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Im Median 20 Prozent über ihrem Renditeziel lagen Google-Ads-Kampagnen mit knappem Budget bis Mitte August. Drei Wochen nach Googles Gebotsänderung vom 17. August war der Vorsprung verschwunden, zeigt eine Auswertung der Linzer Agentur smec. Bei 20 Prozent Vorsprung bedeutet das für dasselbe Budget rechnerisch ein Sechstel weniger Umsatz.

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Ein Beispiel: Eine Kampagne mit 1.000 Euro Monatsbudget und 400 Prozent Ziel-ROAS, die ihr Ziel um 20 Prozent übertraf, brachte 4.800 Euro Umsatz. Seit Google die Gebote an das eingetragene Ziel bindet, bleiben bei gleichem Budget rechnerisch 4.000 Euro. Die Messwerte stellten Mike Ryan und Christian Scharmüller von smec am 20. Oktober im Podcast Growing Ecommerce vor.[1] Das US-Fachmedium PPC Land berichtete am 22. Oktober darüber.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem 17. August übertrafen laut smec 55 Prozent der budgetbegrenzten Kampagnen ihren Ziel-ROAS.
  • Der Vorsprung sank von rund 20 Prozent im Median binnen drei Wochen auf null, ihre Klickpreise stiegen.
  • Google passt Ziele und Budgets nicht selbst an, Werbetreibende müssen das Renditeziel prüfen.

Was hat Google am 17. August geändert?

Orangefarbene Schraubzwinge drückt weißen Schaumstoff zusammen, Anhänger mit Text „Ziel-ROAS“
Google Ads optimiert budgetbeschränkte Kampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS seit 17. August stärker am eingetragenen Ziel aus. Dies gilt für Such-, Shopping-, Performance-Max-, Demand-Gen- und Reisekampagnen

Betroffen sind Kampagnen mit dem Status „Durch Budget eingeschränkt“ und einer zielbasierten Gebotsstrategie wie Ziel-CPA oder Ziel-ROAS. Laut Google-Ads-Hilfe richten sie sich seit dem 17. August enger am eingetragenen Ziel aus, auch nach Budgetänderungen. Die Umstellung gilt für Such-, Shopping-, Performance-Max-, Demand-Gen- und Reisekampagnen. App- und Videokampagnen behalten das alte Verhalten.[2] Am 27. August meldete Google die weltweite Umstellung als abgeschlossen.[3]

Den Mechanismus dahinter belegt smec mit dem Anteil entgangener Impressionen. Laut smec senkte Smart Bidding bisher die Gebote solcher Kampagnen bewusst, damit das Budget über den Tag reicht. Niedrigere Gebote brachten günstigere Klicks und eine Rendite über dem Ziel. Vor dem 17. August entgingen diesen Kampagnen nur rund 5 Prozent der möglichen Impressionen wegen des Budgets, ein weit größerer Teil wegen des Anzeigenrangs, in den das Gebot einfließt. Danach kehrte sich das Verhältnis um.[1]

Wie schnell verschwand der Vorsprung?

Ab Juni lagen budgetbegrenzte Kampagnen im Median rund 20 Prozent über dem Ziel, Kampagnen ohne Budgetgrenze rund 5 Prozent. In der Woche ab dem 17. August sank der Wert auf rund 11 Prozent, eine Woche später auf 6 Prozent, ab dem 31. August auf null. Ryan hatte vorab selbst erklärt, am 17. August werde es keinen Absturz geben. Seine Daten zeigen nun einen abrupten Einschnitt. In den ersten Wochen danach verfehlten 24 Prozent der Kampagnen ihr Ziel nach unten, vorher 6 Prozent. Ryan nennt diese Werte vorläufig.[1]

Bei den budgetbegrenzten Kampagnen stiegen die Klickpreise, bei den übrigen sanken sie leicht. Ein britischer Händler für Küche und Haushalt zahlte nach smec-Angaben ab der Woche des 17. August 44 Prozent mehr je Klick. Wie viele Kampagnen und Konten die Auswertung umfasst, sagt smec nicht. Die Agentur betreut nach eigener Angabe mehr als 350 Händler mit über 680 Millionen Euro Werbebudget im Jahr. Die Werte sind Anbieterdaten und kein Marktdurchschnitt, In der Podcastfolge kommt Google nicht zu Wort.[1]

Budgetbegrenzte Kampagnen vor und nach dem 17. August
Auswertung von smec aus Kampagnen der eigenen Kunden, Stichprobe nicht genannt
55 %
der budgetbegrenzten Kampagnen übertrafen vorher ihren Ziel-ROAS, bei den übrigen 30 %
27 %
liegen in den ersten Wochen danach über dem Ziel, 24 % darunter
+44 %
höhere Klickpreise im Fallbeispiel eines britischen Händlers für Küche und Haushalt
3 Wochen
bis der Vorsprung im Median verschwunden war

Wie weit budgetbegrenzte Kampagnen ihren Ziel-ROAS übertrafen (Median)

Juni bis Mitte August
rund 20 %
über dem Ziel, bei Kampagnen ohne Budgetgrenze rund 5 %
Woche ab 17. August
rund 11 %
Google beginnt mit der Umstellung
Woche ab 24. August
rund 6 %
am 27. August meldet Google die Umstellung als abgeschlossen
Woche ab 31. August
rund 0 %
tatsächlicher ROAS und Ziel liegen gleichauf

Ein Ziel-ROAS, den eine Kampagne monatelang übertraf, war nie das eigentliche Ziel. Händler sollten das Renditeziel aus ihrer Marge ableiten und nicht aus dem alten Ergebnis.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was sollten Werbetreibende jetzt prüfen?

  • Ziel: Google nennt drei Wege: das Ziel behalten, an die bisherige Leistung anpassen oder nach den eigenen Geschäftszielen neu setzen. Im Beispiel der Hilfe senkt ein Werbetreibender den Ziel-CPA von 10 auf 5 Euro.[2]
  • Budget: Ein höheres Budget bringt beim alten Ziel mehr Umsatz. Alternativ maximiert die Gebotsstrategie „Conversion-Wert maximieren“ den Ertrag innerhalb eines festen Budgets.[3]
  • Diagnose: Die Kennzahl für Impressionen, die wegen des Budgets entgehen, zeigt laut smec jetzt wieder echte Budgetengpässe.[1]
  • Kampagnen ohne Budgetgrenze: Für sie ändert sich laut Google nichts.[3] smec beobachtete trotzdem angehobene Renditeziele bei solchen Kampagnen und hält eine Rücknahme für sinnvoll.
  • Traffic-Finder: Der Traffic-Finder für Smart Bidding senkt das Renditeziel auf Wunsch, um zusätzliche Suchanfragen zu erreichen. Die Änderung betrifft ihn laut Google in der Regel nicht, er setzt ein Budget ohne Engpass voraus.[3]

Wie sich ein Renditeziel aus Kosten und Marge ergibt, erklärt der Leitfaden zum Cost per Acquisition. Grundlagen zu Kampagnentypen stehen im Ratgeber Google Ads Performance Max, Dienstleister listet der Google-Ads-Agentur-Vergleich.

FAQ: smec: Google-Ads-Kampagnen mit knappem Budget verloren ihren Renditevorsprung in drei Wochen

Was hat Google am 17. August 2026 bei Google Ads geändert?

Kampagnen mit dem Status „Durch Budget eingeschränkt“ und der Gebotsstrategie Ziel-CPA oder Ziel-ROAS richten sich seither enger am eingetragenen Ziel aus. Bisher übertrafen viele das Ziel deutlich. Betroffen sind Such-, Shopping-, Performance-Max-, Demand-Gen- und Reisekampagnen.

Warum übertrafen budgetbegrenzte Kampagnen vorher ihr Renditeziel?

Laut smec senkte Smart Bidding die Gebote solcher Kampagnen bewusst, damit das Budget über den Tag reicht. Niedrigere Gebote brachten günstigere Klicks. Die Kampagnen verloren dadurch vor allem Impressionen wegen des Anzeigenrangs und kaum wegen des Budgets.

Ändert Google die Gebotsziele automatisch?

Nein. Laut Google-Ads-Hilfe passt Google weder Gebotsziele noch Budgets an. Werbetreibende können das Ziel behalten, an die bisherige Leistung anpassen, das Budget erhöhen oder zur Gebotsstrategie „Conversion-Wert maximieren“ wechseln.

Sind Kampagnen ohne Budgetgrenze betroffen?

Laut Google nicht, ihr Gebotsverhalten bleibt gleich. smec beobachtete trotzdem Werbetreibende, die auch bei solchen Kampagnen das Renditeziel anhoben. Ihre Klickpreise sanken nach dem 17. August leicht, die Ursache ist laut smec ungeklärt.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. smec, Podcast Growing EcommerceGoogle’s August 17 Bidding Update: Good or Bad? The Data (YouTube, veröffentlicht am 20.10.2026, abgerufen am 24.10.2026)
  2. Google-Ads-HilfeÄnderungen an zielbasierten Gebotsstrategien (abgerufen am 24.10.2026)
  3. Google-Ads-HilfeFrequently asked questions about changes to Target-based bid strategies (abgerufen am 24.10.2026)

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