Google in der Hilfe nicht.
Google automatisiert damit einen weiteren Teil der Anzeigenerstellung. AI Max schreibt Anzeigentexte aus der Landingpage, seit 12. Oktober blendet Google Ads Rabatte von der Website automatisch ein. Neue Performance-Max-Kampagnen holen ab 4. Dezember Bilder von der Landingpage. OpenAI formuliert ab 30. Oktober Anzeigen in ChatGPT ohne Freigabe um, Übersetzungen eingeschlossen. Die Lokalisierung startet dagegen erst auf Klick des Werbetreibenden oder über eine automatische Empfehlung von Google Ads.
Was das Werkzeug aus einer Suchkampagne macht
Das Snippet übersetzt die Landingpage nur für Besucher aus der Anzeige. Für die organische Suche entsteht keine einzige deutsche Seite.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was sollten Werbetreibende vor dem ersten Lauf prüfen?
- Ausgangssprache: Nur Kampagnen, deren Assets und Keywords vollständig auf US-Englisch vorliegen, lassen sich lokalisieren. Eine deutsche Kampagne für die Westschweiz ins Französische zu bringen, bleibt Handarbeit oder Aufgabe von Übersetzungsprogrammen.
- Budget und Gebote: Google kopiert beide Werte unverändert. Tagesbudget und Gebotsziele gehören vor dem Start auf das Niveau des Zielmarkts.
- Rückübersetzung: Die Spalte ersetzt keinen Muttersprachler. Preise, Lieferbedingungen und rechtliche Hinweise in Anzeigen und auf der Landingpage lassen Werbetreibende vor der Freischaltung besser von Kennern der Zielsprache prüfen.
- Landingpage: Das Snippet taugt für einen Test. Für einen dauerhaften Markteintritt braucht die Website eigene Sprachversionen mit eigenen URLs, in WordPress etwa über eine mehrsprachige Seite.
- Einwilligung: Den Einbau des Snippets mit dem Consent-Banner abstimmen. Grundlagen erklärt der Beitrag zum Google Consent Mode v2.
Grundlagen zu vollautomatischen Kampagnen bietet der Ratgeber zu Google Ads Performance Max, Unterstützung bei Kampagnen für ausländische Märkte der SEA-Agentur-Vergleich.
FAQ: Google Ads übersetzt Suchkampagnen per KI, aber nur aus dem US-Englischen
Was ist das KI-Tool zur Kampagnenlokalisierung in Google Ads?
Das Werkzeug überträgt eine bestehende Suchkampagne mit generativer KI in eine andere Sprache. Google legt dafür eine neue Kampagne an und übersetzt Anzeigentexte, Sitelinks, Keywords und Texte in Bildern. Die Originalkampagne bleibt unverändert, die neue Kampagne startet pausiert.
Lassen sich deutsche Google-Ads-Kampagnen damit übersetzen?
Als Ausgangssprache akzeptiert das Werkzeug laut Google-Ads-Hilfe nur US-Englisch. Deutsch steht ausschließlich als Zielsprache bereit, neben Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch und Varianten von Spanisch und Portugiesisch.
Wie übersetzt Google die Landingpage?
Werbetreibende binden ein Code-Snippet ein, das die Texte der Seite beim Klick auf die Anzeige im Browser übersetzt. Alternativ stellt eine Regel zum Suchen und Ersetzen die Ziel-URLs auf vorhandene Sprachversionen um. Die per Snippet übersetzte Fassung bekommt keine eigene URL.
Rechnet Google Budgets in die Währung des Zielmarkts um?
Budgets und Gebote übernimmt das Werkzeug unverändert aus der Originalkampagne, ohne Wechselkursberechnung. Ein Budget von 100 Euro bleibt in der lokalisierten Kampagne bei 100 Euro. Werbetreibende passen beide Werte vor dem Start selbst an den Zielmarkt an.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Google-Ads-HilfeDas KI-Tool zur Kampagnenlokalisierung für Suchkampagnen (deutsche Fassung, abgerufen am 23.10.2026)
- Google-Ads-HilfeAbout the AI campaign localization tool for Search campaigns (beta) (abgerufen am 23.10.2026)
- Search Engine RoundtableGoogle Ads New Translation Tool
- Google Search CentralManaging multi-regional and multilingual sites (abgerufen am 23.10.2026)
- Gesetze im Internet§ 25 TDDDG, Schutz der Privatsphäre bei Endeinrichtungen
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