In Suchanzeigen auf Google.com fasst eine KI von Google zusammen, was Kunden im Netz über den Werbetreibenden schreiben. Google übernimmt in die Texte ausschließlich positive Aussagen. Ändern dürfen Werbetreibende den Text laut einer neuen Hilfeseite nicht, einen Weg zum Abschalten beschreibt Google dort ebenfalls nicht.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAm 24. Oktober stieß Hana Kobzová vom Branchendienst PPC News Feed auf die Seite „About Review summaries“ (Über Bewertungszusammenfassungen) in der Google-Ads-Hilfe. Ein Veröffentlichungsdatum gibt Google dort nicht an.[1] Varianten des Formats testete Google laut PPC Land ab Dezember 2025, zuletzt im September unter der Überschrift „What customers love“ (Was Kunden lieben).[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Google blendet in Suchanzeigen KI-Zusammenfassungen von Online-Bewertungen ein, ausschließlich mit positiven Aussagen.
- Werbetreibende können den Text nicht bearbeiten, einen Weg zum Abschalten nennt Google nicht.
- Die Funktion gilt für Suchkampagnen in den USA, in Großbritannien, Australien und Indien, jeweils auf Englisch.
- Deutschland, Österreich und die Schweiz führt Google bislang nicht auf.
Was steht in den neuen Bewertungstexten?

Laut der Hilfeseite sammelt eine KI von Google Online-Bewertungen „aus dem gesamten Web“ und schreibt daraus einen kurzen Kommentar in der Suchanzeige. Die Texte seien nur positiv, betont Google gleich zweimal. Welche Portale der Konzern auswertet und wie viele Bewertungen ein Unternehmen braucht, schreibt Google nicht.[1]
Gegen erfundene Aussagen beschreibt Google auf der Hilfeseite ein Verfahren namens Grounding: Die KI soll nur wiedergeben, was in den ausgewerteten Bewertungen tatsächlich steht. Eingeblendet wird die Zusammenfassung zudem nur, wenn Google erwartet, dass die Anzeige damit besser abschneidet. Welche Kennzahl damit gemeint ist, etwa Klickrate oder Conversions, lässt der Konzern offen.[1]
Ausgenommen sind sensible Branchen, als Beispiel nennt Google Arzneimittel. Bearbeiten können Werbetreibende den Text nicht, weil er laut Google die Meinung von Nutzern wiedergibt.[1]
Warum zeigt Google nur die positiven Bewertungen?
Am Ende der neuen Seite verweist Google auf die automatisch erstellten Assets. Solche Anzeigenbestandteile wie dynamische Sitelinks erzeugt Google Ads selbst und blendet sie ein, sobald das System erwartet, dass die Anzeige damit besser abschneidet.[3] Lob passt zu dieser Logik, Kritik kaum. In der Liste der Assets, die Werbetreibende in den Kontoeinstellungen abschalten können, fehlten die Bewertungstexte am 26. Oktober allerdings.[3]
Schon länger zeigen Händlerbewertungen Sterne und die Zahl der Bewertungen neben Textanzeigen, allerdings erst ab einem Durchschnitt von 3,5 Sternen. Google beziffert den Effekt auf im Schnitt 2 Prozent höhere Klickrate bei Textanzeigen im Suchnetzwerk, Werbetreibende können die Sterne abschalten.[4] Für die KI-Zusammenfassungen nennt Google weder eine Mindestbewertung noch Zahlen zur Wirkung. Ob ein Unternehmen mit überwiegend schlechten Bewertungen eine Zusammenfassung aus seinen wenigen guten bekommt, beantwortet der Konzern nicht.[2]
Ob reines Lob überzeugt, ist ohnehin fraglich, denn mit 4,7 Sternen verkauft sich ein Produkt besser als mit 5,0. Zugleich greifen Werbenetzwerke öfter selbst in Anzeigentexte ein. OpenAI formuliert ab dem 30. Oktober ChatGPT-Anzeigen ohne Freigabe um, bietet dafür aber einen Schalter je Konto und Kampagne. Bei AI Max, einer KI-Option für Suchkampagnen, zeigt Google die KI-Anzeigentexte vor dem Einschalten.
Händlerbewertungen und KI-Zusammenfassungen im Vergleich
Weil Google jede Kritik weglässt, wird aus der Kundenstimme ein zweiter Anzeigentext.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Werbetreibende in Deutschland?
Die deutsche Fassung der Hilfeseite zeigt bislang nur den englischen Text.[1] Ob und wann die Zusammenfassungen in die EU kommen, sagt Google nicht. Betroffen sind vorerst Unternehmen aus dem DACH-Raum mit englischen Kampagnen in den vier Märkten.
Macht ein Unternehmer Verbraucherbewertungen zugänglich, gilt nach § 5b Absatz 3 UWG als wesentliche Information, ob und wie er sicherstellt, dass die Bewertungen von echten Käufern oder Nutzern stammen.[5] Ob eine von Google geschriebene Zusammenfassung in der Anzeige eines Händlers darunter fällt, ist ungeklärt.
- Anzeigen beobachten: Einen Bericht zu den Zusammenfassungen beschreibt Google nicht. Stichproben in der Google-Suche zeigen, ob und welcher Text in der eigenen Anzeige erscheint.[2]
- Bewertungen pflegen: Die KI schöpft aus Bewertungen im ganzen Netz. Gepflegte Profile und Antworten auf Kritik verbessern diese Grundlage, bei vielen Profilen helfen Agenturen für Reputationsmanagement.
- Einstellungen prüfen: Unter den automatisch erstellten Assets auf Kontoebene legen Werbetreibende fest, welche der dort aufgeführten Anzeigenbestandteile Google einblenden darf.[3]
- Kunden informieren: Agenturen weisen ihre Kunden darauf hin, dass ein Teil der Anzeige nicht von den Kunden selbst stammt.
Wie die Abrechnung bezahlter Anzeigen funktioniert, erklärt der Ratgeber zu Pay-per-Click, Begriffe wie Asset und Sitelink das SEM-Glossar. Betreuende Agenturen listet der Google-Ads-Agentur-Vergleich.
FAQ: Google Ads: KI fasst in Suchanzeigen nur positive Bewertungen zusammen
Was sind Review summaries bei Google Ads?
Review summaries sind kurze Texte, die eine KI von Google aus Online-Bewertungen über ein Unternehmen erzeugt und direkt in dessen Suchanzeige einblendet. Google übernimmt dabei nur positive Aussagen. Die Funktion gilt für Suchkampagnen auf Google.com in vier englischsprachigen Märkten.
Lassen sich die KI-Bewertungstexte in Google Ads abschalten?
Einen Weg dazu beschreibt Google auf der Hilfeseite nicht. In der Liste der automatisch erstellten Assets auf Kontoebene, die Werbetreibende in den Einstellungen abschalten können, fehlten die Zusammenfassungen am 26. Oktober 2026. Händlerbewertungen lassen sich dagegen abschalten.
Woher nimmt Google die Bewertungen für die Zusammenfassung?
Als Grundlage nennt Google Online-Bewertungen aus dem gesamten Web. Welche Portale dazugehören, wie viele Bewertungen nötig sind und welches Höchstalter gilt, schreibt Google nicht. Für Händlerbewertungen greift Google auf Bewertungsportale und Rezensionen eigener Nutzer zurück.
Was unterscheidet die KI-Zusammenfassung von Händlerbewertungen?
Händlerbewertungen zeigen Sterne und die Zahl der Bewertungen, Google blendet sie neben Textanzeigen erst ab durchschnittlich 3,5 Sternen ein. Die KI-Zusammenfassung gibt nur positive Aussagen als Text wieder, eine Mindestbewertung nennt Google dafür nicht.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Google-Ads-HilfeAbout Review summaries (ohne Datum, abgerufen am 26.10.2026)
- PPC LandGoogle AI writes positive-only review summaries into Search ads in 4 markets
- Google-Ads-HilfeAbout account level automated assets (abgerufen am 26.10.2026)
- Google-Ads-HilfeAbout store ratings (abgerufen am 26.10.2026)
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb§ 5b Wesentliche Informationen in bestimmten Fällen
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