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Neun Monate lang blieb der AI Mode für Nutzer mit verbundenem Gmail-Konto werbefrei, nun testet Google auch dort Anzeigen. Zusammenfassungen und Rückschlüsse aus Gmail, Google Kalender und Google Fotos dürfen laut Google die Auswahl der Anzeigen mitbestimmen. Im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien bietet Google die Verknüpfung nicht an.

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Diane Greene, damals Chefin von Google Cloud, kündigte im Juni 2017 an, Google werde Inhalte aus dem privaten Gmail nicht mehr nutzen oder scannen, um Anzeigen zu personalisieren. Unter ihrem Blogbeitrag steht seit dem 16. Oktober ein Nachtrag: Verbinden Nutzer Apps wie Gmail mit anderen Google-Diensten, darf Google einen Teil dieser Daten je nach Einstellung auch für Anzeigen verwenden.[3]

Das Wichtigste in Kürze

  • Google testet Anzeigen im AI Mode auch für Nutzer, die Gmail, Kalender und Google Fotos verbunden haben.
  • Direkt auf Postfach und Fotosammlung beruhen die Anzeigen laut Google nicht, wohl aber auf Zusammenfassungen und Rückschlüsse daraus.
  • In der EU, der Schweiz und Großbritannien lässt sich die Verknüpfung nicht einschalten.

Was ändert sich an den Anzeigen im AI Mode?

Weißer Umschlag mit orangefarbener Karte „Gesponsert“ und Mini-Einkaufswagen
Der KI-Modus nutzt Gmail, Google Kalender und Google Fotos, um personalisierte Ergebnisse zu liefern. Die gewonnenen Daten beeinflussen auch die Anzeigenauswahl

Mit Personal Intelligence greift der AI Mode, auf Deutsch KI-Modus, auf verbundene Dienste zu: derzeit Gmail, Google Kalender und Google Fotos.[1] Fragt ein Nutzer nach Restaurants am Reiseziel, berücksichtigt die Suche etwa die Hotelbuchung aus dem Postfach. Dieselben Zusammenfassungen, Auszüge und Rückschlüsse dürfen laut Google-Hilfe nun auch mitbestimmen, welche Anzeigen erscheinen.[1]

Werbekunden erhalten nach Googles Darstellung keinen Zugriff auf verbundene Apps. Sensible Kategorien wie Gesundheit, Religion oder sexuelle Orientierung nutzt Google für personalisierte Werbung weiterhin nicht.[1] Die Datenschutzerklärung nennt die Bedingung: Inhalte aus Drive, Gmail und Google Fotos kann Google für personalisierte Anzeigen nutzen, sobald Nutzer diese Daten für andere Dienste freigeben, die solche Werbung zeigen.[2]

Google hatte Personal Intelligence im Januar vorgestellt. Im März teilte der Konzern dem Fachportal Search Engine Land mit, Nutzer mit verbundenen Apps sähen keine Anzeigen. An dieser Regel ändere sich vorerst nichts, künftig würden Anzeigen für diese Gruppe aber ähnlich funktionieren wie für alle anderen. Eigene Ausrichtungsoptionen oder Berichte hat der Konzern für den Test nicht angekündigt.

Warum bleibt Deutschland vorerst außen vor?

Auf der Länderliste der Google-Hilfe steht kein Staat des EWR, auch die Schweiz und Großbritannien fehlen.[1] Einen Grund nennt Google nicht. Der AI Mode selbst steht Suchenden in Deutschland offen.

Im EWR gilt zudem das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act): Daten aus der Google-Suche darf der Konzern nur mit Daten aus anderen eigenen Diensten zusammenführen, sofern Nutzer ausdrücklich die Wahl hatten und nach der DSGVO eingewilligt haben.[5] Wie weit das Gesetz reicht, zeigt der Umbau der europäischen Suchergebnisse seit September. Auch Anzeigen innerhalb der KI-Übersichten (AI Overviews) zeigt Google nur in zwölf Ländern, keines davon liegt in der EU.[4]

OpenAI ist in Europa schon weiter: Anzeigen in ChatGPT laufen seit dem 24. August in 31 europäischen Märkten, Deutschland eingeschlossen.

Vom Gmail-Versprechen zur Anzeige im AI Mode
Wie Google die Nutzung privater Daten für Werbung seit 2017 geregelt hat
3 Apps
lassen sich derzeit mit der Suche verbinden: Gmail, Google Kalender und Google Fotos
0
Staaten des EWR stehen auf der Länderliste für die Verknüpfung, die Schweiz und Großbritannien fehlen ebenfalls
12 Länder
zeigen Anzeigen innerhalb der AI Overviews, keines davon liegt in der EU

So verschob Google die Grenze

23.06.2017
Google kündigt an, Inhalte aus dem privaten Gmail nicht mehr für personalisierte Anzeigen zu nutzen.
Januar 2026
Personal Intelligence startet im AI Mode, zunächst ohne Anzeigen.
17.03.2026
Google: Nutzer mit verbundenen Apps sehen keine Anzeigen, daran ändere sich vorerst nichts.
16.10.2026
Der Anzeigentest beginnt. Datenschutzerklärung und Blogbeitrag von 2017 erhalten einen Nachtrag.

Für den Test nennt Google weder Länder noch neue Einstellungen für Werbekunden. Anzeigen innerhalb der AI Overviews und des AI Mode erprobte Google bisher außerhalb der EU.

Googles Gmail-Versprechen von 2017 hat seit dem 16. Oktober einen Nachtrag: Mit der Verknüpfung liefert das Postfach Stoff für Anzeigen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was sollten Werbetreibende jetzt tun?

  • Kampagnen für Deutschland unverändert lassen: Hierzulande lässt sich die Verknüpfung nicht einschalten, und Google Ads bietet keine neue Einstellung dafür.
  • US-Kampagnen prüfen: Für Anzeigen in AI Overviews setzt Google laut Hilfe Keywords mit der Option „Weitgehend passend“ oder keywordlose Ausrichtung voraus, etwa AI Max oder Performance Max.[4] Ob für den AI Mode dieselbe Regel gilt, sagt Google nicht.
  • Länder getrennt auswerten: Die Werbeflächen in KI-Antworten unterscheiden sich von Land zu Land, Auswertungen, die USA und EU zusammenfassen, verwischen diese Unterschiede.
  • EU-Start beobachten: Neue Länder ergänzt Google in der Hilfe zu Personal Intelligence.

FAQ: Anzeigen im AI Mode und verbundene Google-Apps

Was ist Personal Intelligence in der Google-Suche?

Personal Intelligence ist eine Funktion des AI Mode, die Hinweise aus verbundenen Google-Diensten in die Antworten einbezieht. Derzeit lassen sich Gmail, Google Kalender und Google Fotos verbinden. Die Verknüpfung ist freiwillig und lässt sich jederzeit aufheben.

Kann ich Personal Intelligence in Deutschland nutzen?

Nein. Die Verknüpfung der Google-Apps mit der Suche bietet Google laut seiner Hilfe in keinem Staat des Europäischen Wirtschaftsraums an, auch nicht in der Schweiz oder in Großbritannien. Deutsch gehört trotzdem zu den unterstützten Sprachen.

Liest Google meine E-Mails, um mir Anzeigen zu zeigen?

Direkt auf dem Postfach beruhen die Anzeigen laut Google nicht. Nutzer, die Gmail mit der Suche verbinden, erlauben aber, dass Zusammenfassungen, Auszüge und Rückschlüsse aus den Mails auch die Auswahl der Anzeigen im AI Mode beeinflussen.

Wie hebe ich die Verbindung von Gmail und Google Fotos zur Google-Suche wieder auf?

Die Verbindung lässt sich in den Einstellungen der Google-Suchdienste unter den personalisierten Empfehlungen abschalten. Danach greift die Suche nicht mehr auf die verbundenen Apps zu.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Google-HilfeConnect your Google content apps to get a Search services experience that’s tailored to you
  2. GoogleDatenschutzerklärung
  3. Google Blog, Diane GreeneAs G Suite gains traction in the enterprise, G Suite’s Gmail and consumer Gmail to more closely align
  4. Google-Ads-HilfeAbout ads and AI Overviews
  5. EUR-LexVerordnung (EU) 2022/1925 über bestreitbare und faire Märkte im digitalen Sektor (Gesetz über digitale Märkte), Artikel 5

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