Kuaishous KI-Videosparte Kling steuert laut Bloomberg auf einen Börsengang in Hongkong zu. Den Takt geben die Geldgeber der Juli-Runde vor: Ohne Notierung bis spätestens Oktober 2031 muss Kling ihnen die Anteile auf Verlangen samt 8 Prozent Jahreszins abkaufen.

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Für den Kling-Börsengang hat das Videounternehmen laut Bloomberg die Investmentbanken CICC, Goldman Sachs und UBS ausgewählt.[1] Angepeilt sind mindestens eine Milliarde Dollar, rund 890 Millionen Euro zum EZB-Kurs vom 5. Oktober 2026, und eine Notierung frühestens 2027. Kuaishous Aktie stieg nach dem Bericht zeitweise um 3,5 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze

  • CICC, Goldman Sachs und UBS sollen Kling an die Hongkonger Börse bringen, Volumen mindestens 890 Millionen Euro.
  • Die Investoren der Juli-Runde dürfen ihre Anteile zurückgeben, falls Kling bis Oktober 2031 nicht notiert.
  • Im zweiten Quartal 2026 setzte Kling rund 113 Millionen Euro um, mehr als dreimal so viel wie ein Jahr zuvor.
  • Europäische Kunden schließen ihre Verträge mit einer Gesellschaft in Singapur, die Daten liegen auf Servern dort.

Warum drängt Kling an die Börse?

Weiße Filmklappe mit Textaufkleber und blauem Anhänger „RÜCKFAHRT 2031“ auf weißem Podest
Kuaishou bietet Investoren Anteile an Videotochter Beijing Kling für bis zu 20,45 Milliarden Yuan an, mit Rückkaufrecht bis Oktober 2031

Die Antwort steht in Kuaishous Börsenmitteilung vom 2. Juli. Damals bot der Konzern Investoren Anteile an seiner Videotochter Beijing Kling für bis zu 20,45 Milliarden Yuan an, rund 2,7 Milliarden Euro, bei einer Bewertung von 13,4 Milliarden Euro vor dem Geldzufluss. Jeder Geldgeber erhielt ein Rückkaufrecht: Gelingt der Börsengang nicht bis spätestens 30. Oktober 2031, muss Kling die Anteile auf Verlangen zum Einstiegspreis plus 8 Prozent einfacher Jahresverzinsung zurückkaufen.[2] Ende August kam Chinas staatlicher KI-Fonds mit 1,4 Milliarden Yuan, rund 186 Millionen Euro, zu denselben Bedingungen hinzu.[3]

Eine zweite Frist läuft deutlich kürzer. Bis etwa Ende Juli 2027 muss Beijing Kling eine Auslandsgesellschaft vollständig übernehmen. Hinzu kommen eine Telekommunikationslizenz und die behördliche Registrierung der KI-Modelle. Welche Auslandsfirma gemeint ist, verrät Kuaishou nicht.[2] Kuaishou behält nach der Runde rund zwei Drittel der Anteile.

Trägt das Geschäft die Bewertung?

Im zweiten Quartal 2026 setzte Kling mehr als 850 Millionen Yuan um, rund 113 Millionen Euro und mehr als dreimal so viel wie im Vorjahresquartal.[4] Für 2025 nennt Kuaishou rund 1,1 Milliarden Yuan Umsatz, etwa 146 Millionen Euro, im März 2026 lag die hochgerechnete Jahresrate bei rund 446 Millionen Euro.[2] Nach dem Rückzug von OpenAIs Sora-App konkurriert Kling vor allem mit ByteDances Seedance und Alibabas Wan.

Chinas KI-Firmen holen sich ihr Kapital zunehmend in Hongkong. MiniMax und Zhipu sind dort notiert, der Kimi-Entwickler Moonshot hat seinen Antrag gestellt. Nur DeepSeek plant den Börsengang bewusst in Schanghai.

Eine Rückkaufgarantie mit 8 Prozent Zins macht aus Wagniskapital einen Kredit mit Börsenoption.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Kling vor dem Börsengang
Was Investoren zahlen, was Kling verdient und was die Geldgeber sich absichern
890 Mio. €
will Kling laut Bloomberg mindestens beim Börsengang in Hongkong einsammeln
13,4 Mrd. €
betrug die Bewertung vor der Finanzierungsrunde im Juli 2026
113 Mio. €
Umsatz erzielte Kling im zweiten Quartal 2026
8 %
Jahreszins erhalten die Geldgeber, falls Kling ihre Anteile zurückkaufen muss

Die Fristen aus der Juli-Runde

Stand 6. Oktober 2026
Börsengang
Spätestens 30.10.2031ein eingereichter Antrag schiebt die Frist um bis zu zwölf Monate
Sonst RückkaufEinstiegspreis plus 8 % einfacher Zins pro Jahr
Umbau
Bis etwa Ende Juli 2027neun Monate nach dem Zahlungsstichtag
Drei AuflagenAuslandsgesellschaft übernehmen, Telekomlizenz, Registrierung der KI-Modelle

Was ändert sich für Kling-Kunden in Europa?

Den internationalen Dienst betreibt laut Datenschutzerklärung die Kling AI Pte. Ltd., gespeichert werden die Daten auf Servern in Singapur.[5] Für Singapur hat die EU-Kommission keinen Angemessenheitsbeschluss erlassen, Uploads mit Personenbezug brauchen deshalb Standardvertragsklauseln. Holt Beijing Kling wie verlangt eine Auslandsfirma unter das Pekinger Dach, könnte sich auch ändern, mit wem europäische Agenturen ihren Vertrag schließen. Seit dem 2. August 2026 verlangt zudem Artikel 50 des AI Act, täuschend echte KI-Clips offenzulegen. Marketing-Teams mit Kling-Abo sollten deshalb:

  • den Auftragsverarbeitungsvertrag und die Standardvertragsklauseln anfordern,
  • keine Kundenfotos oder Stimmen ohne Einwilligung hochladen,
  • einen Wechsel des Vertragspartners in den Nutzungsbedingungen beobachten,
  • KI-Videos in Kampagnen sichtbar kennzeichnen.

Quellen

[1] Bloomberg: „China AI Video Startup Kling Picks Banks for $1 Billion-Plus IPO“

[2] Kuaishou Technology, Börsenmitteilung HKEX: Kapitalerhöhung bei Beijing Kling und Gewährung der Rückkaufrechte, 2. Juli 2026 (englisch, PDF)

[3] Kuaishou Technology, Börsenmitteilung HKEX: Beitritt des Nationalen KI-Fonds, 31. August 2026 (englisch, PDF)

[4] Kuaishou Technology, Börsenmitteilung HKEX: Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 (englisch, PDF)

[5] Kling AI: „Kling AI Privacy Policy“

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