Am Dienstag, 27. Oktober, berät der Bremer Senat über den Sanierungsplan der Gesundheit Nord, zu der vier städtische Krankenhäuser gehören. Die Geschäftsführung beziffert das Defizit für 2026 auf rund 20 Millionen Euro und hält für 2027 ein Minus von 40 Millionen Euro für möglich. Betriebsbedingte Kündigungen schließt der Plan laut Radio Bremen nicht aus.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenIm Klinikum Bremen-Ost sollen bald nur noch psychische Erkrankungen behandelt werden, schreibt die Geschäftsführung der Gesundheit Nord (Geno) laut Radio Bremen an die Belegschaft.[1] Körperliche Erkrankungen sollen künftig in Bremen-Mitte und Bremen-Nord behandelt werden, die Forensik bleibt am Standort Ost. Rund 100 Menschen demonstrierten am Samstag vor Ort gegen die Pläne.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Die Geno-Geschäftsführung schlägt vor, 500 Vollzeitstellen im Verbund abzubauen.
- Der kommunale Verbund betreibt vier Krankenhäuser und beziffert seinen Marktanteil in Bremen auf rund 60 Prozent.
- SPD, Grüne und Linke wollen eine Insolvenz abwenden und die Opposition an der Sanierung beteiligen.
Was schlägt die Geno-Geschäftsführung vor?

Am Freitag, 23. Oktober, legte die Geschäftsführung dem Aufsichtsrat ihr Sanierungskonzept vor.[1] Wie sich die 500 Vollzeitstellen auf die Krankenhäuser und Berufsgruppen verteilen, ist offen. Nach Köpfen gezählt nennt die Geno mehr als 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dazu rund 2.800 Betten und einen Marktanteil von rund 60 Prozent in Bremen.[3] Unabhängig davon wird das Klinikum Links der Weser wie schon länger geplant zum ambulanten Standort.
Steigende Preise für Medizinprodukte und sinkende Patientenzahlen lassen laut Radio Bremen derzeit keinen wirtschaftlichen Betrieb zu. Die Regierungsfraktionen SPD, Grüne und Linke wollen eine Insolvenz abwenden und die Opposition einbinden. Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Finanzsenator Björn Fecker und Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard sollen Vorschläge für Sanierung und Finanzierung vorlegen.[2]
Warum schreiben kommunale Kliniken Verluste?
Bundesweit belastet das im Juli verabschiedete GKV-Spargesetz die Klinikfinanzen zusätzlich. Ab 2027 gelten Prüfquoten des Medizinischen Dienstes von bis zu 40 Prozent der Klinikabrechnungen. Schon zum Gesetzentwurf rechnete die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) im Juni vor, dass die Kliniken infolge des Gesetzes bis 2030 rund 8,5 Prozent ihrer Vollkräfte abbauen müssten, den größten Teil schon 2027.[4]
Nach rein wirtschaftlichen Kriterien könnten laut DKG bis zu 400 Kliniken schließen. Für kommunale Träger wie die Stadt Bremen bleibt die Wahl, Verluste aus dem eigenen Haushalt zu decken oder Standorte zusammenzulegen. Die Geno will die Behandlung körperlicher Erkrankungen in Mitte und Nord bündeln. Wie viel Geld die Stadt zuschießt, berät am Dienstag der Senat.
Stand des Verfahrens
Was bedeutet der Plan für Beschäftigte und Region?
Die geplante Verlagerung ganzer Abteilungen gilt als Betriebsänderung. Dafür sieht das Betriebsverfassungsgesetz Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan vor. Die Gewerkschaft ver.di verlangt von allen Parteien in Bremen ein „klares Bekenntnis zu guter Gesundheitsversorgung und sicheren Arbeitsplätzen“.[5]
Auch Thermo Fisher baut in Bremen ab: Am 20. Oktober legten dort rund 240 Beschäftigte die Arbeit nieder, weil der Konzern 85 Stellen nach Brünn verlagern will. Lieferanten und Dienstleister des Klinikums Ost prüfen am besten jetzt, welche ihrer Verträge an diesen Standort gebunden sind.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Radio Bremen (buten un binnen)Drohende Insolvenz: Klinikbetreiber Geno will 500 Stellen streichen
- Radio Bremen (buten un binnen)Wie die Bremer Geno sanieren? Opposition soll mitreden können
- Gesundheit NordPorträt des Klinikverbunds auf der Startseite (abgerufen am 26.10.2026)
- Deutsche KrankenhausgesellschaftBeitragssatzstabilisierungsgesetz könnte für 400 Kliniken das Aus bedeuten
- ver.di Bezirk Bremen-NordniedersachsenGeNo in existenzieller Krise: ver.di fordert klares Bekenntnis zu guter Gesundheitsversorgung und sicheren Arbeitsplätzen
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