Zwölf Minuten Ladezeit für 500 Kilometer Reichweite verspricht Svolt-Chef Yang Hongxin beim neuen 100-kWh-Akku, den das Werk in Changzhou seit Montag in Serie baut. Welche Autos die Halbfestkörperbatterie bekommen, verrät der frühere Batteriezweig von Great Wall Motor noch nicht. In Europa hat Svolt seine Werkspläne im Saarland und in Brandenburg schon 2024 aufgegeben.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenYang Hongxin sieht in Halbfestkörperbatterien eine Technik, die langfristig zum Standard wird, nicht bloß einen Zwischenschritt zur Festkörperzelle.[1] Den Serienstart des Akkus mit dem Namen Dragon Armor verkündete der Svolt-Chef am 26. Oktober per Video auf Weibo. Wie groß die erste Charge ist und unter welchen Bedingungen Svolt die Ladezeit gemessen hat, ließ das Unternehmen offen.
Das Wichtigste in Kürze
- Svolt fertigt in Changzhou einen 100-kWh-Akku mit Halbfestkörperzellen in Serie.
- Der Akku lädt mit 6C an 900 Volt, für 500 Kilometer Reichweite nennt Svolt zwölf Minuten.
- Abnehmer und Automodelle will der Hersteller erst später bekanntgeben.
- Die geplanten Werke in Überherrn und Lauchhammer hat Svolt 2024 abgesagt.
Was steckt in Svolts Halbfestkörperakku?

Eine Halbfestkörperbatterie enthält neben einem flüssigen auch einen festen Elektrolyten. Mit weniger brennbarer Flüssigkeit in der Zelle sinkt das Risiko, dass ein Defekt in einen Brand umschlägt. Svolt rechnete schon im Mai mit Kosten auf dem Niveau herkömmlicher Lithium-Ionen-Zellen und peilte den Serienstart für September an.[2]
Bei einer Laderate von 6C lädt der Akku rechnerisch mit einer Leistung, die dem Sechsfachen seiner Kapazität entspricht, beim 100-kWh-Paket also mit bis zu 600 Kilowatt. Für die Haltbarkeit nennt Svolt mehr als 3.000 Ladezyklen und eine theoretische Laufleistung von über einer Million Kilometern.[1] Sechs Lagen Panzerung schützen den Unterboden, gekühlt wird der Akku oben und unten mit Flüssigkeit.
Warum kommt die Halbfestkörperbatterie gerade jetzt?
Seit dem 1. Juli gilt in China die strengere Sicherheitsnorm GB 38031-2025: Geht eine Zelle thermisch durch, darf die Batterie weder brennen noch explodieren.[3] Zuvor genügte eine Warnung fünf Minuten vor Feuer oder Explosion. Li Auto verspricht inzwischen einen Neuwagen, falls sich der eigene Akku entzündet.
Reine Festkörperzellen fertigt noch kein Hersteller in großer Serie: CATL und BYD planen kleine Stückzahlen für 2027,[2] Peking peilt den ersten breiten Einsatz von Festkörperakkus für 2030 an. Der Mercedes-Partner ProLogium will einen Feststoffakku mit 381 Wattstunden je Kilogramm in Serie bauen. Svolt selbst lag bei E-Auto-Batterien von Januar bis August mit 2,6 Prozent Weltmarktanteil auf Platz neun.[1]
Svolt nennt die Ladezeit, aber keinen Abnehmer beim Namen. Solange das passende Auto fehlt, bleiben die zwölf Minuten eine Werksangabe aus Changzhou.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Serienstart für Europa?
Ob Autos mit dem neuen Akku nach Europa kommen, hängt an den Abnehmern. Ein eigenes Werk in der EU baut Svolt nicht: In Überherrn im Saarland sollten Zellen entstehen, in Heusweiler Module. Im Oktober 2024 bestätigte das saarländische Wirtschaftsministerium den Rückzug des Herstellers aus Europa zum 31. Januar 2025, kurz nach dem Aus für das Zellwerk im brandenburgischen Lauchhammer.[4] Laut Saarländischem Rundfunk war zuvor BMW als möglicher Großkunde abgesprungen.
Für das BMW-Batteriewerk in Irlbach-Straßkirchen liefern inzwischen CATL und EVE Energy die Zellen. Gegen chinesische Preise kommen Zellen aus deutscher Fertigung bislang nicht an.
In der EU verlangt die Typgenehmigung nach UN-Regelung Nr. 100 weniger als die neue chinesische Norm: Nach einer Warnung müssen fünf Minuten ohne Feuer, Explosion oder Rauch vergehen.[5] Fuhrparkleiter fragen bei chinesischen Modellen deshalb am besten gezielt nach Zellchemie, Ladekurve und Akkugarantie. Wie stark häufiges Schnellladen der Batterie zusetzt, erklärt der Ratgeber zur Alterung von E-Auto-Akkus.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- CnEVPostSvolt begins mass production of 100-kWh semi-solid fast-charging battery packs
- CnEVPostSvolt plans to mass-produce hybrid solid-liquid batteries by September at liquid battery costs
- XinhuaNeue Norm für Batterien von Elektroautos gilt ab Juli, die Sicherheitsschwelle steigt (chinesisch)
- electriveSVOLT bestätigt Aus für seine Saarland-Pläne
- Amtsblatt der Europäischen UnionUN-Regelung Nr. 100 – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Fahrzeuge hinsichtlich der besonderen Anforderungen an den Elektroantrieb, L 2026/1695 vom 17. August 2026, Absätze 6.15.1 und 6.15.3.4
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