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Changan baut sein Batterie-Gemeinschaftsunternehmen mit CATL auf 75 Gigawattstunden im Jahr aus, das neue Werk soll 2027 anlaufen. Zwei Tage zuvor hatte Seres mit dem Zellriesen den Ausbau der Akkufertigung in seinem Autowerk vereinbart. Konkurrenten wie Li Auto und Xiaomi kaufen ihre Zellen dagegen bei mehreren Herstellern ein.

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Auf der Fragenplattform der Börse Shenzhen bestätigte Changan am 12. Oktober Anlegern ein weiteres Batteriewerk.[1] Das Gemeinschaftsunternehmen Times Changan plant dort 25 Gigawattstunden im Jahr und kommt so auf 75 statt der bisher angepeilten 50 Gigawattstunden. Während andere Autobauer sich vom Marktführer lösen, rückt der Staatskonzern aus Chongqing enger an CATL heran.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein neues Werk mit 25 Gigawattstunden hebt das Gemeinschaftsunternehmen auf 75 Gigawattstunden im Jahr.
  • Das Werk zwischen Chongqing und Sichuan kostet umgerechnet rund 670 bis 730 Millionen Euro und soll 2027 starten.
  • CATLs Anteil an Chinas Akkueinbau sank im September auf 40,9 Prozent.
  • In Spanien baut CATL mit Stellantis ein Gemeinschaftswerk nach ähnlichem Muster.

Was planen Changan und CATL?

Metall-Akkupack verbunden mit kleinerer Metallzelle über oranges Kabel vor weißem Hintergrund
Times Changan: Gemeinschaftsunternehmen von CATL (51%), Changan (19%) und Deepal (30%) mit neuem Werk auf 700.000 m² für 670–730 Millionen Euro

Times Changan entstand 2023 als Gemeinschaftsunternehmen: CATL hält 51 Prozent, Changan 19 Prozent und die Elektrotochter Deepal 30 Prozent. Für das neue Werk auf rund 700.000 Quadratmetern nennt CarNewsChina 5 Milliarden Yuan, chinesische Fachmedien 5,5 Milliarden, umgerechnet rund 670 bis 730 Millionen Euro (EZB-Referenzkurs vom 14. Oktober: 7,49 Yuan je Euro).[1]

Gefertigt werden Zellen der neuesten CATL-Generation für die Changan-Marken Avatr, Deepal und Nevo. Zudem arbeiten beide Partner an Natrium-Ionen-Akkus, die in der Limousine Nevo A06 bereits in Serie laufen.

Warum rückt Changan enger an CATL heran?

Der Akku ist der teuerste Einzelposten eines Elektroautos. Im eigenen Werk kennt Changan die Kosten und sichert sich Mengen, CATL behält mit der Mehrheit die Technik und einen Großkunden für Jahre. Mitten im chinesischen Preiskrieg wiegt diese Planbarkeit für einen Autobauer schwerer als ein paar Prozent Rabatt beim Einkauf.

Der Schritt läuft gegen den Trend der vergangenen Monate. Li Auto beteiligte sich am Zulieferer Sunwoda, Xiaomi kauft Zellen bei mehreren Herstellern. Der Zellriese verlor seit dem Mai-Hoch rund 84 Milliarden Euro an Börsenwert. Im September kam CATL laut dem Branchenverband CABIA auf 40,9 Prozent der in China verbauten Akkukapazität, von Januar bis September auf 44,2 Prozent.[2]

CATL antwortet mit engeren Bindungen. Am 10. Oktober vereinbarte Seres, die Batteriefertigung im eigenen Autowerk gemeinsam mit CATL auf mehr als 20 Gigawattstunden im Jahr auszubauen. Im September stieg der Zellriese zudem bei einem Batteriewerk in Chongqing ein, das noch keine Zelle gebaut hat.

CATL verliert in China Marktanteile und hält trotzdem seine Großkunden. Changan und Seres bauen gerade mit dem Zellriesen aus.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Changans Batteriebündnis mit CATL
Ausbau, Kosten und Marktanteile, Stand 15. Oktober 2026
75 GWh
Jahreskapazität plant Times Changan nach dem Ausbau, bisher waren 50 GWh angepeilt
25 GWh
liefert das neue Werk zwischen Chongqing und Sichuan, Start 2027, volle Leistung nach drei Jahren
670–730 Mio. €
kostet das Werk, je nach Quelle 5 bis 5,5 Mrd. Yuan (EZB-Kurs vom 14. Oktober 2026)
40,9 %
Anteil von CATL an Chinas Akkueinbau im September, von Januar bis September 44,2 %
87,2 GWh
Akkukapazität bauten Chinas Autobauer im September ein, so viel wie in keinem Monat zuvor in diesem Jahr

Was bedeutet das für Europa?

Auch in Europa baut CATL mit Autobauern: Bei Zaragoza entsteht seit Ende 2025 ein Gemeinschaftswerk mit Stellantis für LFP-Zellen, Investition bis zu 4,1 Milliarden Euro. Ohne Autobauer als Teilhaber fertigt CATL in Arnstadt in Thüringen und im ungarischen Debrecen, wo im September die Probeproduktion begann.

Für europäische Zellhersteller wird der Wettbewerb härter. Bündelt CATL die Nachfrage großer Autobauer in Gemeinschaftswerken, bleibt Neulingen weniger Volumen. Deutsche Zellfertiger kommen schon heute nicht auf den China-Preis.

Changan verkauft seit 2025 Elektro-SUVs der Marke Deepal in Deutschland, trotz EU-Ausgleichszoll von bis zu 35,3 Prozent auf chinesische Elektroautos. Fragen Sie beim Flottenkauf gerne nach Zellhersteller und Zellchemie: LFP-Zellen verkraften mehr Ladezyklen als Nickel-Zellen und verändern so die Rechnung für Alterung und Restwert. Ab dem 18. Februar 2027 stehen Angaben zu Hersteller und Zellchemie im digitalen Batteriepass, den jeder neue E-Auto-Akku in der EU tragen muss.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. CarNewsChinaChangan and CATL to collaborate on 1,500 km solid-state cells, establish 75 GWh battery lines, nach Angaben von Changan auf der Investorenplattform der Börse Shenzhen14.10.2026
  2. CnEVPostTop EV battery makers‘ market share in China in September 2026: CATL 40.92%, BYD 21.09%, Daten des Branchenverbands CABIA15.10.2026

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