Artikel teilen

Ab dem 11. Januar 2027 unterscheidet Google Ads bei Verstößen gegen den Kinderschutz zwei Gruppen. Darstellungen sexuellen Missbrauchs führen weiter zur sofortigen Sperre und zum dauerhaften Ausschluss. Für Inhalte ohne sexuellen Bezug, die sich missbrauchen ließen, etwa Bilder nackter Kinder, warnt Google künftig mindestens sieben Tage vor der Sperre.

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen

Am 22. Oktober veröffentlichte Google die Änderung auf seinen Hilfeseiten zu den Werberichtlinien.[1] Werbetreibende sollen betroffene Anzeigen bis zum Stichtag finden und entfernen. Einen Bericht, der solche Anzeigen auflistet, stellt Google nicht bereit, wie der Branchendienst PPC Land anmerkt.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab dem 11. Januar 2027 gilt bei Google Ads die eigenständige Richtlinie „Child Safety“ mit zwei Stufen.
  • Bei schwerwiegenden Verstößen sperrt Google alle Google-Ads-Konten sofort und dauerhaft.
  • Für Darstellungen nackter Kinder ohne sexuellen Bezug kündigt Google eine Sperre mindestens sieben Tage vorher an.
  • Die Regeln gelten weltweit, maßgeblich ist die englische Fassung der Hilfeseiten.

Was ändert sich an der Richtlinie?

Eine Schnecke mit rotem Helm auf einer orangefarbenen Karte und einer schwarzen Karte daneben
Google führt am 11. Januar eine neue zweistufige Richtlinie gegen unangemessene Inhalte ein. Erstmals erfolgen Verwarnungen vor Kontosperrung

Bisher gehört die Regel zur Richtlinie „Unangemessene Inhalte“ und kennt nur eine Sanktion. Jeder Verstoß gilt als schwerwiegend, Google sperrt die Konten sofort und ohne Warnung.[3] Ab dem 11. Januar wird daraus eine eigene Richtlinie mit zwei Stufen. Als Minderjährige gelten weiterhin alle Personen unter 18 Jahren. Erfasst sind Texte, Audio, Bilder und Videos, ob echt, gezeichnet oder von einer KI erzeugt.[1]

Die erste Stufe umfasst Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs, das Anbieten solcher Darstellungen, Anleitungen zum Missbrauch, Cybergrooming, Sextortion und Kinderhandel. Für diese Verstöße gilt weiter die Sofortsperre bei Entdeckung, ohne Vorwarnung und ohne Rückkehr zu Google Ads. Einspruch ist möglich, Konten reaktiviert Google aber nur bei triftigen Gründen.[1]

Mit der zweiten Stufe erfasst Google Inhalte, die nicht unbedingt rechtswidrig oder schädlich sind, sich aber leicht für sexuelle Ausbeutung zweckentfremden lassen. Als einziges Beispiel nennt Google Darstellungen nackter Kinder ohne sexuellen Bezug. Eine Sperre aus diesem Grund kündigt Google mindestens sieben Tage im Voraus mit einer Warnung an.[1]

Warum trifft die zweite Stufe auch seriöse Werbetreibende?

Bei dieser Richtlinie kann Google neben der Anzeige auch die Zielseite, die Konten des Werbetreibenden und Informationen von Dritten prüfen.[3] Ein Foto eines nackten Babys auf der Produktseite eines Shops kann damit in die Prüfung geraten, auch wenn die Anzeige nur eine Windelpackung zeigt. Ob Google solche Bilder schon bisher als Verstoß wertete, erklärt der Konzern nicht.[2]

Google überträgt damit die Logik, nach der der Konzern Werbekonten generell sperrt, auf den Kinderschutz. Als schwerwiegend gelten Verstöße, die rechtswidrig sind oder Nutzern erheblichen Schaden zufügen. Neben dem Kinderschutz zählt Google neun weitere Richtlinien dazu, etwa Schadsoftware, Produktfälschungen und sexuell explizite Inhalte. Alle übrigen Verstöße führen erst bei Wiederholung zur Sperre, angekündigt mindestens sieben Tage vorher.[4]

2025 sperrte Google weltweit mehr als 24,9 Millionen Werbekonten, in der EU rund 2 Millionen.[5][6] Den Rückgang falscher Sperrungen beziffert Google auf 80 Prozent, absolute Zahlen dazu veröffentlicht der Konzern nicht.[5] Wie hart eine Fehleinstufung trifft, erlebte ein Entwickler: Google Ads sperrte sein Konto wegen angeblicher Schadsoftware, obwohl Virenscanner und Googles eigener Warndienst Safe Browsing in seinem Programm nichts fanden.

Child Safety bei Google Ads: zwei Stufen ab Januar
Angaben aus Googles Hilfeseiten zu den Werberichtlinien und dem Ads Safety Report, Stand 26. Oktober 2026
11.01.2027
Ab diesem Tag setzt Google die neue Richtlinie durch
7 Tage
So lange warnt Google mindestens vor einer Sperre nach der zweiten Stufe
24,9 Mio.
Werbekonten sperrte Google 2025 weltweit, davon rund 2 Millionen in der EU
10 Richtlinien
stuft Google als schwerwiegend ein, ein Verstoß führt dort sofort zur Sperre

So unterscheiden sich die beiden Stufen

Stufe 1
Schwerwiegende Verstöße
Missbrauchsdarstellungen, Cybergrooming, Sextortion, Kinderhandel: Google sperrt alle Konten sofort und dauerhaft
Stufe 2
Weitere Verstöße
Darstellungen nackter Kinder ohne sexuellen Bezug: Warnung mindestens sieben Tage vor der Sperre
Offen
Prüfung der Anzeigen
Einen Bericht, der betroffene Anzeigen auflistet, stellt Google nicht bereit

Ab Januar kann ein Produktfoto im Babyshop das Google-Ads-Konto kosten. Was als Verstoß gilt, zeigt Google an genau einem Beispiel.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Zitat teilen

Was sollten Werbetreibende bis zum 11. Januar prüfen?

Die Richtlinie gilt weltweit und ohne Länderausnahme, also auch für Kampagnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die deutschen Hilfeseiten zeigen die Mitteilung bislang nur auf Englisch, verbindlich ist ohnehin die englische Fassung.[1] Genau hinsehen sollten laut PPC Land Anbieter von Babyartikeln, Bademode, Familienfotografie und Gesundheitsangeboten, dazu Elternmedien und Bildagenturen.[2]

  • Motive sichten: Bilder und Videos mit Kindern in Anzeigen und Assets durchgehen, besonders Bade-, Wickel- und Strandszenen.
  • Zielseiten einbeziehen: Produktfotos, Blogbilder und Bildergalerien der beworbenen Seiten gehören zur Prüfung.[3]
  • Automatik bedenken: Ab dem 4. Dezember holen neue Performance-Max-Kampagnen Bilder von der Website, auch solche aus dem Shop.
  • Warnungen nutzen: Nach einer Warnung der zweiten Stufe bleiben mindestens sieben Tage, um das Motiv zu entfernen oder Einspruch einzulegen.[4]
  • Durchsicht planen: Agenturen mit vielen Kundenkonten verbinden die Durchsicht mit dem Motivwechsel nach dem Weihnachtsgeschäft, spätestens bis zum 11. Januar.

Grundlagen zu Kosten und Kanälen bezahlter Anzeigen bietet der Ratgeber zu Pay-per-Click, Fachbegriffe erklärt das SEM-Glossar. Agenturen, die Konten betreuen und Richtlinien im Blick behalten, listet der Google-Ads-Agentur-Vergleich.

FAQ: Google Ads teilt seine Kinderschutz-Richtlinie ab 11. Januar in zwei Stufen

Was regelt die Child-Safety-Richtlinie von Google Ads?

Die Richtlinie verbietet Anzeigen und Zielseiten mit Inhalten, die Minderjährige schädigen, ausbeuten oder gefährden. Ab dem 11. Januar 2027 ersetzt die neue Fassung die bisherige Regel zu sexuellem Missbrauch und sexueller Ausbeutung von Kindern und teilt Verstöße in zwei Stufen mit unterschiedlichen Sanktionen.

Gilt die neue Regel auch für bereits laufende Anzeigen?

Ja. Google fordert Werbetreibende auf, betroffene Anzeigen vor dem 11. Januar 2027 zu entfernen. Ob Google bereits geschaltete Anzeigen zum Stichtag erneut prüft, erklärt der Konzern nicht. Eine Durchsicht aller aktiven Motive und Zielseiten schafft Klarheit.

Sind KI-generierte oder gezeichnete Bilder ausgenommen?

Nein. Die Richtlinie erfasst ausdrücklich echte, fiktive, simulierte, gezeichnete, von einer KI erzeugte und nachbearbeitete Inhalte. Erfasst sind Texte, Audio, Bilder und Videos gleichermaßen.

Gilt die Richtlinie auch für Anzeigen auf YouTube?

Ja, soweit die Anzeigen über Google Ads laufen. Googles Mitteilung spricht nur von Google Ads und Google-Ads-Konten. Die bisherige Fassung verpflichtet ausdrücklich auch Nutzer von Display & Video 360.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Google-Hilfeseiten zu den WerberichtlinienUpdate to the ‚Inappropriate Content: Child Sexual Abuse and Exploitation‘ (CSAE) policy (January 2027)22.10.2026
  2. PPC LandGoogle Ads splits child safety rules into two penalty tiers from January 1125.10.2026
  3. Google-Hilfeseiten zu den WerberichtlinienChild sexual abuse and exploitation (geltende Fassung, abgerufen am 26.10.2026)
  4. Google-Hilfeseiten zu den WerberichtlinienGoogle Ads account suspensions overview (abgerufen am 26.10.2026)
  5. Google2025 Ads Safety Report (PDF)
  6. Google2025 Ads Safety Report: European Union (PDF)

Mehr Newshunger?

4,6 15 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?