
Kennt Google Sie besser als Sie selbst? Bald.
Michael Dobler
Autor Dr. WebGoogle hat „Personal Intelligence“ vorgestellt. Die neue Funktion verbindet Gmail, Google Fotos und weitere Dienste mit Gemini. Der KI-Assistent weiß damit nicht nur, was im Internet steht. Er weiß, was in Ihrem Leben passiert.
Was steckt hinter Personal Intelligence?
Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie stehen an der Kasse, brauchen eine Information und wissen: Die Antwort liegt irgendwo in meinen Mails. Oder auf einem alten Foto. Google will genau dieses Problem lösen. Mit einem Fingertipp verbinden Sie Gmail, Google Fotos, YouTube und die Google-Suche mit dem KI-Assistenten Gemini. Ab sofort durchsucht die KI nicht mehr nur das Internet. Sie durchsucht Ihr digitales Leben.
Josh Woodward, VP bei Google Labs, beschreibt ein konkretes Beispiel: Er stand beim Reifenhändler und wusste weder die Reifengröße noch das Kennzeichen seines Honda-Minivans. Gemini fand beides. Die Reifengröße aus öffentlichen Datenbanken. Das Kennzeichen aus einem alten Foto in Google Photos. Der Fahrzeugtyp wurde aus einer E-Mail in Gmail extrahiert. „Einfach so waren wir fertig“, schreibt Woodward im Google-Blog.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?
Google betont den Datenschutz-Fokus der neuen Funktion. Personal Intelligence ist standardmäßig deaktiviert. Sie entscheiden, welche Apps verknüpft werden. Jede Verbindung lässt sich jederzeit trennen. Wichtig für deutsche Nutzer: Die Daten liegen bereits bei Google. Sie müssen keine sensiblen Informationen an einen externen Anbieter senden.
Gemini trainiert laut Google nicht direkt mit Ihrem Gmail-Postfach oder Ihrer Fotobibliothek. Das Training erfolgt mit den Anfragen und Antworten. Allerdings erst nach einer Filterung persönlicher Daten. „Wir trainieren unsere Systeme nicht darauf, Ihr Kennzeichen zu lernen. Wir trainieren sie darauf zu verstehen, dass wir es finden können, wenn Sie danach fragen“, erklärt Woodward.
Wir trainieren unsere Systeme nicht darauf, Ihr Kennzeichen zu lernen. Wir trainieren sie darauf zu verstehen, dass wir es finden können, wenn Sie danach fragen.
Josh Woodward, VP bei Google Labs
Welche Grenzen hat das System?
Google räumt offen ein: Das System macht Fehler. Es kann zu „Über-Personalisierung“ kommen. Die KI zieht dann Verbindungen zwischen Themen, die nichts miteinander zu tun haben. Auch Nuancen erfasst Gemini nicht immer. Hunderte Golfplatz-Fotos führen zur Annahme, Sie lieben Golf. Vielleicht begleiten Sie aber nur Ihren Sohn. Solche Fehlinterpretationen lassen sich korrigieren. Ein einfaches „Ich mag kein Golf“ genügt.
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Wer bekommt Personal Intelligence?
Der Rollout startet diese Woche in den USA. Zunächst nur für zahlende Abonnenten von Google AI Pro und AI Ultra. Die Funktion läuft auf Web, Android und iOS. Google plant eine Ausweitung auf weitere Länder und den kostenlosen Tarif. Auch die KI-Suche soll Personal Intelligence bald erhalten. Workspace-Konten für Unternehmen und Bildungseinrichtungen sind vorerst ausgeschlossen.
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