Generali Deutschland gibt bis Ende 2030 die Standorte Aachen, Nürnberg und Stuttgart auf und baut Tätigkeiten im Umfang von 800 Arbeitsplätzen ab. Für 2025 hatte der Versicherer ein operatives Rekordergebnis von 1,04 Mrd. Euro gemeldet. Ein Minus von rund 800 Vollzeitstellen stand schon im Juni in einer Präsentation für Investoren, dort allerdings bis 2027.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenIm Jahr 1824 entstand in Aachen die AachenMünchener Versicherung, seit 2019 führt sie den Namen Generali. Spätestens Ende 2030 ziehen die Aachener Teams nach Köln, wie Generali Deutschland am 23. Oktober mitteilte.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Bis Ende 2030 legt Generali die Teams aus Aachen, Nürnberg und Stuttgart in Köln, München und Karlsruhe zusammen.
- Der Abbau von Tätigkeiten im Umfang von 800 Arbeitsplätzen soll über freiwillige Altersregelungen, Renteneintritte und Fluktuation laufen.
- Bis Ende 2030 gilt eine Arbeitsplatz- und Standortgarantie, die Verhandlungen mit dem Konzernbetriebsrat laufen.
- Parallel investiert Generali Deutschland einen dreistelligen Millionenbetrag in IT, Digitalisierung und KI.
Welche Standorte gibt Generali auf?

Künftig arbeitet Generali Deutschland mit fünf Regionalzentren in München, Köln, Karlsruhe, Hamburg und Saarbrücken, dazu kommen Spezialstandorte in Frankfurt, Leipzig und Berlin. Die Nürnberger Teams wechseln nach München, die Stuttgarter nach Karlsruhe.[1] Wie viele Menschen an den drei Standorten arbeiten, nennt Generali nicht.
Bisher ist der Abbau nur angekündigt: Über die Umsetzung hat Generali Verhandlungen mit dem Konzernbetriebsrat aufgenommen. Den Abbau will der Konzern vor allem über „Doppelte Freiwilligkeit“ erreichen, also Altersregelungen, denen Unternehmen und Beschäftigte zustimmen müssen. Personalvorstand Arne Benzin verweist auf eine „Arbeitsplatz- und Standortgarantie bis Ende 2030“, mit der Generali „die Veränderungen planbar gestalten“ wolle.[1]
Warum baut ein Versicherer mit Rekordergebnis Stellen ab?
Generali nennt zwei Gründe: Technik soll die Produktivität steigern, und bei hybrider Arbeit sollen die Gebäudekosten sinken.[1] In der Präsentation vom 25. Juni rechnete das Management vor, dass Generali 2025 je Vollzeitstelle 13 % mehr Schäden bearbeitete als 2024, auch dank KI in der Schadenbearbeitung.[2] Im Beruf des Versicherungskaufmanns werden Anträge, Policen und einfache Schadenfälle längst automatisch bearbeitet.
Die Zielmarken stehen in derselben Präsentation: Die Vollzeitstellen sollen von rund 8.500 im Jahr 2024 auf rund 7.700 im Jahr 2027 sinken, die Bürofläche von 2025 bis 2027 um 12.000 Quadratmeter schrumpfen. Von 100 Euro Ertrag sollen 2027 nur noch 52 Euro auf Kosten entfallen, 2024 lag der Wert bei 57 Euro.[2]
Einen ersten Umbau hat Generali bereits mit dem Betriebsrat vereinbart: Für 2025 verbuchte der Versicherer einmalig 82 Mio. Euro für den Sozialplan.[2] Ob die 800 Arbeitsplätze aus der Mitteilung dieselben sind wie das Minus aus der Präsentation, lässt der Konzern offen.
Wohin die Teams ziehen und was das Management plant
Wie gehen andere Versicherer mit dem Umbau um?
Auch Ergo, die Erstversicherungstochter von Munich Re, will bis 2030 insgesamt 1.000 Stellen abbauen, vor allem durch KI in der Kundenbetreuung. Anders als Generali sicherte Ergo im Februar per Tarifvertrag mit ver.di sieben große Verwaltungsstandorte, darunter Nürnberg, und schloss betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 aus.[3]
Für die ganze Branche fehlt eine solche Regel bisher. Beim Tarifgespräch am 14. und 15. Oktober in Würzburg forderte ver.di Standortgarantien und Tarifschutz bei Ausgliederungen, der Arbeitgeberverband AGV legte den Entwurf eines Tarifvertrags vor, der vor allem die Qualifizierung neu regeln sollte. Eine Einigung über das Gesamtpaket kam nicht zustande.[4]
Für Kunden ändert sich der Service. Im Vertrieb über die Deutsche Vermögensberatung bündelt Generali das Fachwissen künftig in bundesweiten Fachcentern je Sparte, dazu kommt ein bundesweites Servicecenter.[1] Fragen Sie als Firmen- oder Privatkunde gerne nach, wer Ihre Verträge und Schäden künftig betreut.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Generali Deutschland AGGenerali Deutschland beschleunigt Transformation und profitablen Wachstumskurs
- GeneraliExploring Generali: Deep Dive on Germany (Investorenpräsentation, 25. Juni 2026, PDF, englisch)
- ver.diver.di vereinbart Beschäftigungssicherung und Standorterhalt mit Versicherer Ergo
- Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV)Manteltarifverhandlungen 2026: Sozialpartner verständigen sich auf kleines Tarifpaket (Tarifnachrichten 08/2026)
Mehr Newshunger?
- Volkswagen will 12.000 weitere Stellen abbauen und setzt dafür auf Transfergesellschaften
- Bertelsmann will Teile seiner Buchhaltung aus Rheda-Wiedenbrück nach Indien verlagern
- Stada streicht 70 Stellen am Hauptsitz in Bad Vilbel
- Eric Schmidt: Konzerne mit 10.000 Beschäftigten brauchen ein paar Tausend nicht mehr
- 800 Stellen weg: IONOS und 1&1 finanzieren den KI-Umbau
- 8.000 Stellen bei BMW: Der Stellenabbau trifft die Verwaltung, nicht das Band