Besucher vieler Shops und Websites behalten ihre Cookies in Safari wieder länger als eine Woche. Mit Version 27.2 korrigiert Apple einen Fehler, der Seiten traf, deren Adresse per CNAME-Eintrag auf ein CDN oder eine Plattform zeigt. Cookies getarnter Tracking-Subdomains bleiben dagegen auf sieben Tage begrenzt.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAm 26. Oktober veröffentlichte Apple Safari 27.2. Eine der 20 Fehlerkorrekturen betrifft Shops und Werbetreibende: Safari kappte Cookies, die eine Website beim Aufruf selbst setzte, auf sieben Tage Laufzeit, sobald ihr Hostname per CNAME auf eine fremde Domain zeigte.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Safari 27.2 behebt einen Fehler, der Cookies auf Websites mit CNAME-Eintrag nach sieben Tagen verfallen ließ.
- Betroffen waren Cookies, die der Server beim Seitenaufruf setzt, etwa für Anmeldung, Warenkorb oder Einwilligung.
- Cookies getarnter Tracking-Subdomains und aus Skripten bleiben auf sieben Tage gekappt.
- Seit iOS 27 sperrt Safari zudem Dienste, die E-Mail-Adressen in Tracking-Kennungen umwandeln.
Welche Websites traf der Fehler?

Ein CNAME-Eintrag im DNS macht einen Hostnamen zum Alias eines anderen. Viele Betreiber leiten so ihre www-Adresse auf einen Namen bei einem CDN oder einer Shop-Plattform um. Laut PPC Land ist diese Konfiguration Routine, die Kappung traf deshalb gewöhnliche Websites ohne Tracking-Absicht.[2]
Mit der Antwort auf einen Seitenaufruf setzt der Server Cookies für Anmeldung, Warenkorb und Einwilligung, in manchen serverseitigen Tracking-Konfigurationen auch für Besucherkennungen. Kehrte ein Safari-Nutzer nach mehr als einer Woche zurück, konnten diese Cookies fehlen.[2] Seit wann der Fehler bestand und wie viele Websites er traf, schreibt Apple nicht.
Warum griff Apples Tracking-Schutz hier daneben?
Mit seinem Tracking-Schutz Intelligent Tracking Prevention begrenzt Apple Cookies, die ein Skript im Browser schreibt, seit März 2020 auf sieben Tage. Als Ausweg setzten Tracking-Anbieter ihre Cookies über eine Subdomain des Kunden, die per CNAME auf ihre eigenen Server zeigte. Mit Safari 14 kappte Apple 2020 auch diese Cookies auf sieben Tage.[3]
Die Regel von 2020 zielte nur auf Anfragen, die eine Seite zusätzlich an fremde Domains schickt. Durch den Fehler galt die Kappung aber auch für die Antwort der aufgerufenen Seite selbst. Für getarnte Subdomains, Cookies aus Skripten und die 2023 ergänzte Prüfung der IP-Adresse bleibt laut PPC Land alles beim Alten.[2] Betreiber von serverseitigem Tracking über eine per CNAME eingebundene Tracking-Domain haben davon also wenig.
Seit iOS 27 sperrt Safari außerdem den Zugriff auf Dienste, die eine eingegebene E-Mail-Adresse in eine dauerhafte Tracking-Kennung umwandeln, ohne eine Liste der Domains zu veröffentlichen.[4] Laut einem Ticket von The Trade Desk im WebKit-Bugtracker traf die Sperre auch die Werbedomain des Unternehmens. Seit dem 9. Oktober steht das Ticket auf behoben, die Versionshinweise zu Safari 27.2 erwähnen den Fall nicht.[5]
Apples Tracking-Schutz in fünf Stationen
Safari behandelte gewöhnliche Shops wie Tracker und ließ in ihren Statistiken Stammkunden als Neukunden erscheinen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Werbetreibende in Deutschland?
Auf Smartphones in Deutschland lag der Anteil von Safari im September laut StatCounter bei 21 Prozent.[6] Weil § 25 TDDDG für nicht notwendige Cookies eine Einwilligung verlangt, sahen Safari-Besucher den Banner womöglich nach einer Woche erneut, sofern das Consent-Tool die Einwilligung über die Seitenantwort speicherte. Die EU-Staaten wollen solche Abfragen begrenzen und nach einem Nein vier Monate Pause vorschreiben.
- DNS prüfen: Zeigt die eigene www-Adresse per CNAME auf CDN oder Plattform, galt die Kappung auch hier.
- Zahlen vergleichen: Ein getrennter Bericht für Safari zeigt, ob ab dem 26. Oktober mehr Besucher als wiederkehrend gelten.
- Tracking-Konfiguration prüfen: Eine getarnte Tracking-Subdomain bleibt gekappt, ein Pfad auf der eigenen Domain fällt laut PPC Land nicht unter die Regel.[2]
Hintergrund liefern unsere Beiträge zu First-Party-Tracking, zum Consent Mode von Google und zu Tracking ohne Cookies, Fachbegriffe erklärt das SEM-Glossar.
FAQ: Safari 27.2: Cookies von Websites hinter CDN oder Shop-Plattform bleiben wieder länger als sieben Tage gespeichert
Was hat Apple in Safari 27.2 an den Cookies geändert?
Safari kappte bisher Cookies, die eine Website beim Seitenaufruf selbst setzt, auf sieben Tage Laufzeit, sobald ihr Hostname per CNAME auf eine fremde Domain zeigt. Apple führt das als Fehler und hat ihn in Safari 27.2 vom 26. Oktober 2026 behoben.
Welche Websites zeigen per CNAME auf eine fremde Domain?
Typisch sind Websites hinter einem CDN und Shops oder Seiten auf gehosteten Plattformen. Der Betreiber leitet dort etwa die www-Adresse per DNS-Eintrag auf einen Namen beim Anbieter um. Ob die eigene Domain betroffen ist, zeigt eine DNS-Abfrage des CNAME-Eintrags.
Hilft Safari 27.2 beim serverseitigen Tracking?
Die Korrektur hilft dort nur eingeschränkt. Cookies einer Tracking-Subdomain, die per CNAME auf einen Dienstleister zeigt, kappt Safari laut PPC Land weiter auf sieben Tage. Gleiches gilt für Cookies, die ein Skript im Browser schreibt. Die Korrektur betrifft nur Cookies aus der Antwort der aufgerufenen Seite.
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- WebKitWebKit Features for Safari 27.2
- PPC LandSafari 27.2 drops a mistaken 7-day cap on cookies of CNAME-hosted sites
- WebKitCNAME Cloaking and Web Privacy
- WebKitBlocking Identity Resolution Infrastructure
- WebKit-BugtrackerBug 324771: Inclusion of adsrvr.org in IS_REQUEST_UNCONDITIONALLY_BLOCKABLE domain list (Status abgerufen am 27.10.2026)
- StatCounterMobile Browser Market Share Germany (abgerufen am 27.10.2026)
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