ZTE hat von Juli bis September 1,31 Milliarden Yuan verdient, umgerechnet 175 Millionen Euro und fast fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor. Mehr als die Hälfte davon stammt aus Sondereffekten, vor allem aus Finanzanlagen. Im laufenden Geschäft verkauft der chinesische Netzausrüster mehr Server als vor einem Jahr und verdient daran weniger als an Mobilfunktechnik.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAm Montag hat ZTE den Bericht zum dritten Quartal veröffentlicht.[1] Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 34 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.[4] In den ersten neun Monaten verdiente ZTE mit 544 Millionen Euro trotzdem 23,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 394 Prozent auf 175 Millionen Euro.
- Ohne Sondereffekte blieben 79 Millionen Euro.
- Die Vorräte wuchsen seit Jahresbeginn um 57 Prozent auf 9,86 Milliarden Euro.
- Bis Ende 2026 bauen Telekom, Vodafone und Telefónica kritische Komponenten von Huawei und ZTE aus ihren 5G-Kernnetzen aus.
Woher kommt der Gewinnsprung?

Schwacher Vergleichswert. Im dritten Quartal 2025 hatte ZTE nur 35 Millionen Euro verdient.
Erträge aus dem Depot. Von den 175 Millionen Euro Gewinn entfallen 96 Millionen auf Sondereffekte. Den größten Posten bilden Erträge aus Finanzanlagen, vor Steuern 92 Millionen Euro. Seit Jahresbeginn hat der Konzern die Hälfte seines Bargelds in verzinste Anlageprodukte umgeschichtet, deren Bestand um 71 Prozent auf 3,98 Milliarden Euro wuchs.[1]
Was verändert sich im laufenden Geschäft?
Server statt Funktechnik. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz mit Netzbetreibern im Jahresvergleich um 9,4 Prozent, weil chinesische Betreiber weniger in ihre Netze investieren. Die Bruttomarge dieser Sparte fiel gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 von 52,9 auf 38,1 Prozent. Das Geschäft mit Firmenkunden, vor allem mit Servern, wuchs im selben Zeitraum um 43,5 Prozent, bei einer Bruttomarge von 15,8 Prozent.[2] Im dritten Quartal lag die Bruttomarge des Konzerns bei 24,6 Prozent, ein Jahr zuvor bei 25,9 Prozent.
Volles Lager. Seit Jahresbeginn stiegen die Vorräte von 6,30 auf 9,86 Milliarden Euro, weil ZTE mehr Material einkaufte. Andere chinesische Hardwarekonzerne legen ebenfalls Vorräte an: Hikvision stockte sein Lager seit Jahresbeginn um 63 Prozent auf und sicherte sich damit Speicherchips, bei Cambricon verdoppelte sich der Bestand.
Im Firmengeschäft mit Servern verdient ZTE brutto 15,8 Cent je Euro Umsatz, mit Netzbetreibern 38,1 Cent. Das Wachstum bei Servern gleicht den Rückgang im Netzgeschäft nicht aus.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für deutsche Netze?
Frist Ende 2026. Telekom, Vodafone und Telefónica haben sich in Verträgen mit dem Bund verpflichtet, bis Ende 2026 keine kritischen Komponenten von Huawei und ZTE mehr in ihren 5G-Kernnetzen einzusetzen. Bis Ende 2029 müssen die drei Betreiber die Netzmanagement-Funktionen beider Hersteller in Zugangs- und Transportnetzen ersetzen.[3] In den USA bekommen Geräte mit Chips von ZTE keine Zulassung mehr.
Wachstum im Ausland. Außerhalb Chinas setzte ZTE im ersten Halbjahr 33 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor, Europa zählt der Konzern zu seinen vier Kernregionen.[2] Betreiber kritischer Anlagen sollten prüfen, welche ZTE-Technik sie einsetzen: Nach § 41 BSIG kann das Innenministerium den Einsatz kritischer Komponenten untersagen. Die Bundesregierung hat die Verordnung, die solche Komponenten festlegt, noch nicht erlassen.[3]
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- ZTE中兴通讯股份有限公司2026年第三季度报告 (chinesisch, PDF)
- ZTE2026年半年度报告摘要 (chinesisch, PDF, Zusammenfassung des Halbjahresberichts)
- Deutscher BundestagAntwort der Bundesregierung, Drucksache 21/4960 (PDF)
- Europäische ZentralbankChinese yuan renminbi (CNY) (englisch, Referenzkurs vom 23. Oktober 2026)
Mehr Newshunger?
- FCC verweigert Geräten mit Chips von Huawei und ZTE die US-Zulassung
- China Mobile setzt weniger um, seit Peking das Datenvolumen höher besteuert
- Cambricon verdient 148 Prozent mehr, die Vorräte wachsen auf fast 1,6 Milliarden Euro
- Hikvision vergrößert sein Lager um 63 Prozent und verdient 37 Prozent mehr
- Supermicro übertrifft die eigene Umsatzprognose um rund 3,5 Milliarden Euro
- Micron verkauft Speicher gegen Anzahlung und sieht kein Ende der Knappheit
- Die 10 größten Rechenzentren Deutschlands
