CWS Workwear hat in Lingen eine neue Industriewäscherei für rund 20 Millionen Euro in Betrieb genommen, ein halbes Jahr später als geplant. Rund 120 Beschäftigte reinigen, prüfen und reparieren dort täglich bis zu 25.000 Teile Berufskleidung, Roboter und eine KI-gestützte Sortierung übernehmen viele Handgriffe. Allein bei Energie und Wasser rechnet CWS mit Einsparungen von 335.000 Euro im Jahr.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenEtwa drei Kilometer Fördertechnik befördern im Neubau die Kleidungsstücke von der Sortierung bis in das Hängelager im Obergeschoss. Hartmut Engler, Chef von CWS Workwear, nannte die Wäscherei bei der Eröffnung in der vergangenen Woche „die größte Investition, die wir in den letzten Jahren getätigt haben“.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Rund 20 Millionen Euro steckt CWS Workwear in Wäscherei, Depot und Büros.
- Für die Waschtechnik über 3,34 Millionen Euro gab der Bund 334.000 Euro Förderung.
- Die Anlage schafft bis zu 25.000 Kleidungsstücke am Tag für rund 1.600 Kunden.
- Neue Stellen hat CWS nicht angekündigt, die Stadt nennt rund 120 Beschäftigte.
Was steht jetzt in Lingen?

Der Neubau liegt rund 300 Meter vom alten Gelände entfernt und ersetzt den bisherigen Standort. Neben der Wäscherei bündelt CWS dort Fuhrpark, Kundenservice, Außendienst und eine zentrale Personalverwaltung.[2] Im Mai 2025 hatte das Unternehmen den Start von Wäscherei und Depot für das Frühjahr 2026 angekündigt. Seit der Eröffnung läuft die Produktion.
Der Ablauf im Neubau ist laut Stadt Lingen hoch automatisiert.[1] Beim Sortieren erkennt die Anlage Fremdkörper in den Taschen, zwei Waschstraßen dosieren das Waschmittel selbst. Unter dem Dach hängen bis zu 20.000 Kleidungsstücke auf Bügeln, jedes mit Barcode oder RFID-Chip. Am Ende prüfen Beschäftigte jedes Teil, Fachkräfte reparieren Schäden direkt vor Ort.
Wie rechnet sich die neue Wäscherei?
Industriewäschereien verbrauchen viel Energie und Wasser, deshalb hat CWS den Neubau zuerst auf niedrige Betriebskosten ausgelegt. Für die neue Waschtechnik erwartet CWS Einsparungen bei Energie- und Wasserkosten von 335.000 Euro im Jahr. Der CO₂-Ausstoß der Wäscherei sinkt gegenüber konventioneller Technik ohne Wasserrecycling um 291,5 Tonnen jährlich, ein Minus von 43,7 Prozent.[2] Die Waschtechnik kostete 3,34 Millionen Euro, davon übernahm das Bundesprogramm Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) 334.000 Euro.
Nach einer Dr.-Web-Rechnung würde sich der Eigenanteil von rund 3 Millionen Euro bei dieser Ersparnis in etwa neun Jahren bezahlt machen. Gemessen an den 20 Millionen Euro Gesamtinvestition liegt der Förderanteil unter 2 Prozent, den Neubau finanziert CWS fast vollständig selbst. Die Kapazität steigt laut CWS von 20.000 auf bis zu 26.000 Teile am Tag, die Stadt nennt bis zu 25.000.
Was bedeutet der Neubau für Lingen?
Zusätzliche Arbeitsplätze hat CWS nicht angekündigt. Im Mai 2025 nannte das Unternehmen 135 Beschäftigte in Lingen, davon 75 in der Wäscherei,[2] die Stadt spricht jetzt von rund 120 Mitarbeitenden.[1] Ob Stellen weggefallen sind oder Stadt und Unternehmen unterschiedlich zählen, hat CWS nicht mitgeteilt.
Bei mehreren Standortinvestitionen der vergangenen Wochen floss das Geld vor allem in Automatisierung und Logistik. Wanzl baut für mehr als 15 Millionen Euro ein automatisches Hochregallager in Kirchheim, Wicke automatisiert sein Lager in Sprockhövel. Wie CWS nennt auch Bauerfeind für den Ausbau in Zeulenroda-Triebes bisher keine Zahl neuer Stellen.
CWS spart in Lingen Energie und Handgriffe. Zusätzliche Stellen hat das Unternehmen für seine 20 Millionen Euro nicht angekündigt.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Planen Sie selbst eine energieintensive Anlage, prüfen Sie gerne vor der Bestellung, ob ein Antrag im EEW-Programm infrage kommt. Bei CWS übernahm der Bund ein Zehntel der Kosten für die Waschtechnik, den Rest soll die Anlage über niedrigere Energie- und Wasserrechnungen wieder einspielen.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Stadt Lingen (Ems)CWS Workwear eröffnet Europas modernste industrielle Wäscherei in Lingen
- CWS WorkwearPressemitteilung zum Neubau des Standorts Lingen
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