DeepSeek bereitet nach einem Reuters-Bericht den Börsengang vor und wählt dafür die Schanghaier Tech-Börse STAR Market statt Hongkong. Die laufende Finanzierungsrunde bewertet die KI-Firma mit rund 60 Milliarden Euro. Der Schritt zeigt, wie konsequent China seine KI-Champions vom westlichen Kapitalmarkt löst.

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Der DeepSeek-Börsengang nimmt Gestalt an: Die Hangzhouer KI-Firma hat laut Reuters die Investmentbank Citic Securities und drei weitere Häuser als Konsortialbanken verpflichtet, wie auch die South China Morning Post berichtet.[1] Anders als die Rivalen MiniMax und Zhipu, die im Januar in Hongkong an die Börse gingen, peilt DeepSeek den heimischen Handelsplatz an.

Das Wichtigste in Kürze

  • Citic Securities und drei weitere Banken bereiten laut Reuters den DeepSeek-Börsengang am Schanghaier STAR Market vor; DeepSeek und Citic äußern sich nicht dazu.
  • Die laufende Finanzierungsrunde bewertet DeepSeek mit rund 500 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 60 Milliarden Euro (Stand 10. September 2026).
  • Im Juni sammelte die Firma bereits über 6 Milliarden Euro ein, bei einer Bewertung von mehr als 43 Milliarden Euro.
  • Der Gang nach Schanghai statt Hongkong bindet Chinas bekannteste KI-Firma enger an den heimischen Kapitalmarkt.

Warum Schanghai statt Hongkong?

Schriftrolle mit Siegel, Fernglas, Etikett „Börse Schanghai“, Kuvert „Hongkong“
IPO an Chinas Tech-Börse STAR Market geplant, Bankmandat bereits erteilt, Emissionsvolumen und Bewertung noch offen

Der Zeitpunkt, das Emissionsvolumen und die Zielbewertung des Börsengangs stehen noch nicht fest, das Mandat für die Banken schon.[1] Bemerkenswert ist die Wahl des Parketts. Der STAR Market der Börse Schanghai gilt als chinesisches Pendant zur Nasdaq und ist Technologiewerten vorbehalten. Heimspiel: Ein Listing dort hält Aktionäre, Aufsicht und Kapital innerhalb der Volksrepublik und macht die Firma unabhängiger von ausländischen Investoren und deren Sanktionsrisiken.

Zu diesem Kurs passt, dass DeepSeek seine Modelle zunehmend auf heimischer Hardware rechnet, etwa im geplanten Rechenzentrum mit 160.000 Huawei-Chips. Genau diese Rechenleistung finanziert der Börsengang mit.

Der teure Hunger nach Rechenleistung und Köpfen

Kapital braucht DeepSeek reichlich. In der Runde im Juni flossen laut Reuters rund 7,4 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 6,4 Milliarden Euro, bei einer Bewertung von über 50 Milliarden Dollar. Talentflucht: Ein Teil des frischen Geldes soll höhere Gehälter finanzieren, seit Konzerne wie ByteDance und Xiaomi DeepSeek-Forscher abwerben.

Dass DeepSeek an die heimische Börse geht statt nach Hongkong, ist kein Finanzdetail. Der Schritt zeigt, wie konsequent Peking seine KI-Champions vom westlichen Kapitalmarkt abnabelt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

DeepSeek folgt damit einem Muster. MiniMax und Zhipu legten an der Hongkonger Börse zwar kräftig zu, schreiben aber weiter tiefrote Zahlen. Auch bei MiniMax wächst der Verlust schneller als der Umsatz, ein Kapitalmarktdebüt löst das Grundproblem der Branche also nicht.

Was der Börsengang für Europa bedeutet

Für europäische Entscheider ist die Nachricht mehr als eine Finanzmeldung. Zwei Welten: Während Chinas KI-Firmen an heimische Börsen streben, sammelt Europas Hoffnung Mistral privat drei Milliarden Euro ein. US-Häuser wie Anthropic mieten für Milliardenbeträge Rechenleistung. Der globale KI-Markt teilt sich sichtbar in getrennte Kapital- und Lieferketten.

DeepSeeks Börsengang in Zahlen
Alle Beträge in Euro umgerechnet, Stand 10. September 2026
~60 Mrd. €
Bewertung der laufenden Finanzierungsrunde (rund 500 Milliarden Yuan)
~6,4 Mrd. €
frisches Kapital aus der Runde im Juni 2026 (7,4 Milliarden Dollar)
STAR Market
Schanghaier Tech-Börse als Ziel, nicht Hongkong
~1,7 Bio. €
angepeilte Bewertung des US-Rivalen Anthropic zum Vergleich

Praktisch bleibt für europäische Anwender festzuhalten: Die quelloffenen DeepSeek-Modelle sind weiter günstig verfügbar, geraten in der EU aber zunehmend unter Prüfung. Vor dem produktiven Einsatz sollten Sie Datenabfluss und Herkunft der Hardware dokumentieren, bevor der nächste Regulierungsschritt kommt.

Wann geht DeepSeek an die Börse?

Ein festes Datum gibt es nicht. Nach einem Reuters-Bericht will DeepSeek den Börsengang noch 2026 anstoßen und hat dafür bereits Konsortialbanken mandatiert. Zeitpunkt, Emissionsvolumen und Zielbewertung sind laut den Berichten aber noch offen, und DeepSeek selbst bestätigt die Pläne nicht.

An welcher Börse will DeepSeek notieren?

DeepSeek strebt den STAR Market der Börse Schanghai an, das für Technologiewerte reservierte, Nasdaq-ähnliche Segment der Shanghai Stock Exchange. Damit wählt die Firma bewusst den heimischen Handelsplatz und nicht Hongkong, wo die Rivalen MiniMax und Zhipu im Januar 2026 an die Börse gegangen sind.

Wie hoch ist DeepSeek bewertet?

Die laufende Finanzierungsrunde bewertet DeepSeek mit rund 500 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 60 Milliarden Euro (Stand 10. September 2026). Im Juni sammelte die Firma über 6 Milliarden Euro bei einer Bewertung von mehr als 43 Milliarden Euro ein. Alle Zahlen sind Schätzwerte, da DeepSeek nicht börsennotiert ist.

Warum wählt DeepSeek Schanghai statt Hongkong?

Ein Listing am STAR Market hält Aktionäre, Aufsicht und Kapital innerhalb der Volksrepublik und macht DeepSeek unabhängiger von ausländischen Investoren und deren Sanktionsrisiken. Der Schritt passt zu Chinas Kurs, seine KI-Champions vom westlichen Kapitalmarkt und von US-Hardware zu lösen.

Quelle

[1] South China Morning Post: „Chinese AI firm DeepSeek taps underwriters including Citic Securities for IPO: sources“

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