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An der Stahlstraße in Verl hat am 21. Oktober der Bau begonnen: Schirmer Maschinen errichtet dort eine Fertigung mit 28.500 Quadratmetern, laut der Zeitung Die Glocke für einen zweistelligen Millionenbetrag. Heute arbeiten rund 300 Menschen für den Hersteller von Profilbearbeitungszentren, der Neubau bietet Platz für 550. Der Branchenverband VDMA rechnet für 2026 dagegen mit dem vierten Produktionsrückgang in Folge.

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Bisher verteilt sich Schirmer auf drei Adressen: den Stammsitz in Verl sowie Standorte in Gütersloh-Avenwedde und Gütersloh-Spexard. Ab Herbst 2027 soll die gesamte Fertigung auf einem Gelände an der Stadtgrenze zwischen Verl und Rietberg laufen. Der Neubau ist die größte Investition der Beckhoff-Tochter seit der Gründung 1979.[3]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Spatenstich war am 21. Oktober, fertig sein soll die Produktion im Herbst 2027, das Bürogebäude 2028.
  • Rund 300 Beschäftigte arbeiten heute bei Schirmer, der Neubau bietet laut Die Glocke Platz für 550.
  • Eine genaue Summe nennt das Unternehmen nicht, Die Glocke spricht von einem zweistelligen Millionenbetrag.

Was entsteht an der Stahlstraße?

Modell einer Halle, drei Hausmodelle, grünes Schild mit „2027“ auf weißem Grund
Neue Hallen entstehen für Fertigung, Vormontage, Endmontage und Inbetriebnahme. Bürogebäude mit 4.200 Quadratmetern für Konstruktion und Entwicklung ab 2028

In die neuen Hallen ziehen Fertigung, Vormontage, Endmontage und Inbetriebnahme der Maschinen.[1] Im Bürogebäude mit rund 4.200 Quadratmetern sitzen ab 2028 Konstruktion und Entwicklung, dazu Teile von Beckhoff. Generalunternehmer ist Goldbeck aus Bielefeld.[3]

Der Baubeginn ist erfolgt, bis zum Umzug arbeitet Schirmer an den bisherigen Standorten. Zu den rund 300 eigenen Beschäftigten kommen 70 Mitarbeiter von Beckhoff Automation, die ausschließlich für Schirmer arbeiten.[3] Die 550 Plätze beschreiben die Kapazität des Gebäudes,[2] eine Zielzahl für neue Stellen nennt Schirmer nicht.

Warum wächst ein Maschinenbauer, während die Branche schrumpft?

Im Jahr 2024 setzte Schirmer 80 Millionen Euro um, doppelt so viel wie 2019. Für 2025 meldet das Unternehmen einen Umsatz von knapp 90 Millionen Euro. Geschäftsführer Ludger Martinschledde sieht Potenzial für 150 Millionen Euro.[3] Schirmers Anlagen sägen, bohren und fräsen Profile aus Kunststoff und Aluminium,[4] gekauft von Fensterbauern ebenso wie von Zulieferern der Solar- und Bahnindustrie.[6]

Der Branchenverband VDMA erwartet für 2026 real 2 Prozent weniger Produktion und erst für 2027 ein Plus von 3 Prozent.[5] In derselben Flaute mussten Maschinenbau Leicht in Hallstadt und Vollmer in Biberach Insolvenz anmelden.

Schirmer hat den Umsatz seit 2019 verdoppelt, während der Maschinenbau schrumpft. In der Nische zählt die Kundenbranche, nicht der Branchenschnitt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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In Ostwestfalen investieren auch andere familiengeführte Industriekonzerne am Heimatstandort. Claas steckt 70 Millionen Euro in Paderborn, Harting plant 75 Millionen Euro für Espelkamp, obwohl dort 47 Stellen im Autogeschäft wegfallen. Beckhoff selbst setzte 2025 mit seiner Gruppe 1,24 Milliarden Euro um und führt sie von Verl aus.[4]

Schirmer baut in Verl gegen den Branchentrend
Der Neubau der Beckhoff-Tochter in Zahlen und Etappen
28.500 m²
Bruttogeschossfläche für Fertigung, Montage und Inbetriebnahme
300 zu 550
Beschäftigte heute und Arbeitsplätze, für die der Neubau laut Die Glocke Platz bietet
knapp 90 Mio. €
Umsatz 2025 nach Firmenangaben, 2024 waren es 80 Mio. Euro
minus 2 %
reale Produktion im deutschen Maschinenbau 2026 laut VDMA-Prognose
Vom Gründungsjahr bis zum Umzug
1979
Thorsten Schirmer gründet das Unternehmen in Bielefeld-Sennestadt.
2016
Schirmer wird Teil der Beckhoff-Automation-Gruppe.
21. Oktober 2026
Spatenstich an der Stahlstraße in Verl, der Bau läuft.
Herbst 2027
Die neue Fertigung soll fertig sein.
2028
Das Verwaltungsgebäude mit rund 4.200 m² Bürofläche folgt.

Was lernen andere Unternehmen aus dem Verler Neubau?

Das Gelände liegt in einem 15 Hektar großen Gewerbegebiet, das Verl und Rietberg gemeinsam ausweisen.[2] Beide Bürgermeister standen beim Spatenstich auf der Baustelle.[1] Suchen Sie selbst Fläche für eine Erweiterung, lohnt die Frage an die Wirtschaftsförderung, ob eine Nachbargemeinde mitplant.

Für Fachkräfte in Ostwestfalen entstehen die Stellen nicht erst mit dem Umzug: Schirmer sucht derzeit Industriemechaniker, Mechatroniker und Konstrukteure.[7] Planen Sie in der Region selbst Neueinstellungen, konkurrieren Sie damit um dieselben Berufe.

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Radio GüterslohVerl: Schirmer Maschinen expandiert an neuem Hauptsitz21.10.2026
  2. Die GlockeBeckhoff-Tochter in Verl investiert zweistelligen Millionenbetrag (22.10.2026, hinter Bezahlschranke)
  3. GFF-MagazinSchirmer Maschinen investiert in neuen Hauptsitz in Verl (23.10.2026, Angaben des Unternehmens)
  4. Beckhoff AutomationDie Beckhoff-Gruppe (abgerufen 28.10.2026)
  5. VDMAPrognosereport Maschinenbau in Deutschland, September 2026
  6. Schirmer MaschinenBranchen (abgerufen 28.10.2026)
  7. Schirmer MaschinenFreie Stellen (abgerufen 28.10.2026)

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