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Bank of America verhandelt laut Bloomberg nicht mehr über die Koordination des Hongkonger Börsengangs von Moonshot AI. Goldman Sachs bleibt als einzige US-Bank dabei, zusammen mit der chinesischen CICC und der Deutschen Bank. NSA, CISA und FBI werfen dem Kimi-Entwickler seit September vor, amerikanische KI-Modelle im großen Stil abgefragt zu haben.

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„Finanzinstitute stehen an vorderster Front, wenn es um den Schutz unserer wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit geht“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent am Dienstag. Sein Ministerium belegte Bank of America mit Strafen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar, rund 1,1 Milliarden Euro, weil die Bank verdächtige Zahlungen nicht gemeldet hatte, ein Teil davon aus chinesischen Geldwäsche-Netzwerken.[3] Einen Tag später meldete Bloomberg den Rückzug der Bank aus den Gesprächen mit Moonshot, einen Zusammenhang stellt keine der Quellen her.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bank of America verhandelte laut Bloomberg über die Rolle als Gesamtkoordinator, ein Mandat kam nie zustande.
  • Goldman Sachs, CICC und die Deutsche Bank begleiten den Börsengang weiter als Sponsoren.
  • Moonshot plant die Notierung für das erste Quartal 2027 und will höchstens knapp 4,5 Milliarden Euro einsammeln.
  • US-Sicherheitsbehörden werfen Moonshot KI-Destillation vor, Peking prüft den Datenschutz.

Was ist über den Rückzug bekannt?

Geöffneter Ordner mit Beteiligungsvertrag, oranger Füller und Anhänger „Lieber nicht“
Goldman Sachs verliert Koordinatorrolle beim geplanten Börsengang von Moonshot, das 2027 an die Börse gehen soll

Nach Angaben von Bloomberg ging es um die Rolle als Gesamtkoordinator des Börsengangs, ein Mandat unterschrieb die Bank nie.[1] Bank of America und Moonshot lehnten eine Stellungnahme ab. Bloomberg ordnet den Schritt in die Prüfung ein, unter der Moonshot in den USA steht.

Für die Notierung peilt Moonshot das erste Quartal 2027 an, das Volumen soll höchstens 5 Milliarden Dollar betragen, knapp 4,5 Milliarden Euro zum EZB-Kurs vom 14. Oktober 2026.[1] Den Antrag reichte Moonshot Anfang September vertraulich in Hongkong ein. Parallel verhandelt Moonshot laut Reuters mit Altinvestoren der ersten Firma seines Gründers über einen Vergleich.

Warum werden China-Mandate für US-Banken heikel?

Schwer wiegt der Vorwurf der Destillation. In einer gemeinsamen Warnung vom 8. September beschuldigen NSA, CISA und FBI sechs chinesische KI-Firmen, darunter Moonshot, US-Modelle wie Claude, GPT, Gemini und Grok systematisch abgefragt zu haben.[2] Die Behörden sprechen von Milliarden Token aus Millionen Anfragen über Proxy-Dienste und Zwischenhändler. OpenAI beschuldigte Moonshot Anfang Oktober, verborgenes Reasoning abgeschöpft zu haben, Anthropic legte am Montag mit eigenen Zahlen nach. In Peking prüft zugleich die Internetaufsicht, ob Nutzerdaten bei Anthropic landeten.

Druck aus dem Kongress kennt Bank of America bereits. Im April 2025 forderte der China-Ausschuss des Repräsentantenhauses die Bank und JPMorgan auf, sich vom Hongkonger Börsengang des Batterieherstellers CATL zurückzuziehen, den das Pentagon als chinesisches Militärunternehmen führt.[4] Beide Banken blieben Sponsoren, CATL nahm im Mai 2025 rund 4,6 Milliarden Dollar ein.[5] Im Fall Moonshot zielt der Vorwurf auf geistiges Eigentum: Die US-Sicherheitsbehörden nennen das Start-up namentlich als Urheber von Destillationskampagnen gegen amerikanische KI-Firmen.

Bei chinesischen KI-Börsengängen verdienen US-Banken die Gebühr in Hongkong und rechtfertigen sie danach in Washington.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Moonshots Weg an die Hongkonger Börse
Stand 15. Oktober 2026, Beträge in Euro zum EZB-Kurs vom 14. Oktober 2026
bis 4,5 Mrd. €
will Moonshot beim Börsengang höchstens einsammeln
Q1 2027
ist als Zeitraum für die Notierung in Hongkong geplant
3 Sponsoren
Goldman Sachs, CICC und Deutsche Bank, als einzige US-Bank bleibt Goldman
6 Firmen
aus China nennen NSA, CISA und FBI in ihrer Warnung zur KI-Destillation, Moonshot eingeschlossen

Was folgt für Kimi-Nutzer in Europa?

Mit der Deutschen Bank begleitet ein europäisches Institut mit großem US-Geschäft den Börsengang. Im Prospekt muss Moonshot erstmals selbst darlegen, wie das Start-up die Risiken aus Washington und Peking bewertet. Für Kimi-Nutzer in Europa ist das die erste belastbare Unterlage.

Prüfen Sie deshalb, über welchen Zugang Kimi in Ihrem Unternehmen läuft. Direkt bei Moonshot gelten die Datenschutzbedingungen eines chinesischen Anbieters, über US-Plattformen wie Baseten oder OpenAI Codex die des jeweiligen Betreibers. Dass eine US-Handelsbeschränkung nicht sofort das Aus bedeutet, zeigt Zhipu: GLM-5.3 läuft trotz Entity List auf Amazon Bedrock. Halten Sie trotzdem ein zweites Modell bereit, das Sie ohne Umbau der Anwendung einwechseln können.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. HK01 (香港01)中美AI競賽|美銀傳退月之暗面IPO承銷 或涉美國對中資AI審查14.10.2026
  2. NSA, CISA und FBIChina-Based Artificial Intelligence Companies Conducting Industrial-Scale Distillation Campaigns Against U.S. AI Companies, AA26-251A08.09.2026
  3. U.S. Department of the TreasuryU.S. Treasury Announces Record Enforcement Actions Against Bank of America13.10.2026
  4. House Select Committee on the CCPSelect Committee on China Calls on JPMorgan and Bank of America to Withdraw from IPO Deal with Chinese Military-Linked Company17.04.2025
  5. Kirkland & EllisKirkland Represents CATL on Hong Kong IPO20.05.2025

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