Mit einem präparierten Link konnten Angreifer bei Download Monitor fremde Skripte im Browser von Besuchern und Administratoren ausführen. Version 5.3.4 vom 9. Oktober schließt die schwere Sicherheitslücke, elf Tage später folgte das nächste Sicherheitsupdate. Laut wordpress.org laufen knapp 40 Prozent der Installationen noch auf Versionen vor 5.3.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenPreislisten, Handbücher und Whitepaper stellen Unternehmen mit dem Plugin Download Monitor zum Herunterladen bereit. Mehr als 80.000 aktive Installationen zählt wordpress.org (Stand 26. Oktober), entwickelt wird das Plugin von WP Chill.[1] Die Schwachstellendatenbank WPScan veröffentlichte die Lücke am 22. Oktober, entdeckt hat den Fehler der Sicherheitsforscher Karthik Ramakrishnan.[3]
Das Wichtigste in Kürze
- Version 5.3.4 schließt eine Lücke, die sich ohne Anmeldung über einen präparierten Link ausnutzen lässt (CVSS 3.1: 7,1 von 10, vergeben von WPScan).
- Version 5.3.5 vom 20. Oktober behebt eine zweite Lücke, die nur Multisite-Netzwerke mit mehreren Websites in einer Installation betrifft.
- Angriffe sind nicht bekannt, Einzelheiten will WPScan am 22. November veröffentlichen.
Wie funktioniert der Angriff über den Link?

Download Monitor lädt angeklickte Download-Links per JavaScript im Browser nach und zeigt einen Teil der nachgeladenen Inhalte direkt auf der Seite an. Vor Version 5.3.4 prüfte das Plugin laut WPScan nicht, ob der Link überhaupt zur eigenen Website gehört.[3] Ein Angreifer ohne Konto kann so einen Link bauen, der Inhalte von einem fremden Server holt und als Skript auf der Website ausführt.
Voraussetzung ist ein Klick des Opfers auf den präparierten Link. Das eingeschleuste Skript läuft auf der Website selbst und hat damit die Rechte, die der angemeldete Nutzer dort besitzt. WPScan stuft den Schweregrad als hoch ein.
Warum muss Download Monitor so oft nachbessern?
Seit März hat die US-Schwachstellendatenbank NVD sechs Sicherheitslücken in Download Monitor veröffentlicht.[5] Im Frühjahr ließen sich laut Wordfence ohne Anmeldung teure Bestellungen mit der Zahlung für einen billigen Artikel abschließen.[6] Anfang Oktober veröffentlichte Wordfence eine Lücke, über die eine fremde Website Skripte in die Bearbeitungsmaske für Downloads schleusen konnte; Version 5.2.11 vom 28. September hatte sie bereits geschlossen.[7]
Beide Skript-Lücken folgen demselben Muster: Der Programmcode im Browser übernahm Daten fremder Herkunft ungeprüft, einmal aus einem Link, einmal von einer anderen Website, die im Browser Inhalte übergab. Skripte ließen sich zuletzt auch über das Plugin Redirection for Contact Form 7 und über präparierte SVG-Grafiken in Elementor einschleusen. Von Karthik Ramakrishnan stammen auch mehrere Lücken im Spenden-Plugin GiveWP, die WPScan am 23. Oktober veröffentlichte.
Auf einer Version 5.3 liefen laut wordpress.org am 26. Oktober 46,5 Prozent der Installationen, darunter die anfälligen 5.3.0 bis 5.3.3. Knapp 40 Prozent nutzen noch ältere Versionen, rechnerisch mindestens 31.800 Websites, 6,6 Prozent sogar Version 4.4.[1]
Drei Sicherheitsupdates in 22 Tagen
Bei Download Monitor kam alle elf Tage ein Sicherheitsupdate, ohne automatische Updates hinkt jede Website mit dem Plugin hinterher.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was sollten Betreiber jetzt tun?
- Aktualisieren: Bringen Sie Download Monitor auf Version 5.3.5, Voraussetzung sind WordPress 6.4 und PHP 7.4.[2]
- Updates automatisieren: In WordPress schalten Sie automatische Updates für jedes Plugin einzeln ein, ab Werk ist die Funktion aus.[8]
- Netzwerke prüfen: Vor Version 5.3.5 konnten Administratoren einzelner Websites eines Multisite-Netzwerks Dateien außerhalb des Upload-Ordners öffentlich ausliefern.[4] Kontrollieren Sie die freigegebenen Pfade.
- Spuren suchen: Achten Sie auf unbekannte Administratorkonten und veränderte Downloads. Gerieten personenbezogene Daten in fremde Hände, gilt die Meldepflicht nach Art. 33 DSGVO binnen 72 Stunden.[9]
Agenturen mit vielen Kundenwebsites gleichen die Plugin-Versionen zentral ab. Welche Lücken zuerst an der Reihe sind, sortiert der Dienst WP Triage, Grundregeln bündelt der Ratgeber zur WordPress-Sicherheit. Managed-Hoster aus dem WordPress-Hosting-Vergleich spielen Plugin-Updates teils automatisch ein.
FAQ: Download Monitor mit über 80.000 Installationen: schwere Sicherheitslücke über präparierte Links
Was ist Download Monitor?
Download Monitor ist ein kostenloses WordPress-Plugin von WP Chill, mit dem Website-Betreiber Dateien zum Herunterladen anbieten, Downloads zählen und den Zugriff steuern. Laut wordpress.org läuft das Plugin auf mehr als 80.000 Websites. Ein einfacher Shop für den Verkauf von Dateien per PayPal gehört ebenfalls dazu.
Welche Version von Download Monitor ist sicher?
Sicher ist nach dem Stand vom 26. Oktober 2026 Version 5.3.5 vom 20. Oktober. Die schwere Lücke mit präparierten Links schloss Version 5.3.4 vom 9. Oktober, die Lücke in der Bearbeitungsmaske für Downloads Version 5.2.11 vom 28. September. Ältere Versionen sollten Sie umgehend aktualisieren.
Wird die Sicherheitslücke in Download Monitor schon ausgenutzt?
Bis zum 26. Oktober 2026 sind keine Angriffe auf die neue Lücke bekannt. Die US-Behörde CISA führt die Lücke nicht in ihrem Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen. WPScan will die Einzelheiten zur Ausnutzung am 22. November 2026 veröffentlichen, bis dahin sollte das Update eingespielt sein.
Was ist eine Reflected-XSS-Lücke?
Bei einer Reflected-XSS-Lücke gelangt Schadcode über einen präparierten Link in eine Webseite und läuft im Browser der Person, die den Link öffnet. Anders als bei Stored XSS speichert die Website den Code nicht dauerhaft, jeder Angriff braucht deshalb einen neuen Klick des Opfers.
Wie sehe ich, welche Plugin-Version installiert ist?
Die installierte Version zeigt WordPress im Backend unter Plugins, Installierte Plugins, direkt unter dem Namen des Plugins. Steht dort ein Hinweis auf eine neue Version, spielen Sie das Update mit einem Klick auf „Jetzt aktualisieren“ ein.
Quellen
9 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- WordPress.orgDownload Monitor, aktive Installationen und Versionsstatistik, abgerufen am 26. Oktober 2026
- WordPress.orgDownload Monitor, Änderungsprotokoll und Systemvoraussetzungen, abgerufen am 26. Oktober 2026
- WPScanDownload Monitor < 5.3.4, Reflected XSS via Cross-Origin Download Link (CVE-2026-112207), veröffentlicht am 22. Oktober 2026
- WPScanDownload Monitor < 5.3.5, Multisite Subsite Admin+ Incorrect Authorization (CVE-2026-112219)
- NVDEinträge zu Download Monitor, ausgewertet am 26. Oktober 2026 (veröffentlicht vom 30. März bis 24. Oktober 2026, ohne das Plugin Simple Download Monitor)
- WordfenceDownload Monitor <= 5.1.7, Insecure Direct Object Reference (CVE-2026-3124), veröffentlicht im
- WordfenceDownload Monitor <= 5.2.10, Stored Cross-Site Scripting via Cross-Origin postMessage (CVE-2026-100182), veröffentlicht im
- WordPress.org DocumentationPlugins & Themes Auto-Updates
- EUR-LexVerordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 33
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